Dienstag, 18. September 2012

Bio-Talk

Am Sonntag war das Thema des Jauch-Talk "Der große Bioschwindel – Wie gut ist Öko wirklich?"
Ich finde Jauch eh eher platt, und die geladenen Gäste (u.a. Polemik-Pollmer, der Fleischessen immer verteidigt) haben mich auch vom Schauen der Sendung abgehalten. Eine gute Entscheidung, denn die Kritiken über die Sendungen sind nicht allzu gut. Beispielhaft das Fazit der Frankfurter Rundschau:
Die dümmlich- unterkomplexe Sendung thematisierte nicht das, worum es eigentlich geht: Beispielsweise blieb völlig außen vor, welche ökologischen Folgen der exzessive Fleischkonsum hat: 1000 Liter Wasser sind nötig, um ein Kilo Fleisch zu erzeugen.
Ist das nachhaltig und zukunftsorientiert in einer Welt mit immer mehr Menschen? Wohl kaum. Ein cleverer Einkaufszettel, mit mehr Obst und Gemüse, und weniger Fleisch ist in jedem Fall eine gute Idee. Doch das kam bei Jauch nur am Rande vor.

Wer sich die Sendung dennoch antun will, kann sie hier online gucken.


 PS: aktuell geistert mal wieder durch die Medien, bio wäre überhaupt nicht gesünder, dies solle eine aktuelle Studie besagen. Tut sie aber nicht. Nachzulesen hier.

Kommentare:

  1. Ich hab mir diese "Diskussion" durchgelesen. Eine Stunde Zeit - verschwendet.

    Im Prinzip wurde sehr viel geredet, doch nur wenig gesagt. Die einzig konkrete Aussage bekam man gegen Ende dazwischen gerufen. Nicht wirklich wahrgenommen wurde wenige Sekunden vor Schluss als Lösung ein "Esst weniger Fleisch!" in den Raum gesagt, ohne konkreten Bezug zu dem Ganzen.

    Die Entscheidung, das nicht zu schauen, kann ich im Nachhinein absolut unterstützen...

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  2. Ach diese Studien.... Mir kommt vor, damit will man die Konsumenten nur dahin lenken wo man sie grade haben will. Deswegen halt ich von studien nicht viel.
    Es gibt ja für ALLES -zig Für & Wider Studien, man kann sich da immer jeweils aussuchen was man glauben möchte.
    P.s: Hab die Sendung auch nicht gesehen, aber aus Zeitmangel, interessiert hätte es mich schon.
    LG, MamaMia

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  3. Ich schaue mir das auch nicht an. Habe schon genug Posts in den letzten Tagen zu "Bio ist ja doch nicht gesünder" gelesen, die nicht ganz ohne Schadenfreude kamen. Ich habe nur einen guten Text dazu gefunden, Zitat: Wir ruinieren mit unserem Gefresse von Schrottnahrung aus der Schrottproduktion, Gesundheit, Ressourcen und Zukunft minder privilegierter Menschen.

    Nachzulesen in der FR - Liebe Biogemüse-Studie!.

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    1. danke für den lesetipp, die mely kiyak ist mir eh ziemlich sympathisch, die schreibt sonst auch meistens gute kommentare.

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  4. Kurz vor Ende hab ich eingeschaltet, durch Zufall. Als ich gesehen hab, wie die Wiener zwar gut argumentierte, aber von Pollmer und Konsorten mit Vorwürfen wie "Sozialromantiker" etc. attackiert wurden, da war mir klar, die Sendung hätte mich einfach nur aufgeregt. Bin mal gespannt, ob irgend einer aus meinem Bekanntenkreis mich auf die Sendung anspricht... Denn dann bin auf einmal ich mal wieder die Wiener und mein Bekannter will der Pollmer sein...

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  5. Ach, was hab ich mich aufgeregt, da war so ein Typ von der SZ im Interview und hat nicht nur behauptet, Bio wäre auch nicht besser, sondern Obst und Gemüse seien generell nicht gesünder, es gäbe keine Beweise dafür, dass sie Krebs verhindern würden oder sonstwas. Man solle doch essen was man will, der Körper wisse schon was er braucht. Als wäre ein von McDoofs Designerfood-verkorksten Gaumen und Körper zu was anderem leiten als zu noch mehr McDoof-Futter. Mann, mann.

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  6. Das Fazit aus der Zeitung finde ich aber nicht sehr hilfreich. Das Thema der Sendung waren doch Bio-Lebensmittel und die Problematik des Fleischkonsums. Das sollte höchstens mal als Hinweis erwähnt werden, da das vielen Menschen immer noch nicht bewusst ist. Aber generell erwarte ich in einer Sendung zu diesem Thema Informationen über die Bio-Qualität, nicht über den Fleischkonsum.

    Ich persönlich bin nur ein gemäßigter Bio-Anhänger. Die Leute, die zum Beispiel beim Discounter Bio-Lebensmittel kaufen, egal, ob Gemüse, Obst oder Fleisch, machen sich doch meist selbst was vor, sind aber im festen Glauben, sie würden etwas Gutes tun. Dass das nicht der Fall ist, zeigt zum Beispiel die Doku vom ARD, die letztens gezeigt wurde (auf Youtube ganz leicht zu finden, wenn man die Worte "ard bio doku" angibt). Und dann habe ich noch ein anderes Problem mit Bio-Lebensmittel: In einer anderen Dokumentation (da habe ich allerdings gerade keine Quelle im Kopf, das ist schon ein Jahr her) ging es darum, dass die Lebensmittel von Bio-Bauern meistens mit Kupfer "gespritzt" werden. Da wurden eben auch einige Bio-Bauern gezeigt, die das offen zugegeben haben, weil sie sagen, es gibt da keine andere Möglichkeit. Das Problem ist, dass Kupfer eben allein schon für die Umwelt höcht schädlich ist.

    Auch wenn es so ankommen sollte: Ich bin nicht völlig gegen Bio-Lebensmittel und ich gehöre auch bestimmt nicht zu den Menschen, die um jeden Preis bemüht sind, Bio schlecht zu machen. Die Bestimmungen, wie Bio zu sein hat, müssten nur aus meiner Sicht sehr viel besser geregelt werden, weil man bisher viele Produkte auf dem Markt hat, die als Bio gekennzeichnet sind, aber nicht dem entsprechen, was die meisten Menschen darunter verstehen würden. Studien bringen einen meiner Meinung nach nicht sehr viel weiter. Zu jeder Studie findet man eine weitere, die das Gegenteil behauptet.

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  7. "Tut sie aber nicht. Nachzulesen hier." Und dann verlinkst du was auf der Domain "bio-markt.info" um das zu widerlegen? Klingt nicht nach einem auch nur ansatzweise neutrale Quelle.

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  8. Die metastudien zeigen eigentlich recht gut, dass bio nicht generell gesünder ist. Die Frage ist: sollte das so relevant sein, angesichts der tatsache, dass es positiv für die umwelt usw ist?

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    1. Wie ich in meinem Kommentar schon geschrieben hatte:
      Ist es wirklich positiv für die Umwelt? Wenn ich in Dokumentationen erfahre, dass Bio-Lebensmittel oft mit Kupfer behandelt werden, was höchstschädlich für die Umwelt ist, dann bezweifel ich das doch eher...
      Ansonsten sehe ich es auch so, dass, wenn es besser für die Umwelt ist, es doch gar nicht so wichtig ist, ob es auch besser für die Gesundheit ist (solang es nicht schlechter ist, was unwahrscheinlich ist, wenn es für die Umwelt gut ist...)

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  9. Ich habe mir die Sendung auch nicht angesehen, weil diese ganzen Talkshows ja doch immer ziemlich unreflektiert an das Thema herangehen. Allerdings habe ich einen Kommentar dazu in der Zeitung gelesen und bin über diese Zahl gestolpert: 1000 Liter Wasser erscheinen mir doch sehr "optimistisch" kalkuliert. Sind nicht sonst von 15.000 Liter Wasser bei Fleisch (habe aber auch 12.000 Liter oder 20.000 Liter gefunden) und bei Käse von 5.000 Liter je Kilo die Rede? Ich Frage mich, wo diese Zahl herkam. Sie erscheint mir sehr niedrig.

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