Montag, 2. April 2012

Alnatura diskutiert auf Facebook über Veganismus

Auf der Alnatura Pro&Contra-Seite auf Facebook wird jeden Monat über ein anderes Thema diskutiert. Diesmal ist Veganismus dran:

Bisher gibts 4 positve Beiträge. Den Eingangs-Pro-Beitrag finde ich nicht wirklich überzeugend, leider wird hauptsächlich von Gesundheit gesprochen. Das stört mich bei Veganismus-Diskussionen generell, dass es in letzter Zeit fast immer nur ums Klima oder die Gesundheit, selten nur um Tierleid oder noch seltener um Tierrechte geht.Der repräsentative "Contra"-Beitrag von dieser Tierärztin (ausgerechnet!) ist eigentlich auch ein Pro-Beitrag, es wird lang und breit erläutert, wie verwerflich und schädlich Fleisch ist. Nur der letzte Satz ist etwas merkwürdig:
Eine lebenswerte Zukunft braucht sie alle: Veganer und Vegetarier sowie Protagonisten einer nachhaltigen Tierhaltung. Denn nur gemeinsam sind wir stark!
Wieso genau braucht es "Protagonisten einer nachhaltigen Tierhaltung"? Wäre es nicht viel besser wenn alle Veganer wären? Wieso braucht man denn überhaupt Tierhaltung? Und wieso "Veganer und Vegetarier"? Wieso will sie denn Vegetarier anstatt von Veganern wo sie doch gerade geschildert hat,wie schlecht Fleisch ist. Leider geht's Ich stell mir schon die neuen Diskussionen vor:
"Ach, du bist vegan. Also das find ich ja doof. Es braucht doch auch Protagonisten einer nachhaltigen Tierhaltung." Aber was soll man schon von jmd, der ein Buch mit dem Titel "Die Kuh ist kein Klimakiller" geschrieben hat, erwarten...

Ich find's leider etwas enttäuschend. Guter Ansatz, aber eigentlich geht es dann doch nur um das bekannte und bewährte "Fleisch ist doof weil Klima und ungesund". Bloß niemanden mit verschrecken.

Kommentare:

  1. Bin grade in einer down-phase. Wie wahrscheinlich ist es, dass sich Veganismus durchsetzt? Es ist so dermaßen tief verwurzelt in unserer Kultur und auch noch so schrecklich billig. Die normalen Menschen haben einfach null Motivation auch nur ansatzweise darüber nachzudenken. Momentan wär mir jeder Grund recht, der jemanden dazu bringt, darüber nachzudenken, schon jeder Vegetarier ist mir mehr als recht. Veganer sind die Extremisten unserer Esskultur, womöglich sind wir unserer Zeit nur extrem voraus, aber im Moment sind wir sowas von exotisch, das kann einen schon sehr deprimieren. Wie gesagt, wenn nur einer mehr darüber nachdenkt, ist das schon was...

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    1. Hey ich glaub so Momente kennt fast jeder Veganer. Man muss aber auch die Fortschritte sehen, selbst wenn sie klein sind. Mein Eindruck (der mir auch von Nichtveganern bestätigt wurde) ist dass Veganismus immer öfter Thema ist.
      In manchen Restaurants findet man Hinweise auf vegane Gerichte, wo es vor ein paar Jahren keine solchen Hinweise gab usw.
      Ich frage beim Einkaufen und Essengehen ganz oft nach um das zu fördern. Überhaupt hilft aktiv werden gegen das Gefühl dass es nicht vorwärtsgeht auch wenn man die Ergebnisse erstmal nicht sofort sieht.

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  2. Ich habe das Gefühl, ich bin im falschen Film: Die Kontra-Seite liefert mehr Argumente, als die Pro-Seite, welche sich nur auf den Gesundheitsaspekt bezieht o.O
    Nee, diese Nikol Gärtner ist keine richtige Veganerin, wenn es ihr um die Gesundheit geht. Vegan leben heißt, kein Tierleid zu unterstützen und nicht nur an sich selbst denken. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass jemand dieses Gesundheitsgefasel wirklich ernst nehmen kann, aber man weiß es ja nicht^^
    Wieso Veganer sich mit den "Protagonisten nachhaltigerTierhaltung" zusammentuen sollen, ist mir nicht ganz klar: Die Absichten unterscheiden sich doch deutlich. Veganer wollen, dass keine Tiere mehr leiden müssen, die "Protagonisten nachhaltigerTierhaltung" sprechen sich eindeutig dafür aus, wollen nur eine Leidsverminderung. Die finden zum Beispiel das Töten von männlichen Küken am ersten Lebenstag völlig okay, wenn die Eltern und Schwestern (welche immerhin ein Jahr leben dürfen) Auslauf haben - wir sind nicht der Meinung, dass das irgendwas rechtfertigt. Biohaltung ist zwar immer noch besser als Massentierhaltung, aber jawohl alles andere als in Ordnung.
    Viele Grüße :-)

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    1. "Nee, diese Nikol Gärtner ist keine richtige Veganerin, wenn es ihr um die Gesundheit geht. Vegan leben heißt, kein Tierleid zu unterstützen und nicht nur an sich selbst denken. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass jemand dieses Gesundheitsgefasel wirklich ernst nehmen kann, aber man weiß es ja nicht^^"

      Und nur weil die Dame nicht aus den selben Gründen vegan lebt wie du, heißt es, dass sie Tierleid unterstützt?! Vegansein ist nicht auf den ethischen Aspekt beschränkt und bedeutet per se einfach nur, dass jemand auf tierische Produkte verzichtet und nicht, aus welchen Gründen er dies tut. Diese sind nämlich sehr vielfältig und meiner Meinung nach kann es echt nicht sein, dass jemand als 'kein richtiger Veganer' bezeichnet wird, nur weil dieser nicht aus ethischen Gründen vegan lebt! Viel wichtiger finde ich, dass er dies überhaupt tut! Denn den Tieren ist es egal, ob sie nun aus gesundheitlichen oder moralischen oder sonstigen Gründen verschont bleiben. Das Ergebnis bleibt das gleiche: tierische Produkte werden vermieden. Punkt. Wo kommen wir denn hin, wenn jetzt schon jeder verteufelt wird, nur weil er nicht des gleichen Grundes wegen vegan lebt wie man selber?! Spring bitte nicht auf den 'ich bin viel veganer als du!' Zug auf. Außerdem, was hat das denn für eine Wirkung auf Menschen, die sich überlegen vegan zu werden? Die müssen ja Angst haben, bei jeder Kleinigkeit sofort die Pistole auf die Brust gesetzt zu bekommen.

      Federchen

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    2. Jemand der aus gesundheitlichen Gründen vegan lebt, hat aber z.B. keinen Grund, auf unvegane Gebrauchsgegenstände, Kleidung usw. zu verzichten, und wenn er das nicht tut ist er halt ein Veganköstler aber kein Veganer. Man sollte den Gründungsgedanken (->Donald Watson) des Veganismus wirklich nicht ganz vergessen.

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    3. Hmm, da ist was dran. Ich hatte mich jetzt nur auf die Ernährung fokussiert. Der Name Donald Watson ist mir ziemlich neu, danke dafür.
      Trotzdem finde ich, dass man mit solcherlei Aussagen aufpassen sollte, um Neuveganer nicht zu verschrecken. Es kann ja sein, dass jemand vom reinen Gesundheitsaspekt noch auf die ethische Schiene kommt. Das würde dann wieder die Bedarfsgegenstände ins Spiel bringen.

      Federchen

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    4. Ich habe das auch mehr so gemeint wie brumm es aufgefasst hat mit dem Entstehungsgedanken. Es ging mir mehr um die eigentliche Definition des Wortes (die rein gar nichts mit Ernährung zu tun hat) und nicht um dieses "ich bin viel veganer als du"-Blabla. Das geht mir auch ziemlich auf den Keks. Ich wollte damit niemanden verschrecken, sondern eher sagen, dass die Frau Gärtner als Repräsentantin der Veganer ungeeignet zu sein scheint.

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    5. Meine Wortwahl war etwas unangebracht... Vielleicht hätte ich eher schreiben sollen: "Nikol Gärtner ernährt sich anscheinend aus gesundhaitlichen Gründen vegan, was der eigentlichen Definition, zu versuchen möglichst wenig Tierleid zu verursachen, nicht entspricht. Deshalb kann sie die Ansichten von Veganern nicht gut repräsentieren". Klingt schon viel sachlicher.

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    6. Ich ernähre mich seit Jahren rein pflanzlich, trotzdem halte ich (neben 20 Hühnern) 5 Mutterschafe und einen Bock. Ab und zu verkaufe ich ein Schaf an meine marokkanischen Nachbarn (lebe in Südspanien), und ich glaube kaum, daß diese mit Betäubung schlachten.

      Ich würde mich nie im Leben als Veganer bezeichnen, im Gegenteil, ich achte das Recht meiner Mitbürger auf Fleischverzehr und sehe den Veganismus als das was er ist : Ein totalitäre Ideologie.

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    7. @ Anonym
      Und aus welchem Grund haben sie das 'Recht' dazu? Aus Sicht der Tiere und der Bevölkerung der dritten Weltländer, sprich aus Sicht der Leidtragenden, wohl nicht. Sie mögen zwar das Recht besitzen zu Handeln, wie sie wollen. Ihr Geld dafür auszugeben, wofür sie möchten. Die Augen vor den Wahrheiten verschließen, vor denen es ihnen genehm ist.
      Aber mit Veranwortungsbewusstsein und Empathie für seine Mitlebewesen hat das nichts zu tun. Von daher gibt es meiner Meinung nach in dieser Richtung auch nichts zu 'achten'. Versteh mich nicht falsch, ich bin keine Veganerin, die missioniert. Lassen mich die Leute mein Essen essen, so lasse ich sie ihres essen. Doch nur weil ich das toleriere heißt es nicht, dass ich es gut heiße.

      Federchen

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  3. "Es ist so dermaßen tief verwurzelt in unserer Kultur und auch noch so schrecklich billig."

    "Es" ist in unseren Genen verwurzelt, liebe Jane, nicht nur in unserer Kultur.


    "Bin grade in einer down-phase."

    Und ? Was willst du dann machen, wenn du endgültig erkannt hast, daß du mit deinen Missionierungsversuchen nur gegen die Wand rennst ? Wirst du dich dann wieder unvegan ernähren ? Kannst du ja wohl kaum, wenn du für die anderen nicht vollkommen unglaubwürdig werden willst. Also Tofu für den Rest deines wahrscheinlich noch längeren Lebens. Wohl bekomms.

    Gib´s zu : Du sitzt nun in deiner selbstgewählten Ideologiefalle...

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    1. Man lebt nicht nur für andere vegan, liebe/lieber Anonym. Man tut das vor allem auch für sich selbst, genauer gesagt für das eigene Gewissen und um den eigenen Ethikvorstellungen entsprechend zu handeln. Handelt nicht jeder nach seiner eigenen Ideologie? Das tust du doch auch, egal in welchem Lebensbereich. Was ist daran verwerflich? Ich finde es eher feige, wenn man sich immer nur unterordnet und mit der Masse schwimmt.
      Weiterhin würde mich gerne interessieren, welche Gene das sein sollen, die du ansprichst. Nenne mir doch mal bitte welche, aber mit der korrekten wissenschaftlichen Bezeichnung, damit man das auch nachvollziehen kann.

      Federchen

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  4. @anonym : "Weiterhin würde mich gerne interessieren, welche Gene das sein sollen, die du ansprichst.Nenne mir doch mal bitte welche, aber mit der korrekten wissenschaftlichen Bezeichnung, damit man das auch nachvollziehen kann."

    Ich meine damit z.B. diejenigen Gene, die in der menschlichen Physiologie dafür verantwortlich sind, daß er über eine sehr starke Magensäure verfügt, im Gegensatz zu reinen Pflanzenfressern, und über die übrigens alle Omnivoren verfügen (z.B. auch eure geliebten "Schweinis").

    Gleiches gilt für das menschliche Gebiss (man beachte die seitlichen Schneidezähne) und für die Länge des Dünndarms. Reine Pflanzenfresser haben einen viel kürzeren Dünndarm, da sie naturgemäß in einer einzigen Mahlzeit keine großen Mengen hochproteinhaltigen Nahrungsmittel (wie Fleisch und Eier) zu sich nehmen. Der menschliche Verdauungstrakt ist eindeutig ein omnivorer. Und das dürfte sich auch in den entsprechenden Genen zeigen, deren Nummer man aber nicht unbedingt wissen muss, wenn man kein Biologe ist, der sich auf dieses Thema spezialisiert hat :-)

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    1. 1. Bitte nicht alle über einen Kamm scheren. Ich habe noch nie das Wort 'Schweini' benutzt und wüsste auch nicht, warum diese von mir besonders geliebt werden ;)

      2. Danke für die ausführlichen Auflistungen, die allerdings noch kein Muss für Tierprodukte enthaten. Die Magensäure dient vor allem dem bakteriellen Schutz, da über die Nahrung viele Pathoorganismen in den menschlichen Magen-Darm-Trakt gelangen können.
      Ich stelle mir das gerade auch sehr lustig vor, wie wir mit unseren Schneidezähnen ein Tier reißen ;) Nein, im Ernst. Es geht hier ja nicht um Fleisch, sondern um Tierprodukte (da du ja auch das Wort Omnivor benutzt). Und für solche braucht man keine "scharfen" Schneidezähne. Desweiteren findet sich in manchen Hülsenfrüchten mehr Protein als in Fleisch und Eiern. Leguminosen sind offensichtlich pflanzlich und haben ihren Platz unter den Herbivoren. Außerdem kommt unser Körper mit zu viel Proteinen nicht zurecht, da sonst die Filterkapazität der Nieren nicht ausreicht. Die Empfehlungen liegen bei 0,8g/kg Körpergewicht und Tag.

      Über die Evolution hinweg hat sich der menschliche Körper den Gegebenheiten angepasst, das ist klar. Welchen Grund gibt es aber, dass dies nicht wieder geschehen kann? Wichtig ist doch nur, dass unser Organismus keinen Mangel leidet. Der Rest passt sich über die Jahrtausende schon an, so wie das Naturgesetz verlangt. Außerdem hat der Mensch das Privileg, über Recht und Unrecht zu entscheiden. Wenn es pflanzlich funktioniert, sehe ich keinen Grund weiterhin so barbarisch mit unseren Mitgeschöpfen umzugehen. Es muss halt jeder für sich selbst entscheiden, ob er bereit ist, sich dem Riskio, dass es schief gehen könnte, auszusetzen.

      Federchen

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    2. @Federchen
      da hat wohl einer nicht verstanden, dass "Allesfresser" nicht heißt, dass wir alles essen MÜSSEN, sondern dass wir alles essen KÖNNEN...
      ich glaub deine erklärungen sind perlen vor die säue, wer ein fleisch-gen erfindet, der ist doch resisten gegen jede noch so gute argumentation

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    3. Das sehe ich ähnlich wie Mausflaus.

      Der/die trollt da in geradezu sadistischer Art herum, um sein eigenes Unbehagen abzureagieren, das ihm die Lektüre veganer Blogs bereiten muss. Wir wissen ja nun alle, dass das Leben als Fleischesser nicht gerade frei von Widersprüchen und Verdrängung ist, soviel zu "Gefangensein".

      Dass das Leben als Veganer in einer nichtveganen Welt manchmal auch schwer sein kann, ist kein Fehler des Veganismus, auch wenn er/sie das gern hätte...

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  5. @brumm : Bei dir scheint´s ja auch sonst mächtig zu brummen in der Birne : http://www.symptome.ch/vbboard/elektrosmog/101298-neulich-vortrag.html

    Mein Tip : Such mal ´nen Psychiater auf, daß hilft eventuell sowohl gegen Bambisyndrom als auch gegen Verschwörungswahn.

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