Donnerstag, 1. Dezember 2011

beste Schwester

Telefonat mit Schwesterher:

Schwesterherz: "Wenn du die Mama nachher siehst, kannst du sie fragen, ob sie mir noch ein Vorhängeschloss und Speiseöl mitbringen kann?"
Mausflaus: "Ja, wenn ich dran denk.... Falls sie kein Öl mehr hat, geht auch Margarine?"
Schwesterherz: "Die ist dann aber nicht vegan, und ich hab mir jetzt extra für den Kuchen ein veganes Rezept rausgesucht."
Mausflaus: "Ach, ist bei der Feier ein Veganer dabei?"
Schwesterherz: "Nee, aber ich guck immer, dass ich bei den Sachen, bei denen es Alternativen gibt, das Vegane nehme.... Daheim habe ich auch immer die Sojola-Margarine"


Genau so soll das sein!!! Sie ist schon lange Vegetarierin, aber wahrscheinlich wird sie nie komplett vegan leben, dazu isst sie wohl doch zu gerne Käsebrötchen, Milchschnitten usw. Aber sie gibt sich Mühe, und das finde ich toll! Sie kauft jetzt auch immer statt Nutella die vegane Schokocreme bei DM seit ich sie darauf aufmerksam gemacht habe.
Wenn jeder sich so verhalten würde, dann wäre diese Welt schon ein viel besserer Ort... Und man sieht auch: Angebot erzeugt Nachfrage: Wenn die tollen veganen Produkte erstmal im Regal stehen, dann kaufen sie auch andere. Ich seh oft bei Alnatura Sojapudding im Einkaufswagen zusammen mit Vollmilch, Wurst und Käse.
Wenn es erst mal leckeren veganen Käse in jedem Supermarkt gibt, dann wird die Zahl der Veganer sprunghaft ansteigen, da bin ich mir sicher :-)

Meine Familie ist was vegane Themen angeht, übrigens eh ziemlich toll: Mein Vater ist Pseudo-Vegetarier (auch Pescetarier genannt) und konsumiert sehr wenige Tierprodukte - nein, kein "ich esse nur ganz wenig Tierprodukte", sondern wirklich nur Milch in den Kaffee, Käse aufs Brot (als Abwechslung zu Tofu und Aufstrich), wenn wir essen gehen mal ne Pizza o.ä. Meine Mutter isst größtenteils vegetarisch - letztens hat sie erzählt sie ist mit ihrer Tanzgruppe zum Gänseessen eingeladen worden, denen hat sie dann lustige Postkarten verteilt, wo eine Gans drauf zu sehen war, die eine Sprechblase mit "Na toll, und das ist der Dank dafür..." hatte. Aber egal wie viel oder wenig meine Familie Tierprodukte konsumiert: Es ist sehr schön, dass sie verstehen wieso ich Veganer bin, und Veganismus prinzipiell gut finden. Auch wenns im Einzelfall dann halt manchmal schon lästig ist z.B. im Restaurant; aber anscheinend haben sie mich so lieb, dass sie dann nicht nörgeln (oder sie haben so viel Angst vor mir, dass sie es sich nicht trauen *g*). Was übrigens nicht heißt, dass wir immer alle einer Meinung sind - Es gibt mitunter durchaus hitzige Diskussionen! Aber grundsätzlich respektieren wir die Lebensweise des anderen. Und dafür bin ich meiner Familie dankbar.

Kommentare:

  1. Schön, dass deine Familie da so mitmacht. Ist bei mir zum Glück auch so, nur die Omi versteht es nicht richtig bzw. vergisst sie öfters darauf. Für sie wird auch Milch immer wichtig sein, wie sie es eben gelernt hat :O)

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  2. Das sind ja traumhafte Zustände. Alle in meinem Umfeld sind Omnis, bis auf eine Freundin, die seit drei Jahren Ovo-Lacto Vegetarierin ist, und gar nicht erst versuchen will vegan zu werden, weil sie das übertrieben findet. Da kommt schon ein bisschen Neid auf ;-)

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  3. Hach wie schön :) Bei mir hat das ja auch so angefangen. Alsan kaufen, Chocoreale nehmen, Hafermilch usw. und dann wurde das einfach immer mehr. Und meine beste Freundin macht das auch so. Bei vielen Dingen merkt man ja den Unterchied nicht, gerade beim Backen schmeckt man das mMn kein bisschen.
    Und wenn die Familie da so offen ist, ist das auch eine enorme Erleichterung und man fühlt sich beim gemeinsamen Essen nicht so blöd.

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  4. Ach, ich beneide dich (genau wie Tim York)!
    Ich persönlich wär ja schon damit zufrieden, dass man mich ernst nimmt. Es können hier ja alle so viel Fleisch, Milch und Eier essen, wie sie wollen, zumal ein Großteil auch aus Eigenproduktion stammt, und ich, zumindest bei den Hühnern weiß, dass sie sehr glücklich sind (ganzjährig draußen, riesengroßer Hühnerhof - ca. 1000m², teils zahm und fressen aus der Hand). Aber ich kann es nicht ertragen, dass sie mir nach über 12 Jahren noch immer Fleisch anbieten, bei einem "nein" noch immer die Augen verdrehen oder teils sogar wütend werden.

    Und es nervt einfach, dass ich meiner Mutter immer alles 3x erklären muss. Sie hat zu hohe Cholesterinwerte, und ich hab ihr einfach versucht zu erklären, dass sie die senken kann, ohne dass sie verzichtet. Sie muss einfach nur Produkte ersetzen. Also kaufe ich ihr teure Reismilchschokolade, bring ihr Chocreale mit usw.
    Und obwohl sie begeistert ist und es ihr schmeckt, holt sie sich bei erstbester Gelegenheit wieder die normalen Sachen ausm Supermarkt. Darauf angesprochen guckt sie mich dann an wie ein Auto und tut, als würde sie gar nicht verstehen was ich meine, und als wär ich ein einziger Freak.
    Es ist so mühsam!

    Ich glaube so etwas, was ich öfter mal in Blogs lese, dass die Familien gemeinsam vegan kochen, oder dass auf Feiern Extrawürste für einen gemacht werden, das werde ich niemals erleben.

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  5. Es ist wirklich schön dass deine Familie sich teilweise bewusst ernährt =) Vor allem deine Schwester scheint ja wirklich ne ganz süße zu sein *hihi*

    übrigens hab ich schon in vielen Artikeln gelesen dass in Pilzen Vitamin B12 ist: Les mal hier:
    http://www.toplife.at/gesundheit/artikel146.html

    bei den Nährwertangaben und noch ein Stückchen weiter unten steht das auch wieder =)

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  6. Ich finde ebenfalls, dass jeder Schritt in diese Richtung ein guter und wichtiger Schritt ist. Es ist echt toll, wie du unterstützt wirst, und es geht mir genauso mit meiner Familie zum Glück. Und da sind wirklich alle Omni (bis auf Mama, die in letzter Zeit Richtung Vegetarismus schreitet, alles Jungs,...was das wieder bedeutet;))

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  7. @Saskia
    so ganz harmonisch isses auch wieder nicht, gelegentlich kam schonmal ein "du musst immer alles übertreiben" "du siehst das alles viel zu eng", und mein vater ist immer noch der meinung, dass es total schade wäre, wenn die ganzen nutztiere dann aussterben wenn sie nicht mehr gezüchtet werden wegen ihrer produkte. er guckt so gerne kühe und schafe auf der wiese an...

    @windimhaar
    ehrlicherweise muss man sagen, dass es nur begrenzt was bringt, cholesterinarm zu essen. wichtiger ist, dass man nicht fettig, sondern vollwertig isst.
    meine mutter hat arthrose, und da spielt die ernährung ja auch mit rein. ich versteh nicht, dass sie trotzdem noch joghurt, käse usw kauft, das ist echt gift bei so einer erkrankung. immerhin kauft sie sojamilch und isst fast kein fleisch mehr. sie ist leider der typ "du hast ja recht", und machts dann trotzdem

    @Paulina
    das in den pilzen sind b12-analoga, also für den menschen nicht verwertbares b12. es gibt in pflanzlichen nahrungsmitteln leider kein echtes b12. das kannst du auf allen veganerseiten nachlesen. gute infosammlung:
    http://vegan.de/foren/read.php?10,508286,508287#msg-508287

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