Montag, 28. November 2011

schöne heile Veganerwelt

Vegan ist zwar toller, als die meisten denken, aber auch nicht so uneingeschränkt toll wie Veganer gern behaupten. Wenn Veganer über Veganismus erzählen, ist es meistens ein Lobgesang, wie toll es schmecken würde, wie gut sie sich seither fühlen, wie gut es der Umwelt tut, und was es doch für zahlreiche vegane Produkte geben würde. Zwar in der guten Absicht, das meist sehr negativ geprägte Bild vom Veganismus  etwas zu positivieren, aber mich nervt diese Lobhudelei. Dieses Heile-Welt-Getue ist was für Florian Silbereisen und den Musikantenstadl, aber nicht für mich.
Und wenn mich was nervt muss ich da meinen Senf zu geben :-P Die anonymen Kommentatoren, die die veganen Blogs inzwischen ausgiebig als Spielwiese nutzen, wirds bestimmt freuen.


1. Veganer-Behauptung: "Vegan ist kein Verzicht"
Neuveganbloggerin (Naja, nach über 1 Monat vegan und bloggend schon viel länger nicht mehr ganz so neu ;-) ) Cheesy ist das vegane Beharren darauf, vegan sei kein Verzicht, auch aufgefallen: 

Ein Wort, welches Veganer äusserst ungern hören im Zusammenhang mit Veganismus ist “Verzicht”. Man verzichte auf nichts sondern vermeide tierische Produkte, bzw. Tierleid.

Wenn man sowieso immer zuhause ist, nicht in den Urlaub fährt, nie irgendwo eingeladen wird, massig Geld hat, um in teuren Online-Shops einzukaufen, Zeit und Ressourcen hat, alles selbst zuzubereiten, dann ist vegan vielleicht supereasy, lecker und unproblematisch.
Klar kann man sich unterwegs was mitnehmen, aber vielleicht hat man aber nicht immer Lust dazu "für alles vorzusorgen". Ich persönlich empfinde es durchaus als Einschränkung, nicht einfach ohne auf die Karte zu gucken in ein normales Restaurant reinzugehen und drinnen auszusuchen was mir schmeckt, sondern schon draußen zu gucken, ob der "Notfall-Salat" auf der Karte steht, welche Gerichte sonst noch theoretisch möglich wären und dann drinnen die Kellnerin zu nerven und dann zu hoffen, dass sie verstanden hat was ich will. - das IST für mich eine Einschränkung und ein Ärgernis und für viele andere Menschen auch.
Ich bin auch kein großer Kuchenesser, aber wenn irgendwo Kuchen rumgeht dann will ich einfach nicht immer der Außenseiter sein, sondern dazugehören. Und wenn man nicht mitmacht, dann ist man Außenseiter. Man macht Umstände, man muss an tausend Sachen denken, planen, erklären.

Das ist keine Ausrede dafür, gedankenlos zu konsumieren; aber ich finde man muss ehrlicherweise dazusagen, dass Veganismus unbequem ist. Nicht immer und überall, aber oft halt schon.



2. Veganer-Behauptung: "Vegan ist viel gesünder"
Wenn man einen selbst kochenden Veganer mit einem McDonalds-Liebhaber vergleicht, dann vielleicht schon. Laut Studien ist eine vegetarische Mischkost mit wenig Tierprodukten am gesündesten bzw. genauso gesund wie eine ausgewogene vegane Ernährung. Und man kann sich auch von Chips und Cola vegan ernähren.


3. Veganer-Behauptung: "Vegan ist umweltfreundlicher"
Es stimmt zwar, dass Tierprodukte eine schlechte Klimabilanz haben und eine Menge Umweltprobleme verursachen (Regenwald wird für den Anbau von Tierfutter gerodet, Gülle, Tierkadaverentsorgung...), aber auch hier gibts kein "vegan ist immer besser". Erstens mal sollte man vorsichtig mit den Berechnungen des CO2-Ausstoßes sein, denn die können allenfalls einen Durchschnittswert liefern, außerdem ist es schwierig, wirklich alle Faktoren miteinzubeziehen. Außerdem spielen Herkunft und Verpackung eine große Rolle,ich glaube der regionale Biokäse an der Käsetheke von Alnatura ist da nicht schlechter als der beim vegan-Versand bestellte Tofutti-Scheibenkäse, bei dem jedes Scheibchen einzeln in Zellophan verpackt ist.


4. Veganer-Behauptung: "Vegan ist nicht teurer"
Auch da kommt's drauf an: Ist man mit Spaghetti mit Tomatensoße zufrieden ist vegan nicht teuer. Was Fertigprodukte angeht, ist vegan definitiv um ein Vielfaches teurer; veganer Käse, Fertigpizza, Fake-Fleisch, vegane Würstchen, Sojaghurt haben oft locker den doppelten Preis. Solche Sachen sind dann zwar oft bio, sodass man einen Becher Yofu nicht mit normalem Joghurt, aber dadurch, dass es da kein veganes Produkt im unteren Preissegment gibt, ist vegan in dem Fall faktisch einfach teurer. 


5. Veganer-Behauptung: "JEDER kann sich vegan ernähren"
Da bin ich mir nicht so sicher. Schwangere und Kinder haben besondere Bedürfnisse, dazu kommen bei Schwangeren durch die Hormonschwankungen Gelüste, denen man nicht so einfach widerstehen kann.Und Kinder mögen oft viele Sachen nicht, gerade Gemüse (Rosenkohl! Blattspinat! Ich hab's als Kind gehasst) und sonstige gesunde Sachen sind da nicht so angesagt, wenn da dann auch noch alle Tierprodukte rausfallen ist der Speiseplan arg dezimiert.
Genauso Leute, die eine Sojaallergie haben. Ich selbst konsumiere auch nicht viel Soja und denke, dass man prinzipiell auch als Veganer ohne auskommt, aber es ist halt nochmal ein Einschnitt.
Soll nicht heißen, dass vegan dann unmöglich ist, aber eben deutlich erschwert.


Kann man nicht auch mal aussprechen, dass Veganismus kein perfektes Allheilmittel für alles ist ohne gleich als Verräter dazustehen? Ehrlichkeit ist wichtig. Auch in Bezug auf Veganismus.

Kommentare:

  1. Hallo Mausflaus,

    nach deinem heutigen posting bin ich mir sicher, daß du früher oder später zu einer omnivoren Ernährungsweise zurück kehren wirst.

    Du bist einfach nicht gläubig genug für die neue Pseudoreligion namens Veganismus, und ausserdem zu (selbst-)kritisch.

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  2. Hallo Mausflaus, ich weiß jetzt wirklich nicht, was der Veganer-Bewegung mehr nutzt: Dir zuzustimmen oder Dich zu widerlegen - denn manches, was Du schreibst, ist (nicht ganz) richtig, und manches ist (nicht ganz) falsch. Ganz so wie im richtigen Leben ;-) Swwim*-vegane Grüße, PD

    * So-weit-wie-irgend-möglich

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  3. @PD
    ich habe eigentlich bewusst versucht, keine allgemeingültigen aussagen zu machen, da die meist nie 100% stimmen. aber wenn du anregungen hast; nur zu. das muss dann aber auch fundiert sein, ein "in der china-study steht aber, vegan ist total gesund", reicht da nicht ;-)

    @Anonym
    Hinter der Idee des Veganismus stehe ich zu 100%. ich kann mir höchstens vorstellen, dass ich mal in Lebenslagen komme, wo vegan in der praxis für mich zu schwierig wird, und ich dann häufiger kompromisse mache. aber es wird mir immer wichtig sein, tierleid zu vermeiden, und ich bin überzeugt, dass man dies mit veganer ernährung kann

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    1. sorry @anonym ... bekomme gerade kein wort auf die tastatur vor lachen ... weiter oben wirfst du MAUSFLAUS vor, bald zu einem omnivoren zurückzukehren ... und hier ...
      schwafeslt du ..".... 100% hinter veganismus zu stehen.." und dann .. ich lach mich schlapp... lest mal selbst weiter ...
      eines habe ich bei meinen "studien" über veganer gelernt ... viele sind anonym .. und vielen davon .. fehlt der hinstamm .... ;)


      mausflaus ... deine denkweise ist schon ok ...hartliner-veganer sind die größten betrüger und lügner ----gegen sich selbst --- lese mal die bibel ... dann weißt du warum, veganer ein verlogens pack sind (die meisten) ... ;)

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  4. Hallo!
    Natürlich kann ich das nachvollziehen. In der Schule ist es nicht so leicht, sich nicht schnell etwas beim Pausenverkauf holen zu können. Bratwürstchen, Aufstriche und Käse sind auch nicht gerade günstig und bei Geburtstagen nicht mitessen zu können ich auch nicht sehr angenehm.
    Wir müssen Prioritäten setzen!
    Logisch ist es nicht immer leicht, vegan zu sein- aber es lohnt sich trotzdem.
    Ich würde wirklich um nichts in der Welt mit einem Fleischesser tauschen wollen und diese Überzeugung merzt einfach alle Nachteile aus!
    lg, Lisa

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  5. Ich gebe dir (fast) vollkommen uneingeschränkt recht.
    Mich nervt diese Lobhudelei von wegen "du musst nur vegan werden und schon rettest du die Welt" auch.
    Ich würde gerne noch einen Punkt ergänzen: Dieses permanente aufrechnen "durch 1 Jahr vegan würde man x Tiere retten" ist schlicht unwahr, denn so läuft unser Witschaftssystem leider nicht.
    Für den einzelnen Konzern ist dein Griff in die Reformhaus-Kühltheke exakt das gleiche wie der Griff zum Konkurrenzprodukt.
    Klar, in der Masse macht das was aus, weil da die Nachfrage spürbar ist. Aber wir haben keine on-demand-Wirtschaft, insofern hast du vielleicht zwei Hühner nicht gegessen, gerettet hast du sie deswegen noch lang nicht.

    Ob man der veganen Bewegung damit schadet? Ich glaube, dass manche Mitveganer einen dicken Batzen Realität frühstücken sollten.

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  6. Ich schließe mich Caras Aussagen an. Man beteiligt sich vielleicht nicht an dem, was man nicht gutheißen kann, ob man es durch Passivität aber tatsächlich verhindert, sei einmal dahingestellt.

    Ansonsten denke ich, eine vegane Ernährung ist so einfach oder so schwer, wie man sie sich macht. Pauschale Aussagen bringen da nicht viel.
    Ich z.B. habe nicht das Gefühl zu verzichten, überhaupt nicht. Weil ich a) überzeugt davon bin, meiner Gesundheit etwas Gutes zu tun und es b) überall Alternativen gibt.
    Als ich vor knapp 5 Jahren das erste Mal vegan gelebt habe, da war's schwer, und jeder hat sich angeguckt wie ein Alien. Heute ist vegan doch das neue vegetarisch und weitgehend akzeptiert - zumindest im Vergleich. Ich habe in meiner Stadt inzwischen Dealer ausfindig gemacht, die Soja Latte verkaufen, veganen Kuchen oder Mittagsgerichte, Smoothies und Säfte ... Pizza bestelle ich einfach ohne Käse und im Restaurant ist ein großer Haussalat mit Pommes doch echt lecker!

    Ich finde den Vergleich ehrlich gesagt auch komisch. Ich lebe z.B. seit 12 Jahren vegetarisch und habe Fleisch schon immer aus tiefsten Herzen gehasst. Dann geh ich mit meinen Freunden doch auch nicht in ein Steak Haus und beschwere mich über die Auswahl?
    Nein, ich gehe dahin, wo ich weiß, dass ich etwas bekomme, was mir schmeckt.
    Super spontan ist man dann vielleicht nicht immer, aber das ist auch das einzige.
    Es macht mir, wie gesagt, aber auch nichts aus. Würde das Essen, was ich bevorzuge, an jeder Ecke zu haben sein, hieße es doch, dass das für die Massen ausgerichtet ist. Und wie kann eine Standardernährung gesund sein, wenn man sich mal die Ausmaße an Krankheiten und Co. ansieht?
    Man muss etwas Mühe investieren und nach dem Besonderen suchen. Aber eben das bekommt man auch: Das Besondere, nicht den Standard-Fraß. Für mich ist das ein Vorteil.

    Und mit dem Geld - ja richtig, man muss eben wissen, was man will. Will man seiner Gesundheit etwas Gutes tun oder möglichst authentisch eine omnivore Lebensweise kopieren? Letzteres kann sich wirklich zu unüberschaubaren Kosten hochschaukeln.
    Aber gesunde Entscheidungen zu treffen, hochwertiges Getreide, viel Obst und viel Gemüse, selbst kochen und Pflanzenmilch selbst herstellen, vielleicht auch selbst Sprossen ziehen usw., das ist nicht viel teurer, als wenn man regelmäßig zu McDonalds geht oder außer Haus Fast Food isst.
    Denn will ich mich mit einer Mischkost wirklich gesund ernähren, greife ich ja auch tief in die Tasche.
    Man muss immer gucken, was man vergleicht.

    Vegane Würstchen, Veggie Schnitzel und Falafel sind sicher nicht doppelt so teuer wie Fast Food Restaurants und der Dönermann an der Ecke.
    Toast, Pudding und Spaghetti sind in beiden Ernährungsformen gleich teuer - genauso wie Ausgewogenheit mit viel Gemüse.
    Eine hoch- und vollwertige vegane Ernährung mit der Toast/Dosensuppen/Wiener-Fraktion zu vergleichen, ist irgendwo nicht angebracht. Da fehlt einfach die Relation.

    Und bei Kindern fällt mir noch ein:
    In der Regel isst ein Kind das, was es kennt. Ich kann die Eltern nicht verstehen, die immer behaupten "Mein Kind mag nur Salami" oder "Es isst nur Pommes". Ja, woher kennt es die Sachen denn? Und wer kauft die regelmäßig?
    Wenn ein Kind wirklich Hunger hat, dann isst es schon das, was auf dem Tisch steht. Oder auch nicht ... aber noch nie ist jemand am gedeckten Tisch verhungert. Dass Eltern letzteres häufig (unbewusst?) glauben, ist für mich einer der Hauptverursacher für Übergewicht.

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  7. "Mausflaus" hat gesagt: "aber es wird mir immer wichtig sein, tierleid zu vermeiden, und ich bin überzeugt, dass man dies mit veganer ernährung kann.

    Um echtes TierLEID zu vermeiden muss man aber nicht zwangsläufig Veganer sein, da gibt es auch andere Möglichkeiten.

    Allerdings setzt das voraus, daß man kein Bambiknutscher ist und die natürlichen Kreisläufe von "Werden und Vergehen" voll akzeptiert.

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  8. @Anonym
    man kann auch auf andere weise tierleid vermeiden. aber wenn man so einfach mit der ernährung tierleid vermeiden kann, wieso soll ichs dann nicht machen? schließt ja nicht aus, dass ich mich anders noch aktiv beteilige.
    ich akzeptiere die NATÜRLICHEN Kreisläufe. aber tiere in enge ställe zu pferchen, mit soja vollzustopfen und nach einigen monaten zu verladen, kilometerweit über die autobahn zu karren und ihnen dann das bolzenschussgerät aufzusetzen, damit das kühlregal im discounter voll ist, ist nicht natürlich.

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  9. Du sprichst mir aus der Seele - und schön zu sehen, dass es tatsächlich nicht nur diese unkritischen Veganabfeierer gibt ;)
    Ich würde Deinen Blog-Beitrag gerne auf unserer Facebook-Seite http://www.facebook.com/kochenohneknochen zur Diskussion stellen - wäre das ok für Dich?

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  10. @Frollein Holle
    Klaro, da würd ich mich sehr drüber freuen! ich schreibe ja damit es gelesen wird :-)
    allerdings bin ich nicht bei fb, aber mitlesen werde ich.

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  11. Ich bin gespannt ;)
    Hoffentlich gibt's kein Hauen und Stechen. Oder..hoffentlich gibt es Hauen und Stechen. Höhö ;)

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  12. Ich kann dich verstehen.

    Da ich erst durch meine Allergien und Unverträglichkeiten den Sprung zum Vegetarismus (wodurch ich zum Großteil auch eher vegan lebe und nur ganz selten mal Milchprodukte und Honig zu mir nehme) geschafft habe und die Jahre zuvor immer mit den Psycho-Fressgelüsten zu kämpfen hatte, lag meine Priorität in erster Linie auch bei Bio und ethisch korrekt.
    Das war/ist teuer und teilweise mit vielen veganen Produkten auch nicht (mitunter finanziell oder aber ökologisch) immer umsetzbar.
    Und ich bin das Alien schlechthin.
    Erst diesen Sommer war ich bei meinem neuen Freund zu Besuch und seine Mutter hat echt gestaunt bei all dem was ich nicht esse(n kann, allergiebedingt).

    Die Verpackungen von vielen veganen oder vegetarischen Produkten sind für mich ökologisch äußerst bedenklich.
    Auch die Herstellung frisst Ressourcen, genauso der Transport.
    Da ist dann die Frage, wie man was rechtfertigen will.
    Für mich ist es jedenfalls oft eine Zwickmühle. Entweder ich ernähre mich vegan oder aber achte auf absolute ökologische und ethische Korrektheit.
    Perpetuum Mobile!

    Im Endeffekt zetert jeder über das, was er meint perfekt umzusetzen und was andere in seinen Augen auch tun sollen.
    Das ist nichts weiter als Engstirnigkeit.
    Damit "bekehrt" man niemanden.

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  13. Mausflaus, ich finde gut, dass du so realistisch und ehrlich bist.

    Eine Ernährung zu pflegen, die nicht der allgemeinen entspricht, nervt machnmal sehr. Vorallem im Urlaub (auf'm Land), wenn man Essen gehen möchte. Jeden zweiten Tag Pommes geht in der Klausurphase klar, aber sonst nicht.
    Und das Ewige
    "Man kann ja auch ganz viel selbermachen..." nervt auch. Denn ich habe einfach keine Zeit, Brotaufstriche anzurühren, Brot zu backen, Pflanzen zu ziehen, jeden Tag frisches Gemüse zu kochen und bla.

    Also Danke für den Beitrag!

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  14. @carnam
    ganz so negativ seh ichs nicht; denn die meisten unveganen produkte sind was die verpackung angeht mindestens genauso schlimm. ob man sich n tetrapack kuhmilch oder sojadrink kauft ist echt egal. und scheibenkäse gibts auch bei aldi einzeln verpackt.
    und ich habe den eindruck, dass biosachen nicht so krass verpackt sind, gerade alnatura achtet da schon drauf. und auch wenn optisch das unvegane produkt auf den ersten blick "ökologischer" erscheint, muss man noch bedenken, dass die tierhaltung an sich schon negativ für die umwelt ist - gülle, co2... da genau zu berechnen was jetzt wie schlimm ist, gelingt da nicht immer.
    mich hat halt nur dieses pauschale "vegan ist immer und überall das beste" genervt.

    wo ich immer schreien könnte, sind die mülleimer in der uni - die quillen über vor coffee-to-go-bechern! dabei kann man im café auch ne tasse bekommen, muss man halt zurückbringen. und wenn man nen thermobecher mitbringt befüllen die den bestimmt auch.

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  15. Ich Danke von Herzen fuer diesen Artikel.
    Vegan kann eine Ernaehrungsform, aber auch eine Lebensform sein - aber sie ist nicht der (einzige Weg zum) heilige(n) Gral. (Und ich hab auch schon wunderbar ungesund vegan gegessen. ;))
    Die Augen und Ohren offen zu halten, und achtsam zu sein, im Augenblick zu entscheiden: was ist mir wichtig, was ist fuer mich richtig(er)? Das ist das wichtigste, in meinen Augen. Wir Menschen sind auch nicht dazu gemacht, ausrechnen zu koennen ob die CO2 Emission von diesem tollen aus-USA-importierten-Plastik-Verpackten-Kaese besser oder schlechter ist als die von diesem regionalen Demeterschnittkaese. Wichtig ist - kritisch sein, nachdenken, und bewusste Entscheidungen treffen.
    Ganz grosses Lob, und lieben Gruss.

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  16. "mich hat halt nur dieses pauschale "vegan ist immer und überall das beste" genervt. "

    Klar ist es nicht für jeden "immer und überall das Beste". Für mich ist es das schon. Immer und überall.

    windimhaar hat meine Gedanken gut in Worte gefasst.

    Vor allem diese Sätz treffen es gut:

    "Dann geh ich mit meinen Freunden doch auch nicht in ein Steak Haus und beschwere mich über die Auswahl? "

    "Eine hoch- und vollwertige vegane Ernährung mit der Toast/Dosensuppen/Wiener-Fraktion zu vergleichen, ist irgendwo nicht angebracht. "

    In der Regel isst ein Kind das, was es kennt. Ich kann die Eltern nicht verstehen, die immer behaupten "Mein Kind mag nur Salami" oder "Es isst nur Pommes". Ja, woher kennt es die Sachen denn? Und wer kauft die regelmäßig?


    Danke für deinen Beitrag windimhaar!

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  17. Du hast in einigen Dingen recht, und andere Aussagen verstehe ich nicht. Aber das ist wohl normal :-)

    Jemand schrieb, das vegane Leben ist so einfach, wie man es sich macht. Daran ist sehr viel wahres finde ich. Weil: Es gibt ja keine Veganer Polizei, welche Dich bestraft, wenn Du unveganen Essig konsumiert hast. Es bist Du selber der für Dich selber die Regeln aufstellt was vegan leben bedeutet. Und ich glaube, desto unkomplizierter jemand vegan lebt, desto eher färbt das auch auf Leute ab die sich denken "ha, das geht ja, vegan zu leben". So empfand ich das auf jeden Fall als noch nicht Veganer :-)

    Zu Deiner Behauptung in Bezug auf Schwangere und Kinder: Klar haben sie andere Bedürfnisse. Aber das heisst nicht, dass sie nicht vegan abgedeckt werden können wenn man sich genug informiert! Auch das geht. Klar, das Kind wird irgendwann seine eigene Meinung haben was es isst oder nicht, aber es kann mitkriegen, dass Fleisch z.B. aus Tieren ist und das finde ich schon echt wichtig.

    Last but not least: Veganismus ist nicht die Lösung für alles. Aber es ist ein Ansatz für die Lösung einiger Probleme. *meine5cent*

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  18. Manches was du sagst, stimmt sicher. Ich finde es auch schade, dass ich nicht mehr einfach so etwas von der Speisekarte bestellen kann. Aber eigentlich ist das ja nicht meine Schuld, sondern die Schuld des Systems. Es müsste doch möglich sein, ein einziges Gericht auf jeder Karte anzubieten. Ist es aber nicht.
    Achso, was Schwangerschaftsgelüste etc. angeht: Sicherlich sind das auch Hormonschwankungen, es ist aber auch des öfteren so, dass der Körper wohl nach dem verlangt, was ihm fehlt. Ernährt man sich also ausgewogen mit allen Mineralstoffen, sind die Gelüste weniger.
    Wen das mal interessiert: Hier gibt es ein (legal) lesbares EBook das sich mit der veganen Ernährung von Schwangeren und Kindern befasst. Nur mal so, um Wissenslücken zu füllen.

    http://vegan.de/pdf/content/bibliothek/allgemeines/vivaveganfuermutterundkind.pdf

    Danke für diesen interessanten Post!

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  19. Danke Mausflaus, beide Daumen hoch für diesen Beitrag! :)

    Zu den Kommentaren:
    "In der Regel isst ein Kind das, was es kennt. Ich kann die Eltern nicht verstehen, die immer behaupten "Mein Kind mag nur Salami" oder "Es isst nur Pommes". Ja, woher kennt es die Sachen denn? Und wer kauft die regelmäßig?"
    Spätestens, wenn das Kind in den Kindergarten kommt, wird es in Kontakt mit unveganen Lebensmitteln kommen. Klar, man kann die Erzieherinnen darauf hinweisen, aber letztlich wird das Kind dann oft ausgeschlossen - spätestestens beim ersten Geburtstagskuchen eines anderen Kindes.

    "Dann geh ich mit meinen Freunden doch auch nicht in ein Steak Haus und beschwere mich über die Auswahl? "
    Stimmt prinzipiell schon, aber was machst du, wenn es nichts als Steak-Häuser gibt? Ich schrieb es schon auf FB: in deutschen Großstädten ist es sicherlich inzwischen einfach, vegan zu leben.
    Ich persönlich lebe allerdings in Norwegen ziemlich ländlich.
    Entfernung zum nächsten Sojajoghurt (erhältlich seit knapp vier Monaten und ihr glaubt nicht, wie ich das gefeiert habe!): 25 km.
    Entfernung zum nächsten Tofu (auch zum nächsten Asialaden): 100 km.
    Entfernung zum nächsten und einzigen vegetarischen (!) Restaurant: 120 km.
    Entfernung zum nächsten veganen Restaurant: 600 km.
    Anzahl der mir bekannten Veganer in 100 km Umkreis (meinen Mitbewohner mal nicht eingerechnet): 0.
    In nächster Nähe erreichbar: ausschliesslich Burgerbuden und fleischlastige Pizzerien, die ausser Pommes kein einziges Gericht vegan hinkriegen.

    Trotz all dem bin ich hier zur Veganerin geworden und gedenke auch nicht, daran noch mal was zu ändern. Aber ganz im Ernst, ich kann gar nicht sagen, wie gern ich einfach mal einen Kuchen essen würde, den ich nicht selbst backen musste. Oder überhaupt irgendwo essen gehen. Oder auch nur im Supermarkt was Neues entdecken, was ich bislang aus Deutschland importieren musste.

    Veganismus ist toll. Aber manchmal ist er auch verflixt kompliziert - zumindest für mich, und deswegen ärgert es mich immer wieder, wenn ich von allen Seiten erzählt bekomme, wie simpel und easy das doch alles immer ist. Ist es nämlich nicht. Aber hey, es wird langsam besser, und darauf hoffe ich auch weiterhin!

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  20. Noch mehr Zustimmung von meiner Seite. Zugegeben, das wird jetzt Jammern auf hohem Niveau, aber mich nervt das Auswärtsessenproblem ziemlich. Bevor ich vegan wurde, sind mein Freund und ich einmal im Monat essen gegangen. Das macht leider jetzt viel weniger Spaß. Ich kann nicht immer erwarten, dass mein Freund mit mir in Veggierestaurants geht und so bleibt mir oft auch nur der Beilagensalat. Gestern auch wieder schön: Extra eine Pizza ohne Käse bestellt, die dann trotzdem vor gelbem Gouda glänzte...
    Vielleicht bin ich da die Einzige, aber mir gehts beim Essen im Restaurant nicht nur um die tolle sozialkulturelle Erfahrung. Ich will vor allem leckeres Essen, für das ich nicht in der Küche stehen musste.

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  21. Ich finde vegan zu leben auf jeden Fall in vielen Lebenslagen unbequem oder einschränkend. Ich hasse es immer wieder mit Kellnern zu reden, ich hasse das Vorausplanen, das permanente Suchen wenn man unterwegs ist, ich hasse es, es meiner Oma und der Oma meines Freundes zu erklären, wenn die sich total Mühe mit dem Essen gemacht haben und ich dann nichts davon nehme. Ich hasse es, dass man zwangsläufig immer in die Situation kommt, sich "outen" zu müssen und dann folgen immer die selben Blicke und Fragen... Furchtbar. Aber ich benutze trotzdem das Wort "Verzicht" nicht, das klingt für mich so sehr nach Diät oder nach "Ich darf nicht". Wenn ich mich aus freien Stücken entscheide, dann ist das für ich ein Ausschluss, kein Verzicht. Ist aber vermutlich Definitionssache.
    Bei den Umweltaspekten stimme ich dir auch voll zu. Nur weil man Veganer ist, sollte man ganz vorsichtig sein, als wie umweltfreundlich man seinen Lebensstil betrachtet. Man bedenke nur Palmöl in vielen "ErsatzProdukten", die ganze Bestellerei von Essen usw.
    Bei allen anderen Punkten kommt da mMn einfach drauf an, was man selbst draus macht. Aber vegan heißt ja eben nur, dass man bestimmt Dinge weglässt, was man stattdessen konsumiert ist ja ein riesiges Fragezeichen und kann mit guten und schlechten Dingen beantwortet werden. Deswegen tu ich mich auch schwer mit diesen "vegan ist..." Aussagen.
    Aber letzendlich überwiegen die Vorteile einfach deutlich, deswegen komm ich mit den negativen Seiten auch klar. Würde ich mich omnivor ernähren, wären aus meiner Perspektive die negativen Seiten viel größer und damit käme ich nicht klar. Und dann würde ich vegan werden. ;D

    Btw. viele Kinder mögen auch gar kein Fleisch und es wird ihnen antrainiert. Ich glaub Kinderernährung ist da ein ganz schwieriges Thema. Und wenn man Kinder nur das essen lassen würde, was sie mögen, dann kämen wir wohl auch nicht mehr so weit...

    @windimhaar und Anonym
    Ihr schreibt so, als wäre das wirklich alles so leicht. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich selbstverständlich nicht in ein Steakhouse gehen. Aber man hat nun mal Familie und Freunde, die anders ticken und die will ich auch nicht verlieren. ich war dieses Jahr noch in einem Steak House, es war furchtbar, aber es gehört zu meinem Leben. Und lang nicht in jeder Stadt gibt es gute vegane Alternativen. Ich kenne hunderte von Cafés die bei dem Wort "Sojamilch" die Nase rümpfen. gerade außerhalb von Städten ist das eben so und selbst in Köln kann es schwer werden, wenn man sich außerhalb des veganen Terrains bewegt, was nunmal zwangläufig der Fall ist, wenn ich zu Freunden und Kommilitonen nicht jeden Mal sagen will "Nee, ich bleib zu Hause", nur weil ich da meine veganen Cookies habe.
    Ist doch nicht schlimm, wenn man eingesteht, dass es manchmal nervig und anstrengend ist.

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  22. Zum Thema Schwangerschaftsgelüsten: Ich glaube eigentlich nicht, dass der Körper so oft das verlangt, was ihm fehlt. Meine Mutter hat in beiden Schwangschaften wochenlang fast ausschließlich halbe Grillhähnchen gegessen, weil sie nur danach Verlangen verspürt hat. Generell empfinde ich (ja, als nicht schwangere Person) Gelüste eigentlich eher nach unvernünftigen Dingen, ich kann mir nicht vorstellen, dass das in der Schwangerschaft großartig anders ist. Ich kenne auch fast nur so Beispiele die dem meiner Mutter recht ähnlich sind.

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  23. Dann will ich auch meinen Senf dazu geben, auch wenn ich gerade mal vier Monate vegan esse.
    Wahrscheinlich weil ich in Berlin lebe und auch von meinem Arbeitgeber mal eine halbe Stunde länger Mittagspause kriege (wenn am Ende die Arbeit trotzdem gemacht ist), und ich so im Supermarkt einkaufe, empfinde ich es nicht allzu sehr als Einschränkung.
    Aber ich will hier eigentlich eher auf den Gesundheitsaspekt eingehen:
    Mir war Sport schon immer wichtig. Aber in den letzten vier Jahren bin ich leider durch so eine kleine Verletzungspech-Hölle gegangen. - Zwei Dinge, die sich seit meiner Umstellung von Vegetarisch auf Vegan so gut wie gar nicht mehr bemerkbar machen, waren die Archillessehnenreizung und die leichte Arthrose im linken Fuß. Die (diagnostizierte) Arthrose hat mir wenigstens und immer Morgens bei den ersten Schritten Kummer gemacht und die Sehnenreizung zwang mich manches mal zum Pausieren. In meiner veganen Jetzt-Zeit bin ich schon so manche Woche um die 60km gejoggt, und das ohne Probleme! Und das Aufstehen morgens früh macht überhaupt keine Probleme mehr, ich gar nichts! Es ist ein Wunder! ;)

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  24. ich finde, das thema kann man doch ganz kurz zusammenfassen:
    wir stehen nicht vor einem kulinarischen oder gesundheitlichen, sondern vor einem gesellschaftlichen problem.
    so ist das eben, wenn man "anders" ist: alle sind so voller angst, von anderen schlechtgeredet zu werden, dass man andersdenkende gleich ausbooten will. das gilt auf allen gebieten: sexualität, politik, religion,... und eben auch ernährung.

    das ist nichts besonderes, was irgendwie nur am veganismus haftet oder so. ich kann es ehrlich gesagt auch nicht verstehen, dass man es als problem empfindet, sich sein essen selber zu machen. natürlich wäre es viel toller, wenn es endlich mehr vegane produkte in "normalen" läden gäbe (so wie snacks oder sandwhiches z.b.); in england ist es bereits so! ich denke, in ein paar jahren werden wir auch soweit sein. und irgendwie ist es schon ein luxus für einen veganer, so einen veganen supermarkt wie z.b. in dortmund zu haben. aber da wird sicher noch viel mehr kommen.

    aber wir müssen eigentlich auch nicht darüber diskutieren, ob veganismus jetzt einfach ist oder nicht. wenn man auf die offensichtlichen sachen achtet und nicht jeden essig dreimal umdreht^^, dann ist es sehr leicht. ich achte aber trotzdem auf veganen essig, wein usw., weil man sich ja schon informieren kann. wenn man allerdings woanders ist, ist das natürlich schwierig, das sehe ich auch so. zudem habe ich das glück, einfach ins vegane café düsen zu können, wenn mal jemand mit mir essen gehen will... ;)

    ich finde, wir brauchen nicht weniger lobhudelei, sondern mehr toleranz. oder? :) schließlich stehen wir doch schön für eine gemeinsame sache, auch wenn sie bei uns allen unterschiedlich stattfindet. aber das ist ja das gute am individuellen veganismus. :)
    und - bevor gleich einer meckert^^: ich weiß natürlich, dass auch viele fleischesser tierlieb sind und sich gegen die massentierhaltung aussprechen. das ist gut und noch besser ist es, wenn sie dann ihr konsumverhalten ändern. denn unser problem sind ja die bekannten lügen, dass veganismus ja sooo ungesund sei. natürlich ist es nicht zwingend gesund, aber auch nicht zwingend ungesund! und ich finde, das darf man ruhig sagen und man darf sich auch einen ast freuen, dass man veganer ist. schließlich ist es doch ein grund zur freude, leckeres essen zu essen! ^^

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  25. ich schließe mich tim york an! Ich finde was fehlt ist oft toleranz und auch der kommentar von cheesy ist genau das was ich denke: niemand setzt die regeln, niemand verhaut dich, wenn du etwas machst, was vllt nicht im allgemeinen als vegan gilt. man sollte versuchen sich selber nicht so einzuschränken im eigenen denken...bei mir ist es so, wenn ich mir nicht all zu viele gedanken mache darüber was ich darf und was nicht, dann klappt es viel einfacher. für mich ist vegan nach nur knapp 2 monaten so "normal" wenn ich alleine esse etc. klar das thema kommt auf, wenn man mit anderen zusammen essen will und ja das ist auch anstrengend. aber dennoch ist es für mich so, dass ich es eher als gesund ansehe und das macht mir spaß. ich finde wirklcih am wichtigsten ist es, niemanden zu verurteilen wie sein "vegan" aussieht, denn der richtige weg ist es meiner meinung dennoch. der richtige ansatz. natürlich gibts noch 1000 andere richtige ansätze, aber dies ist nun mal einer. und anders sein als andere oder die masse ist glaube ich noch nie einfach gewesen. umweltschutz etc. sind eben keine einfachen themen und ganz klar ist man mit dem veganer-dasein längst nicht aus dem schneider. toller artikel :)

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  26. Während der Schwangerschaft war ich auf Bananenquark mit Sahne und gehobelten Mandeln. Meine Tochter hat bis zu einer schweren Masernerkrankung alles gegessen und dann bis auf Zwieback feste Nahrung verweigert. Ich selbst mochte früher kein Fleisch und habe lange Jahre vegetarisch gelebt und hatte schwere Mangelerscheinungen. Heute esse ich ziemlich alles, achte aber darauf wo die Produkte herkommen und welche Inhaltsstoffe sie haben.

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  27. Ich lehne es grundsätzlich ab, aus der eigenen Lebensweise eine Religion zu machen. Das gilt auch für den Veganismus, der sicher kein Heilsversprechen ist. Missionarischer Eifer ist also genauso unangebacht wie die Vorurteile gegenüber Menschen, die isch für eine vegane Lebensweise entscheiden. Für mich ist Veganismus eine persönliche Haltung, ein Statement
    .
    Ich lebe seit gut einem Jahr vegan. Auslöser war der Dioxin-Skandal und die Beschäftigung mit der modernen Massentierhaltung. Erkenntnis daraus war: Trotz immer wiederkehrender Skandale ändert sich nichts – weder im politischen Umgang mit dem Thema noch an den Ernährungsgewohnheiten meiner Mitmenschen. Die Frage war also: Was kann ich persönlich tun?

    Vegan zu leben, ist sicher eine gute Antwort darauf. Allein werde ich damit nicht die Welt retten, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mit meiner Haltung in meiner Umgebung sehr viele Denkanstöße gegeben habe. Viele meiner Freunde und Bekannten überdenken zumindest das Ausmaß ihres Fleischkonsums. Wobei ich betonen muss, dass ich nicht missioniere, sondern einfach ein anderes Konsumverhalten zeige. Allein daraus ergeben sich schon viele neugierige Nachfragen und auch gute Gespräche.

    Ich behaupte nicht, dass ich gesünder lebe (Gesundheit hängt von zu vielen Faktoren ab) oder irgendwelche Tiere rette (ich bin kein ausgesprochener Tierfreund). Ich behaupte aber, dass unser Umgang mit den Mitgeschöpfen auf der Erde nicht angemessen ist und der rasant zunehmende Fleischkonsum weltweit in eine ökologische und humanitäre Katastrophe führt.
    Persönlich habe ich keine Probleme, vegan zu leben. Es ist auch nicht teurer als omnivore Lebensweise. Teure Fleischersatzprodukte wie Tofusteaks und anderes Fertigzeug sind unnötig und schmecken mir ohnehin nicht. Ich finde, dass unser großes Gemüseangebot völlig ausreicht für eine abwechslungsreiche und schmackhafte Küche. Rezepte gibt es en masse. Man muss halt nur selbst kochen wollen.

    Fazit: Der vegan lebende (ich mag den Schubladen-Begriff Veganer nicht so so sehr) ist kein besserer Mensch, aber er macht sich (in der Regel) mehr Gedanken über die Zukunft.

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  28. Vielen Dank, liebe Mausflaus, für diesen Beitrag! Ich glaube: viele Veganer machen sich das Leben auch ein bisschen selber schwer. Wenn es mich stört, dass mein Gemüse auf dem gleichen Grill gegrillt wird, wie ein Steak, dann muss es mich nicht wundern, wenn ich als absonderlich gelte und in Zukunft nur noch mit anderen Veganern grillen kann. Wenn ich im Restaurant Ansprüche, gilt das gleiche (wobei viele Kellnerinnen da toll reagieren und man oft etwas bekommt, was so nicht auf der Karte steht). Es ist teilweise halt ein Abwägen, im Restaurant zwischen eigenen kulinarischen Ansprüchen und Sozialverhalten mit Nicht-Veganern.

    Auch stimme ich dir zu, was die Schwangerschaft angeht. Das ist vegan nur gründlich überwacht und mit viel Planung möglich. Und mir persönlich wäre es einfach zu riskant. Was, wenn ich wochenlang mit Morgenübelkeit zu kämpfen habe und den Nährstoffbedarf, der durch veganes Essen eh nur schwer zu sichern ist, dann nicht "schaffe"? Wenn ich am Ende ein behindertes oder zu früh geborenes Kind hätte, würde ich immer denken die Ernährung sei daran Schuld- B12 ist in der embryonalen Entwicklung halt noch mal wichtiger als bei Erwachsenen.

    Was Kinder angeht... ich denke, da ist es möglich, wenn das Kind unkompliziert ist. Meine Schwester hat als Kind kaum Gemüse gegessen, fand alles eklig. Ich habe schon immer alles gegessen (außer Oliven). Auch Rosenkohl und Pilze. Dabei haben wir beide die gleichen "voraussetzungen" gehabt.

    Was mich stört: Veganer, die vor Entsetzen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und vor Entrüstung schäumen, wenn sie hören, dass ein langjähriger Veganer eines Tages solche Lust auf ein Frühstücksei hatte, dass er sich ein (Bio)Ei gegönnt hat - ohne schlechtes Gewissen. Ich persönlich finde das nicht schlimm, absolut nicht. Ein Ei in vier Jahren und ich finde es eher gut, dass derjenige sich das dann gönnt und nicht zermartert oder vor Angst vor der Veganerpolizei zusammenbricht.
    Überhaupt diese Überheblichkeit, man sei was besseres und irgendwie ja total überlegen. Das stört mich sehr.

    Ich kann für mich sagen: ich würde in einer Schwangerschaft nicht vegan leben (sondern vegetarisch) und Kinder auch nicht vegan ernähren (sondern vegetarisch). Wenn ich je Mangelerscheinungen bekommen sollte, die nicht einfach so in den Griff zu bekommen sind, würde ich ebenfalls nicht meine Gesundheit opfern und auf der veganen Lebensweise bestehen, sondern gucken ob es sich bessert, wenn ich vegetarische Produkte esse. Ich denke zwar nicht, dass das passieren wird, aber wer weiß?

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  29. Danke Mausflaus!

    Als Neuveganerin dachte ich auch voller Eifer, dass alle die behaupten vegan leben sei ein Verzicht, nur zu faul sind, ihr Essverhalten mal gründlich zu überdenken. Nach nunmehr acht Monaten hauptsächlich veganer Lebensweise (so vegan wie möglich, denn jeder Tag ist für mich eine neue Herausforderung!) kann ich dir zustimmen.

    Ja...vegan essen ist oftmals nicht einfach. Ich mache für mich den Kompromiss, dass ich auswärts grundlegend vegetarisch wie nötig und so vegan wie möglich esse. Das heißt ich würde z.B. nie gebackenen Feta bestellen, oder Rühreier etc. Aber wenn beim Salat mal Joghurtdressing drauf ist bekomme ich nicht gleich die volle Panik. Meistens wähle ich so aus, dass so wenig wie möglich Tierprodukte enthalten sind. Bei Tomatensuppe kann man z.B. super die Creme Fraiche abbestellen, allerdings frage ich nicht nach, auf welcher Basis diese Suppe gekocht wurde oder ob in meinen Spaghetti mit Tomatensauce Eiernudeln verwendet wurden. Ich bestelle auswärts zwar öfter mal ein gutes Bier, aber auch mal ein Glas Wein ohne mich permanent innerlich selbst zu geißeln. Das bringt einem auch nichts, außer vielleicht mieser Laune und Wut auf alle anderen, die nicht so streng mit sich sind und genüsslich auf der Karte alles so wählen können, dass ihre aktuellen Gelüste gestillt werden. Und ehrlich gesagt; ein kleines Stück Lebensqualität leidet schon darunter, ständig alles planen zu müssen.Gerade weil ich in einer Umgebeung lebe, die zwar relativ veganerfreundlich ist, aber immer noch mehr Fleisch als Tofu hervorbringt. Es nervt immer und überall belächelt zu werden, gerade auf Partys.

    Allerdings muss ich da auch sagen, dass es größtenteils am Umfeld liegt, ob einem vegan Leben leicht oder schwer fällt. Viele hier geschilderten Beispiele zeigen das. Und welcher Faktor auch immer wieder unterschätzt wird ist der Soziale. Keiner bereitet einen Neuveganer auf die Ablehnung vor, die einem oftmals wehement entgegenschlägt. Darauf, dass sich teilweise Freunde und Familie von einem abwenden, nur weil man anders isst, oder dass man auch von anderen Veganern gemobbt wird, weil man nicht streng genug mit sich ist.

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  30. "5. Veganer-Behauptung: "JEDER kann sich vegan ernähren"
    Da bin ich mir nicht so sicher. Schwangere und Kinder haben besondere Bedürfnisse,"

    Bezeiht sich das auf gesundheitliche Aspekte? Laut ADA, ist eine vegane Ernährung für jeden Lebensabschnitt geeignet: http://veganekinder.de/adavegan

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  31. Saskia hat gesagt : "Darauf, dass sich teilweise Freunde und Familie von einem abwenden, nur weil man anders isst..."

    Nur weil man anders isst ?

    Das glaubst du doch wohl selbst nicht. Hat der Veganismus sich nicht auf die Fahne geschrieben,sämtliche Tierhaltung, die Fischerei und auch die Jagd komplett abzuschaffen ? Und würden Veganer nicht sofort alle Tiernutzung per Gesetz verbieten, wenn sie nur könnten ?

    Es geht euch also vor allem auch "nur" um das Essen der anderen. Dieses geht euch aber, mit Verlaub gesagt, einen feuchten Kehricht an.

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  32. Das was man als Außenstehender von Veganern, die nicht permanent missionieren und über Tierrechte etc. sprechen, wahrnimmt ist nunmal, das andere Essverhalten. Es fällt auf. Ohne Zweifel. Und wo man damit schon alles aneckt ist unbegreiflich! Davon kann bestimmt jeder hier eins, zwei Geschichten erzählen!

    Ich rede niemandem ins Essen. Aber ich mag es auch nicht mich ständig rechtfertigen zu müssen, oder zumindest diese "Was??? Die isst noch nicht mal x,y,z" Kommentare zu geben, OHNE das ich je ein Wort gesagt habe. Es reicht schon, wenn man beim Essen den Käse vom Salat abbestellt, oder vom Buffet nur mit Blattsalaten, Gurke, Tomate etc. an den Gästetisch kommt, obwohl doch so viele tolle Fleischgerichte aufgetafelt worden. Allein das reicht, um Reaktionen zu provozieren und genau sowas meine ich.

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  33. Ich bin ein bißchen hin- und hergerissen.
    Wenn ich hochmotiviert alles selbermache und mitbringe und mache und tue, dann empfinde ich es als einfach und auch immer leckerer als das was die anderen essen.

    Nur wenn ich keine Zeit oder auch einfach mal keine Lust habe, ständig vorzusorgen und mitzudenken...dann stehe ich sofort vor den oben genannten Problemen und ich finde es auch blöd.
    Denn es könnte ja so einfach sein...wär schön, wenn es das dann eben auch mal wäre.
    Und ne Packung Hafer-, Mandel- oder Sojamilch würde ja auch kein Cafe in unkalkulierbare Kosten stürzen.
    Oder wenigstens mal ein veganes Gericht anbieten, nicht immer nur Salat und Pommes...naja, das macht es unnötig kompliziert.

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  34. Wenn ihr (ausgenommen den einen oder anderen "Anonymen") außer Haus und nicht kämpferisch drauf seid, sondern euch schwach fühlt, könnt ihr euch mit "Allergien" und "Intoleranzen" aus der Affaire ziehen - euch werden Mitgefühl und Verständnis entgegenschlagen, was manchmal wirklich sogar (veganen) Veggies gut tut! Denn selbst Veggies sind auch nur Menschen ;-)

    Und wenn ihr zwar keine Diskussionen mit oder gar Angriffe von Unveggies provozieren wollt, euch aber davor auch nicht Bange ist, könnt ihr ja mal davon reden, dass ihr eine Tierleid-Intoleranz habt!

    Ok, manch Eine/r wusstet es ja schon lange, (insbesondere vegane) Veggies sind intolerant ...

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  35. Ich lebe seit Januar diesen Jahres vegan und hab es bisher nur selten einschränkend erlebt. Das hat aber mit meinen Erwartungen zu tun. Wen ich bei Freunden oder meiner Familie zum Geburtstag eingeladen bin, dann weiß ich einfach, dass ich nicht überall zulangen kann und meistens Salat und Brot/Beilagen esse. Das ist für mich kein Problem, denn ich habe mich vorher darauf eingestellt und biete mich gerne an, etwas leckeres zum Buffet beizusteuern. Dieses Jahr auf dem Weihnachtsmarkt hat mich der Crepesstand und die Bratwürstchen nicht mehr locken können und hinterher beim Türken war das Falaffel superlecker! Ok ich muss auf die Soßen verzichten, aber die hab ich eh nie vertragen... Meiner Meinung nach, kommt es darauf an, warum ich vegan lebe! Die Einstellung muss stimmen, sonst wirds anstrengend. Das ist keine Religion, dass ist Lifestyle. Ich lebe vegan, weil ich gesund werden/sein möchte. Wenn jemand wegen des ganzen Tierleids vegan wird, wird das schwerer sein. Meine Gesundheit ist alles was ich hier in diesem Leben habe um etwas verändern zu können. Wer schon mal einen großen Tumor in seinem Körper hatte, denkt plötzlich ganz anders über Verzicht als jemand, der über Tierleid nachdenkt. Damit möchte ich das nicht abwerten. Vieles habe ich erst nach meiner Entscheidung vegan zu leben "gelernt" und bin glücklich mit meiner Ernährung auch der Tierwelt gegenüber etwas achtsamer zu sein. Aber in erster Linie lebe ich für mich vegan! Nur wenn ich fit bin, kann ich hier was bewegen. Sollte ich noch ein Kind bekommen, werde ich mich natürlich vegan ernähren. Warum denn nicht??? Es ist tatsächlich gesünder, wenn man kein Puddingveganer ist. Meine Kinder ernähre ich zu Hause vegan und in der Schule dürfen sie selbst entscheiden. Sie haben sich beide für das vegetarische Menü entschieden und auf Geburtstagen suchen sie sich das raus, was sie wollen. Da ist schon mal eine Wiener oder anderes dabei, aber hey bei mir hats über 30 Jahre gedauert, da kann ich meinen Kindern nicht plötzlich alles wegnehmen. Zum Glück vermissen sie zu Hause nichts, denn wir haben schon lange Milch und Fleisch stark eingeschränkt. Keine Dogmen, keine Gelüste, kein Verzicht! Die Einstellung muss stimmen... bei mir ist es mein Leben. Das ist mir lieb. Deshalb vegan! Ach ja auf einer Party hab ich null Problem damit ein Stück unveganen Kuchen zu essen oder eben ein Glas Wein. Ich lebe lieber unkompliziert und das ist sehr wohl vegan möglich und das auch wenn man (wie ich) auf dem Land lebt. Ja auch ohne Tofu und Käseersatz kann man leben und das sehr gut, denn schaut Euch mal die Inhaltstoffe vom Käseersatz an. Meist wird mir da schon schlecht! Tofu gibts allerdings schon in jedem Discounter, aber da Soja ziemlich umstritten ist, gibts ihn bei uns nicht so oft. Im Sommer lebe ich meist roh-vegan und im Winter mit veganer Kochkost und über 50% roh. Wer vegan lebt, sollte das aus Überzeugung tun. Dann gibts auch keine Probleme. Salat und Pommes/o.ä. Beilagen bekomme ich in fast jedem Restaurant! Wir gehen mit der Familie meines Mannes an Weinachten zum Griechen und ich hab da schon angerufen, er macht uns eine Platte für zwei mit versch. gebackenem Gemüse, dicke Bohnen in Tomatenoße, Reis, Backkartoffeln und Knobibrot mit Olivenöl statt Butter. Ich freue mich schon drauf! Dazu gibts nen großen Bauernsalat und ich weiß jetzt schon, dass ich nicht neidisch nach links und rechts schiele. Wer unzufrieden mit dem veganen Angebot um ihn rum ist, sollte es einfach mal akzeptieren und die Erwartungen runter schrauben. Vielleicht lebt sich's dann etwas gelassener oder nach Berlin (o.a. Großstadt) ziehen. *g* LG Netti

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  36. @Anonym: man kann alles so drehen und wenden, wie man will. ich könnte genauso behaupten, dass manche fleischesser bestimmt vegetarier und veganer verfolgen lassen würden, per gesetz.
    falls es dir aber schon aufgefallen ist, leben wir hier in einer demokratie. selbst wenn es eine veganer-partei gäbe und die regieren würde, würde das nicht heißen, dass die einfach so gesetze verfassen könnten.
    solche beispiele sind unrealistisch und nicht notwendig.

    eigentlich kann man es doch so sehen: wir stehen alle für dasselbe. so gut wie alle finden doch die massentierhaltung scheiße. egal, was mann isst.

    und wenn du dich von veganern bedroht fühlst, dann lege ich dir ans herz, mal einen test zu machen. geh einfach mal zu deinen freunden, verwandten und/oder bekannten hin und behaupte einfach, du wärst jetzt veganer. danach kannst du mir ja erzählen, wie sie drauf reagiert haben... ;)

    ich kenne absolut keinen vegetarier/veganer, der nicht nett und lieb ist. im ernst. natürlich kann das zufall sein, aber daraus schließe ich, dass die wenigsten wirklich jemandem irgendwas wegnehmen wollen. außerdem sind wir überglücklich, wenn mal jemand was von unserer gemüsepfanne probiert. ;)

    und dass uns das essen der anderen nichts angeht, finde ich auch interessant. dann könnte ich ja auch sagen, dass man mich ab jetzt nicht mehr fragen darf, was ich so esse. :D
    ich wünschte ja, dass das eigene konsumhalten das leben anderer nicht beeinträchtigen würde. aber es ist eben so, wie es ist. das ist doof, klar, aber es ändert ja nichts, wenn man sagt, dass essen privatsache ist. die entscheidung ja, natürlich! aber die folgen davon sind eben nicht privat.

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  37. Puh, das waren ja echt viele Kommentare... ich fühle mich positiv erschlagen :-)
    die meisten meinungen kann ich teilen bzw. nachvollziehen, deswegen schreibe ich dazu nix mehr, sondern nur diese 2 sachen:

    @Hannes
    "Bezeiht sich das auf gesundheitliche Aspekte? Laut ADA, ist eine vegane Ernährung für jeden Lebensabschnitt geeignet: http://veganekinder.de/adavegan "
    das autoritätsargument zieht bei mir nicht. nur weil die ADA irgendwas sagt folge ich dem nicht blind. und soweit ich weiß hat die ADA auch keine umfassenden studien mit veganen schwangeren gemacht. und einige nährstoffe sind in der schwangerschaft nunmal problematisch, zb folsäure, vitamin d...

    @PD
    ich hab oft kein bock auf diskussion, aber ich fange wegen sowas nicht an zu lügen. wie schon erwähnt ist Ehrlichkeit ein hohes Gut... das gebe ich nicht wegen solchem kickifax auf

    @Netti
    es mag sein dass du dich vegan jetzt besser fühlst, aber wenn sich dein gesundheitszustand objektiv tatsächlich verbessert hat, dann lief bei deiner ernährung vorher was falsch. laut studien hat vegane ernährung gegenüber einer ausgewogenen vegetarischen ernährung mit wenig tierprodukten keinen gesundheitsnutzen.
    und ethische veganer sind mindestens so motiviert wie gesundheitliche. ich glaube sogar, dass es bei ethischen stärker ist, denn wer sich das tierleid in seiner ganzen brutalität vor augen führt, der hat eine sehr starke motivation.
    ich bin eher "rationaler ethischer veganer", da ist die bereitschaft zur "aufopferung" halt nicht so hoch. aber das ist eine persönliche sache.

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  38. Ich habe weder gesagt noch gemeint, dass man lügen soll ...

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  39. tim york hat gesagt :" und wenn du dich von veganern bedroht fühlst, dann lege ich dir ans herz, mal einen test zu machen. geh einfach mal zu deinen freunden, verwandten und/oder bekannten hin und behaupte einfach, du wärst jetzt veganer. danach kannst du mir ja erzählen, wie sie drauf reagiert haben... ;)"

    Hahaha...das brauche ich gar nicht zu versuchen...ich war nämlich selber jahrelang Veganer, hatte aber nie auch nur die geringsten Schwierigkeiten mit meinen Mitmenschen. Und soll ich dir mal verraten warum ? Weil ich die Anderen habe essen lassen was SIE wollten und weil ich niemals missionieren wollte/missioniert habe. Auch nicht im Sinne von "schweigendem Vorwurf" oder irgendeinem dämlichen Veganersticker oder sowas :-)

    Aber du hast recht: Ich habe mich damals aus gesundheitlichen Gründen rein pflanzlich ernährt und dafür haben die allermeisten Menschen Verständnis. Kein Verständnis haben sie allerdings für sog. "Tierrechte" usw.,und für den Versuch von "ethisch motivierten Veganern" (prust :-)) ihnen vorschreiben zu wollen, was sie bitteschön zu essen haben und was nicht.

    Und ich finde, sie haben zu Recht kein Verständnis, habe ich heutzutage auch nicht mehr.

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  40. @Anonym: ich habe nichts dagegen, wenn sich jemand aus gesundheitlichen gründen vegan ernährt. im gegenteil, es ist ja sogar vernünftig in der hinsicht.
    aber dass die gesundheit der einzige akzeptable grund sein soll, bezweifle ich. die menschen respektieren das im allgemeinen dann nur, weil sie egoistisches denken okay finden. sobald jemand sagt, er mache etwas für andere, bekommt man unverständnis entgegen gebracht. und das ist nicht nur beim veganismus so, sondern bei allen themen in der gesellschaft.
    ich "zwinge" auch niemanden dazu, vegan zu leben oder so, weil es zum einen nicht möglich ist und weil ich das auch gar nicht will. wenn es jemand freiwillig macht, finde ich es toll, aber man sollte niemanden zu irgendetwas zwingen.

    ich habe einen veganerbutton an meinem rucksack und ein portemonnaie mit der aufschrift "vegan". warum denn auch nicht? klar braucht man das nicht, aber sollte ich mich denn dafür schämen, was ich bin? ich lasse mich doch nicht mundtot machen. ^^ dafür reiße ich viel zu gerne das maul auf. :P

    wieso meinst du denn, dass man kein verständnis haben sollte? wenn es einem nicht gefällt, dann lässt man das thema ruhen. da du dich aber auf veganen blogs bewegst, scheinst du ja doch irgendwie interessiert zu sein. ;)
    und was ist schlimm daran, wenn man vom vegansein erzählt? soll man es geheim halten? fleischesser erzählen doch auch gerne mal von einem schnitzel, dann dürfen veganer ja auch wohl einem veganen schnitzel reden. ;)

    außerdem wollten mir schon sehr viele leute einreden, ich sollte doch wenigstens vegetarisch leben und am besten natürlich wieder fleisch essen... fleischesser sind oft viel missionarischer als veganer. ;)


    aber bleib meinetwegen beim unverständnis. in ein paar jahren wird das alles anders aussehen und das vegansein wird zumindest in der öffentlichkeit akzeptiert sein.

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  41. ...die Folsäure gibts in vielem guten Essen und zur Not als einfachste Tabletten. Selbst nicht-Veganerinnen müssen Folsäure in der SS ergänzen ;-) Das stimmt somit definitiv nicht. Und dass man vegan schwanger sein kann könntest Du mit genug belegten Studien nachlesen wenn Du denn wolltest ;-)

    Was wer schrieb und ich sehr gut fand: Niemand bereitet einem darauf vor, was einem an zwischenmenschlichen Probleme auf einmal erwartet. Ein nicht zu unterschätzendes Problem am vegansein wie ich finde. Auf der einen Seite die lieben nicht-veganen mit denen man hadert und auf der anderen Seite die perfekten Veganer die auf einem rumreiten. Der Spagat dazwischen ist oft nicht einfach.

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  42. "@Hannes
    "Bezeiht sich das auf gesundheitliche Aspekte? Laut ADA, ist eine vegane Ernährung für jeden Lebensabschnitt geeignet: http://veganekinder.de/adavegan "
    das autoritätsargument zieht bei mir nicht. nur weil die ADA irgendwas sagt folge ich dem nicht blind."
    Es sollte kein argumentum ad verecundiam sein. Allerdings ist es sinnvoll die Quelle für Aussagen zu nennen, deswegen der Verweis auf die ADA.

    "und soweit ich weiß hat die ADA auch keine umfassenden studien mit veganen schwangeren gemacht."

    Sie hat vorhandene Studien ausgewertet.

    "und einige nährstoffe sind in der schwangerschaft nunmal problematisch, zb folsäure, vitamin d..."

    Stimmt, wobei man Probleme damit einfach durch Supplementation umgehen kann. Und Vitamin D Versorgung nicht nur für Schwangere und/oder Veganer problematisch ist.

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  43. Hi... (:

    Ich hab mir jetzt doch tatsächlich vor lauter Spannung die gesamte bisherige Debatte durchgelesen und kann für mich sagen, dass ich für mich persönlich einiges gelernt habe, auch durch einen anderen Beitrag.

    Ich habe vor, in meiner Gegend, einen veganen Stammtisch ins Leben zu rufen, mit dazugehörigen Informationsaktionen und Aufklärungsarbeiten. Ich war mir lange nicht sicher, welche Pro-Argumente ich nehmen sollte und welche nicht oder welche ich erst später anführen sollte. Meiner jetzigen Auffassung nach ist der Veganismus weder mit dem gesundheitlichem Aspekt, noch mit dem ökologischen Aspekt, noch mit Tierrechten einzig und allein begründbar. Tierrechte als Erweiterung des Tierschutzes, welcher Tierausbeutung nicht abschaffen, sondern "humanisieren" will, beispielsweise sind ein sehr wichtiges Thema. Allerdings erntet man erst einmal Stirnrunzeln, wenn man mit diesem Thema bei einem Ökoveganer oder Gesundheitsveganer ankommt.

    Klar, für mich zählt das Gesamtbild und ich interessiere mich persönlich für alles mögliche, aber nach außen hin - sei es im Sinne eines Vereins oder einfach generell im Sinne eines gemeinsamen Nenners - geht es nur um die vegane Lebensweise, für die es eben unterschiedliche Argumente gibt. Wichtig ist nur eins: Hauptsache vegan oder besser gesagt: Möglichst vegan.

    In diesem Sinne werde ich den Stammtisch ins Leben rufen. Danke für die Diskussion, an der ich mich zwar nicht beteiligt habe, aber von der ich als Zuschauer trotzdem einiges mitnehmen konnte.

    Liebe Grüße
    Dani

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  44. "Und dass man vegan schwanger sein kann könntest Du mit genug belegten Studien nachlesen wenn Du denn wolltest ;-)"

    Es gibt allerdings auch Studien, die bei veganen Schwangerschaften von Probleme sprechen. Von Problemen, die klar wegen der Ernährung entstehen. Es ist also nicht ganz so leicht.

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  45. Das ist es aber generell nicht.
    Nicht-Vegan bedeutet ja nun auch nicht zwangsläufig Gesund & Nährstoffreich.

    Ich habe es durch meine Ernährung, die damals nicht vegan war, geschafft, mir eine Schwangerschaftsdiabetes anzufressen. Zu viel MacDo ist eben auch nix.
    Und ich glaube, das Supplementieren von Folsäure, B12 und Vitamin D wäre für jede Schwangere angeraten. Und selbst das ist keine Garantie.
    Ich kenne eine nichtvegane Schwangere, die ganz artig schon vor der Geburt Folsäure genommen hat...und trotzdem wurde das Baby mit einem offenen Rücken geboren. Genau das soll die Folsäure ja eigentlich verhindern.

    Also ich denke, schwanger ohne Supplemente ist heute immer ein Risiko, egal ob Vegan oder Vegetarier oder Omnivor.

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  46. Hallo,

    ein sehr interessanter Blog-Eintrag mit einer spannenden Diskussion (die ich jetzt nicht komplett gelesen habe).

    Gut, dass du das Thema mal ansprichst.
    Mich stören auch Pauschalaussagen wie "Das ist voll einfach" oder "vegan ist eine Megalösung für alle Probleme". ;)
    Ich finde es sehr gut, dass du das einmal ansprichst und klar machst, dass eben nicht alle Veganer sich das einbilden.

    Sei aber auch wieder vorsichtig, nicht die Gegenseite zu pauschalisieren (vegan IST teuer), so als würden alle Veganer, die das Gegenteil behaupten, sich das nur einreden, um andere zu überzeugen.

    Für mich persönlich ist meine Welt "heiler und schöner", seit ich vegan lebe, und die Freude daran überwiegt deutlich den Ärger in nervigen Situationen.

    Auch mit dem heiklen Thema Kinder- und Schwangerenernährung wäre ich sehr vorsichtig, weil da die aktuelle Forschungsmeinung keinesfalls eine einheitliche Meinung widerspigelt. Sollte ich in den nächsten Jahren Kinder bekommen, werden auf jeden Fall erfolgreiche vegane Mütter mit gesunden Kindern meine Quelle für Ernährungsinfos sein, denn die wissen es jawohl am besten. Manchmal vergisst man über all die Wissenschaft, dass es die erst seit wenigen Jahrhunderten gibt, und Erkenntnisse sich immer wieder geändert haben und das wohl auch zukünftig immer wieder werden.

    Trotzdem danke für die Diskussionsanregung. Ich finde, sie hat gezeigt, wie unterschiedliche Meinungen Veganer haben können und man eigentlich gar nicht von "Veganer" sprechen kann, wenn man damit mehr meint, als eine Ernährungsgewohnheit.

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  47. @Veganorama
    genau das ist der punkt, es gibt bezüglich veganer ernährung einfach zu wenig handfeste beweise. deswegen habe ich auch relativ vage aussagen gemacht "vegan schwanger KANN schon ein problem sein, zumindest unter gewissen umständen" usw.

    und "vegan ist teuer" habe ich auch nicht pauschalisiert; veganer haben ja im wesentlichen dieselben grundnahrungsmittel kartoffeln, brot, nudeln, reis, gemüsebeilage. aber wenn es mal exquisiter sein soll, dann wirds schnell hochpreisig; und veganer bestellen sehr gerne bei veganen onlineversänden käse, fakefleisch, süßkram und das ist echt arschteuer.
    veganshops würde ich am ehesten mit feinkostläden vergleichen, da kosten 100g käse dann halt auch mal 3€. nur gehen die meisten omnis halt nicht in den feinkostladen sondern kriegen käse in jedem supermarkt.aber wenn es ganz bald veganen käse bei aldi gibt, dann ist das "teuer"-argument völlig entkräftet :-) is ja schon besser geworden, man denke bloß an das veggie-sortiment bei aldi, und die preise für sojamilch sind auch rapide gefallen, vergleicht man das mit den preisen vor ein paar jahren.
    die zukunft ist vegan!

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  48. "die zukunft ist vegan!"

    Prust...und ein Ei vom Konsum, nech :-)

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  49. interessante Diskussion...

    "vegan ist teuer"
    wurde ja schon angesprochen- MUSS ich denn immer und immer die gleichen Produkte haben wie Omnis?
    Für mich heißt vegan auch, mal zu überdenken ob ich wirklich genauso viel Schoko brauch wie früher oder ob das nicht andere Gründe hat? Ob ich wirklich acht Packungen Tofu kaufen muss oder nicht mal drei reichen fürs Wochenende?
    Für mich persönlich heißt vegan auch reflektieren, auch das ganze Konsumverhalten. Lieber genieße ich einen Becher Sojaghurt anstatt drei Becher (Milch)joghurt zu verschlingen und mich danach nicht besser zu fühlen.

    Vegan & Schwangerschaft bzw Kinder.
    Angeblich (hab leider keinen Link dazu) können vegan ernährte Kinder das B12 Vitamin selbst im Darm herstellen :)

    "vegan kann sich jede_r ernähren"
    Nö. Gibt auch welche, die es wirklich sehr gerne würden, aber zB aufgrund einer Stoffwechselstörung das nicht können.
    Werden (meiner Erfahrung nach) meist Rohköstler_Innen oder ähnliches.

    @Saskia: Me too, ich bin so vegan wie möglich, jeden Tag. Aber ich hab heut zB einen Minimilchschokoladennikolo mitgegessen- soll ich mich jetzt dafür hassen oder wie?
    Wie schon angesprochen, Veganismus ist auch wo die Verantwortung für sich selbst- und ich bin froh, dass es bezüglich Vegan-Sein so viel Austausch gibt und immer wieder betont wird, dass es nicht DEN Veganismus gibt :)

    Btw Soja kann Laktoseintoleranz fördern - ich bin das lebendige Beispiel für... wobei, daraus schlussfolgere ich sowieso bloß, dass ich früher oder später laktoseallergisch geworden wäre. So what.

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  50. Ach ja, und wegen meinen Leuten, die nichtvegan sind. Ich akzeptiere sie so wie sie sind (sonst wären sie wohl nicht meine Leute, oder? ;)) und sie mich.
    Außerdem hab ich bis jetzt nur mit einem Kollegen einen leichten Disput gehabt (aber den mag ich sowieso nicht besonders).
    Finds eigentlich nur traurig, dass andere so von Vornherein dagegen sind, nur weil sie (ich spekulier jetzt mal) nicht daran erinnert werden wollen, wie ihr Essen aufm Tisch kommt/lebt/stirbt/ etc.
    Mich hassen weil jemand nicht sich selbst ein wenig kritisch reflektieren kann, find ich armselig.

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