Donnerstag, 3. Mai 2012

Veganerwissen Teil 2: Was sind eigentlich Pilze?

Ich hab jetzt einfach ne "Veganerwissen"-Serie über vegane Ungereimtheiten gemacht: Immer wenn mir was begegnet, was ich bzw. andere nicht wissen, sorge ich für Aufklärung. Teil 1 war die Frage was an Marmelade nicht vegan sein soll, Teil 2 ist nun die Frage, die wegen der Thüringer Pilzpfanne aufkam, was denn an Pilzen nicht vegan sein soll.
Die Antwort liefert Wikipedia:

Abgrenzung zu Pflanzen und Tieren

Nachdem Pilze wegen ihrer sesshaften Lebensweise lange dem Reich der Pflanzen zugeordnet wurden, gelten sie heute aufgrund ihrer physiologischen und genetischen Eigenschaften als eigenes Reich und enger mit Tieren als Pflanzen verwandt. Pilze sind heterotroph (speziell chemoorganotroph) und ernähren sich wie Tiere von organischen Nährstoffen ihrer Umgebung, die sie meist durch Abgabe von Enzymen aufschließen und dadurch löslich und für sich verfügbar machen. Eine weitere Gemeinsamkeit von Pilzen und Tieren ist, dass beide das Polysaccharid Glykogen für die Speicherung von Kohlenhydraten benutzen, während Pflanzen dafür Stärke verwenden.
Die Abgrenzung vom Reich der Tiere erfolgt nicht primär durch die Unbeweglichkeit der Pilze, da auch manche Tiere wie Schwämme oder Steinkorallen den größten Teil ihres Lebens ortsfest verbringen. Vielmehr unterscheiden sich Pilze von Tieren auf zellulärer Ebene dadurch, dass Pilzzellen (wie auch Pflanzenzellen) Vakuolen und Zellwände besitzen.
Von den Pflanzen unterscheiden sich die Pilze vor allem durch das Fehlen der auf Chlorophyll basierenden Photosynthese und die dadurch bedingte heterotrophe Lebensweise. Außerdem bilden die meisten Pilze ihre Zellwand aus Chitin, das im Pflanzenreich nicht vorkommt. Die Zellwände von Pflanzen und der den Pilzen morphologisch ähnlichen Eipilze (Oomycota) bestehen in der Regel aus Zellulose.

Also bei mir bleibt's bei der Regel "Ich esse nichts von was, was mal Augen hatte, und auch keine Grottenolme"  :D

Kommentare:

  1. Danke für diese und zukünftige Aufklärung und mit der Augen-Regel kann ich auch gut leben. Teil 3 bitte über Grottenolme :)

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  2. achso, ja das mit dem Nährboden fehlt noch, sonst aber super Idee, die Serie :)

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    1. wenn man den nährboden mit einbezieht ist strenggenommen nix vegan, weil nämlich so ziemlich alles an gemüse/getreide mit gülle gedüngt wird.

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    2. Das gilt vor allem für viel Getreide nicht, man muss nur ökologisch einkaufen. Genauso kommen Datteln und Co. ohne Dünger aus.

      Vegan wäre es mit natürlicher Düngung schon, das ist eben der Lauf der Natur, dafür Verdauen Lebewesen. Die Monokultur, die ebenfalls daraus entsteht hat hingegen definitiv nichts mit Veganismus zu tun.

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    3. Ich sehe das auch so, dass bei Einbeziehung des Nährbodens der vegane Einkauf zu schwierig würde.

      Demeter zum Beispiel, die sich ja gerne als vorbildlicher Bio-Betrieb profilieren, düngen meines wissens nach teilweise mit Klauenmehl.
      Zum Düngen braucht man Stickstoff, den viele Betriebe einfach mit künstlichem Dünger in die Erde bringen.
      Da in einem Bio-Betrieb der Dünger "bio" sein muss, werden dort manchmal die abgetrennten und zermahlenen Hufe von Tierleichen aufs Feld gestreut. Da Tierleichen generell als "bio" gelten, kann Demeter diesen Gruseldünger sogar aus "konventioneller" Tiersklaverei beziehen.
      Ich habe das von einer Freundin erzählt bekommen, die lange auf einem Hof von Demeter gearbeitet hat. Ein Veganer hat sich einmal geweigert, die Düngung der Gemüsefelder vorzunehmen.

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    4. Es bleibt ja jedem überlassen, wie er es sieht und ob er nur Produkte aus bioveganer Landwirtschaft essen will, wenn ich mir aber überlege, dass manche Champignons ja nicht umsonst von Wiesenhof sind, sondern einfach nur die Optimierung der Verwertungskette ausmachen, dann will ich mich da doch lieber von abgrenzen.

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  3. Miss Beaverhausen3. Mai 2012 um 22:08

    Ich bin ja vegan weil ich Leid vermeiden möchte. Pilze sind in Ermangelung einer zentralnervösen Reizverarbeitung imo genauso wenig leidensfähig wie Pflanzen. Ich esse nichts mit (zentralem) Nervensystem :)

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    1. Ich denke, dass irgendwann in ferner Zukunft die Notwendigkeit bestehn wird, dass wir alle Frutarier werden weil man entdeckt, wie Pflanzen Schmerz empfinden...:/
      Ich weiß, dass ich nichts weiß und das macht mich fertig.
      Liebste Grüße

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  4. Witzig, was es alles gibt.. Ich sehe es genauso - solange die Pilze nicht leiden bzw fühlen mûssen, ist alles ok! Und grottenolme sind wirklich, wirklich süß! Interessante Serie - bin gespannt auf die nächsten posts!
    LG laura

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    1. Wer sagt, dass Pflanzen nicht leiden? Es gibt genügend Experimente, Studien und Erfahrungsbrichte von Dingen wie Angst, Stress und Glück bei Pflanzen. Dafür braucht man kein zentrales Nervensystem, nur weil das nach unserem Verständnis sowas wie "Schmerz" verfügbar macht.
      Man sollte hier aber einfach die Ethik mit der Natur in Einklan bringen. Alles lebt von einem Geben und Nehmen, wer die Natur respektiert, kann auch "leidende" Pflanzen fressen, um sein Überleben zu sichern. So funktioniert die Welt. Was nicht sein darf sind die oben genannten Monokulturen, Brandrodungen und andere Zerstörungen oder überspitzt ausgedrückt Tötungen von Leben - egal auf welcher Ebene.

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    2. Miss Beaverhausen4. Mai 2012 um 07:27

      Ich sagte extra Leiden und nicht "Reize erfassen". Es geht darum, dass ein Tier Schmerzen BEWUSST wahrnehmen kann. Das kann eine Pflanze nicht. Ich studiere Biologie, ich bin mir sehr wohl über die Reizverarbeitung und Kommunikation bei Pflanzen bewusst... Gegen Ausbeutung des Pflanzenreiches im Sinne von Monokultur und Artendezimierung bin ich selbstverständlich trotzdem.

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  5. Finde ich super, wie du das machst! :)
    Lg

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  6. Die Frage mit den Pilzen habe ich mir auch schonmal gestellt, da ich sie unheimlich gern und oft esse. Letztlich werde ich sie auch weiterhin essen (ich bin ohnehin noch unkosequent vegan, muss ich zugeben), weil es für mich einfach darauf ankommt, mich mit einem gewissen Respekt und Bewusstsein zu ernähren, auch den Pflanzen gegenüber. Das macht es zwar auch nicht wieder wett, dass besagte Pflanze (oder Pilz), das Leben für mich lassen muss und dabei vielleicht so etwas wie Angst oder Schmerz empfindet (wenn auch nicht auf dieselbe Weise wie Tiere), aber leider habe ich nunmal noch nicht herausgefunden, wie man sich allein von Licht ernähren kann.

    LG
    Liath (liest hier immer mal wieder gern mit)

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  7. Ich versteh nicht wieso die biologische Klasse da ein Problem darstellt, schließlich würde auch niemand auf die Idee kommen, Mineralien oder Wasser zu hinterfragen, auch beides weder Pflanze noch Tier. Pilze haben kein ZNS, damit ist das Thema für mich klar.
    Wiederum finde ich es komisch, dass man bei allen möglichen Produkten Produktionshilfsstoffe usw. miteinbezieht, bei Pilzen dann aber den Vergleich mit Gemüse zieht und sagt, das ist unvermeidbar.
    Ich esse auch nicht nur Wildpilzsorten und mach bei Champignons keine PA (bei losen geht das ja nichtmal), aber so wirklich logisch find ichs nicht.

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  8. WOW, gut gemacht, Mausifläuschen :-) - die "Veganerwissen"-Serie ist jetzt schon eine der qualitativ hochwertigsten und produktivsten Themenserien (nicht zu vergessen die dazu gehörigen ähnlich wertigen Kommentare), die ich aus der V-Bloggerwelt kenne! Wenn Du so weiter machst, musst Du für diese Serie eine eigene Seite in vbn bekommen!!!

    Brauchst Dich nicht für dieses Lob bedanken, ich weiß ja, dass Du das nicht so gerne machst ... ;-)

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  9. Hey Mausflaus, bitte hau mir einen vor den Koffer, wenn Dir meine Frozzeleien zu viel werden - aber Du weißt, ja wer es "sagt" ... :-)

    Und damit keiner den zweiten Teil meines vorherigen Kommentars missversteht: Ich meinte NICHT damit, dass sich Mausflaus nicht gerne bedankt, sondern dass ich denke, dass es ihr unangenehm (vielleicht sogar peinlich) ist, wenn man sie allzu sehr lobt!!! Alles klaro?

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    1. ach du bist echt so süß ;-) ich hab einfach vergessen drauf zu antworten; hatte nur die mail mit der kommentar-benachrichtung gelesen und in den "machste später"-ordner verlegt ^^ ich hatte mich allerdings in der tat etwas gewundert, dass ich nun auch noch den ruf haben soll, mich nicht zu bedanken - nur weil ich alles schlecht rede heißt das ja nicht, dass ich kein lob akzeptiere *g*
      also soooo toll find ich meine posts dazu zwar nicht, aber wenn sie dir gefallen freue ich mich natürlich. danke :-)

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  10. Willst Du etwa meine Pseudo-Rezensionen und -Urteile in Frage stellen? ;-)

    Ach weißte, manchmal (aber nur manchmal!) wünsch' ich mir, ich wär' noch jung genug für Euch Mausiflausifläuschen ... *g*

    Wehe, Du kommst nicht zum MVP :-)

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    1. ich sach ma so: ich glaub du hast nen etwas anderen maßstab als ich ;-)
      na, so jung bin ich ja auch nicht mehr, das Vierteljahrhundert ist schon überschritten...
      MVP...?

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  11. Ich glaube nicht, dass unsere Auffassungen und Anforderungen bzgl. qualitativ höherwertigeren im Sinne von produktiven Posts besonders weit auseinander liegen ...

    Haste bestimmt schon mal gehört: Männer sind so jung, wie sie sich fühlen (ich psychisch meistens um die 35) und Frauen, wie sie sich anfühlen, höhö :-)

    MVP = MEGA VEGGIE POTLUCK - ich mach' Dich drauf aufmerksam, sobald ich den Post in vbn fertig habe.

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    1. soll das so ne art bloggertreffen werden? werde den post gespannt abwarten...

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