Freitag, 14. Juni 2013

regional einkaufen?

Inspiriert durch die Serie Der Kommissar im Kühlschrank hab ich in letzter Zeit vermehrt versucht, regional einzukaufen. Gestern hab ich auf dem Markt Bei nem Biobauern aus dem Umland Topinambur und Pastinaken gekauft, ansonsten hab ich versucht, in Bioladen und Supermarkt was zu finden. Bioladen ist aber erfolgloser als gedacht; zwar deutsche Kartoffeln (wieso sind Bio-Kartoffeln eigentlich immer so dreckig? Kann man die nicht waschen??), aber Karotten gab es nur (!) aus Ägypten. Auberginen und Zucchini gabs da auch nur aus Spanien, sodass ich die dann lieber bei Penny gekauft hab, da haben sie nur die Hälfte gekostet.
Außerdem gabs bei mir heute, wie schon zweimal diese Woche Eisbergsalat; den gab's nämlich bei Rewe für 59cent im Angebot. Und er kommt aus Hessen!


Ansonsten war ich aber ziemlich erfolglos. Man hat sowieso - wenn überhaupt - nur bei frischem Obst und Gemüse ne Auswahl; bei allem Verpackten steht allenfalls drauf wo es produziert bzw. verpackt wurde, nicht aber wo die Rohstoffe herkommen. Bei nem Tomatenmark habe ich mal die Aufschrift "mit Tomaten aus Italien" entdeckt; und bei Rewe Bohnen im Glas mit dem Aufdruck "Aus der Region" (was diese "Region" dann aber war, stand nicht drauf).
Auf der Seite www.kommissarimkühlschrank.de gibts ne Händlersuche, bei der man den Umkreis nach regionalen Anbietern durchsuchen kann, der spuckt mir als nächstens den 7km entfernten gelegenen Dotterfelderhof aus. Der verkauft aber auch aufm hiesigen Wochenmarkt, allerdings bloß Brot und Käse.
Außerdem nen 8km weiten Forellenhof aus; alles andere ist über 20km entfernt. Im Fernsehen setzen sich die Familien dann einfach ins Auto und fahren raus aufs Land um da im Hofladen einzukaufen, aber ich habe kein Auto und ich find das auch ziemlich hirnrissig; nix zu kaufen was außerhalb nem Radius von 50km produziert wurde, dann aber 40km zu fahren.

Manchmal entdecke ich per Zufall was Regionales bzw. was zumindest aus Deutschland kommt, aber ich hab keine Lust am Anfang der Woche alle Supermärkte abzuklappern und zu schauen ob Aldi diese Woche eine Lieferung Tomaten aus Deutschland hat. Zumal das dann Gewächshaus ist und von der Ökobilanz vielleicht auch nicht viel besser als welche aus Italien.

Die einzige Idee, die mir noch gekommen ist, wäre bei Sojaprodukten drauf zu achten, da habe ich  nämlich ne Liste gefunden, woher die Hersteller ihr Soja beziehen:
Alnatura
Herkunft: Österreich, Frankreich, Italien, Kanada, China und Europa, außer Sojasauce (Kanada, Argentinien, USA)
Quelle: http://www.alnatura.de/de/fragen-produkte


Alpro
Herkunft: Frankreich, Kanada und andere (ausdrücklich nicht Brasilien)
Quelle: http://www.alpro.com/de/faq


Berief Feinkost (Soja Fit)
Herkunft: EU und Indien
Quelle: Anfrage (25.03.2013)


Bio-Zentrale
Herkunft: China
Quelle: Anfrage (26.03.2013)


granoVita
Herkunft: Österreich
Quelle: http://www.granovita.de/granoVita/aktuell/index.php?we_objectID=685


Hofgut Storzeln
Herkunft: Bodensee
Quelle: http://www.hofgutstorzeln.de/sojaprodukte-und-mehr/produkte.aspx


Joya
Herkunft: Österreich
Quelle: http://www.joya.info/ueber-joya/soja-aus-oesterreich/


Lord of Tofu
Herkunft: Ausschließlich Deutschland
Quelle: http://www.lordoftofu.com/produkte.html


Provamel
Herkunft: China und Kanada
Quelle: http://www.provamel.de/DE_DE/Soja


Rapunzel
Herkunft: Italien, Frankreich, China
Quelle: http://webshop.rapunzel.de/Huelsenfruechte_3466.html


Taifun
Herkunft: 50% Oberrhein (Deutschland), ansonsten Lombardei (Italien), Burgund (Frankreich), Niederösterreich, aber auch kleines Anbaugebiet in Brasilien
Quelle: http://www.taifun-tofu.de/de/sojaanbau/taifun_tofu_leitlinien.php?NID1=2&NID2=1&NID3=0 


Vantastic Foods
Herkunft: EU (texturiertes Soja aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, Finnland)
Quelle: Anfrage (25.03.2013)


Viana
Herkunft: Großteil Österreich, kleiner Teil Italien
Quelle: http://www.viana.de/ueber-viana/soja-einfach-gut/

Quelle: niemblog


Hat jemand ne Idee was man sonst noch regional einkaufen kann? 

Kommentare:

  1. Vielleicht kann man ja Walnüsse oder Haselnüsse regional kaufen. Wir sammeln die im Herbst immer von unseren Bäumen, also zumindest die Walnüsse.

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    1. ich kauf nie nüsse, weil ich das knacken so lästig find. aber mein vater kauft immer welche vom wochenmarkt, an sich ne gute idee.

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  2. Wenn ich mich recht erinnere, sind die Kartoffeln so dreckig, weil sie so jung verkauft werden dass beim Versuch, die maschinell zu säubern, die Schale abreiben würde.

    Wenn es alte verhunzelte waren hab ich nix geschrieben.

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    1. hm, ob die sonderlich jung waren weiß ich nicht, schienen mir jetzt nicht riesengroß, aber es stand nix von wegen "frühkartoffeln" dabei.
      ich kann mir aber irgendwie nicht so recht vorstellen dass man die nicht mit ner wasserspülung und durchschütteln sauberkriegt ohne dass die kaputtgehen.
      vielleicht wachsen die auch einfach auf nem klebrigeren boden, sodass der dreck schwerer abgeht.

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    2. Das Zeug kommt aus der Erde, ist ein Nachtschattengewächs und gammelt/reift einfach zu sehr, wenn man es nicht schützt. Zudem ist es absolute Verschwendung Kartoffeln auch noch zu Waschen, weil der Verwöhnte Kunde keinen Bock auf Natur hat. Da kann man dann auch direkt aus Ägypten kaufen - Bio finde ich übrigens wichtiger als regional...ist natürlich auch Mist, aber wenn man den Leuten schon die Lebensmittel wegkauft, bringt man sie wenigstens nicht durch Pestizide um. Von GMO fang ich gar nicht an...

      Das Problem mit dem Fertigfüllstoff umgeht man ganz einfach, indem man eben nur richtige Lebensmittel isst.

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    3. ich glaube das industrielle reinigen ist kein großer aufwand, von daher wunderts mich halt, dass das bei bio-kartoffeln nicht gemacht wird, und andere bioware die aus der erde kommt(zb kohlrabi, rüben, möhren), ist ja auch nicht dreckig.
      ich schaue inzwischen auch, dass ich möglichst bio kaufe, zumindest bei den sachen, die nicht deutlich teurer sind. aber für ein kg auberginen statt 2€ 5€ zu bezahlen, ist mir halt echt zu viel.
      gmo-lebensmittel gibts gar nicht, bloß verunreinigungen, die bei konventioneller ware zugegebenermaßen größer sein dürfen als bei bio.

      ich kann und will mich aber nicht bloß von kartoffeln, pilzen, gemüse und obst ernähren, manchmal brauchts auch gewürze, brot, aufstrich oder tk/dosen.

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    4. Kartoffeln werden ja auch in Erde gelagert, so halten sie am längsten. Ein bisschen Erde ist wohl nichts schlimmes, oder?
      Zumal die Verallgemeinerung, dass alle Biokartoffeln immer dreckig sind einfach falsch ist. Aber dazu kennst du dich offensichtlich zu wenig aus.
      Pestizide, Herbizide und Fungizide sind schädlich für die Bauern, für dieUmwelt, das Wasser und auch die Tiere. Was daran jetzt mit dem veganen Lebensstil vereinbar ist, verstehe ich nicht so recht.
      Aber wenn man schon Monsanto genmanipulierte Pflanzen kauft, damit diese mehr Pestizide abkönnen, dann muss man da natürlich auch jede Menge Chemiezeug draufhauen, damit da bloß nur noch die Monokultur steht und da keine ungewollten Insekten und Pflanzen sind... Um mal einen Aspekt der Genmanipulation zu nennen.
      Ansonsten rate ich dir einen Saisonkalender anzuschaffen. So weißt du, was gerade wächst und was du also regiional kaufen kannst.
      So ist bei dem kalten März, April und Mai klar, dass sich das ganze auch etwas nach hinten schiebt dieses Jahr und die Erdbeeren zum Beispiel mit ziemlicher Sicherheit aus nem Gewächshaus oder ähnlichem stammen. Zucchinis und Auberginen kommen auch erst noch. Genauso wie Karotten. Die Lagerware von letzter Ernte ist mittlerweile wohl alle und die ersten Frühkarotten aus Deutschland kann man schon kaufen. Aber vllt hat eben nicht jeder Bioladen immer zur gleichen Zeit die gleichen Produkte. Auch das ist ein Faktor, der vorallem ins Gewicht fällt, wenn man regional einkaufen gehen möchte.
      Deswegen handhabe ich das so, dass ich einkaufe und schaue, was günstig und regional ist (im Bioladen, also alles bio).
      und ich glaube es ist wesentlich sinnvoller einmal in der woche 40 km zu fahren als ware aus brasilien, argentinien, china, chile ect zu kaufen... das ist dann doch ein bisschen weiter als 40 km ^^
      und alpro benutzt ganz ausdrücklich sojabohnen aus brasilien.

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  3. Manchmal ist die Lösung wohl auch einfach Verzicht... Ich find's auch nervig, dass man viele Sachen (noch) nicht regional bekommt, aber oft beiße ich dann einfach in den sauren Apfel und warte.
    Insgesamt hast du aber schon recht, es ist frustrierend. Vor allem, wenn man gleichzeitig noch versucht, auf andere Kriterien (z. B. keine Plastikverpackung) zu achten. So richtig Spaß macht es nicht, und es kostet eine Menge Zeit. Wir bekommen daher z. B. jetzt einmal die Woche eine Gemüsekiste, die von vornherein mit regionalem Gemüse bestückt ist, die man aber auch selbst noch online anpassen kann, bevor sie geliefert wird.

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    1. stimmt schon, aber ich kann (und will) micht nicht bloß von kartoffeln, salat, karotten, kohlgemüse und karotten ernähren.
      plastikverpackung versuche ich auch zu reduzieren, loses zeug packe ich entweder so in die tasche oder verwende die gemüsetütchen mehrmals.

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  4. Oh ja, die Probleme kommen mir bekannt vor, habe mich bei meiner "Fair durch die Fastenzeit"-Aktion ja auch mit diesen Problemen herumgeschlagen. Es ist wirklich schwer, aber mit der Zeit bekommt man Routine und weiß, wo man die Sachen bekommt, wenn man sie denn bekommt. Ich bekomme weiterhin meine regionale Gemüsekiste, das erleichtert die Sache natürlich. Aber gerade bei Rewe und Netto beobachte ich auch ein zunehmend wachsendes, regionales Sortiment. Gibt es denn bei dir diese Kisten nicht? Vielleicht wäre das sonst eine Lösung...
    Ich meine mich was die Kartoffeln betrifft zu erinnern, dass die anderen nur so sauber sind, weil sie gewaschen und dann mit irgendwas eingesprüht werden, damit sie länger haltbar sind, aber das war irgendwas, was auch nur bedingt appetitlich war. Vielleicht lassen sie den Dreck dran, damit weniger Licht dran kommt und sie länger halten? Keine Ahnung...
    Viele Grüße
    Kate

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    1. das problem ist das ständig wechselnde sortiment, jede woche kommt die ware woanders her. den hessischen eisbergsalat gabs auch nur diese woche, davor stand als herkunft bloß "deutschland" drauf, davor kam er aus anderen ländern glaube ich, obwohl die saison ja schon seit ner weile ist.
      gemüsekiste kommt für mich nicht in frage, da es hier glaub ich keinen anbieter gibt, ich gerne spontan entscheide was ich abends essen will und ich es auch nicht sinnvoll finde, dass extra bei mir ein lieferwagen vorbeifährt, wenn ich eh aufm heimweg am bioladen/supermarkt vorbeikomme.

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  5. Wow, ich bin überrascht, dass so viel Soja aus Europa kommt! :)
    Das Soja für Sojade wird doch in Frankreich angebaut ;)
    Na toll, jetzt bezieht Taifun doch aus Brasilien -.- Naja gut zu wissen...

    Hab auch mal bei der Suche geguckt - nee, dass ist alles viel zu weit weg :D Aber die Suche ist bestimmt auch ziemlich unvollständig. Meines Wissens, gibt es her in der Nähe nämlich einen Bioladen, der Sachen aus eigenem Anbau verkauft.

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  6. Wie wäre es mit selbst anbauen? Oder eine eigene Gemeinschaft bilden im Sinne einer CSA? Wie soll sich sonst je etwas an dem Zustand ändern...

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    1. ich habe noch nicht mal ne eigene fensterbank (dachzimmer), geschweige denn balkon. da kann ich noch nicht mal kresse züchten... gemeinschaften gibts hier nicht, und das wäre mir auch echt zu viel aufwand.

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  7. Es ist tatsächlich nicht ganz einfach, das habe ich auch schon festgestellt.Wir beziehen auch eine Gemüsekiste mit regionalen produkten, das ist denk ich eine gute und die einfachste Möglichkeit.
    Leider ists ja auch ne Kostenfrage, wir können leider nicht unseren gesamten Bedarf damit decken.
    Einen Teil kaufe ich auch noch auf dem Wochenmarkt, den rest muss ich aber im Discounter kaufen und da wirds dann schwierig :-(

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  8. die Lösung "Verzicht", die "CH" vorschlägt war noch vor gar nicht allzu langer Zeit die einzige - mangels Angebot.

    Mitunter gibt es Hofläden, oder Bauern, die Verkaufen.

    Es könnte mit der Haltbarkeit der Kartoffeln zu tun haben, die sich verkürzt, wenn sie gewaschen wurden....

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  9. Für mich ist die regionale Gemüsekiste die beste Lösung.
    Da hier in der Gegend einige mehr beliefert werden, ist das auch keine große Verschwendung von Ressourcen. Shcließlich müssen die Produkte ja auch irgendwie in einen Supermarkt kommen.
    Man kann sich die Kiste auch ins Büro liefern lassen. Meistens wollen dann auch noch andere eine Kiste (Die meisten Anbieter haben ein breites Sortiment und liefern einem auch gleich noch ein Brot oder das bio-Geschirrspülmittel) oder man fragt in seinem Haus nach, ob noch jemand etwas bestellen möchte.

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  10. ich hab ein gemüseabo von einem demeter-hof der ganz bei mir in der nähe ansässig ist. die haben auch einen hofladen, d. h. neben der regional-gemüsekiste die ich aboniert habe, kann ich auch noch andere artikel aus dem laden bestellen. gemüse- bzw. obstsorten die sie nicht selbst anbauen, beziehen sie von anderen bio-höfen aus der region.

    das bekomme ich alles geliefert und wird per bankeinzug bezahlt.
    ich hab auch kein auto und finde das daher super praktisch. ich kann das jedem uneingeschränkt empfehlen.

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  11. Ich bin mir nicht sicher, ob mein Kommentar ankam oder nicht, in letzter Zeit habe ich Probleme mit der Kommentarfunktion.

    Jedenfalls war in der März Ausgabe der Schrot&Korn diesen Jahres ein Beitrag zu Kartoffeln, darin wurde sich geäußert, dass gewaschene Kartoffeln schneller grün werden.
    Hier findet man den Artikel: http://www.schrotundkorn.de/2013/201303p01.php

    Wir selbst lagern unsere Kartoffeln neben Zwiebeln und Karotten in einer Kiste, die auch mal erdig sein darf, das macht dem Gemüse ja nichts aus und absorbiert überschüssige Feuchtigkeit.

    Sonst heißt es bei uns saisonal & regional, soweit der kalte Frühling das dieses Jahr zulässt. Bei 9€ pro Kilo Erdbeeren blutet einem schon der Geldbeutel, dafür kaufen wir dann Ende Juni/ Anfang Juli kräftig ein, wenn sie im Umland wirklich reif sind. Das selbe gilt vor allem für Tomaten.

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  12. Das ist leider auch noch nicht die perfekte Lösung mit den regionalen Produkten. Wenn jeder Biobauer aus der Gegend mit seinem Lieferwagen voller Äpfel, Kartoffeln etc. immer in die Stadt fahren muss, haben diese u.U. eine recht hohe CO²-Bilanz. Daher muss das noch besser organisiert werden.

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  13. ich finde es wäre auf einer vegan seite wichtig, nicht unbedingt produkte von alpro zu empfehlen, die wurden nämlich schon länger aufgekauft und sind jetzt mitunter riesen kuhmilch vertreiber. sie halten die tiere ebenso schlecht wie alle anderen und wer sich die mühe macht, mal über alpro zu recherchieren, kann künftig diesen verein nicht mehr unterstützen!!

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    1. ich boykottiere kein unternehmen, nur weil es auch tierische produkte verkauft. welche sojamilch kaufst du denn? alnatura, aldi, netto usw. ginge dann ja auch nicht, denn die stellen alle auch milchprodukte her.
      das mit dean foods ist eigentlich schon relativ bekannt, aber mir persönlich ist es halt nicht so wichtig. du kaufst doch auch bei anderen produkten nicht bloß von rein veganen herstellern ein, oder? ich seh da keinen grund wieso man ausgerechnet bei sojamilch so streng sein sollte.

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