Samstag, 23. Februar 2013

Ernährungsstudie "Iss was, Deutschland?"

Eine große Krankenkasse hat im Januar 2013 bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Erwachsene in Deutschland zu ihrem Ernährungsverhalten befragt und die Ergebnisse in einer 38-seitigen Studie veröffentlicht.
Die interessantesten Punkte:

Essen ist nur jedem Zweiten wichtig – junge Erwachsene, Männer und Geringverdiener achten am wenigsten auf die Gesundheit
Beim starken Geschlecht steht das Motto "Hauptsache lecker!" klar im Vordergrund. Jeder zweite Mann aber nur jede dritte Frau sagt dies von sich. Besonders wenig achten die jungen Erwachsenen unter 25 Jahren darauf, ob ihr Essen gesund ist. Das Motto "Hauptsache gesund!" gilt nicht einmal für jeden vierten von ihnen. Und nur jeder zehnte unter 25-Jährige gibt an, dass er sich konsequent gesund ernährt – von den Senioren sagen dies immerhin vier von zehn. Auch Einkommen und Bildungsstand haben einen Einfluss darauf, wie gesund man isst: Je höher Schulbildung und Einkommen, desto gesünder ist, was auf den Tisch kommt.
Darauf, was wer von sich sagt, kann man allerdings nicht immer was geben. Wenn ich im Restaurant gucke was die älteren Leute am Nebentisch bestellt haben, dann seh ich da meistens sowas wie Zigeunerschnitzel und Pommes. Und wenn die meisten jüngeren angeben, dass sie sich nicht "konsequent gesund" ernähren, ist das nur ehrlich - NIEMAND ernährt sich konsequent gesund. Und das ist auch gut so, essen soll schließlich auch Spaß machen.

Fleisch für viele unverzichtbar
Je geringer der Bildungsstand und das Einkommen, desto mehr Wurst kommt aufs Brot. Im Schnitt isst die Hälfte der Bevölkerung jeden Tag Wurst oder Fleisch. Vor allem in Haushalten mit einem Monatseinkommen von maximal 1.500 Euro gehört das tägliche Stück Fleisch zum Essen dazu. Und es sind vor allem die Jüngeren und die Männer, die regelmäßig Nachschub von der Wursttheke verlangen.
Das ist nicht wirklich was neues. Mich irritiert ja die Formulierung "...isst die Hälfte der Bevölkerung jeden Tag Wurst oder Fleisch" - ist Wurst kein Fleisch?

Frauen sind die größeren Frustesser
Eigentlich sind Frauen vernünftiger, was ihre Ernährung angeht. Sind sie aber mal so richtig schlecht drauf, ist ihnen auf einen Schlag alles egal. Frauen, das zeigt die Umfrage, sind die größeren Frustesser. 40 Prozent hauen bei schlechter Laune richtig rein. Bei den Männern tun das nur halb so viele.
Mein Ex-Therapeut hat mal gesagt Frauen essen, Männer trinken. Je nachdem wie man sozialisiert ist flüchtet man sich in die eine oder die andere "Droge".

Kochen ist nach wie vor Frauensache
In Deutschlands Küchen sind es die Frauen, die fürs Essen zuständig sind: 80 Prozent von ihnen stehen zu Hause am Herd, bei den Männern sind es bescheidene 35 Prozent.
Verdammt, die Frauen essen weniger Fleisch und stehen häufiger am Herd, trotzdem kriegen sie es nicht hin, dann auch was fleischloses auf den Tisch zu stellen? Es werden ja nicht nur die Single-Männer sein, die viel Fleisch essen.

Ansonsten essen die Deutschen viel Fastfood, kochen ungern selber, nehmen sich keine Zeit zum essen, und daddeln dabei mit dem Smartphone rum. Bloß in Pferdelasagne möchte halt niemand rumstochern.

Kommentare:

  1. Hach... da erzählen die mir ja was völlig Neues. NICHT. Zeit, dass sich was ändert. Darüber poste ich aber demnächst mal was :)

    AntwortenLöschen
  2. Oh ja, 1.000 Einwohner sind auch wahnsinnig repräsentativ :D Das ist in etwas so, als hätte man alle an meinem alten Gymnasium befrat und dann gesagt: die Deutschen tun/mögen/wollen xy.

    Dennoch sind die Ergebnisse nicht wirklich bahnbrechend, alles nichts Neues. Und ändern tut auch keiner was, weil die Fleischlobby viel zu start ist.

    Lg Federchen

    AntwortenLöschen
  3. Wie bitte kommst du darauf, dass sich NIEMAND konsequent gesund ernähren würde? Fällts dir als Veganer ernsthaft so schwer zu glauben, dass Menschen eine Überzeugung haben können, die sie konsequent durchziehen? Warum sollte es schwerer sein auf Zucker, Konserven und Fast Food zu verzichten als auf Steak und Käse? Nur weil DU es nicht schaffst?

    Und Frage Nummer zwei: Warum gehst du davon aus, dass gesunde Nahrung nicht Spaß machen und schmecken kann? Mir schmeckt mein gesundes Essen besser denn je und Kochen hat mir noch nie soviel Spaß gemacht. Dann probier es doch mal aus bevor du mit solchen Vorurteilen kommst?

    Manchmal kann ich echt nur den Kopf schütteln über deine Überheblichkeit...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich würde sagen, liebe Eve, du liest dir den Post noch mal durch, bevor du hier anfängt andere Leute anzupöbeln!
      Man kann sich nicht konsequent gesund ernähren, weil gar nicht zu 100% geklärt ist, was überhaupt gesund ist. Welche Mengen von welchen Nahrungsinhaltsstoffen gesund sind, welche es nicht sind, wo die Grenzen liegen ... Ich verstehe nicht ganz, warum du das plötzlich auf die rein vegane Ernährung beziehst. Was ist denn an Konserven genau ungesund? Und an Zucker? Schon mal davon gehört, dass das Gehirn und die Erythrozyten auf Zucker (Glucose) angewiesen sind? Wo liegt die Grenze zwischen gesundem und ungesundem Zuckerkonsum? Vielleicht möchtest du uns ja aufklären?

      Und wo genau hat Mausflaus denn geschrieben, dass gesunde Ernährung PER SE keinen Spaß macht? Es geht darum, dass Ernährung auch für den psyischen Apekt aufkommt und wenn man z. B. mal ein Stück Kuchen mit Zucker (ohhhhh, böse böse) isst, dann ist das nicht im klassischen, dogmatischen Sinne gesund, aber es tut einem in dem Moment gut und bringt einen nicht um.

      Nun die Frage an dich: warum bist du so aggressiv? Was ist dein Problem? Und bevor du antwortst, lies bitte alles noch mal genau (!) durch. Denn wie war das noch mal mit den Vorurteilen und der Überheblichkeit?

      Federchen

      Löschen
    2. * psychisch meinte ich

      Löschen
    3. mit "konsequent" meine ich wirklich konsequent. also gar kein weißmehl, keine fertigprodukte, kein zucker. und ich kenne niemanden, der nicht ab und zu mal schokolade, chips, nen sojapudding oder ein normales brötchen isst.
      klar kann gesunde ernährung spaß machen, ich ess viele gesunde sachen auch gerne. was ich meine, isst, dass man nicht immer als erstes daran denken sollte, ob etwas gesund ist, sondern sich die freiheit gönnt, einfach zu essen worauf man lust hat.

      Löschen
  4. @Federchen
    Ich gehe darauf jetzt bewusst nicht näher ein, keine Lust dass sich das unnötig hochschaukelt.

    @Mausflaus
    Ich esse nichts der genannten Dinge, gar nicht. Selbst die letzten gekauften Nudeln sind vier Jahre her. Und ich erwart das ja auch gar nicht von Anderen (hab selbst niemanden mit ähnlicher Ernährung im direkten Umfeld), jeder hat einfach seine eigenen Prioritäten. Aber stell dir vor ich würde in einem Blog (den du regelmäßig lesen würdest) schreiben, dass sich NIEMAND konsequent vegan ernähren würde, schließlich soll Essen ja auch schmecken. Würdest du dich nicht aufplustern? ;)

    AntwortenLöschen
  5. nö, würde ich nicht.

    wenn das bei dir tatsächlich so perfekt ist, bist du nahe dran an der orthorexie. kann sein dass du zufällig gesunde sachen sehr gerne magst (wobei gesund auch immer eine frage der definition ist, viele glauben ja, dass agavendicksaft und mandelmus gesund wären), aber das heißt noch nicht unbedingt, dass deine ernährung insgesamt perfekt gesund ist. wer jeden tag bloß bananen und äpfel ist, hat trotzdem ne mangelernährung, auch wenn beide sachen für sich genommen sehr gesund sind. das jetzt mal als übertriebenes beispiel.

    AntwortenLöschen
  6. Orthorexie?? Welche Vorurteile gegenüber gesunder Ernährung kommen als nächstes, dass es nicht leistbar wäre vielleicht? Ich bin sicher, ich beschäftige mich gedanklich im Alltag _weitaus_ weniger mit meinem Essen als der durchschnittliche Veganer. Es ist denkbar einfach, Getreide statt Weißmehl zu kaufen, frische Tomaten vom Markt statt Dosentomaten aus dem Supermarkt zu nehmen. Auch sind meine Freunde aus dem Alter raus, wo man sich noch beim McDonalds getroffen hat, stattdessen kochen wir gelegentlich gemeinsam (und denen schmecken frische Zutaten durchaus auch besser und es färbt auch merklich auf sie ab). Es gibt in meinem Alltag schlichtweg keine Notwendigkeit Konserven, Convenience Food oder Fast Food zu konsumieren.

    Warum ich ständig den Veganismus erwähne? Weil ich mir von einer Ernährungsrandgruppe eigentlich mehr Toleranz gegenüber anderen sich abweichend vom Mainstream Ernährenden erwartet hätte. Einerseits beschweren sich Veganer darüber, sich ständig dumme Klischees und Vorurteile anhören zu müssen (z.B. Eiweißmangel), machens dann aber selbst nicht anders. Da muss dann jede andere konsequente Ernährung direkt krankhaft sein...

    AntwortenLöschen
  7. witzig dass du gerade tomaten ansprichst - da gibt es nämlich untersuchungen, die besagen, dass dosentomaten sogar gesünder sind, weil da das lycopin im gegensatz zu frischen tomaten aufgeschlossen ist, und für den körper besser verwertbar ist.

    wo bin ich denn jetzt intolerant? ich toleriere deine ernährung ja. es soll sich jeder so ernähren wie er sich wohlfühlt. ich finde andere ernährungen (wobei du dich doch vegan ernährst, also es ist noch nicht mal ne "andere" ernährung) auch nicht krankhaft.

    AntwortenLöschen
  8. Der Lycopingehalt entsteht nicht durch die Konservierung, sondern hängt lediglich vom Reifegrad der Tomaten ab, da schneiden Importtomaten aus dem Supermarkt zwangsläufig schlechter ab. Besser verfügbar ists durch Erhitzen und das kannst du mit frischen Tomaten genauso, nur dass die noch etliche andere Inhaltsstoffe besitzt. Dass die Konserve gesünder wär, ist also (medienwirksamer) Humbug.

    Intolerant, weil du konsequent gesunde Ernährung gleich mit Orthorexie verbindest. Wenn man die Inhaltsstoffe jedes Nahrungsmittels auf Gelatine & Co durchsucht und selbst geringe Spuren kategorisch ablehnt, ist das völlig normal, wenn man stattdessen gleich nur frische Zutaten nimmt, ists schon fast krankhaft? Nur mal aus Neugier, wie denkst du dann über die gesamte Rohkostszene?

    Ich selbst bin im Übrigen keineswegs vegan, gestalte meinen Konsum an Tierprodukten aber bedacht, also nicht zuletzt auch mengenmäßig stark reduziert, und da damit automatisch die meisten meiner Mahlzeiten vegan ausfallen, treib ich mich mitunter gern auf entsprechenden Blogs rum. ;)

    AntwortenLöschen
  9. " Der Lycopinanteil in reifen Tomaten beträgt 3,9 – 5,6 mg pro 100 g. Wesentlich mehr Lycopin enthalten Dosentomaten mit 10 mg pro 100 g da sie meist in sehr reifen Zustand geerntet werden. Spitzenwerte im Lycopingehalt erreicht konzentriertes Tomatenmark mit 62 mg pro 100 g. Beim Kochen wird das Lycopin nicht zerstört sondern es ist danach durch das Aufplatzen der Zellstrukturen beim Kochen für den menschlichen Körper noch leichter aufzunehmen. "
    http://www.verbraucherservice-bayern.de/glossar/detail/ansicht/Lycopin/

    intoleranz heißt dass man etwas aktiv bekämpft, das tue ich nicht. ich toleriere andere ernährungsformen nicht nur, ich akzeptiere sie sogar, sofern tierleidfrei (oder zumindest -arm). wieso sollte ich auch was dagegen haben? mich stört lediglich wenn falsche informationen verbreitet werden, oder lobeshymnen auf ernährung geschwungen werden die nicht zutreffen. gerade bei rohkost ist das leider relativ häufig, da wird behauptet, das sei das einzig wahre und gesunde, kochkost würde krankmachen und überhaupt wären rohköstler alle schöner, fitter und man könne sogar krebs damit heilen.
    kann aber sein, dass das internet das etwas verzerrt, weil die größten spinner halt am lautesten schreien. an sich ist es vollkommen okay, wenn jmd gerne roh isst und das auch für gesund hält. ich mags nur nicht, wenn alles andere verteufelt wird.
    ich finds auch total okay, wenn jmd sich vornimmt, nur frische zutaten zu verwenden. ich finde es nur bedenklich, wenn man ZU konsequent und pedantisch ist, sodass man sich ausgrenzt und angst vor anderem essen, als dem was man sich erlaubt hat, bekommt bzw. sich furchtbar schlecht fühlt wenn man mal was anderes isst.

    AntwortenLöschen
  10. Eben, dein Zitat wiederholt doch nur was ich gesagt habe, dass der Lycopinanteil nicht durch die Konserve zustande kommt. Dass _konzentriertes_ Tomatenmark höhere Werte hat, erklärt sich eigentlich von selbst: Wenn man den Wasseranteil reduziert, steigen automatisch sämtliche Prozentangaben der Inhaltsstoffe. Durch sowas kam das Märchen zustande, Spinat wäre besonders eisenreich. ;)

    Also ist es für dich auch keine Intoleranz, wenn man beispielsweise abfällig über Homosexuelle redet, schließlich bekämpft man sie ja nicht aktiv? Schöne Definition von Toleranz... :D

    Ich finds amüsant, wenn du als Veganer von "zu konsequent und pedantisch", "sich ausgrenzen" und "Angst vor anderem Essen" redest. Sowas trifft wohl nur auf andere zu, oder? Auf Veganer ganz bestimmt nicht...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. trockenspinat ist auch besonders eisenreich. das märchen ist ja, dass behauptet wird, normaler spinat wäre es auch.
      der lycopinanteil kommt doch irgendwie durch die konserve zustande, weil es anders nicht möglich wäre, überreife tomaten ohne dass sie gammeln zu verkaufen. die dose zaubert da zwar kein lycopin rein, aber sie macht sie so haltbar, dass man lycopinreiche tomaten noch essen kann. insofern stimmt die aussage, dosentomaten wären gesünder.

      ich red doch auch nicht abfällig über andere ernährungsformen. solange sie halt vernünftig sind. rohkost oder "gesunde ernährung" kann vernünftig sein, wenn man es gut plant, und einigermaßen locker ist. ich fände auch eine vegane ernährung, wo dann danach geschaut wird, dass man nur von rein vegan produzierenden firmen kauft, bzw. guckt ob der verkäufer lederschuhe anhat, auch nicht mehr sinnvoll. irgendwo muss man die grenze ziehen. und bei "gesunder ernährung" sollte man die grenze vernünftigerweise da ziehen, dass man auch mal nicht nach funktionalität, sondern einfach isst weil man etwas lecker findet und appetit drauf hat. wenn das bei dir so ist, ist das ja schön. ich will nur nicht, dass die ernährungsform so zum gesetz wird, dass man sich selbst einem zwang aussetzt.

      Löschen
    2. "Überreif" werden auch Dosentomaten nicht geerntet und wenn man Tomaten regional und saisonal kauft, hat man mangels Transportwegen denselben Reifegrad, ganz anders als im Supermarkt. Dementsprechend wirst du auch nirgends Empfehlungen finden im Sommer trotzdem lieber Dosentomaten zu verwenden.

      Aber sei's drum, du machst an einem einzelnen Inhaltsstoff fest, dass eine pasteurisierte Konserve angeblich gesünder wäre als das Ausgangsprodukt. Übernimmst du solche Berichte wirklich unreflektiert, kommt dir das nicht selbst komisch vor?

      Und warum sollte eine Ernährung aus frischen Zutaten nicht lecker sein bzw. schmecken? Wie kommt man überhaupt auf diesen Gedanken, selbst im Fernsehen wird einem doch von _jedem_ Koch erzählt, wieviel besser "frisch" schmeckt, seien es frische Tomaten, frische Spaghetti oder überhaupt selbst zubereitete Gerichte statt Fertigzeug. Aber vielleicht muss man das auch ausblenden, wenn man Sprühsahne(imitat) und Tofufrikadellen per Post hochloben möchte.

      Löschen
    3. doch, dosentomaten werden "überreif" geerntet, weil es da nämlich egal ist ob sie matschig sind. und die empfehlung ist nicht auf den winter beschränkt.
      nein, das war nur ein beispiel. ich habe keine lust, einen umfassenden ernährungsratgeber herauszugeben. gibt noch einige andere sachen wo dose/tk gleich gut oder besser abschneidet, aber ehrlich gesagt hab ich auch nicht wirklich lust weiterzudiskutieren, zumal du jetzt auch noch persönlich wirst. geschmack ist nochmal ein anderer punkt, da muss jeder selbst entscheiden was er mag.

      Löschen
  11. Boah der Strohmann-facepalm-Nervfaktor wird jetzt größer als der Unterhaltungswert, sorry fürs Einmischen :-D

    Selbst wenn ich mich dauernd mit veganen Fertiggerichten vollstopfen würde (gibts so viele? ich find nicht) und nicht 2-3mal im Jahr sondern jede Woche beim Versand kaufen würde, wenigstens müsste ich nicht ausblenden, dass ich mit meinem Konsum nicht nur mir selbst schade, sondern gegen die grundlegendsten Interessen von Tieren verstoße.

    AntwortenLöschen