Mittwoch, 1. Februar 2012

wtf??? Alnatura liefert pro-Fleisch-Argumente

Essen Sie mit Genuss Gulasch, Rumpsteak und Co.? Oder ernähren Sie sich lieber fleischlos? Lesen Sie hier die Pro- und Contra-Argumente von BUND und der Schweisfurth-Stiftung zu diesem strittigen Thema.

Pro
»Discounter-Fleisch gilt zu Recht als Klimakiller. Es gibt aber auch gutes Fleisch: Wiesen und Weiden speichern gewaltige Mengen CO2 in ihrem Wurzelwerk.«

Alles muss raus! Raus auf die Wiese Damit wir uns gleich richtig falsch verstehen: Der BUND rät, essen Sie Fleisch, 1. wenn Sie es mögen, 2. Weidefleisch.
Discounter-Fleisch gilt zu Recht als Klimakiller. Es gibt aber auch gutes Fleisch: Wiesen und Weiden speichern gewaltige Mengen CO2 in ihrem Wurzelwerk. Milch von weidenden Kühen ist deshalb nach Berechnungen der Uni Kiel klimaneutral, obschon sie von Rindern, also der vermeintlichen »Klimakiller-Kuh«, stammt. Weiden sind Wohngemeinschaften der allergrößten Artenvielfalt in der Agrarlandschaft und sie filtern Regenwasser besonders gut. Klimaschutz und Artenvielfalt sind von den Vereinten Nationen (UN) anerkannte dringende Aufgaben der Weltgemeinschaft. Es gilt, für Millionen Menschen in durch den Klimawandel bedrohten Regionen und auch für unsere Kinder Boden gut zu machen und für intakte Ökosysteme zu sorgen – die Voraussetzung für jegliche Form von Wohlstand. Trotzdem würden wir Menschen weder Gras noch Klee essen. Rinder, Schweine, Ziegen und Hühner dagegen schätzen das Grünland.

In der falschen Fleischproduktion wird Fleisch zwar zum Beispiel mit »WIESENhof« gelabelt. Doch das ist eine vom Kennzeichnungsrecht erlaubte glatte Irreführung. Das falsche, billige Fleisch mit den hübschen Bildern auf den Verpackungen wird in aller Regel mit gentechnisch verändertem Futter aus Regenwaldregionen erzeugt, stammt aus Qualzucht und von Tieren, die statt Weidgründen kaum den Platz haben, sich um die eigene Achse zu drehen. Meist verbringen sie ihr Leben im Dunkeln auf Betonstäben, direkt über ihrer Gülle, der sie auf der Weide konsequent aus dem Weg gehen würden. In Niedersachsen werden 100 Prozent der Mastkälber und in Nordrhein-Westfalen 96 Prozent der Masthühner mit Antibiotika behandelt – die Spitze eines Eisberges staatlich vereitelter Daten. Quasi ebenso hoch sind Kontaminationen von frischem Fleisch mit antibiotikaresistenten ESBL-Keimen. Daher rät der BUND von Fleisch aus Massentierhaltung kategorisch ab. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Öko-Bauern, Neuland-Fleischereien oder Ihr Metzger um die Ecke sind Adressen, bei denen Sie nach Weidefleisch fragen können. Nur was nachgefragt wird, wird auch produziert.
1. Und sowas schreibt eine Dame vom BUND???
2. Und Alnatura druckt das auch noch ab???
3. Es gibt kein "gutes" Fleisch!

PS: Danach kommen natürlich noch die Contra-Argumente, aber allein schon, dass überhaupt Pro-Fleisch argumentiert wird, noch dazu mit so blöden Pseudo-Argumenten finde ich unverständlich. 

Kommentare:

  1. Also ich seh das jetzt nicht so eng. Ich vermute, man will nicht komplett auf die Anti-Schiene geraten und somit unprofessionell wirken. Kein Fleischfresser würde darauf anspringen, wenn Fleisch plötzlich komplett und radikal verteufelt würde. "Wiesenfleisch" ist besser als Fleisch aus Massentierhaltung - das ist Tatsache. Und wenn Menschen, die nicht auf Fleisch verzichten wollen, so blöd uns deren Argumente auch vorkommen, wenigstens das beherzigen, sind wir schon einen Schritt weiter, finde ich.

    Aber ja, über die Argumentationsstruktur lässt sich streiten...

    Ich wünsch dir nen schönen Abend!

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  2. Na zumindest drucken sie auch eine Contra-Meinung ab und rufen zur Diskussion bei Facebook auf. Da gibt es bis jetzt 4x Contra und 0x Pro, da ist ja richtig was los bei Facebook ;-)

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  3. "Und sowas schreibt eine Dame vom BUND???"
    Nun der BUND ist ja KEINE Tierschutzorga..und das der BUND in Projekten zur Erhaltung von bestimmten Lebensräumen auch auf die Haltung von Rindern und Schafsherden als Weidetiere setzt und diese Tiere auch "verwertet" werden ist auch nix Neues..

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  4. Und das Alnatura das abdruckt wundert mich auch nicht wirklich ...schließlich wird in deren Märkten auch Fleisch verkauft. Gut finden musst du das nicht aber ich bin doch erstaunt das dich das so überrascht.

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    1. alnatura ist aber zumindest vegan-freundlich und vertreibt auch viele ersatzprodukte, insofern ist das denen egal ob die fleisch oder tofu verkaufen. und im gleichen magazin war auch ein riesiger artikel über pflanzliche milch-alternativen: http://www.alnatura.de/de/pflanzliche-bio-milchalternativen
      da steht ja auch nirgendwo, dass milch ja eigentlich gar nicht so schlecht ist, wenn es die gute alnatura bio-milch ist.
      und die BUND-Dame empfiehlt auch noch "neuland-fleisch" oder beim metzger einzukaufen; das ist also nicht bio, und alnatura hat ja wohl null interesse daran, dass ihre kunden statt alnatura-tofu lieber im supermarkt neuland-fleisch oder beim metzger einkaufen?!?

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    2. "insofern ist das denen egal ob die fleisch oder tofu verkaufen." Ja, das schon aber sie wollen halt auch das die Leute wenn sie denn Fleisch kaufen das bei ihnen kaufen und deshalb werden sie ebend nicht auf eine komplette Anti-Fleischhaltung setzten. JA, sie sind veganfreundlich , aber bestimmt nicht nur weil sie selbst überzeugt vom Veganismus sind sondern weil es ihnen neue Kunden und ein gutes Image bringt... Ich finde das alles auch daneben , aber es überrascht mich auch nicht . Denn in erster Linie ist Alnatura ein Konzern der Gewinn machen will und nix anderes. Die Methoden und die Art der Selbstdarstellung mögen etwas anders sein als bei anderen Firmen aber das Ziel ist im Endeffekt das gleiche: Kunden binden, Geld verdienen. Ich mag die Alnatura-Produkte auch sehr gern und unterstütze lieber die als viele andere Firmen , aber warum sie in der Veganszene so oft als "die Guten " gehypt werden war mir noch nie ganz klar.

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  5. Fleisch von ordentlich gehaltenen Tieren, die auf der Weide schick in der Sonne stehen können, ist sowieso Illusion. Wenn das jeder wollen würde, könnte es gar nicht produziert werden. Mal ganz abgesehen von den ethischen Fragen. Krasse Sache, echt.

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  6. Ich kanns nachfühlen... Ich verbind Alnatura aus einem Irrglauben (Wunschdenken?) heraus auch immer mit gesunden Nahrungsmitteln und vergess dabei, dass sie genauso auch Dosenravioli oder Würstchen im Glas anbieten. Entsprechend entsetzt bin ich also auch jedes Mal, wenn ich wieder darüber stolper. ;)

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    1. alnatura steht schon für gesunde sachen, und dosenravioli find ich auch per se nicht ungesund, ist immerhin bio und nicht allzu viel "böse stoffe" (zucker, konservierungsstoffe, glutamat...) drin.
      aber hier gings ja jetzt gar nicht so um gesundheit, sondern darum, dass fleisch absolut unökologisch und ethisch verwerflich ist; und alnatura es so rüberkommen lässt, als wär das schon so in ordnung.

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    2. Ok, das ist echt Unsinn, aber leider weit verbreiteter Unsinn. Alnatura verkauft ja selbst Milchprodukte und Hühnerbrühe, also werden sie sich nicht gegen Tierprodukte aussprechen.
      Allerdings erweckt der Artikel schon einen seltsamen Eindruck und passt so gar nicht zu dem Image von Alnatura.

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    3. Sagen wir mal so : das Image von Alnatura passt nicht zu den Tatsachen

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  7. Das Argument hat Alnatura wohl aufgeführt, um einen objektiven Eindruck zu machen. Inhaltlich natürlich echt strange.
    "Es gibt aber auch gutes Fleisch"
    - wo?
    "Wiesen und Weiden speichern gewaltige Mengen CO2 in ihrem Wurzelwerk."
    - der dafür gerodete Regenwald hat sicherlich mehr gespeichert
    "Weiden sind Wohngemeinschaften der allergrößten Artenvielfalt in der Agrarlandschaft und sie filtern Regenwasser besonders gut."
    - bis auf menschliche Infrastruktur und Wüstengebiete gibt es wohl kaum ein artenärmeres Habitat als die (in der Regel überdüngte und verkotete) Weide

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  8. Und Gemüsefelder oder gar Wälder statt Weiden speichern kein CO²? Und als wäre CO² das einzige Problem das Planet Erde hat. Der Wasserverbrauch, der Transport, die Medikamente, das alles ist natürlich völlig wurscht.

    Wiesen kann man jedenfalls auch mit Rasenmähern mähen, und ich wette die stoßen weniger CO² aus als Rinderherden. Und Arbeitsplätze würd's auch schaffen. Arbeitsplätze!! Das ist doch neben CO²-Ersparnis gleich das wichtigste was es überhaupt nur gibt im Universum.

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