Freitag, 1. Februar 2013

vegane Schokolade? zu aufwändig, zu teuer, zu wenig Nachfrage

Schreibt zumindest Rittersport im firmeneigenen Blog. Der Hintergrund: Rittersport hatte mal groß getönt, an der Entwicklung einer veganen Schokolade zu arbeiten und entsprechend viel Veganes Echo hervorgerufen. Vorgestern die Absage: Nö, is nüscht. Vegane Schokolade sei für Rittersport unattraktiv.

RITTER SPORT müsste aufgrund der geringen Mengen viel höhere Rohstoffpreise für eine vegane Sorte zahlen und extra eine eigene Anlage (Halle, Maschinen, etc.) für vegane Sorten bauen. Denn auf den bestehenden Anlagen werden immer verschiedene Sorten produziert und wir können selbst nach sorgfältiger Reinigung dieser nicht dafür garantieren, dass nicht unbeabsichtigt Spuren von Laktose und anderen Milchbestandteilen in die nachfolgend produzierten Schokoladen gelangen. Doch solange wir das nicht ausschließen können, würden wir auch nie „vegan“ auf eine Sorte schreiben. 
Die Herstellung einer garantiert veganen Schokolade würde also immense Kosten verursachen, die wir auf den Preis der einzelnen Tafeln umlegen müssten. Dieser würde dann so hoch sein, dass nur sehr wenige diese Sorten kaufen würde. Zusammen mit der an sich schon recht geringen Nachfrage und dem geschmacklichen Anspruch, hat sich RITTER SPORT also dazu entschieden, in absehbarer Zeit keine vegane Schokolade zu produzieren. 

Da waren wohl die Ansprüche zu hoch. Ich persönlich hätte keine bio-fair-trade-ohne-Palmöl-in-Ökopapier-eingewickelte Edel-Schokolade, frei von jeder möglichen Spur von Tierprodukt gebraucht. Es gibt ja schon die „fast“ veganen Sorten Marzipan, Halbbitter und Edel-Bitter. Da hätte man doch einfach ne weitere Schokolade in dem Stil auf den Markt werfen können. Die Sorten Pfefferminz und Dunkle Vollnuss waren mal ne Zeitlang ohne Butterfett, was sich vor wenigen Jahren erst bei Pfefferminz änderte. Zwischenzeitlich wurde Dunkle Vollnuss mal abwechselnd mit Schelllack und Butterfett hergestellt.
Da es sich dabei quasi um Zartbitter-Sorten handelt und die drei genannten Sorten ebenfalls ohne unvegane Zutaten auskommen, wäre es doch ein einfaches, ein paar neue Sorten in dem Stil zu verwenden. Oder bei Pfefferminz und Dunkle Vollnuss das blöde Buttereinfett rauszuschmeißen. Ich glaube nicht dass irgendein Schokoladenesser reinbeißen würde und sich wundern dass die Schoki auf einmal ganz anders schmeckt. Da gings wohl eher drum, dass Buttereinfett um 0,0001cent billiger ist als das was man sonst verwendet. Schad drum. Hätte man auch super mit dem Aufdruck "laktosefrei" bewerben können, das ist ja grad voll in.

Vielleicht orientiert sich Rittersport ja in nächster Zeit eher in Richtung Wurstschokolade:



 



Kommentare:

  1. Die Bilder sind geil xDDD

    Aber echt schade das Ganze! Ich bin ganz deiner Meinung - eine Sorte, ähnlich wie die Marzipan oder die Edelbitter hätte voll genügt. Schade, das die sich so rausreden....

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  2. Mensch, die sind ja noch pingeliger als manche Veganer. Spuren von ... stören mich nicht! Für mich ist das sogar so etwas wie ein inoffizielles Vegan-Label ;)

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  3. Spuren sind oft genug viel zu groß und dem geneigten Veganer kommt schnell in den Sinn, dass er bei solchen Produkten ein Unternehmen unterstützt, das Tierprodukte herstellt, was er (weil es Alternativen gibt) nicht tun möchte.


    Ritter Sport könnten auch einfach alles vegan und fair anbieten, Mittel sind da und wenn man nicht fett VEGAN draufschreibt, ist der Pöbel auch nicht verschreckt.

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    1. (Inwieweit) meinst du das eigentlich ernst? :D

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    2. "Spuren sind oft genug viel zu groß [...]" Spuren heißt für mich, dass es im Rezept nicht vorgesehen ist. Wenn wir Produkte vermeiden wollen, die direkt oder indirekt Unternehmen unterstützen, die Tierprodukte herstellen, dann müssen wir uns schon mal mit dem Thema Lichtnahrung beschäftigen ;) Prinzipiell gebe ich dir aber natürlich recht!

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    3. Ich meine das inhaltlich komplett ernst :D

      Gerade im Fall Ritter Sport sind das erhebliche "Spuren", darauf bezog ich mich eigentlich.
      Dazu kommt der konventionelle Kakao, die inkonsequente Verwendung von Biozutaten...man merkt halt, dass hier Nachhaltigkeit und Co. nicht zur Unternehmensphilosophie gehören.

      Früher war ich froh, wenn ich überhaupt pflanzliche Produkte gefunden habe, da sind mir Spuren relativ egal gewesen ^^ Aber man entwickelt sich eben auch und wächst in die Schuhe, die man sich ausgesucht hat. Heute kaufe ich keine Fertigprodukte mehr, aus Genuss und Überzeugung, damit umgehe ich die meisten Probleme, aber ich sehe natürlich neue alte Konflikte beispielsweise mit dem Bauern, der neben dem Gemüse auch Eier verkauft...ich denke wir verstehen uns, Lichtnahrung :P

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    4. Ich denke auch wir verstehen uns :) Ich benutze z.B. ein Deo mit Vegan-Label (Naturkosmetik) und letztens habe ich gelesen, der Hersteller ist so klein, dass er auf anderen Anlagen produzieren lässt. Die gehören natürlich jemandem, der noch Tierversuche durchführt. Das ist total verrückt! Und nun??? Wie gehen wir damit um? Warum hat uns die Natur nur mit so einem großen Gehirn ausgestattet?

      Ritter Sport ist wenigstens ehrlich. Das nützt uns zwar auch nichts, aber ich finde das trotzdem irgendwie gut: Der gewichtigere Grund – und da wollen wir ehrlich sein – keine garantiert vegane Schokolade auf den Markt zu bringen, ist aber ein wirtschaftlicher [...].

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  4. Bei den Bildern kriegt man doch gleich Hunger :D
    Am Ende kommen dann die Uternehmen immer mit der "Spuren von..."-Ausrede. Im Ernst, wie viele Veganer meiden Lebensmittel, in denen Spuren von irgendetwas unveganem enthalten sein könnten? Sehr schade :-/

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  5. Och man, wie ätzend. Wäre auch zu schön gewesen. *hmpf*
    Aber schick ihnen doch mal die Bilder... ;)

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  6. Die Fleischedition von Rittersport ist genial ! Sollten auch Seitan-Wurst oder Räuchertofu ins Sortiment aufnehmen :)

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  7. Wenn Veganer nur essen würden, was GARANTIERT nichts enthält, würden wir wohl verhungern. "Kann Spuren von [...] enthalten" steht ja quasi überall drauf. Daher hätte ich mich auch gefreut, wenn sie einfach mal irgendwo das unnötige Butterreinfett rausgenommen hätten. Aber sei's drum...

    Interessant, was der Kopf so alles anstellt, die Fleischcover erzeugen bei mir wirklich grad Ekel. Auch wenn es schon sehr kreativ ausgearbeitet ist ;)))

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  8. Ein bisschen musste ich an einige Zotter Sorten denken *g* (die mit Schweinegrammeln, oder die mit Fischgelee *schauder*).
    Dafür sind die "veganen" Varianten umso leckerer.
    Ich finde es schon wichtig, dass ein Betrieb sich nach Kundenwünschen orientiert. Wenn er dabei auch noch ethisch korrekter handelt als manch anderer, ist das für mich ein Pluspunkt.
    Ohne Hersteller, die sich denken "Ach, das probieren wir jetzt einfach mal aus.", weil unsere Nachfrage da ist, gäbe es keine Produkte.
    Vielleicht ist die Produktion von veganen Waren für diese dann ein Schubs in die richtige Richtung. Nur fehlt einigen dafür leider das Gesäß inner Hose.

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  9. Sie geben das Butterfett wegen des Flussverhaltens der Schokolade hinein. Das tun auch die meisten anderen schwarzen Vollnuss-Hersteller, ich habe mich mal durchs Regal gewuselt und letztendlich gab es keine schwarze Nuss ohne Butterfett.
    Aber komisch, dass es bei Marzipan auch ohne funktioniert. Gerade die ist ja so bruchanfällig.

    ich habe bei der nusssuche eine espresso- und eine orangenschokolade gefunden von der konkurrenz und kaufe nun die!

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    1. weiß zwar nicht ob das noch jemand liest aber von "Rapunzel" gibts ne vegane Zartbitter mit ganzen Haselnüssen.

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