Mittwoch, 16. Juli 2014

Der "Skandal" mit dem Wurstkartell

In allen Nachrichten (z.B. in der Zeit) hieß es vor kurzem
Millionen Verbraucher in Deutschland haben offenbar zu viel Geld für Wurst und Schinken bezahlt.
Gemeint ist, dass es ein "Wurstkartell" gab, d.h. die großen Hersteller haben untereinander Preisabsprachen getroffen um den Marktpreis künstlich hochzuhalten. Das ist verboten, weil es der freien Marktwirtschaft widerspricht.
Aber ich finde die Aussage, Wurst und Schinken sei "zu teuer" so makaber. Das Zeug ist doch viel zu billig! Es ist ungesunde Industriescheiße, die massenhaft unter miesesten Bedingungen "produziert" wird; Tiere, Landwirte/Fleischerzeuger/Schlachthofmitarbeiter/Transporteure werden ausgebeutet, um die Produktionskosten zu drücken, dazu kommen noch Subventionierungen und der ermäßigte Mehrwertsteuersatz.
Also der Skandal ist in meinen Augen nicht, dass Verbraucher viel Geld (1kg Böklunder Rostbratwurst kostet 4,80€, das sind noch nicht mal 50cent für 100g!!!) für Fleischprodukte gezahlt haben, sondern dass die Wursthersteller sich das in die eigenen Taschen gestopft hätten.

Und was is die Folge? Wird Wurst jetzt billiger? Super, dann kann der Verbraucher da ja noch mehr zuschlagen...

Toll passt auch die aktuelle Forderung von Ernährungsverbänden, den vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf besonders kalorienreiche und ballaststoffarme Produkte (wozu auch Wurst gehören dürfte) zu erheben.

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