Montag, 20. Februar 2012

kleine vegane Siege

Wie oft habt ihr schon "Das bringt doch eh nichts!" gedacht oder gehört? Vegan ist mitunter ganz schön frustrierend, ständig blöde Sprüche, Vorurteile, teilweise sogar Anfeindungen. Und die Tiere, die man alle gerettet hat, bedanken sich ja auch nicht ein einem persönlich.
Hasenfuß vom Kaninchenfutter-Blog hat von einigen kleinen und großen Veränderungen, die sie in ihrem Umfeld bewirkt hat, berichtet. Das war für mich Anlass für eine Liste mit Dingen, die ich bei anderen verändern konnte:

  • Ich war der Auslöser dafür, dass ein Freund von mir Vegetarier wurde. Inzwischen ist er vegan, aber das geht wohl höchstens zu einem Teil auf meine Kappe.
  • Ein Bekannter (seit ein paar Monaten Vegetarier) versucht ein bisschen, sich zu veganisieren. Von Eiern ist er schon fast ganz weg, bei dem Rest macht er kleine Schritte. 
  • Meine Mutter kauft Sojamilch, Sojaflocken und Yofu, seit ich ihr beides empfohlen habe.
  • Meine Schwester (langjährige Vegetarierin) lässt Tierprodukte weg, wenn es eine gute Alternative für sie gibt, z.B. hat sie schon vegan gebacken, statt Milch kauft sie Sojamilch, vegane Margarine, Schokoaufstrich o.ä. Von Käse, Milchschnitten und Toffifee wird sie allerdings wohl nie runterkommen
  • Mein Vater (Pseudo-Vegetarier)  isst öfter Räuchertofu aufs Brot und kauft Sojadesserts, und meistens kauft er Bio-Käse, seit ich ihm das mit dem Gen-Futter erklärt habe.
  • Bei einigen Demos wo ich dabei war, gab es immer mal wieder ein paar Leute, die gesagt haben "ich habe noch nie darüber nachgedacht, dass die Tiere im Zirkus es so schlecht haben, eigentlich habt ihr recht" o.ä. 
  • Diverse Bekannte, Bäcker, Kellner, Sandwichmaker o.ä. wissen jetzt zumindest was vegan ist, und dass Veganer keine mangelernährten Spinner sind, sondern eigentlich ganz normal.

Generelle Effekte von Veganismus, die man aber nicht merklich spürt: 

  • Man vermeidet Tierleid und Umweltschäden (stark pauschalisiert)
  • Man erzeugt Nachfrage nach veganen Produkten, und je mehr Nachfrage desto mehr Angebot. Und Angebot schafft auch wieder Nachfrage... Gibt z.B. Omnis, die sich Sojapudding kaufen, weil er schmeckt. Daneben kommt halt die Kuhmilch in den Einkaufswagen, aber wenigstens etwas! 
  • Und wenn mehr produziert wird, wird die Produktion auch billiger, und die Preise sinken. Und billiger = wird häufiger gekauft.... Ein Selbstläufer also!
  • Andere werden unweiglicher darüber aufgeklärt, dass es Veganismus gibt und was das ist. Und vielleicht auch dass es durchaus lecker ist, wenn man selbstgebackene Muffins o.ä. verteilt. Und dass Veganer keine abgedrehten Spinner sind, sondern ganz normal...
  • Ernährung überhaupt wird thematisiert, und erlangt somit größere Bedeutung
  • Man bestärkt andere Veganer, indem man ihnen Rückhalt gibt. Allein das Bewusstsein, dass man nicht ganz alleine gegen Windmühlen kämpft, gibt schon ein gutes Gefühl

Um's mit Hasenfuß' Worten zu sagen: Jede nicht gekaufte Packung Milch ist ein kleiner Triumph.

 

Kommentare:

  1. Wenn ich es so recht überlege, gibt es in dem einen Jahr, dass ich in 3 Wochen vegan bin keine Verädnerungen in meinem Umfeld. Leider. Nur weitere Nachfragen, wenn diese "Diät/Phase/Spinnerei" endlich vorbei ist.
    Eine Freundin erzählte mir zwar, dass sie angeblich viel weniger Fleisch isst als früher, aber kontrollieren kann ich das nicht. Mir ist ja auch erst aufgefallen wie VIEL Fleisch ich eigentlich esse, als ich es weggelassen habe.
    Mein Trost ist die Öffentlichkeit, die vegane Themen zunehmend bekommen und das steigende vegane Angebot in den Supermärkten, dass mir zeigt, dass der Markt durchaus da ist. Und du natürlich ;-)

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  2. Für mich sind kleine Siege schon, wenn ich Vorurteile abbauen kann.

    Zum Beispiel war mein Freund übere's Wochenende bei mir und hatte plötzlich Lust auf Kakao. Da ich weder Kuhmilch noch Kakaopulver im Haus hatte, meinte ich zu ihm, dass ich "nur" ne Packung Schokosojamilch hier hab. Er hat sie probiert und fast die ganze Packung auf einmal getrunken, weil er sie so lecker fand.

    Über so etwas freue ich mich immer sehr. Ich lebe jetzt schon seit Mitte 2009 vegetarisch und jetzt entwickelt sich die Toleranz langsam zu Neugier.

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  3. Es ist gut, sich solche Veränderungen bewusst zu machen. Ich kann auch einige solcher kleinen Erfolge in meinem Umfeld verbuchen (Freunde, Mitbewohner, Familie...). Und das bestärkt mich darin, dass es schon viel nützt, wenn man den Veganismus vorlebt - ohne andere missionieren zu wollen. Ich finde es toll, wenn ich dadurch Denkanstöße geben kann.

    Ich frage mich auch oft, was ich alleine bewirken kann (nicht nur im Bezug auf Ernährung). Und auch wenn mein Beitrag klein ist, möchte ich ihn leisten. Ich kann inzwischen gar nicht mehr anders ;)

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    1. als journalistin kannst du glaub ich ne menge bewirken, allein schon durch deinen blog, der echt gut ist. naja, das problem, dass man damit meist nur die leute erreicht, die s eh schon begriffen haben... aber auch als veganer tut man ja gut daran, zu reflektieren und auch mal andere meinungen innerhalb des veganertums zu lesen. gerade was toleranz, umgang mit anderen, und konsumverhalten insgesamt angeht, kann man da noch ne menge lernen.

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    2. Ja, stimmt schon. Obwohl ich auch immer aufpassen muss, im Job nicht zu voreingenommen zu sein. Aber ich habe in letzter Zeit eig das Gefühl, dass ich gerade Leute erreiche, die gar nichts mit Veganismus am Hut haben. Das ist toll. Bei der Arbeit, im Freundes- und Bekanntenkreis kenne ich nicht viele Veganer. Das ist auf jeden Fall ein Vorteil - auch wenn man dann oft alleine da steht. Aber was solls ;)

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  4. Ich bin zwar nicht mehr Veganerin, aber ernähre mich überwiegend vegan und die Siege, die ich erzielen konnte, waren, dass meine Eltern immer nur vegane Kuchen etc. vorgesetzt bekommen, meine veganen Dinge mitessen und vieles ihnen sogar gefällt und eben so kleine Dinge, dass meine Klasse mal vegane Muffins bekommen hat und andere auch mal meine Brote etc. mit Aufstrich probieren.

    Ich bin glücklich, dass ich noch nicht wirklich angemacht wurde, weil ich Vegetarierin bin und eben mit den veganen 'Abstechern'. Von Freunden kommen da vielleicht mal 'witzige' Sprüche und Tante und Onkel finden es komisch, aber man muss es den Menschen erklären und sie verstehen einen dann vielleicht.

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  5. Hahaha...und ich habe in den letzten beiden Jahren schon 6 oder 7 Veganer dazu gebracht, sich wieder vernünftig zu ernähren, nämlich omnivor :-)

    LG Bernd

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  6. Ich habe in meinem Umfeld auch schon einige zumindest von herkömmlicher Milch und Eiern aus Bodenhaltung wegbekommen ;) Und Fleisch und Wurst vom Discounter kaufen die meisten auch nicht mehr ;) Immerhin...

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  7. Hi,
    also nur weil ich grad gelesen hab, dass deine Schwester sooo verrückt nach milchschnitten ist: hier ist ein rezept für vegane milchschnitte, ich selber habs zwar noch nie ausprobiert und bezweifel auch, dass es genauso schmeckt wie milchschnitten, aber n versuch wäre es doch wert, oder? vielleicht bleiben dann käse und toffife ihre einzigen zwei ausnahmen ;) (oh und käse kann man doch super mit so hefe-zeugs ersetzten, also ich find auf der pizza klappt das super ^^)
    Achso ja hier der link zum rezept: http://hamburgistvegan.de/2011/05/24/trainingslager/milchschnittchen-vom-fruehstuecksklub/

    Liebe Grüße
    Sabrina

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    1. danke für den tipp, aber selbst machen ist nicht dasselbe, und ziemlich aufwändig.. milchschnitte ist bequem, lecker und praktisch. aus dem kühlschrank holen, mitnehmen, aus der verpackung holen. hat halt jeder so seine kleinen sünden - ich glaub wenn kaffee nicht vegan wär, wär ich auch keine veganerin mehr ^^

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    2. Dabei sind Milchschnitten doch DIE Werbelüge schlechthin ;) http://www.focus.de/finanzen/news/etikettenschwindel-milch-schnitte-bekommt-den-goldenen-windbeutel_aid_637631.html

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  8. sie ist auch nicht blöd und glaubt die wären gesund. aber sie schmecken nunmal und sind praktisch zum mitnehmen

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    1. Ohje, ich wollte auch nicht sagen, dass deine Schwester blöd ist! Sorry, wenn das so rüber gekommen ist ;)

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    2. keine angst, ich hab das auch nur als nett gemeinte info aufgefasst. aber jeglicher hinweis darauf, dass ein xbeliebiger süßkam ungesund ist, finde ich überflüssig, da süßkram per definition schon ungesund ist. und das ist auch in ordnung, man nascht ja weil man sich nen luxus gönnt etwas leckeres zu essen. nur identifizieren einige halt milchschnitten nicht als schokoriegel, sondern glauben an die beworbene "leicht zwischenmahlzeit mit vieeeeel gesunder milch"

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  9. Find ich wichtig, sich die "kleinen veganen Siege" immer wieder vor Augen zu halten. :)
    Schade, dass ich in meiner Familie nicht so viel bewirkt hab wie du: Eigeentlich essen "nur" meine einen Großeltern weniger Fleisch, der Rest ist da ziemlich festgesessen...

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  10. Hm, eine gute Freundin bäckt öfters vegan, damit ich auch mitessen "darf". Sie muss es halt immer rausbrüllen, dass ich bzw das Essen vegan bin/ist; aber da hör ich schon garnicht mehr hin...
    aber ich hab den leisen Verdacht, dass sie sich bloß nich getraut, mehr vegane Produkte zu probieren.

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