Montag, 2. Januar 2012

gestriger ARD-Tatort im Schlachthof

Hat jemand auch gestern den Tatort geguckt? Ich mag die Kommissare Lena Odenthal und Mario Kopper total gerne. Die Story an sich war, naja, ziemlich abstrus und "Tödliche Häppchen" sicher keine Glanzleistung.
Interessant war aber, dass der Drehort ein fleischverarbeitender Betrieb war - eine Mitarbeiterin, die fürs Schnitzelpanieren zuständig war, ist tot aufgefunden worden. Ein mögliches Mordmotiv wurde darin vermutet, dass die Mitarbeiterin, die plante, Machenschaften des Schlachthofs aufzudecken, ausgeschaltet werden sollte. Daneben wurde sie noch gemobbt, hatte ne psychische Störung usw... Wer mag kann ihn sich ja noch in der ARD-Mediathek angucken.

Bei so einem Schauplatz kam man um das Thema Fleischproduktion und -verzehr nicht ganz drumrum. So wurden die Kommissare z.B. durch den Betrieb geführt, die Kühlräume mit den Schweinehälften, es wurden blutverschmierte Arbeiter und Schlachtreste gezeigt. Als es in den Schlachtraum gehen sollte, lehnte der sonst so coole Kopper ab "Nein, das muss ja jetzt nicht sein, das Opfer ist ja nicht im Schlachtraum gestorben", worauf der Betriebsleiter so etwas sagte wie "Sie sind doch Polizisten, Sie haben doch oft genug mit dem Tod zu tun. So eine Heuchelei, dass die Leute nicht wissen wollen, was passiert, kenn ich sonst nur von Fleischessern" (oder so ähnlich, habe das leider nicht mehr so im Kopf).
Außerdem gingen Lena und Mario an einen Imbiss wo fett "Tofu-Würste" drüberstand, und Kopper sagte "Schmeckt fast wie Fleisch, kann man eigentlich öfter machen".
Eine andere gute Szene war, als sie die Fertigmahlzeit des Betriebs im Büro warmmachten (so richtig geil in der Plastikschale... das sah schon so nach Billigfraß aus), und Lena Kopper ihr Schnitzel auf den Teller klatschte, obwohl Kopper selbst nur drin rumstocherte. Dazu der Kommentar "also wenn man sowas schon isst, dann sollte man auch nicht groß nachfragen, was eigentlich unter der Panade ist".

Der Tatort wurde auch von einigen Medien erwähnt, ich habe den Eindruck, dass es mehr Medienecho als sonst gab. Denn: Angeblich wurde der Schauspieler der Kopper mimt, durch die Dreharbeiten zum Vegetarier!!


"Tatort"-Dreh macht Folkerts-Assistenten Hoppe zum Vegetarier
Unappetitliche Dreharbeiten in einer Fleischfabrik haben den Ludwigshafener "Tatort"-Kommissar Andreas Hoppe nach eigenen Angaben zum Vegetarier werden lassen. 

"Die Mengen, die dort verarbeitet wurden, haben was mit mir gemacht. Wir haben gedreht, wo die lebendigen Tiere geschlachtet wurden. Was da an Geräuschen rauskam, war echt schlimm", sagte Hoppe dem Kölner "Express". Während alle anderen im Betriebsrestaurant gesessen hätten, habe er nur Tofuwurst und Salatburger gegessen - genau wie auch in der 90-minütigen "Tatort"-Episode dargestellt.

Die Skandale in der Lebensmittelindustrie hätten ihn nachdenklich gemacht, mittlerweile achte er sehr darauf, was er zu sich nehme. "Vielleicht könnte der Tatort der Tropfen sein, der den Topf zum Überlaufen bringt – und das Essverhalten der Zuschauer beeinflusst", sagte Hoppe. 


Quelle: Digitalfernsehen.de



Kommentare:

  1. Ich fand auch die Szene schön, wo der als Veterinäraufsicht eingesetzte Arzt meinte: "Joah, klar werden da Schweine unbetäubt ins Brühwasser geschmissen, die haben dann auch Wasser in den Lungen und aufegschnitten werden da auch welche, aber deshalb kann man keinen Schlachthof schließen, das ist normal..."
    Sowas mag sich der normale Fleischesser auch wirklich nicht gerne anhören, genausowenig wie die Schlachtzahlen, die der Schlachthofbesitzer stolz heruntergebetet hat.. :)

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  2. Kopper / Hoppe ist übrigens schon vorher positiv aufgefallen:
    http://www.utopia.de/magazin/tatort-kommissar-andreas-hoppe-regionale-ernaehrung-buch-allein-unter-gurken?all

    Den Tatort selbst habe ich leider nicht gesehen, sollte ich vielleicht nachholen.

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  3. @Thorsten
    Oh, das wusste ich ja noch gar nicht. Bisher fand ich nur Ulrike Folkers toll, weil sie sich sozial und sportlich engagiert und einfach ne coole lesbe ist :-)

    naja, also der tatort an sich ist wirklich nicht so sehenswert gewesen... nur weil da einmal in die tofuwurst gebissen wird und ein paar sprüche fallen und tote schweine rumhängen lohnen sich die 1 1/2std nicht wirklich.

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  4. Mir ist nur aufgefallen, das der einzige Veganer, als behandlungswürdiger Irre beim Doc saß... als er einige Zitate brachte, wurde er sofort zur Ruhe gebracht!

    Mir hat der ganze Tatort nicht gefallen... auch zum Schluß: Katze weg, gibt es eben einen Hund als Ersatz (der war ja eben mal über)..auch sehr sinnig...

    Entäuschend alle Schlachthofszenen, denn die sehen in echt ganz anders aus. ICH habe das alles schon life und in Farbe gesehen und ich fands lepsch...

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  5. "Mir ist nur aufgefallen, das der einzige Veganer, als behandlungswürdiger Irre beim Doc saß... als er einige Zitate brachte, wurde er sofort zur Ruhe gebracht!"

    DAS ist mir auch negativ aufgefallen. Ich habe den Tatort zusammen bei meinen Eltern geschaut und ich habe regelrecht auf Kommentare wie "Siehste, da gehören Irre wie du hin!" gewartet. Aber ich denke, dass es nicht beabsichtigt war, alle Veganer als irre darzustellen.
    Ich denke nur, dass es viele nicht bewegen wird, etwas zu ändern. Ist ja nur ein Film und Schnitzel schmeckt ja so gut. Meiner Mutter taten die Schweine leid, aber trotzdem isst sie weiter ihre geliebte Leberwurst. :-(

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  6. aber es wurde doch nicht explizit gesagt, dass er veganer ist, oder? ich kann mich nur an das schopenhauer-zitat erinnern.

    steter tropfen höhlt den stein - ich glaube es bringt in der menge viel, wenn immer mal wieder das thema tierqual und lebensmittelproduktion aufgegriffen wird, damit es nicht in vergessenheit gerät. wir alle sind ja nicht mit der ersten fleisch-reportage vegan geworden, sondern erst nachdem wir uns immer wieder damit auseinandergesetzt haben, infos dazu gelesen, videos angeschaut, diskutiert... so wie werbung v.a. im unterbewusstsein wirkt, wirken solche bilder auf einen ein... man merkt es nicht, aber irgendwann überlegt man sich "eigentlich kann ich doch mal ohne fleisch probieren".
    der tatort ist sicher kein veganer-missionarfilm, aber er zeigt, dass das fleischkonsum ein kontroverses thema ist, was nicht totgeschwiegen wird!

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  7. Also ich wollte ihn mir nichtsdestotrotz die Tage in der Mediathek angucken, auch wenn ich schon von vielen gehört habe das die Story mal wieder sehr platt sein soll.. naja, ich lass´ mich überraschen. :)

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  8. Ich habs nicht gesehen - aber je mehr in den Medien (an den verschiedensten Orten / in den verschiedensten Sendungen) zum Nachdenken angeregt wird desto besser!

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