Donnerstag, 5. Januar 2012

(vegane) Weltanschauung

Saskia von walkingbetweenthelines hat in ihrem Blogpost "Meine Weltanschauung" ein tolles Statement abgegeben, was ich voll und ganz unterschreiben kann. Ich finde den Text wichtig, weil man damit eine klare Aussage trifft, Vorurteilen den Wind aus den Segeln nimmt und jeder weiß woran er ist. Ich wollte nicht den ganzen Text kopieren, und habe daher versucht, die Kernaussagen herauszufiltern:
  • Tiere sind gleichwertige Lebewesen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger als wir selbst.
  • Tierprodukte bedeuten Tierqual. Ich möchte nicht, dass Tiere für mich leiden.
  • Es ist mir möglich, auf Tierprodukte zu verzichten, also tue ich es.
  • Ich erwarte dies nicht von anderen, auch wenn ich es natürlich befürworte.
  • Ich mag nicht alle Menschen, oder das was sie tun, aber ich respektiere sie. Vor mir braucht sich niemand für seine Lebensweise zu rechtfertigen.
  • Ich weiß nicht, wie viel Tierleid ich dadurch vermeide. Aber ich weiß, dass ich es zumindest versuchen muss.

Das jedenfalls ist meine Weltanschauung.

Kommentare:

  1. Danke dir, ich glaube du hast das sehr gut zusammengefasst. Ich hoffe, dass damit alles geklärt ist und ich Vorurteilen gegenüber mir als missionierende Veganerin vorbeugen kann. Denn in Zukunft möchte ich wirklich mehr wie selbstverständlich aus meinem Alltag schreiben, ohne ständig begründen zu müssen, warum ich xy so regele, zubereite oder kaufe.

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  2. Ich finde den Artikel von Saskia wirklich toll :)
    Und ich mag das neue Design von deinem Blog, Mausflaus :)

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  3. Hey Mausflaus, ich wollte nur mal kurz sagen, dass ich Dein neues Design mag!
    LG, Birdie

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  4. >>Tiere sind gleichwertige Lebewesen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger als wir selbst.

    Darf ich da eine ernsthaft gemeinte Frage stellen? Wenn die Transplantation von Schweinenieren dauerhaft möglich wäre, würdest du die lebensrettende OP eines nierenkranken Angehörigen missbilligen, weil das Schwein "gleichwertig" ist? So sehr ich mich sonst bemühe, Veganer zu verstehen, diese Vorstellung entsetzt mich.

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  5. Zu eve's Kommentar:
    Ich schätze in einer solchen Extremsituation hebelt sich das mit der Gleichwertigkeit aus. Tiere sind eben Tiere und Menschen sind Menschen. Jeder ist sich letztendlich selbst der nächste, also würde ich persönlich nicht "nein" zu einem Schweineherz sagen, falls es einem Angehörigen das Leben rettet. Übrigens genausowenig wie ich die Niere eines Organspenders ablehnen würde.
    Aber seien wir mal ehrlich: Wie oft am Tag musst du eine solche Entscheidung treffen?
    Die Entscheidung ein Tier nicht töten zu lassen, weil du es nicht essen willst, scheint mir da alltäglicher und naheliegender. Warum über hypothetische If-Szenarien debattieren, wenn es im Alltag soviele reale Baustellen gibt, an denen man anfangen könnte?

    Ich vermute übrigens, dass Saskia mit ihrer Aussage vielmehr darauf hinaus wollte, dass Tiere nicht leblose Dinge/Gebrauchsgegenstände sind, sondern denkende,fühlende Lebewesen und in dieser Weise "gleichwertig" zu uns.

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  6. @Hasenfuß
    Natürlich ist es ein rein hypothetisches Beispiel, aber es soll ja eben nur die Grenze aufzeigen. Und während ich ohne zu Zögern ein Schwein töten würde, um einem Angehörigen das Leben zu retten, würde ich dasselbe bei einem Menschen/Organspender niemals tun.

    Man sollte mit Worten wie "gleichwertig" einfach nicht leichtfertig umgehen, darauf wollte ich hinaus. ;)

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  7. @Frau Schäfchen
    Danke, mir gefällts auch besser. Ich habs mal in rosa-tönen gelassen, damits nicht zu ne dolle umstellung ist... obwohl rosa an sich sowieso toll ist ^^

    @eve
    Klar darfst du fragen. Sowas ist echt schwierig zu beantworten. Grundsätzlich würde ich sagen nein, es ist falsch, ein lebewesen für ein anderes zu töten.
    aber gefühlsmäßig wenns um mich oder meine angehören geht: da würde ich buchstäblich auch über leichen gehen; sprich, da würde ich auch einen anderen menschen töten, damit mein papa, mama, schwester weiterleben kann. ob das objektiv ethisch korrekt ist... wohl nicht. aber eher als einen anderen menschen würde ich wohl ein tier töten. wobei ich mir auch da nicht sicher bin; diejenigen von uns, die haustiere haben, wissen, wie sehr man die lieb hat, und da ist es möglicherweise einfacher, einen fremden menschen zu töten, als das haustier dass man kennt und liebt.
    und gerade bei nierentransplantationen sollte man doch erstmal alle anderen mittel ausschöpfen - organspendeausweise ZWINGEND machen, und wer keinen hat, dem wird nach dem tod einfach alles rausgenommen was man weiterverwenden kann. das fände ich immer noch ethischer, als andere lebewesen dafür zu verletzen oder gar zu töten.
    also: solange es noch andere "leidärmere" möglichkeiten gibt, darf man nicht die tiere dafür herhalten lassen!
    außerdem: das ist eine randfrage. es geht ja darum, vermeidbares leid zu vermeiden, in erster linie bei ernährung und konsum. und da steht es einfach fest, dass das möglich ist - mir zu nahezu 100% und den meisten anderen auch.

    vielleicht hätte ich "grundsätzlich gleichwertig" schreiben sollen; denn ich bin zwar eigentlich antispeziesist, aber zb insekten stehen für mich nen tick tiefer als andere tiere. und ich glaube säugetiere würde ich nochmal etwas höher einordnen, als zb reptilien. aber ob das so richtig ist, da bin ich mir auch nicht so sicher.

    noch ein gedanke: soooo super menschenfreundlich sind wir alle nicht. wir beuten andere menschen aus profitgier aus, verursachen sogar deren tod (unfälle auf plantagen, weil die arbeiter unter schwierigen bedingungen arbeiten, wir lassen menschen in afrika hungern, obwohl wir die möglichkeit hätten sie zu retten, usw.).
    also sollten wir alle nicht allzu empört sein, wenn jmd der meinung ist, man sollte nicht immer alles zu tun, um menschen zu retten.
    hast du haustiere? würdest du es fertig bringen, einen niedlichen cockerspaniel zu töten? oder sogar mehrere? die frage sollte man sich stellen.

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  8. "Ich vermute übrigens, dass Saskia mit ihrer Aussage vielmehr darauf hinaus wollte, dass Tiere nicht leblose Dinge/Gebrauchsgegenstände sind, sondern denkende,fühlende Lebewesen und in dieser Weise "gleichwertig" zu uns."

    Genau. Das war mein Punkt.

    Ansonsten bin ich ganz bei Mausflaus. In einer Situation, wo es um mein Überleben oder das eines Angehörigen ginge, würde ich wahrscheinlich die Schweineniere nehmen, genau wie ich ein Spenderorgan von einem Menschen annehmen würde (dass dafür Menschen getötet werden müssen, ist Schwachsinn, solange alles auf legalem Wege geschieht). In einer Extremsituation, wo es ums eigene Überleben geht, hat Moral keinen Platz. Ich weiß nicht wie es sich anfühlt kurz vor dem Hungertod zu stehen, aber ich glaube da würde ich auch jegliche Nahrungsquelle in Betracht ziehen.

    Bei unserem täglichen Fleisch und Tierprdoukte-Konsum geht es aber nicht ums nackte Überleben, sondern um Luxus, Gewohnheiten und Übermaß. Wir befinden uns in keiner Extremsituation und sind nicht auf diese Speisen angewiesen und haben so die Wahl.

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  9. Natürlich war das mit der Schweineniere ein fiktives Beispiel, aber selbst hier in Österreich, wo jeder automatisch Organspender ist, wenn er kein Widerspruchsding ausfüllt, gibt es eine Knappheit an Organen, es liegt also nicht an den mangelnden Organspendeausweisen alleine.

    Ich könnte selbst wenns um meine Familie geht dafür keinen unschuldigen Menschen töten (lassen) - "unschuldige" Tiere durchaus. Und ja, ich denke, wenn's nötig wäre, würde ich dafür auch eigenhändig einen oder mehrere Cockerspaniel töten. Der Mensch geht für mich vor.

    Ich habe übrigens keine Haustiere mehr (als Kind Mäuse und Meerschweinchen), weil ichs erstens als unnötige Arbeit empfinde, zweitens Hunde in Stadtwohnungen und Meerschweinchen in Käfigen für alles andere als artgerecht halte. Fühlt man sich als Veganer nicht irgendwie scheinheilig, wenn man andere Tiere töten lässt, um damit seinen Spielkameraden zuhause halten zu können? (mir ist bewusst, dass es veganes Hundefutter gibt, aber das halte ich auch für alles andere als artgerecht)

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  10. "Ich könnte selbst wenns um meine Familie geht dafür keinen unschuldigen Menschen töten (lassen)"

    Menschen, die Organspender sind, sind bei der Entnahme bereits (hirn)tot, also du musst niemanden töten lassen.

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  11. @Saskia
    Wenn man von gesunden (und nicht hirntoten) Schweinen ausgeht, dann sollte man den Vergleich auch mit gesunden Menschen machen.

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