Dienstag, 17. Dezember 2013

Glück gehabt, Kaffee ist wirklich vegan

Irgendwann fängt man als Veganer an, über Lebensmittel zu recherchieren und man stürzt von einem "Hilfe, das soll auch nicht vegan sein?!?" ins andere. So Sachen wie das angebliche Rinderblut in Schokolade oder dem Kosmetik-Inhaltsstoff Urea aus Tierurin kann man relativ schnell als Urban Myth identifizieren, aber manchmal sind begründete Zweifel und hanebüchener Unsinn eng beieinander.
Ich habe glaube ich nach ca. 2 Jahren zum ersten Mal im Internet (wo sonst) davon gehört, dass Kaffee angeblich nicht vegan sei. Und es geht jetzt nicht um diese Kaffeebohnen, die von Katzen ausgekackt werden, sondern um normalen Bohnenkaffee. Angeblich soll der mit unveganem Überzugsmittel behandelt werden. Irgendwie habe ich damals nichts so wirklich seriöses zu gefunden; eben bloß diese Überveganer, die gepredigt haben, man solle doch lieber Getreidekaffee trinken. Jetzt hab ich endlich ne Antwort dazu gefunden:
Laut EU-Zusatzstoffverordnung sind für Kaffee folgende Überzugsmittel erlaubt: Bienenwachs (E901), Candelillawachs (E902), Carnaubawachs (E903) und Schellack (E904).Bienenwachs und Schellack sind tierischer Herkunft – Schellack wird aus den Ausscheidungen der so genannten Gummischild-Lacklaus gewonnen. Candelillawachs und Carnaubawachs sind dagegen pflanzlicher Herkunft.Diese Überzugsmittel werden bei Rohkaffee verwendet, um dessen „Fließfähigkeit“ zu verbessern, wenn er beispielsweise nach dem Entkoffeinieren eine stumpfe Oberfläche aufweist.Nach Auskunft des Kaffeeverbandes sind Überzugsmittel auf Kaffee als Verarbeitungshilfsstoffe anzusehen. Sie werden dem Kaffee vor dem Rösten zugesetzt, haben im gerösteten Kaffee keine technologische Wirksamkeit und sind vermutlich auch nicht mehr in nennenswerter Menge vorhanden, da sie durch den Röstvorgang weitgehend entfernt werden.Verarbeitungshilfsstoffe sind nicht kennzeichnungspflichtig.Der Kaffeeverband teilte weiterhin mit, dass bei dem in Deutschland verkauften Kaffee allenfalls Carnaubawachs eingesetzt wird. Es ist dem Verband kein einziger Hersteller bekannt, der ein anderes Überzugsmittel einsetzt.Sie können daher davon ausgehen, dass der in Deutschland gekaufte Kaffee vegan ist, also ohne vom Tier stammende Überzugsmittel hergestellt wurde.

manchmal ist die Seite lebensmittelklarheit doch zu was gebrauchen :-)

Kommentare:

  1. Danke für die Info! Nur, das würde ja heißen: der deutsche Kaffeeverband hat auf Bitte von lebensmittelklarheit.de alle seine Mitglieder angeschrieben und die ggf. ihre (Vor-)Produzenten und da kamen genug Antworten zurück, um das so allgemein zu sagen. Das klingt für mich fast ein bißchen zu schön ;-) Glaub ich mach mal ne PA an meine Stamm-Marke, schaden kanns nie.

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    1. hm, ok, so gut wie die antwort auf den ersten blick klingt, ist sie wohl doch nicht. wobei ich mir schon vorstellen könnte, dass der kaffeeverband irgendwelche umfragen für etwaige vereinszeitschriften, interne statistiken o.ä. macht.
      für mich hört es sich jedenfalls so an, als ob carnaubawachs einfach so gängig wär, das was anderes schon sehr ungewöhnlich wäre.

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  2. Hallo Mausflaus,

    danke, dass du diese Info mit uns teilst. Finde es echt beruhigend zu wissen, beim Kaffeetrinken keine Eventualitäten ausblenden zu müssen, auch wenn es natürlich doof ist, dass theoretisch etwas anderes denkbar wäre. Aber die Wahrscheinlichkeit ist, so wie ich es verstehe, relativ gering, Kaffee mit nicht-pflanzlichen Überzugsmitteln vorgesetzt zu bekommen. Immerhin etwas.

    Liebe Grüße
    Natalie

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