Die Verbraucherzentrale Hamburg hat untersucht, wie viel teurer Fertigprodukte gegenüber Selbstgemachtem sind. Durchschnittlich 184 Prozent ist es demnach teurer Fertiglebensmittel zu kaufen, statt das Essen selbst zuzubereiten.
Untersucht wurden 14 Originalprodukte und deren 21 Fertigvarianten, wobei die Kosten für Zutaten sowie die Energiekosten für die Zubereitung mit den Preisen für unterschiedliche Fertiggerichte berücksichtigt wurden. Ausgewählt wurden vorrangig Gerichte, die ohne großen Aufwand und schnell zuzubereiten sind wie fertige Kaffeegetränke, Grillkartoffeln oder Salatdressings.
Das Ergebnis: Alle 21 untersuchten Fertig- oder Halbfertiggerichte waren teurer als die 14 selbstgemachten Varianten. 15 Fertigprodukte waren mindestens doppelt so teuer wie die selbst zubereitete Variante, sechs davon sogar dreimal so teuer oder noch teurer.
Die
untersuchten Lebensmitel waren:
1.) Eine ganze Melone - kleingeschnittene Stücke auf Teller in Folie
Dabei wird vergessen, dass sich eine ganze Melone für eine Person nicht lohnt. Die gammelt dann nur im Kühlschrank und wird schlecht, sodass man effektiv auch nicht viel Geld gespart hat.
2.) Normale Karotten - Babykarotten in der Tüte
Die Karottinis sind Mini-Karotten, da ist klar, dass die mehr kosten. Kleine Tomaten kosten auch mehr als Große.
Genaugenommen ist frisches Obst und Gemüse sowieso kein Fertiggericht, da als Fertiggericht laut
wikipedia typischerweise nur warme Mahlzeiten bezeichnet werden.
3.) Tasse Kaffee daheim - Coffee to go von Starbucks
Starbucks ist die absolute Top-Kaffeemarke. Auch da gibt es einige günstigere. Außerdem schmeckt der Kaffee aus dem Kühlregal ja wohl mal tausendmal besser, da zahlt man schonmal mehr.
4.) Marmorkuchen selbstgebacken - Fertigmischung - Dr.Oetker Fertigkuchen
Es kommt auch bei Fertigprodukten drauf an, welches man kauft, dass ein Dr.Oetker-Marmorkuchen teurer ist als ne Discounter-Eigenmarke, ist klar. Da hat die Verbraucherzentrale bewusst das teuerste Fertigprodukt gewählt.
5.) Tomatensauce aus frischen Tomaten - Soßenpulver - Fertigsoße in der Tüte
6.) Schlagsahne handgeschlagen - Sprühsahne - Becher Schlagsahne
Meiner Meinung nach werden die Energiekosten zu niedrig angesetzt. Für die selbstgemachte Schlagsahne haben sie z.B. 1 cent angegeben. Und davon soll der Mixer 5min laufen und Wasser/Strom für das Waschen von Schüssel und Stäbe in der Spülmaschine bezahlt sein, oder haben die die mit der Hand aufgeschlagen und das Geschirr im Bach gespült?? Außerdem fehlt das Sahnesteif, sonst fällt die Sahne gleich wieder zusammen
7.) Pfannkuchen - Teigmix - Fertigpfannkuchen
8.) Salatdressing - Pulver - Fertigdressing
9.) Ofengratin selbstgemacht - Maggi Fertiggericht
Das selbstgemachte Ofengratin hat die fünffache Menge wie das Maggi Fertiggericht. Das ist aber gerade ein Single-Produkt, das heißt, es isst eh nur eine Person davon, mit der fünffachen Menge kann diese nix anfangen, also ist es Quatsch, das hochzurechnen.
10.) Pizza Salami hausgemacht - Pizza-Kit - Tiefkühlpizza
Auch da wird wieder n riesiges Blech gemacht, während die TK-Pizza ne Single-Portion ist.
11.) Grillkartoffel selbstgemacht - Fertigprodukt
Ich glaub nicht, dass die da den Grill für angeschmissen haben, insofern ist das gar keine echte Grillkartoffel. Beim Fertigprodukt könnt ich mir schon vorstellen, dass da n Industriegrill verwendet wird.
12.) Überbackenes Baguette
13.) Schokopudding - Puddingpulver - Schälchenpudding
Auch da wird wieder Dr.Oetker genommen, ein Tütchen kostet 1,69€. Kein Wunder, dass sie zu dem Fazit kommen, das Fertigprodukt wäre doppelt so teuer. Ein 3erTütchen Puddingpulver von Ruf kostet 0,25€, für 1l braucht man 2 davon. Also 1l Milch/Sojamilch für 1€ + 20cent macht 1,20€ für über 1kg Pudding. Der hausgemachte Pudding der Verbraucherzentrale hat insgesamt 1,58€ gekostet...
14.) Kartoffelpüree
Es wird wieder mit bescheuerten Mengenvergleichen gearbeitet.
Meiner Meinung nach wurde bewusst bei dem Test getrickst, um spektakuläre Ergebnisse zu erzeugen. Und sowas von ner Verbraucherzentrale... Wird man eigentlich überall nur verarscht? Es ist ja super wenn sie aufzeigen, dass Fertigprodukte im Schnitt teurer und ungesünder sind, aber dafür muss man doch nicht in die Trickkiste greifen. Außerdem kann man so ein pauschales Gut oder Schlecht gar nicht aussprechen. Für einen Single lohnt es sich auch preislich, als Beilage die Tüte mit Kartoffelpüree aufzumachen, anstatt erst 1kg Kartoffeln zu kaufen, um dann 3 Kartoffeln zu schälen, kochen, pürieren, Milch und Margarine dazuzutun. Denn da entstehen hohe Energiekosten, man macht viel Geschirr dreckig, und mal ehrlich; ob die Beilage jetzt 15 oder 20cent kostet ist ja wohl mal egal - Geldverschwendung findet an ganz anderen Stellen statt.
Aber um auch mal was Positives hervorzuheben: Bei der Zubereitung wurden immer Biomilch und Freilandeier verwendet.
Was mir persönlich bei dem Test fehlt, ist der Vergleich von "Fertigwasser" mit "Leitungswasser"... Selbst abgefülltes Wasser kostet 0,0cent, während das günstigste Wasser 13cent pro Liter kostet ^^