Montag, 30. Juli 2012

neue vegan-Blogs Nr.8 - Blogs vorstellen geht auch ohne Blogward

(Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6 und Teil 7 gab's bereits).
Im Moment kursiert ja mal wieder die Awarderitis in der veganen Bloggerszene. Die Motivation des "liebster Blog"-Awards, schöne Blogs mit unter 200 Lesern bekannt zu machen, ist ja ganz nett; aber ich habe letzte Woche ca. 20 Posts mit nix anderem als "Ohhhhh, ich habe einen Award bekommen, und gebe ihn diesen tollen Fünf" gelesen.
Und nein, ich sage das nicht, weil ich ihn nicht bekommen habe, was daran liegen könnte, dass ich schonmal erwähnt habe, dass ich diese Online-Kettenbriefe ablehne (oder daran, dass ich schon weit über 200 Leser habe, was btw. echt toll ist- DANKE!!!)

Ich komme meinem Bedürfnis, nette Blogs vorzustellen, also hiermit völlig anlasslos nach :-)

reine vegan-Blogs: 

http://achtsamkeiten.blogspot.de/
Alias "echt jetzt! mir reicht's! -- Tierleid wird nicht mehr unterstützt - ich ernähre mich vegan".
Die für einen Veganblog obligatorischen Rezepteposts dürfen zwar auch nicht fehlen (ich glaube meiner ist der einzige Blog, der ohne auskommt ^^), aber vorwiegend schreibt Sopherl in ihrem Blog ihre Gedanken zum Veganismus auf. Wo soll man anfangen, wo aufhören, was kann man überhaupt verändern?
Daneben hat Sopherl noch den Blog http://bodenstaendig.blogspot.de/ der irgendwie so ähnlich ist, aber nicht so vegan-lastig ist, glaube ich.

http://frauesveraendertdiewelt.blogspot.de/
Ich find die Einstellung schön, dass man mit allem was man tut, die Welt verändert. Immer ein klitzekleines bisschen ist, aber wie heißt's so schön: Kleinvieh macht auch Mist :-)

http://frydas-blog.blogspot.de/
Obwohl Fryda noch nicht lange vegan ist, hat sie schon fleißig gekocht, war auf der Veggie-Parade und traut sich in Restaurants. Besonders cool finde ich ja ihre Aktion, ihre unveganen Altlasten an ihre Leser zu verlosen (geht wohl nur wenn man genug Omni-Leser hat ^^).

http://www.der-scheideveg.blogspot.de/
Der Umsteiger auf Abvegan (@PD das wär was fürs Veggie-Vörterbuch, oder?) ist der frischvegane Freund von Tempus Fugit vom Seid Sand, nicht Öl im Getriebe-Blog. Ihr dürfte selbst entscheiden, ob ihr ihren oder seinen Blog besser findet ;-) Seine Mitgliederzahl ist noch echt mickrig, was sich hoffentlich bald ändert!

http://mucveg.blogspot.de/
"Mucveg" steht für "MUniCh VEGetarian" - Dies ist ein persönlicher Foodblog über vegetarisch/vegane Rezepte und Restaurants v.a. in München.
Im Moment noch Vegetarier, aber ab 1.August soll es eine vegane Woche geben; und da die Schreiberin schon 15 Jahre Vegetarierin, augenscheinlich eine gute Köchin ist und ihr Leben gut im Griff hat, bin ich da gaaaanz guter Hoffnung, dass sie kleben bleibt ;-)

http://fruchthamster.blogspot.de/
Fruchthamster bloggt schon ziemlich lange über ihr persönliches veganes Leben, ich versteh gar nicht, wieso ich diesen tollen Blog jetzt erst gefunden habe. Gerade Blogs, die sich mit Veganismus UND Essstörungen auseinandersetzen, interessieren mich brennend. Im Moment ist Hauptthema die Gewichtszunahme nach Absetzen der Pille und der Kampf dagegen.

http://greensoul.de/
Vegan und öko. Auch eine Spätentdeckung meinerseits, aber wenn ich ihn nicht kannte, dann vielleicht auch ein paar von euch noch nicht ;-)

http://veganine.blogspot.de/
22, Studentin, vegan. Passt perfekt ins Veganer-Klischee und in meine Blogroll ;-)

http://vegetarischvegan.blogspot.de/
Entgegen dem Titel scheint mir alles sogar vegan zu sein. Wenn man die Posts durchklickt, könnte man  meinen, die Schreiberin beschäftigt sich nur mit essen und lesen ^^
http://veggietoria.wordpress.com/
"Veggietoria" ist der fiktive Ort in Österreich, an dem dieser vegane Lifestyleblog verfasst wird um all die Themen, die Miss Vivi beschäftigen, in die große weite Welt zu posten.

Blogs mit vegan/vegetarisch-Content:

http://puustekuchen.bplaced.net/wordpress/
Ich dachte ja schon die Wortkreation "Mausflaus" wär an Albernheit nicht zu toppen, aber "Pustekuchen" übertrumpft das wohl noch ^^  Es gibt Kinkerlitzchen, Firlefanz, Shopping, Wohn- und Kochkunst uuuuund: Katzenbilder!!!

http://19sarah85.blogspot.de/
Sarahs kleines Universum. Vegan, mit Hund, in Ausbildung.

http://soonthinly.blogspot.de/
Der Titel hört sich nach Pro-Ana an, ist aber der Blog einer Vegetarierin, die die Magersucht besiegt hat. Ich lese sonst keine Blogs, die sich primär mit Essstörungen beschäftigen, weil das meist weibliche Teenies sind, deren Posts sich in "Oh, ich habe heute soooo viel gefressen, ich fühle mich soooo schlecht!!!" erschöpfen. Bei Soonthinly gehts um einiges reflektierter und reifer zu.

http://www.cora-artofink.blogspot.de/
Lindas Schwesterlein (die Autorin von Vegan Comics) Cora ist seit neustem Vegetarierin. Auf ihrem Blog zeigt sie nicht nur ihre Illustrationen, sondern schreibt/malt auch über ihren Hund, ihren Weg zum fleischlosen Leben und den Alltag.

Mittwoch, 25. Juli 2012

TV-Tipp: Mo, 30.Juli, 22:00, die verschobene Doku "Die Milchlüge" auf NDR

45 Min - Die Milch-Lüge: Dokumentation
Montag, 30. Juli 2012, 22:00 bis 22:45 Uhr [VPS 22:00]

Die Doku sollte eigentlich schon vor einigen Monaten ausgestrahlt werden, was über die vegane Bloggerszene natürlich begeistert verbreitet wurde. Dann hat der NDR den Sendetermin ausfallen lassen, was in der "Szene" eine ziemliche Aufregung und Verschwörtungstheorien, dass die Milchlobby die Finger mit im Spiel hatte, hervorgerufen hat.
Ich kann nicht erkennen, dass irgendwas am Inhalt geändert wurde, insofern darf man sich wohl einfach freuen, dass die Sendung ausgestrahlt wird :-)

Dienstag, 24. Juli 2012

PETA Street Style Contest 2012

PETA ruft auf zum Street Style Contest 2012: Veganen Sommer-Look fotografieren, Style beschreiben und Bild an PETA schicken. Die Gewinner werden per Abstimmung bestimmt.
PETA will mit diesem interaktiven Wettbewerb allen Menschen den tierlieben Mode- und Lifestyle näherbringen. Mit Bekleidung ohne Pelz, Leder und Wolle rettest Du Tierleben und verhinderst unsägliches Leid weltweit. Jede(r) TeilnehmerIn kann anderen Leuten zeigen, wie einfach man sich vegan und modisch kleiden kann – denn Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie tragen!
PETA hat das früher jeden Monate gemacht, aber wahrscheinlich hat die Aktion so an Aufmerksamkeit verloren, dass es sich monatlich nicht mehr gelohnt hat und nur noch die besten Kumpels der Kandidaten abgestimmt haben.Die Preise beim Contest find ich ehrlich gesagt bisi mickrig
1. Platz: Hauptpreis ist je ein Gutschein von bleed im Wert von 150€, purple leaves 50€, Dear Goods 30€, avesu 25€ und ein Pflegeset von i+m Naturkosmetik und Bulldog
2. und 3. Platz: Je ein Gutschein von purple leaves 50€, Dear Goods 30€, avesu 25€ und ein Pflegeset von i+m Naturkosmetik und Bulldog
4. und 5. Platz: Je ein Gutschein von avesu 25€ und ein Pflegeset von i+m Naturkosmetik
Aber an sich ne nette Idee, die Outftis fand ich bisher aber eigentlich relativ unoriginell und die Statements auch. Ich glaube es wurden auch mehr die Leute und weniger die Outftis bewertet bzw. es wird wahrscheinlich der gewinnen, der die meisten Facebook-Freunde hat, und nicht unbedingt der mit dem besten Style.Bis 7.August muss man sich bewerben, ab 8.August laufen die Votings auf der Facebook-Seite von PETA. Genaue Teilnahmebedingungen findet ihr hier

Mittwoch, 18. Juli 2012

TV-Tipp: HEUTE, 18.Juli, 20:15 auf SWR: "Schmeiß weg, kauf neu!"

Schmeiß weg, kauf neu! - Warum nicht mehr repariert wird
Sendung am Mittwoch, 18.7. | 20.15 Uhr | SWR Fernsehen
Fast jeder kennt das: Gerade ist die Garantie abgelaufen, da muss das Auto schon in die Werkstatt. Die Spülmaschine ist kaputt, aber eine Reparatur lohnt sich nicht, weil die Ersatzteile zu teuer sind. Und der defekte Drucker landet gleich auf dem Müll, weil eine Instandsetzung vom Hersteller nicht mal vorgesehen ist. Alles nur Zufall?

Hat zwar nichts speziell mit Veganismus zu tun, aber ich bin ja nicht nur Veganer, sondern auch Öko ^^ Ich ärgere mich gerade, dass mein Handy, was ich mir erst vor einem halben Jahr neu gekauft habe, schon einen Streifen im Display hat. Meine Kopfhörer, die ich seit 2 Monaten habe, gehen nur noch auf einem Ohr und meine letzte Tastatur wurde nach einem halben Jahr einfach nicht mehr vom PC erkannt.

Dienstag, 17. Juli 2012

Offener Brief contra Dicken-Bashing

Ich bin gebeten worden, diesen Brief zu veröffentlichen, genauso wie Saskia. Ich finde das Thema wichtig, und möchte der Person, die anonym bleiben möchte, die Gelegenheit geben, sich öffentlich zu äußern. Ich weiß wie sich Dicken-Bashing anfühlt; ich habe früher oft selbst darunter gelitten, was u.a. zu meiner Essstörung geführt hat. Das schlimme an dem Thema ist, dass es sehr vorurteilsbehaftet ist und Dicken-Bashing gesellschaftlich akzeptiert ist - Die sind ja selbst schuld. Oder es kommen gut gemeinte Abnehm-Ratschläge. Es gibt kein allgemeingültiges Rezept, aber etwas mehr Sensibilität bei diesem Thema wäre wünschenswert, wie der Brief zeigt:

Offener Brief - Contra Dicken-Bashing



Lieber R.!

Die letzten Tage haben mich sehr bewegt. Konkret geht es um verschiedene auf Facebook veröffentlichte Vorher-Nachher-Fotos, wie man sie aus der Werbung von Diätpillen kennt, nur wurde hier vegane Ernährung als Schlankheitsmittel propagiert.

Waren Veganismus und Tierrechte bis vor einigen Jahren noch überwiegend im linken, alternativen, herrschafts- und gesellschaftskritischen Millieu angesiedelt, greift der "Life-Style-Schickimicki" Veganismus immer weiter um sich. Vertreten durch die hippe, trendige Fraktion der "Ach-was-bin-ich-so-toll-und-kritisch-und-ethisch-korrekt" Veganer. 

Zunächst:Ich bin dick! D I C K. Und ich bin vegan. Doch können Veganer dick sein? Schließt sich das nicht per se aus? Ich sah am Wochenende Fotos, die mir genau das weismachen wollten. 

Auf dem ersten war eine Frau, etwas pummelig, ich würde sie keinesfalls als dick bezeichnen. Von krankhaftem oder krankmachenden Übergewicht weit entfernt. Es gab viele Kommentare voller Lob und Anerkennung, aber auch Kritik, die Frau sei zu dünn, Kritik, dass dünn immer mit schön gleichgesetzt wird. Dann kam das Argument, "schlank ist gesund". Wie gesagt, die Frau war etwas mollig, weit davon entfernt, dass ihr Übergewicht als gesundheitsgefährdend einzuordnen wäre. Aber der gesundheitliche Aspekt war ohnehin unwichtig. Die positiven Kommentare bezogen sich einzig auf die Optik.

Dies war aber noch nicht genug. Als nächstes sah ich ein Foto mit zwei Frauen, die eine extrem fettleibig, im Bikini, ich schätze sie auf um die 200 Kilogramm, daneben eine sehr schlanke Frau. Über der dicken Frau stand "Ich esse Butter", über der dünnen Frau stand "ich nicht".

R., Du hast kürzlich von Deinen Gedanken zu Deinem früheren Speziesismus, bezogen auf "Deine" Kater berrichtet. Aber völlig hemmungslos führst Du eine extrem adipöse Frau im knappen  Bikini vor, wie ein Tier im Zirkus oder Zoo. Da schaut. So sieht sie aus. Wie auf dem Viehmarkt. Wo ist da Dein Schamgefühl? Das Foto wurde ursprünglich nicht von Dir ins Netz gestellt. Schon klar. Du aber bedienst Dich dieses Fotos, in dem Du es mit hochgeistigen Kommentaren versehen weiter verbreitest. Du weißt ganz genau, dass die Frau, würde sie keine Butter oder statt Butter Margarine essen, kaum dünner wäre. Genauso wie die Dünne nicht dicker wäre, würde sie Butter essen. Also was soll das? Es geht Dir nur ums Vorführen eines Menschen. Auf Kosten anderer zu zeigen wie toll, wie schlank Du selbst bist. Du kennst mindestens fünf Veganer persönlich, die pummelig bis dick sind, das weiß ich. Du weißt also, dass Du Schwachsinn verbreitest. Weißt Du, wie diese Menschen sich fühlen, wenn sie sowas sehen und lesen? Ich fühle mich scheiße und als Mensch entwertet. Für mich bedeutet vegan sein auch weiter zu denken, gesellschaftliche  Normen und Strukturen in Frage stellen. Und nein, fange jetzt bitte nicht mit den gesundheitlichen Gefahren von Übergewicht an. Die interessieren doch nur am Rande, was zählt ist die Optik. Ungesund ist außerdem vieles. Rauchen, Zucker, Bewegungsmangel.

Was soll mit dicken Veganer passieren? Sollen sie von Infoständen und Aktionen ausgeschlossen werden? Denn wer dicke Veganer sieht, dem kann man das Lügenmärchen vom schlanken Körper durch vegane Ernährung nicht mehr auftischen. Übrigens gibt es Untersuchungen, dass Übergewicht in unteren sozialen Schichten weit stärker verbreitet ist, als im Bildungsbürgertum. Untersuchungen sagen ebenfalls, dass Veganer und Vegetarier eher letzterer Schicht entstammen. Liegt es nicht vielleicht daran, dass Veganer seltener übergewichtig und gesünder sind, als der Durchschnitt? Da hierzu Vergleichsstudien fehlen, können hier allenfalls Vermutungen angestellt werden.

Vielleicht beleidigen Dicke aber auch Dein ästhetisches Empfinden? Dicke passen irgendwie nicht in die schöne, neue, cleane, durchdesignte Lifestyle-Veganer-Welt. An dieser schönen, neuen Welt, dürfen nur Din-genormte, also schlanke Veganer teilhaben. Aber auch nur wenn sie die neuesten und schicksten veganen Lifestyle Klamotten tragen. Selbstverständlich Bio und Fairtrade. Schließlich achten wir Menschenrechte und die Umwelt. Menschenrechte gelten selbstverständlich nicht für Dicke. Wer Menschenrechte in Anspruch nehmen will, soll halt abnehmen. Ist doch ganz einfach. Wusstest Du, dass sogar das Lebensrecht von potentiell!!! Dicken in Frage gestellt wird?  Ob sie ihr Kind abtreiben würden, wenn es eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit hätte, dick zu werden, wurden junge amerikanische Paare gefragt. 75 Prozent antworteten mit ja.  (Steht hier) Joa, ich höre sie schon schreien, "nimm halt aber und jammere nicht". Ich habe alles versucht, es funktioniert einfach nicht, obwohl es zwei Drittel meines Lebens absolute Priorität hatte. Keine Diät, die ich nicht gemacht habe. Keine Ernährungsumstellung, die nicht nicht versucht habe. Und außerdem, warum soll ich mich irgendwessen Normen unterwerfen? Ich esse auch kein Normessen (Fleisch, Eier, Milchprodukte). Da grenze ich mich bewusst ab. Warum soll ich also das Schönheitsideal dieser Gesellschaft übernehmen? Ich versuche mich selbst anzunehmen, wie ich bin. Das fällt aber sehr schwer, vor allem, weil man immer wieder eins reingewürgt  bekommt. Dies war von Dir lieber R. vielleicht nicht böse gemeint. Vielleicht war es nur gedankenlos. Genauso wie andere gedankenlos Tiere essen. Es gibt viele Gründe für Übergewicht. Manche haben durch jahrelange Diäten einen kaputten Stoffwechsel, andere massive psychische Probleme. Meinst Du, jemand frisst sich 200 Kilo einfach so an? Meinst Du nicht, dass mehr dahinter steckt? Eine ernsthafte Essstörung, die gewiss ihre Ursachen hat? Würdest Du Menschen mit Behinderungen auch so vorführen? Ja, jetzt kommt "die können nichts dafür". Kann jemand was für eine Essstörung? Essstörungen sind psychische Krankheiten! Da kann man jemandem auch vorwerfen, dass er ein Psychose hat. Und kriegt man eine Essstörung einfach so los? Oder ist das nicht ein Prozess, der sich über viele Jahre hinzieht und viele Rückschläge beinhaltet?

Skuril übrigens all jene, die, wenn ich unglücklich bin, weil ich dick bin, mich zu dick fühle, auf mich einreden ich sei nicht dick, nur etwas mollig oder kurvig und mir erzählen, ich sei total hübsch und süß. In einer Singlebörse geben sie  beim gewünschten Figurtyp dann aber dünn und schlank an. (Du bist gemeint B.). 

Und R., hast Du Dich nicht kürzlich erst beklagt, wie viele Veganer verheimlichen, dass sie Veganer sind? Liegt vielleicht auch an den gängigen Vorstellungen vom dünnen Veganer, die bei Dicken oftmals zu dummen Bemerkungen führen. Falsche Vorstellungen an deren Verbreitung Du eifrig mitwirkst.

Ach ja, ich schreibe unter Pseudonym, weil ich mich schäme. Ich schäme mich nicht nur dick zu sein, ich schäme mich auch, weil ich mich für mein Dicksein schäme. Ich tue immer so, als wäre es mir egal. Es ist mir aber nicht egal. Ich würde mich am liebsten auflösen.

Wobei, mollig, dick, fett, ist alles relativ. Ich bin 163 cm groß und wiege 69 Kilo und bin recht sportlich. Radfahren und Jazztanz.

Ob das ein Grund ist, dringend abzunehmen oder ob das völlig in Ordnung ist, da werden die Meinungen auseinander gehen. Für die einen sind 69 Kilo bei dieser Größe eine Katastrophe. Z. b. eine Freundin, 179 cm groß, Gewicht schwankt zwischen 56 und 58 Kilo, Wunschgewicht ist 55 Kilo, die sie immer nur kurzfristig erreicht, aber nicht halten kann. Einmal wog sie 60 Kilo und heulte rum, sie würde aussehen wie ein Hängebauchschwein. Das hat gesessen. Ich fragte mich, wie ich wohl aussehen muss. Ich fühlte mich tagelang, als hätte ich die Ausmaße eines Elefanten.

Ich habe diesen offenen Brief verfasst, weil ich eine kritische Auseinandersetzung mit Schönheitsidealen, (die sich jederzeit ändern können, ich erinnere an Rubens), wichtig finde. Wer eine bessere Welt will, der muss sich umfassend mit ALLEN Diskriminierungsformen auseinandersetzen und vor allem muss, wer eine andere, bessere Welt will, muss bei sich selbst anfangen. Das eigene Verhalten reflektieren und kritikfähig sein. Es geht mir dabei nicht nur um mich. Viele werden nicht verstehen, wieso ich mich dick finde. Ich finde mich sogar, wenn ich unvoreingenommen in den Spiegel gucke, recht hübsch. Aber ich bin dick und dick=hässlich. Also kann ich nicht hübsch sein. Hier kann ich nur sagen, die Gehirnwäsche wirkt. Insbesondere Mädchen werden von klein auf einer Gehirnwäsche unterzogen. Dünnsein ist das größte und wichtigste im Leben. "Nichts schmeckt so gut, wie dünn sein sich anfühlt" (angeblich von Kate Moss). Und nochmal: Mir soll keiner mit gesundheitlichen Gründen kommen. Wer will denn wegen der Gesundheit abnehmen? Allenfalls ein verschwindend geringer Anteil.

Ich denke, ich spreche für viele.

Nebenbei finde ich es eine unglaubliche Verschwendung gegen den eigenen Körper zu kämpfen, anstatt seine Kraft für den Kampf gegen Tierausbeutung zu verschwenden.

Ein Mensch

P.S. 
1. Wer sich angegriffen fühlt, hat sicher einen Grund dazu.
2. Um einer inhaltlichen Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen, kann  man   mir natürlich Feigheit vorwerfen, weil ich anonym poste. Die Gründe hierfür habe ich genannt. Mein Selbstwertgefühl ist nicht ausreichend, dem standzuhalten. Dennoch finde ich einen Diskurs über Dicken-Bashing, Norm-Veganer und Schönheitsideale wichtig.
3. Das Übergewicht ab einem gewissen Punkt gesundheitsgefährdend ist, steht außer Frage. Darüber müssen wir nicht diskutieren. Auf den veröffentlichten Fotos sieht man aber Leute mit ein paar Kilos zu viel (wobei sich hier wieder die Frage stellt, wer darüber bestimmt, was zu viel ist). Wenn es um den gesundheitlichen Aspekt geht, könnten wir auch Vegane Raucher bashen und Fotos von ungesund aussehenden, viel zu dünnen Veganern mit Zigarette in der Hand zeigen.

Edit: Der Adressat fühlte sich gleich angesprochen, entfernte mich umgehend von seiner Freundeliste und setzte mich auf Ignore.

Zur vertiefenden Lektüre
Riots not Diets
Frau sein lernen, heißt lernen sich scheiße zu finden
Fat-Shaming doesn t help animals
Arge dicke Weiber

Montag, 16. Juli 2012

Rezension: "Landleben - Von einer, die rauszog" von Hilal Sezgin

Landleben am Strandleben ^^
Ich habe den Urlaub genutzt, um Hilal Sezgins "Landleben" zu lesen. Viele von euch kennen das Buch sicher, da Hilal als vegane und muslimische Journalistin viel zum Thema Schächten, Tierethik, Religion publiziert. In ihrem Buch gehts, wie der Untertitel "Von einer, die rauszog" beschreibt, um das Abenteuer, als Stadtkind aufs Land zu ziehen. Hilal hat genug von Frankfurt und träumt von einem romantischen Leben auf dem Land. Sie verliebt sich in ein Haus in der Lüneburger Heide, richtet es ein, und staunt über die Lebensgewohnheiten, die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Dörfler. Ein Großteil des Buches dreht sich um ihr Leben mit den Tieren. Katzen bringt sie aus Frankfurt mit, und nach und nach häufen sich immer mehr Schafe, Hühner und Gänse, die sie beobachtet, betüdelt und pflegt. Ihre Beschreibungen lesen sich sehr schön; weder „vermenschlicht“ sie die Tiere bzw. wenn sie dies tut, merkt sie das selbstkritisch an; noch verromantisiert sie sie; aber trotzdem beschreibt sie die individuellen Persönlichkeiten. Dazu stellt sie immer wieder ethische Überlegungen an. Soll sie das Huhn was sie dem Landwirt „abgerettet“ hat, sterben lassen, wie es das ohnehin bald getan hätte; oder teuer und schmerzvoll operieren lassen? Einem Lamm wachsen die Augenlider nach innen, was sehr schmerzhaft ist. Die Lider (ohne Betäubung) nach oben zu tackern bringt keine Linderung, erst eine teure OP hat Erfolg. Außerdem hat das Schaf Darmprobleme, sodass es operiert und seither täglich mit Salbe behandeln muss. Für mich ist da die Grenze erreicht. Nicht nur wegen dem persönlichen Aufwand; ich glaube es wäre für das Schaf das beste zu sterben. Aber wenn man so nah dran ist, ist die Entscheidung wohl um ein Vielfaches schwerer.

Nebenbei erzählt sie auch so einiges über Tierproduktproduktion und –konsum. Sie besucht einen Biohof mit über 10.000 Hühnern. „Gesext“ wird da auch, außerdem stellt man aufgrund der viel zu großen Herde das Problem, dass die Hühner sich ständig gegenseitig hacken; eine feste Hackordnung funktioniert nur bis ca. 25 Stück. Die übriggebliebenen Hühner, die Hilal mitnimmt, sind dann auch entsprechend gerupft, erholen sich aber schnell. Bei der Gelegenheit informiert Hilal über die moderne Tierzüchtung; die Tiere sind so überzüchtet, dass sie alle möglichen Probleme haben und auf Dauer gar nicht überlebensfähig sind. 

Solche Abschnitte sind aber eher kurz, die meiste Zeit schreibt sie vom Einmachen von Früchten, ihre kläglichen Gärtnerversuche, dem Bau von Hühnerställen, Tierarztbesuchen, ausbüxenden Schafen, Freundschaften und Lebensart auf dem Land.

Gegen Ende wird auch der Veganismus thematisiert. Anfangs ist sie noch Vegetarierin, später wird sie vegan, hält aber für Gäste auch Tierprodukte bereit und bei Einladungen ist sie auch eher unkonventionell. Die Hühnereier werden verschenkt, ansonsten ist das einzige was sie von den Tieren „hat“ Freude und Geselligkeit.
Die Kapitel

Das Buch liest sich leicht und locker, ist aber ernsthaft geschrieben. Hilal hat einen sehr angenehmen Sprachstil, der sehr verständlich und klar ist, aber trotzdem abwechslungsreich. Sie moralisiert nicht, stellt sich aber selbst ethische Fragen, wofür sie oftmals keine Lösung weiß. Sie weckt Sehnsucht nach dem Landleben, verschweigt jedoch nicht die negativen Seiten. In der Danksagung am Ende schreibt sie „Dieses Buch ist aus Freude und Dankbarkeit entstanden“, und das merkt man ihm auch an. Als Freizeitlektüre würde ich das Buch empfehlen, aber nur wenn man sich ein bisschen für Natur und Tiere interessiert.

Dienstag, 10. Juli 2012

duftet wie Lush, ist aber Balea

Nachdem ich im Urlaub meine letzte Shampooflasche aufgebraucht hab, hab ich nach nem neuen geguckt. Sonst hatte ich immer Farbschutzshampoos, aber seit ich erfahren habe, dass die überhaupt nix bringen, hab ich mir bei DM das "Jeden Tag Shampoo Himbeere" ausgesucht:

 

Warum? 

  • Es ist pink! Pink zieht mich magisch an.
  • Kostet 0,65€ für 300ml. 
  • Vegan laut Homepage.
  • Es ist für jeden Tag. Ich wasche meine Haare jeden Tag.
  • Es ist für jedes Haar. Mein Haar ist jedes Haar
  • betörendes Dufterlebnis. Einmal an der Flasche geschnuppert und mmmmhhhhh! Ich hätte fast aus der Flasche getrunken. 
  • Ohne Silikone ist besser für die Haare
  • Limited edition. Ich find künstliche Verknappung eigentlich albern - es gibt keinen Grund dazu, der Kunde soll lediglich zu Hamsterkäufen animiert werden. Bei Sonnenschutzprodukten mag eine Limitierung ja  Sinn machen, die kauft im Winter niemand, aber Shampoo braucht man das ganze Jahr. Scheint ne neue Strategie von DM zu sein, die Rubrik "Limited edition" ist gut gefüllt.

Ich konnte es kaum erwarten, endlich unter die Dusche zu steigen und das "betörende Dufterlebnis" zu machen. Und ja, es riecht auch unter der Dusche geil! Und die frisch gewaschenen Haare auch. Leider verfliegt der Duft tagsüber. Ansonsten ist das Shampoo im Prinzip wie jedes andere balea-Shampoo; es unterscheidet sich eigentlich nur dadurch, dass es klar ist (die anderen balea-Shampoos sind glaub ich alle milchig?), etwas dünnflüssiger ist und eben durch den Duft.

Wenn ich von dem Himbeergeruch nicht nach der Flasche genug habe, werd ich es mir nochmal kaufen.

Sonntag, 8. Juli 2012

Urlaubsbericht

Ich bin wieder daaaa! Vielen Dank für eure Kommentare und die Blogtipps, das werde ich in nächster Zeit verarbeiten. Jetzt aber erstmal ein kleiner Urlaubsbericht:
Schön wars. Zwar etwas kühl und windig, aber wir waren viel draußen; am Strand, im Ort, Städtetrips in die Umgebung und nach Wismar.
Als Unterkunft hatten ich und meine Begleitung eine Ferienwohnung im Küstenort Rerik. Die Wohnung war relativ neu und top eingerichtet; jedenfalls luxuriöser als meine kleine Butze. Ernährt habe ich mich vorwiegend von Brot, Salat und zwischendurch Äpfeln.
Hier unser typischer Frühstückstisch:
Käse ist nicht von mir ;-)
Das Brot haben wir bei Edeka gekauft. Vollkornbrot aus der Bäckerei ist normalerweise vegan, sodass ich nicht nachfrage wenn ich das irgendwo vorgesetzt kriege. Aber wenn ich es schon selbst einkaufe, sicher ich mich doch lieber ab. Es standen 8 Leute hinter mir in der Schlange, sodass ich mich fast nicht getraut habe, aber die Verkäuferin meinte nö, da wär eigentlich nur Mehl und Wasser drin und „ich drucks ihnen aus“. Das nenn ich mal n Service, ich bekam nen Zettel mit den kompletten Zutaten (doch ein bisschen mehr als Mehl und Wasser ^^) und den Nährwertangaben. Die Bäckerei nannte sich „Junge Bäckerei“, ist ne Kette die es hauptsächlich im Norden gibt. Auf der Homepage sind auch noch alle Produkte und deren Zutaten und Nährwerte aufgelistet. Ich kann sie jedenfalls empfehlen, das Brot war nämlich auch lecker *smilie*

Blick in den Kühlschrank
Einmal am Tag waren wir essen. Meine Wahl viel meistens auf einen kleinen/großen Salat mit Öl/Essig-Dressing. Gleich am ersten Abend ein Fail: Ich natürlich schön brav gefragt, ob Käse drin sei (was verneint wurde), und ob es möglich sei, Öl/Essig-Dressing zu bekommen (was bejaht wurde). Das Dressing wurde mir dann auch gleich auf den Tisch gestellt; der Salatteller kam dann aber mit nem Klecks Joghurt-Dressing. Na toll. Ich habe das dann nur hinterher beanstandet; der Kellner meinte zwar, dass ich das sofort hätte sagen sollen, dann hätte er mir natürlich direkt einen neuen gebracht; aber dann hätten sie den "verseuchten" Salat wohl weggeschmissen; was ich nicht sinnvoll finde; denn das Tierprodukt wäre dann so oder so angefallen, auch wenn ich es nicht konsumiert hätte, und ich finde es doof, Lebensmittel wegzuwerfen. Wenn Brot dazu gereicht wurde, habe ich auch nicht nachgefragt, ob das vegan ist, genausowenig wie bei dem verwendeten Essig. Insgesamt habe ich glaube ich dreimal Salat gegessen.

Ich esse gerne Salat und fands lecker. Das andere war übrigens eine Gemüsepfanne; bis auf die Soße schien es mir auch vegan; vielleicht hätte man auch fragen können, ob die Soße auch ohne Milchzusatz zu bekommen wäre (sie war leicht milchig). Das ganze wäre mir persönlich allerdings sowieso zu fettig gewsen; ich war ganz froh über meine kalorienarmen Salate. Meine pescetarische Begleitung hat ansonsten Fisch in rauen Mengen, Canneloni, Pizza u.ä. verspeist.
Einmal habe ich beim Italiener eine Gemüsesuppe ergattert, bei der ich den Parmesan abbestellen konnte. Ehrlich gesagt ist mir sowas aber nie so ganz geheuer, ich hab argwöhnisch dran geschnuppert und die ersten Löffel eingehend geprüft, ob nicht doch was drin ist. Manchmal meint es die Küche ja doch zu gut bzw. der Sonderwunsch des Gastes kommt in der Küche nicht an, wie man am Unglück des ersten Tages gesehen hat.

Einmal gabs veganes Sorbet; Lisa hatte bei ihrem Bericht über ihren Kühlungsborn-Aufenthalt so von Janny's geschwärmt, dass ich das auch unbedingt mal probieren wollte. Dass wir ausgerechnet im Nachbarort ne Ferienwohnung erwischt haben, habe ich erst nach der Buchung festgestellt. Als wir an einem für den Strand zu kühlen Tag Fahrräder gemietet hatten, sind wir auch durch Kühlungsborn gekommen. Die Stadt ist hässlich und versnobbt; eine riesige Strandpromenade, bei der sich Luxushotel an Luxusrestaurant reiht. Eigentlich wollte ich so schnell wie möglich wieder raus, dann sind wir aber doch noch kurz durch die Innenstadtpromenade, wo ich eifrig nach Janny's Ausschau gehalten und glücklicherweise in einer Nische entdeckt habe. Meine Begleitung hat sich ganz schön gewundert, dass ich gefragt habe, ob wir nicht Eisessen gehen wollen; normalerweise trinke ich bei so Gelegenheiten nur Kaffee, und gucke gar nicht erst auf die Karte, weil ja irgendwie doch alles unvegan und für mich zu kalorienreich ist (bis auf Kaffee/Tee). Hier bin ich dann einfach mutig rein und hab gefragt ob sie vegane Sorbets haben, worauf die Bedienung gleich die Allergikerkarte rausgeholt hat und mir gleich vier Sorten aufgezählt hat: Erdbeer, Maracuja, Zitrone und Blutorange. Auf mein Nachfragen wurde mir die Liste sogar rübergereicht, sodass ich mich freudig für Erdbeer und Maracuja entschlossen habe. Bei zwei Kugeln habe ich auch keine Angst, dass die direkt auf meinen Hüften landen; mir waren ja länger mit dem Fahrrad unterwegs, außerdem ist Sorbet relativ kalorienarm. Was ich ein bisschen doof finde; ist, dass man nur die Wahl zwischen (unveganer) Waffel und Pappschälchen mit Plastiklöffel hat. Tier gegen Umwelt. Ich hab mich zum Müllproduzieren entschlossen.
Der Urlaub war echt schön, aber nach ner Woche hat's mir ehrlich gesagt auch gereicht. Strand ödet mich schnell an, unter Rentnern und Familien mit kleinen Kindern fühle ich mich nicht so wohl, und wirklich interessant war die Umgebung auch nicht. Nen Trip nach Rostock hätte ich gern noch gemacht; aber meine Begleitung wollte nicht weil zu groß und stressig. So waren wir halt nur in den umgebenden Örtchen und Wismar. Hier noch die Schweinebrücke in Wismar: