Sonntag, 24. April 2016

Vegan und Abnehmen-Experiment

Zur Fastenzeit gab's ja wieder etliche Vegan-Experimente, aber da war nix interessantes dabei. Nun hat sich aber Micha Klotzbier im Spiegel am Veganismus versucht und hat sehr erfreuliche Dinge festgestellt:
Der Mann hat mit seinem Abnehm-+Sport-Ziel schon eine ganze Artikelserie beim Spiegel.
Er ist 35 Jahre alt, 1,83 Meter groß und wiegt 160 Kilo. Der Berliner will 2016 beim Berlin-Marathon mitlaufen - mit Betonung auf "Laufen". Ein ambitioniertes Vorhaben, da ihn schon ein paar Treppenstufen aus der Puste bringen.
Angefangen hat er mit Zur Arbeit Radeln, weniger Süßigkeiten, weniger Alkohol, keine süßen Getränke und weniger Kohlenhydrate am Abend.

Bis zum Ende des Jahres will Michael Klotzbier 60 Kilo abnehmen. Wie das gelingt? Er möchte die Ernährungsumstellung weiter ausbauen, aber sich keiner einzelnen Diät verschreiben. Wichtig ist für ihn: Das Abnehmen soll nicht zur Qual werden. Keine Hauruck-Aktion, sondern ein langfristiger und dann lang anhaltender Prozess. Dimeo rät ihm zu Sport. "Das tägliche Radfahren - das ist noch kein Sport", sagt der Arzt streng. Klotzbier will jetzt mal das Walken ausprobieren. Dreimal die Woche mindestens sechs Kilometer. Dann vielleicht Schwimmen, Aquajogging, Rudern. Und irgendwann dann hoffentlich: Laufen.
Spiegel vom 21.3.15

Das mit dem Abnehmen hat zunächst beneidenswert gut geklappt, 50kg waren runter. Dann aber Stagnation und sogar Gewichtszunahme, wie das oft so bei langen Abnehmversuchen ist. Sport hat er schon genug gemacht; da kann er angeblich nicht noch höher gehen (wirklich? mehr Sport geht eigentlich immer, .v.a. Schwimmen ist da super, da sehr gelenkschonend.). Also Ernährung.
Inspiriert von meinen Treffen mit dem veganen Strongman Patrick Baboumian und dem veganen Ironman Rich Roll beschloss ich, mich während der Fastenzeit, also sechs Wochen lang, rein pflanzlich zu ernähren. Ein Selbstversuch, vor dem ich ordentlich Angst hatte. Als Neffe eines Metzgers war Fleisch immer ein zentraler Bestandteil meiner Ernährung. Ich war vollgepackt mit Erwartungshaltungen, die meisten negativ. Aber ich wurde überrascht.
Spiegel vom  20.4.16

Und zwar positiv: Er stellt fest, dass ihm Tofu, Sojajoghurt und Nüsse schmecken und er auch noch gut satt davon wird. Die Leistungsfähigkeit lässt nicht nach. Und am überraschendsten: Statt dem sozialen Abseits wird er vom sozialen Umfeld unterstützt: Seine Mutter kauft bei Besuchen vegane Aufstriche und beim Familienessen gibts eine vegane Alternative zum Braten; und bei Grillabenden kommt Tofuwürstchen on Top.
So fällt ihm das Ganze auch gar nicht schwer und er zieht folgendes Fazit:
Die Fastenzeit ist vorbei und ich esse noch immer vegan. Mir tut die wiedergefundene Ernährungsdisziplin gut und ich habe die Hoffnung, so endlich unter die hundert Kilo zu kommen. Ich verlängere auf unbestimmte Zeit.
Ich denke nicht, dass der vegane Lebensstil auf Dauer das Richtige für mich ist. Aber momentan ist er ein gutes Werkzeug, um weiter mit Spaß und auf gesunde Weise Gewicht zu verlieren.
Der ethische Gedanke, der vermutlich die meisten Veganer antreibt, ist zwar nicht meine Hauptmotivation. Ich bin mir dennoch sicher, dass ich in Zukunft bewusster mit dem Verzehr von tierischen Produkten umgehen werde. Jetzt, da ich so viele leckere pflanzliche Alternativen kenne, werde ich sicher seltener zu Milch, Ei und Fleisch greifen. Und wenn doch, will ich sicher sein, dass die Qualität stimmt.
Schade, dass er sich nicht auch mit dem ethischen Hintergrund des Veganismus auseinandergesetzt hat. Bei reinem Gesundheitsveganismus würde mir auch die Motivation fehlen.

Aber insgesamt finde ich es doch toll, dass Micha auf so einem bekannten Medium wie dem Spiegel so viel Positives berichtet.
Mehr von Micha gibts bei Achim Achilles

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