Freitag, 27. Januar 2012

Was wäre die Welt bloß ohne vegane Selbstversuche?

Wenn dies nicht eine rhetorische Frage wäre, würde die Antwort lauten "Ein Ort, wo man sich aufs Wesentliche konzentrieren könnte".
Aber ich will nicht gemein sein, bei Smiri von "Nie fragen!" scheint die Motivation nicht "Ich brauche dringend ein Abenteuer, über das ich berichten kann" zu sein, sondern ehrliches Interesse vorhanden, denn der Proband bereitet sich jetzt schon schrittchenweise vor und will dann im Februar konsequent vegan durchstarten:

Warum?
Weil ichs kann, weil ichs schon immer mal ausprobieren wollte, weil ich schauen will, wie es mir damit geht, weil ich merke, daß es mir besser geht, je mehr ich mich von Obst und Gemüse ernähre - und weil ich früher immer Angst davor hatte (Das geht ÜBERHAUPT NICHT!? Was soll ich denn dann noch ESSEN?!), im Moment aber gar keine Angst davor habe, weil es mir eher einfach erscheint. Klingt nach dem richtigen Zeitpunkt, oder?

Ich versuche es einfach mal, mäandere durch Supermärkte und Reformhäuser, schaue, was es an pflanzlichen Alternativen gibt und fahre meinen Milchkonsum so langsam runter.
Spätestens zum 1.2. will ich mich richtig vegan ernähren, heute ist schon mal ein erster Testtag.

Es folgen die üblichen Vegan-Erkenntnisse:  Vegan&Käse ist ein ungelöstes Problem; aufm Dorf ist die Ersatzprodukt-Palette eher mau, bei Süßkram muss man sich erst durch Zutaten- bzw. Produktlisten arbeiten, und leider verstecken sich oft tierische Bestandteile in Lebensmitteln, wo man's eigentlich nicht erwartet.

Ich werd das mal weiter verfolgen; ich hab ja die leise Hoffnung, dass es sich nicht bloß um einen "Versuch" handelt, sondern um eine schrittweise Umstellung zum Veganismus...


Kommentare:

  1. Zumindest bei mir hat das Ganze auch mit einem zweiwöchigen veganen Selbstversuch angefangen. Währenddessen hab ich gemerkt, dass es gar nicht so schwer ist, und bin dann gleich beim Veganismus geblieben. Als Einstieg finde ich das eigentlich ganz gut. Wenn man direkt sagt, dass man Veganer werden will, ist der Druck sehr groß - wenn es nicht klappt, ist man gescheitert. Das ist bei einem mehrwöchigen Selbstversuch einfach was anderes.

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    1. bei mir wars auch so, dass ich gesagt habe "ich versuchs jetzt mal vegan und wenns gut läuft, bleib ich dabei"; nach knapp 2 Wochen hab ich mich dann als (Neu-)Veganer bezeichnet. es ist schon ne umstellung, von daher ist es wirklich sinnvoll, nicht gleich am ersten tag zu sagen "ich bin jetzt vegan und ab heute ist alles radikal anders"; das erzeugt großen druck.

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  2. Also ich finde das klingt auf alle Fälle aufgeschlossener und erfolgsversprechender als "die Redaltion brauchte noch irgendwas um nen Artikel zu machen, deswegen musste der Praktikant eine Woche vegan leben und stellte beim Frühstück mit Entsetzen fest, dass in seinem Kühlschrank gar nichts veganes ist".
    Wers mag solls machen. Machen Veganer ja auch, da nennt sich das dann "Rohkost-Experiment" XD

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    1. btw: wo findest du die eigentlich immer?

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    2. bei den ganzen veganern, die detox gemacht haben, dachte ich auch oft "was wohl die richtigen rohköstler dazu sagen?" war ja teilweise schon diletantisch, und ich hatte den eindruck, dass die meisten sich nicht so wirklich vorbereitet haben und dann entsprechend unglücklich waren bzw. es ihnen körperlich schlecht ging.

      google ist ne wucht :D

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    3. http://www.spiesser.de/artikel/das-selbstprojekt-365-tage-fleischfrei ;) ist zwar nicht vegan, aber vielleicht kannst du es ja trotzdem brauchen

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    4. danke; find ich aber ehrlich gesagt nicht so spannend. 1 jahr vegetarisch und das fazit "war nicht so einfach, aber die leute sind halt doof". is jetzt nicht so wahnsinnig persönlich oder erkenntnisreich...

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  3. Ich wäre bei solchen Umstellungen ( auf eine andere Lebensweise) eh immer für die Methode "HEUTE werde /bleibe ich..." da mit fahr ich am besten : jeden Tag für das Ganze sehen . Dann kann mensch immer wieder neu anfangen und scheitert nie so total..

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  4. Ich hab auch mit etwas angefangen, dass ich stückweise Umstellung genannt habe.. Das war dann allerdings eher so "Ich benutze noch die angefangene Packung Gemüsebrühe zuende, bevor ich eine neue vegane anschaffe, damit nicht zwei geöffnet sind" etc. :)
    Und in dem Fall klingt es wirklich nach Interesse und nach Testphase, als wollte die Autorin eigentlich vegan leben, das aber vorher mal ausprobieren anstatt sich direkt darauf "festznageln". Ist ja auch schon eine Umstellung ;)

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  5. Ich finde, dass so eine kurze Testphase total sinnvoll sein kann, kenne viele, die so angefangen haben und dann gemerkt haben "Oh, das ist ja doch gar nicht so ungewöhnlich", weil man ja so viel ersetzen kann. Fands am Anfang nur schwer auf den Joghurt zu verzichten - hatte nämlich in meinen Jahren als Vegetarierin eine regelrechte "Joghurtsucht" entwickelt. Und Kondensmilch im Ostfriesentee... Oh Kondensmilch... die vermisse ich wirklich ;-)

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    1. aber es gibt doch Sojade und Yofu! ich finde die sogar leckerer als "echter" joghurt.
      kondensmilch hab ich glaub ich noch nie getrunken; insofern fehlt mir auch nix ^^

      bei vielen die von "veganen selbstversuchen" berichtet, kommt es halt eher so rüber, dass die auf teufel komm raus über ein abenteuer berichten möchten, so wie manche von 1 woche bergsteigertour oder heilfasten berichten, also das ganze von vornherein nur als einmaligen kick betrachten.

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    2. Achtung: Sojade ist nicht vegan! Hat sich mal über ne PA beim Hersteller herausgestellt (nicht von mir). Ich finde das von Provamel total gut.

      Ist doch letzten Endes auch egal, wie jemand zum Veganismus kommt - hauptsache, er/sie bleibt dabei :)

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  6. kann man so nicht sagen - sojade wollte nur nicht verraten, auf welchem nährboden sie die bakterien für die fermentation züchten. und ehrlich gesagt wie viel nährboden wird für einen joghurt gebraucht? wenn pro becher 0,01ml Milch verwendet werden, fänd ich persönlich das nicht so dramatisch; das ist ja fast so wie "enthält spuren von..."

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    1. http://www.laubfresser.de/2010/05/test-anlasslich-der-rezepturanderung.html

      Ich habe die Info hierher. Und es stimmt, dass es sich nur um Spekulationen handelt, die allerdings vom Hersteller stark geschürt werden. Ich kenne viele, denen das nicht egal ist und die auf Sojade verzichten. Groß Gedanken habe ich mir da nie weiter gemacht, weil ich genauso gut Alpro oder Provamel essen kann (gibt hier alles). Wobei da die Diskussion bzgl. Dean Foods im Gange ist. Hab da das erste Mal bei Cara von think.care.act davon gelesen. Was meinst du dazu? Lieber Sojade essen und dafür Dean Foods nicht unterstützen?
      Die 'Spure von ...' sind mir auch egal, das ist nur eine Absicherung gegenüber (tödlichen) Vorfällen bei Allergikern.

      Liebe Grüße,
      Federchen

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    2. @Anonym,
      gehört denn Provamel jetzt auch zu Dean? Herrje dann wird es echt eng.

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  7. Diese Selbstversuche, dazu hab ich auch immer eher ein skeptisches Bild... als ich vegan wurd, hatte ich einen Grund. Es war ein inneres Outing: Ich töte Tiere. Ich will das nicht. Ich muss damit aufhören. Ich wurd direkt vegan, ohne Versuch, ohne Vegetarismus zuerst, einfach zack.

    Weil ich kapiert hab. Weil ich mich informiert hab. Weil ich Gründe hatte.

    Wenn man hingegen umgekehrt anfängt - ach schauen wir mal wie das so läuft und wenn's einfach ist vielleicht bleib ich dann vegan und wenn nicht auch egal... ja.. was soll das denn geben? Entweder man spricht Tieren das Recht auf Leben zu oder nicht. Entweder man hat ein schlechtes Gewissen wenn man sich Tierqual auf's Brötchen legt oder nicht.

    Bequemlichkeiten sind da doch zweitrangig, oder sollten es sein. Auch auf'm Dorf haben Supermärkte ein Angebot dass jeden Drittweltmenschen die Tränen in die Augen bringen würd - selbst wenn man alles tierische gedanklich aus dem Sortiment streicht ist das Angebot noch gigantisch.

    Natürlich kann und soll jeder an das Thema gehen wie er Lust hat. Will da garnix schlecht reden. Aber ich versteh einfach nicht wieso man meint ohne Überzeugung an eine Sache "auszuprobieren", die auf kompromissloser Überzeugung basiert.

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  8. nja...für mich ist es auch überzeugung in puncto tiere nicht töten wollen, unfassbar, wie man in diesem gewerbe überhaupt arbeiten kann (tiermast- und schlachtbetrieben)...dennoch...

    ich habe auch ne 30jährige weile gebraucht, es zu checken, und für viele ist es halt erstmal ein gesundheitlicher selbstversuch...bzw trennt sich halt jeder auf seine art von der jahrelangen gesellschafts-gehirnwäsche, dass es nämlich besser ist, ein billig produziertes stück fleisch jeden tag am teller haben zu können anstatt vegan zu leben.

    ich möcht dabei bleiben, fühle mich seit der umstellung (vor einem monat) sehr wohl, nur meiner familie und meinen freunden muss ich´s noch mundgerecht beibringen...aber vielleicht gibz ja wiedermal ne gute doku (wie plastic planet, oder supersize me), die veganer "entfreakt".

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  9. http://www.zentrum-der-gesundheit.de/vegane-rezepte.html,

    GAANZ einfache Rezepte,

    oder hier:

    http://vegan-monsterfood.blogspot.de/

    oder hier:
    http://tierrechtskochbuch.de/, (bitte bei diesem Link ganz ganz ober auf das Wort Rezepte Klicken um Rezepte zu sehen)

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  10. und hier ist ne Broschüre von nem veganen Arzt, wo man genau nachlesen kann, wie mich oder eier oder käase oder fleisch dem körper schaden zufügen, eine pflanzl. kost aber nicht, und ist ne sehr große Website mit vieeeln Infos, viel spass beim stöbern:

    http://www.provegan.info/de/vegan/vorwort/

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    1. die seiten kenne ich, danke. und zu der broschüre: klar, milch/eier/käse/fleisch KÖNNEN schaden, müssen aber nicht. und dass vegan die gesündeste ernährungsform ist, stimmt nicht, zumindest ist dies in studien nicht bewiesen worden, und da kann der herr dr. auch nichts dran ändern. man kann sich gesund vegan ernähren, aber mit behauptungen wie "am gesündesten" sollte man sich zurückhalten wenn man sie nicht beweisen kann, das ist sonst unseriös.
      ich bin übrigens schon vegan, aber nicht aus gesundheitsgründen.

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