Samstag, 28. April 2012

Alles über Eisen inkl. Abbau von Veggie-Vorurteilen

Beim Artikel in der Süddeutschen "Vegetarier müssen keinen Eisenmangel befürchten" ist schon die Überschrift zum Jubeln, denn das mit dem Eisenmangel hält sich echt hartnäckig.
Meine Lieblingspassage ist ja:
In Industrienationen leiden Vegetarier jedoch nicht häufiger an einer Eisenmangelanämie als Fleischesser. Lediglich ihre körpereigenen Eisenspeicher sind weniger gut gefüllt. "Allerdings liegen die Eisenspeicherwerte von Vegetariern immer noch im Normbereich und stellen nur ein Risiko etwa bei großem Blutverlust oder erhöhtem Bedarf, wie in der Schwangerschaft, dar", sagt Cem Ekmekcioglu, Ernährungsmediziner an der Universität Wien.

Später gibts dann noch Tipps, wie man Eisen besser aufnimmt, u.a. wird erwähnt, dass Milchprodukte die Eisenaufnahme hemmen. Und ganz am Ende wird's nochmal richtig wichtig:
Auch in Industrienationen ist die Eisengabe nach dem Gießkannenprinzip umstritten. Schließlich ist Eisen nicht nur lebenswichtig, es kann auch toxisch werden, weil der Körper keine Möglichkeiten hat, es auszuscheiden, wenn es einmal in der Blutbahn ist. Freie Eisen-Ionen können Eiweiße, Fette und Erbsubstanz zerstören. Auch deshalb wird aus Fleisch stammendes Eisen kritisch diskutiert. Eisen findet sich aber auch häufig in Multivitaminpräparaten. Laut einer aktuellen Studie der TU München nehmen zwei Drittel aller schwangeren Frauen oft viel zu hoch dosierte Eisenpräparate zu sich. Zudem findet sich das Spurenelement immer häufiger als Beigabe in sogenannten Kinderlebensmitteln wie Fruchtsäften, Müsliriegel oder Frühstückszerealien. Verbraucherschützer warnen vor einer Eisenüberversorgung.
Laut einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikoforschung (BfR) fördert eine dauerhaft zu hohe Eisenaufnahme das Risiko für Herzkrankheiten und Krebs. Die Behörde empfiehlt, auf den Zusatz von Eisen in Lebensmitteln zu verzichten.

Kommentare:

  1. Und wieder wird ein Mythos zerstört :-) Nur eins ist mir noch nicht ganz klar. Ich trinke viel grünen Tee und hatte trotzdem noch nie Eisenmangel. Angeblich behindert Tee ja die Eisenaufnahme.

    Wenn ich dann auch noch lese, das die Kinder häufiger gestorben sind, denen man extra Eisentabletten gegeben hat, dann sinkt mein Vertrauen in die Aussagen der "Ernährungsexperten" immer mehr :(

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    1. naja, du trinkst den tee ja nicht zu jeder mahlzeit, oder? geht ja nur drum dass es hemmt wenn mans gleichzeitig zu sich nimmt. wobei ich auch ziemlich viel kaffee trinke, und ich hab auch keinen eisenmangel.... vielleicht gibts ja auch gute eisen-gene, sodass man das besser verwerten kann ^^

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    2. Ich trinke den Tee so über den Tag verteilt aus einem Thermobecher, den ich immer wieder auffülle. Also eigentlich trinke ich nur nach dem Abendbrot mal keinen :-) Es wird auch immer nur von Tee geschrieben, aber nie unterschieden zwischen schwarzem und grünen Tee. Hmmm, keine Ahnung, irgendwoher holt der Körper sich schon sein Eisen ...

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    3. Es gibt tatsächlich "gute Gene" für den Eisenstoffwechsel. Das ist gar nicht mal so selten (1:10 trägt eine Mutation). Hat man allerdings zwei Mutationen (also kein gesundes Gen mehr für die Eisenspeicherregulation) kann man in ungefähr 25% der Fälle an Hämochromatose/Eisenspeicherkrankheit erkranken (1:1000 hat eine manifeste Eisenspeicherkrankheit).
      Mein Professor meinte mal, dass das evtl. mal ein Selektionsvorteil war, wenn man Eisen vermehrt gespeichert hat und dass das deswegen so viele Leute haben.

      Ich hatte mal einen Eisenmangel - und zwar während Allesesser-Zeiten. Da hab ich das erste Mal entdeckt, wie super Haferflocken mit Orangensaft schmecken... kein Witz! ;)

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    4. Ich esse oft Haferflocken, das wird meinen Eisenwert retten, denke ich. Und Haferflocken mit Orangensaft musste ich meist in kleineren Hotels essen, wo es selten was anderes zum Frühstück gibt, daher kenne ich das auch. Alternative war dann immer noch der gezuckerte Fruchtcocktail aus der Dose, der da auch meistens steht :-)

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    5. das ist ja interessant - hab ich doch mal gute gene erwischt ^^
      mein vater gießt auch o-saft übers müsli, ich find das total gruselig.das ist doch so wie banenen mit senf *grusel*

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    6. Naja nur weil du viel grünen Tee, nimmst du ja nicht gar kein Eisen mehr auf, sondern nur weniger. Es wäre eben nur empfehlenswerter, nicht so viel davon zu trinken, aber so lange deine Eisenwerte gut sind (und nicht gerade so eben noch okay^^), musst du wohl nichts ändern ;)
      Ich denke mal, mit Tee meinen die jeden "richtigen" Tee mit Koffein, also schwarzen, weißen, gelben und grünen. Vermutlich ist schwarzer noch schlimmer, als grüner, da er mehr Koffein enthält. Ich weiß aber nicht, in wie weit das wirklich mit dem Koffein zusammen hängt und bin gerade auch zu faul, heraus zu finden, was Polyphenole sind.

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  2. Na und ? Es gibt trotzdem keinen zwingenden Grund vegan zu gehen...keinen einzigen :-)

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  3. Antworten
    1. Ich vermeide aber lieber Menschenleid...und deshalb esse ich mir jetzt ein saftiges Schnitzel :-)

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    2. Veganer tun beides und schützen dazu noch die Umwelt! ;)

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    3. Wenn echte Menschen (also keine Veganer) kein Fleisch bekommen, leiden sie. Also erzähl keinen Müll, liebe(r) Faena.

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    4. es ist im gegenteil eher so, dass sie leiden WENN sie fleisch bekommen. nämlich an übergewicht, herz-kreislaufkrankheiten, diabetes...

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    5. Engagement für Tiere schließt nicht aus, dass wir uns nicht auch für Menschen stark machen, oder?

      Ich für meinen Teil betrachte meinen Veganismus nicht als Allheilmittel für alle Probleme auf der Welt, allerdings sind manche Zusammenhänge zwischen vermehrtem Konsum tierischer Produkte in den Industrieländern und z.B. dem Welthunger nicht von der Hand zu weisen. Wir können uns diese Massen an Fleisch etc. nur erlauben, weil wir auf Kosten anderer Menschen "produzieren". Dazu kommt das Exportgut "Fleisch", welches in so manchen ärmeren Ländern den heimischen Bauern ihrer Existenzgrundlage beraubt, da es um Einiges günstiger für die Menschen ist, als ihr heimisch "erzeugtes" Fleisch. Ich denke da wird in Zukunft auch das größere Problem liegen.

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  4. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    1. Kommentar gelöscht wegen beleidigendem Inhalt (sieh Kommentarregeln)

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  5. Hallo aus Duisburg,

    ich hatte den Artikel auch gelesen und auch in meinem Blog erwähnt. Neben den Inhalt des Artikles war ich vielmehr davon begeistert, dass eine große deutsche Tageszeitung mit dem Mythos aufgeräumt hat.

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