Mittwoch, 15. Februar 2012

gute und schlechte Nachricht

Okay, die schlechte zuerst:
Die Schlachtbetriebe in Deutschland haben vergangenes Jahr so viel Fleisch produziert wie nie zuvor. Insgesamt 8,2 Millionen Tonnen seien 2011 in der gewerblichen Schlachtung erzeugt worden, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Dies habe einem Zuwachs von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprochen. Während in den Betrieben mehr Schweine- und Geflügelfleisch hergestellt worden sei, sei die Produktion von Rindfleisch jedoch zurückgegangen.

Insgesamt seien im vergangenen Jahr 5,6 Millionen Tonnen Schweinefleisch erzeugt worden, teilten die Statistiker mit. Dies habe einem Anstieg um 2,0 Prozent entsprochen. Die Geflügelfleischproduktion wuchs demnach um 3,1 Prozent auf 1,4 Millionen Tonnen. Die Herstellung von Rindfleisch nahm um 2,7 Prozent ab und sank auf 1,2 Millionen Tonnen, wie die Statistiker mitteilten.
Quelle: focus

Kleine Anmerkung: "mehr Fleisch produziert" heißt nicht automatisch "mehr Fleisch gegessen". Exportnation Deutschland....

So, und jetzt die gute: 
Angesichts zahlreicher Lebensmittelskandale haben die deutschen Verbraucher im vergangenen Jahr zu deutlich mehr Bioprodukten gegriffen. Der Umsatz mit Ökolebensmitteln stieg um neun Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Euro, wie die Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) vor Beginn der Messe BioFach in Nürnberg mitteilte. Vor allem bei Fleisch und Geflügel, Milch- und Molkereiprodukten sowie Eiern nahm der Absatz zweistellig zu. Bei manchen Produkten wie etwa Kaffee waren aber auch Preissteigerungen für den höheren Umsatz verantwortlich.

Quelle: AFP

Ein  kleines Anzeichen von Vernunft? Sollte "Ich kauf nur ganz wenig Fleisch und dann bio" vielleicht doch nicht soooo falsch sein?
Was allerdings nicht ganz so toll ist:
Die deutschen Ökobauern können die gestiegene Nachfrage der Verbraucher allerdings nicht allein bedienen. Die Hälfte aller Biomöhren und -äpfel, ein Viertel aller Biokartoffeln und 15 Prozent des Biogetreides kamen im vergangenen Jahr aus dem Ausland, wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) mitteilte. Die Entwicklung des Bioanbaus sei hinter der Marktentwicklung zurückgeblieben: Die Anbaufläche der Biobetriebe sei 2011 nur um 2,3 Prozent gewachsen, die Zahl der Höfe nur um 4,8 Prozent. "Wir brauchen jetzt 10.000 neue Biobetriebe", forderte der BÖLW. Dazu aber sei ein Politikwechsel notwendig.

Die Nachfrage ist da, wieso aber lassen sich die Produzenten dieses Geschäft entgehen? Weil eine Umstellung auf bio umständlich, teuer und risikoreich ist. Man muss sich Know-how aneignen, sich kontrollieren und zertifizieren lassen,
Ökologische Landwirtschaft wird viel zu wenig gefördert - einen Betrieb umzustellen ist teuer, denn es müssten Ställe umgebaut werden, und viele Landwirte scheuen diese Investion, bzw. kriegen keinen Kredit. Und solange Agrarförderungen hauptsächlich nach dem Gießkannenprinzip pauschal je Hektar ausgezahlt werden, wird sich daran auch so schnell nichts ändern.

Wir schädigen Tiere, Umwelt und Landschaft damit wir unsere Massenware ins Ausland verschleudern können, dafür kaufen wir dann teuer die Bio-Ware von denen. Krank!

Kommentare:

  1. Das stimmt! Total unsinnig. Aber es sind eben zwei völlig unterschiedliche Wirtschaftszweige. Diese Entwicklung zu sehen und sinnvoll auszubalancieren, dazu bedürfte es den Draufblick einer vernünftigen Politik...

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  2. "Okay, die schlechte zuerst"

    An diesen Zahlen kann man sehr schön erkennen, daß durch dein "vegan-gehen" nicht das kleinste Bisschen "Tierleid" vermieden wird. So ein Pech aber auch...

    "So, und jetzt die gute"

    Haben vernünftige Leute (also keine Veganer) ja schon immer gewußt, daß Qualitätsfleisch besser ist als Massenware. Und diesen Leuten (zu denen ich schon etliche Jahre zähle) wünsche ich auch in Zukunft "Guten Appetit". Trotz der penetranten veganen "Appetitverderbermasche" :-)

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  3. Die Kosten sind ja ein ganz wichtiger Punkt. Und so lange Massentierhaltung noch so massiv subventioniert wird, bleiben dem Model viele Landwirte lieber treu, da bei dem Bio-Gewerbe einfach unklar ist, ob das nachhaltig und langfristig wächst, oder nur ein Trend ist, der einem an Ende mehr kostet.

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  4. http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1547340/Der-Preis-von-billigem-Fleisch

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  5. wieso es für einen veganer eine gute nachricht sein soll, daß die nachfrage nach sog. biofleisch steigt, erschließt sich mir nicht ganz. auch biotiere legen sich nicht freiwillig unter das schlachtermesser !!!

    "Wir schädigen Tiere, Umwelt und Landschaft damit wir unsere Massenware ins Ausland verschleudern können, dafür kaufen wir dann teuer die Bio-Ware von denen. Krank!"

    warum benutzt du hier das wort "wir" ?? veganer kannst du damit ja wohl kaum meinen.

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  6. @Anonym II

    Das erklärt sie doch direkt im nachfolgenden Satz! Einfach genauer lesen ;) Mehr Bioprodukte = mehr Reflexion. Da ist der Weg zum noch größeren Umdenken (Vegetarier/Veganer) nicht mehr ganz so weit.

    Und mit 'wir' ist vermutlicih 'wir Deutsche' gemeint. Auch logisch, ne?

    Liebe Grüße
    Federchen

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  7. "Und mit 'wir' ist vermutlicih 'wir Deutsche' gemeint. Auch logisch, ne?"

    Und logisch ist ebenfalls, daß die Nutztierhaltung Veganer einen feuchten Kehricht angeht. Da sie bekanntlich keinerlei Tierprodukte konsumieren, habe sie sich gefälligst auch aus der Tierhaltung rauszuhalten, diese betrifft sie nämlich in keinster Weise (mehr).

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    1. wenn hierzulande die umwelt zerstört, kleinbauern benachteiligt und tiere deswegen gequält werden, betrifft mich das sehr wohl - zumal von MEINEN steuergeldern

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    2. Und weil ich kein Politiker bin, soll ich mich nicht in Politik einmischen dürfen? Und weil ich kein AWK besitze, darf ich nicht über Atomkraft diskutieren? Und weil ich in Europa wohne, darf ich mich nicht für Afrika interessieren?

      Ohje, ohje...

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