Donnerstag, 17. November 2011

die Ukraine, der Fußball und die Straßenhunde

Gestern hatte ich den Bericht von Peta, demzufolge die Ukraine anlässlich der Fußball-EM Straßenhunde tötet, gepostet. Ich habe den Bericht nicht wirklich in Frage gestellt, obwohl ich Peta nicht für sonderlich seriös halte.
Ein Kommentator wies mich daraufhin auf folgenden Bericht hin:

Massentötung von Hunden in der Ukraine - Alles nur erfunden? 

Nun, am Anfang gab es die Reportage von ARD Brisant. In der Reportage wird erzählt, dass die Ukraine versucht die streunende Hunde unter Kontrolle zu bekommen. Die Hundefänger in Kiew fangen die Tiere ein, sterilisieren die Hunde und lassen sie wieder frei. Dann folgen die Spekulationen, die auf den Aussagen von ukrainischen Tierschützern basieren: die Regionen sollen weniger Geld haben, als Kiew und verzichten auf Sterilisierung. Stattdessen werden die Hunde getötet und verbrannt. Einige (die nächste Mutmaßung!) sollen bei lebendigem Leib verbrannt werden. Es ist schwer nachvollziehbar, warum die Regionen für die Sterilisation weniger Geld bekommen, aber lasst uns dem glauben.
Grundlage für die Spekulation sind zwei Youtube Videos.Anhand von diesen Videos Urteile zu fällen ist höchst voreilig und übereifrig. Die Reportage bringt keine Beweise für Massentötung auf Anweisung der Regierung oder der UEFA. Die Tiertötungen könnten genauso ein perverses Vergehen der Tierquäler sein.


Ich weiß nicht so recht, was ich von alledem halten sollt. Brisant ist nun wirklich kein seriöses Magazin, und Peta scheint auch nicht weiter recherchiert zu haben. Und wenn erstmal ein "Skandal" publiziert wird, ist der Aufschrei schnell da ("die armen Hundis!!!"). Andererseits: Es scheint so plausibel, dass die Ukraine Straßenhunde töten lässt, weil sie nunmal nicht ins Heile-Welt-Bild passen.

Außerdem kam heute folgende Meldung raus, wo ich denke, dass die Behauptungen stimmen müssen, sonst hätte die ukrainische Regierung wohl nicht so reagiert, sondern die Vorwürfe zurückgewiesen:

Kiew - Nach scharfer Kritik von Tierschützern auch aus Deutschland hat die Ukraine ein Ende der Massentötung von Straßenhunden zugesagt. Zuletzt waren Hunde vielerorts vergiftet oder auf illegale Weise eingeschläfert worden, um die Straßen wegen des anstehenden Großereignisses zu säubern.
Das Umweltministerium gab am Donnerstag bekannt, dass es alle Bürgermeister des Landes aufgefordert habe, das Einschläfern herrenloser Hunde zu beenden und stattdessen Tierheime einzurichten. Der Appell des Ministerium folgte auf ein Treffen mit Vertretern der britischen Tierschutzorganisation Naturewatch. Das berichteten Medien aus der Hauptstadt des ex-kommunistischen Landes.  
Von den Kommunen hatte es zuvor geheißen, man habe mit der Tötung der Streuner vor dem Turnier die Straßen "sicherer" machen wollen.


Egal ob es stimmt oder nicht, mir hat das mal wieder ins Gedächtnis gerufen, dass man nicht alles glauben sollte und kritisch bleiben muss, gerade wenn es um vermeintliche Skandale geht.
Und dass die Welt verlogen ist; ich will nicht wissen, wie viele gesagt haben "Was sind das für furchtbare Tierquäler!" und anschließend in ihr Mettwurstbrötchen gebissen haben...

Kommentare:

  1. Wieder mal super auf den Punkt gebracht.

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  2. Es ist auch nur wieder ein kleiner Ausschnitt aus dem, was jeden Tag an Tieren verbrochen wird. Jetzt ist es eben - Spotlight an - das Töten von Straßenhunden.

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  3. Naja, einerseits ist richtig, dass man kritisch bleiben sollte und dass ein großteil, der sich nun dafür interessiert einfach nur ein scheinheiliger Haufen ist...Aber immerhin regt sich noch was. Schließlich gibt es genug Leute, die selbst ein schlechter RTL Beitrag nicht mehr erreicht.
    Führt alles wieder zu der Frage, wieso Menschen so ignorant sind, aber die Gewöhnung und Abstumpfung gegenüber Massenleid zu Einzelschicksalen sind ja bekannt...

    Was mich mehr interessiert - was findest du an Peta unseriös? Und welche Intention vermutest du hinter Falschmeldungen zum Thema Tierleid?

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