Mittwoch, 5. Oktober 2011

veganer Unfall die sechshunderfünfundachtzig

Im Lauf meines Veganertums hab ich so viel an veganen Unfällen angesammelt, dass ich eigentlich ne Serie draus machen könnte. Heute bei Alnatura gewesen und u.a. mal wieder zwei Gläser Erbsen geholt:

Jetzt wollte ich die Produktdatenbank von nixwieveg damit füttern (btw. wärs toll, wenn da noch mehr Leute mitmachen würden, nixwieveg ist eine tolle Datenbank, die von ihren Usern lebt. Im Gegensatz zu Rezeptefuchs ist sie nicht kommerziell! und man kann auch noch was gewinnen :-) ), und als ich das Glas umdreh um die Zutatenliste abzutippen seh ich folgendes:
Ups. Das Schlimme ist: Ich hab die schon öfter geholt; aber bei Erbsen rechne ich nicht, dass da Honig drin ist! Wieso können die nicht wie alle anderen auch Zucker nehmen? Bzw. Von mir aus bräuchten die da gar nix zusetzen, wenn ich etwas süß oder salzig haben möchte, dann würze ich das selber!
In Zukunft gibt's also wieder Erbsen aus dem Supermarkt. Das Glas werd ich aber noch aufessen (also den Inhalt, nicht das Glas). Ich find Honig eigentlich nicht schlimm und konsumiere den eigentlich nur nicht, weil er per Definition nicht vegan ist, und ich keine Lust auf "Ich bin Veganer, aber Honig ess ich noch" und die anschließenden Inkonsequenz-Diskussionen habe.
Ich empfinde Honig nicht als Tierausbeutung, zumindest Bio-Honig nicht, denn da müssen so viele Vorschriften eingehalten werden, dass die Bienen nicht leiden. Bei Billig-Honig aus den USA bzw. Dritteweltländern mag das anders aussehen, zumal man da auch die Gentechnik-Problematik hat.

Falls sich jetzt Kommentare à la "wie kannst du nur so etwas sagen; die armen Bienen!" anschließen; möchte ich eventelle Diskutanten bitten, sich den folgenden informativen Link durchzulesen: Honigkunde für Veganer
Kommt zwar vom "Feind", ist aber wirklich gut beschrieben und glaubwürdig.

Und weil's so schön ist kann ich es mir nicht verkneifen, hier nochmal die Präsentation "wieso Honig gelb ist" zu verlinken ;-)

Kommentare:

  1. Dass in Erbsen Honig drin ist, waere mir aber auch nicht eingefallen O.o Manchmal ist das schon komisch, was fuer Zutaten wo drin sind...und mal so gaaar nicht nachvollziehbar.
    Also mir wuerde es auch in erster Linie darum gehen, warum in einem Glas Erbsen ueberhaupt Honig drin sein soll?! Nun gut, wieder was dazugelernt ;)

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  2. Bei Alnatura hätt ich eher gedacht, das nur Meersalz , Essig oder Zitronensaft drin ist.#

    lg
    Ken

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  3. Zucker bzw. Süßungsmittel sind bei Konserven-Erbsen eigentlich standardmäßig drin. Zum einen für den Geschmack, zum anderen glaub ich für die Konsistenz bzw. um es besser haltbar zu machen. zucker ist ja auch ein konservierungsmittel

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  4. Ich meide Honig auch nur, weil ich es relativ einfach finde. Vom Prinzip her mag es vll nicht vegan sein, aber unter bestimmten Voraussetzungen (!) betrachte ich die Imker-Bienen Beziehung eher als Symbiose als als Ausbeutung.

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  5. Verdammt, die hatte ich auch schonmal, habs gar nicht bemerkt...

    Ich HASSE das, wenn die Firmen denken "wenn wir Honig statt Zucker nehmen denken die Leute das ist gesünder"

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  6. Ich finde auch, dass es bei Honig wirklich einen riesen Unterschied macht, ob er Bio ist oder nicht. Ich hab mir dazu schonmal einiges durchgelesen und finde die Bedingungen für die Bienen bei Biolandwirtschaft eigentlich echt ok, ich wüsste nicht, was daran auszusetzen ist. Ich meide Honig allerdings auch, weil ich ihn nicht wirklich brauche, aber ich finde man muss da auch nicht päpstlicher als der Papst sein ;)

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  7. Ob Honig vegan ist oder nicht ist mir eigentlich schnuppe, ich mache Sachen weil ich sich richtig, respektive falsch finde und ob ich mich dann vegan nennen darf, egal.

    Ich esse meistens keinen Honig, für meinen eigenen Haushalt kaufe ich keinen, ansonsten vermeide ich ihn auch soweit wie es geht, hauptsächlich allerdings, weil es mir davor graust, aus was er eigentlich besteht ("Waldhonig" ist da ein schönes Stichwort), aber auch weil ich mir nicht so ganz sicher bin, was ich von der Bienenhaltung halten soll.
    Wenn ich aber zB bei meinen Eltern bin und meine Mutter hat mal wieder Müsli mit minimalem Honiganteil gekauft, ess ich das meistens trotzdem, ein Honigbrot würd ich mir dagegen nicht machen.

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  8. Ich mag Honig eigentlich ganz gerne. Nur vermeide ich es ihn zu kaufen bzw. zu essen, weil ich wie du keinen Bock auf diese "Wasss Honig ist aber nicht vegan, also biste doch kein Veganer..so inkonsequent..." Diskussionen habe. Ich habe allerdings festgestellt, dass er mir auch nicht nennenswert fehlt. Nur diese Bio-Honugwaffeln sind schon lecker.

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  9. Verstehe ich euch richtig? Ihr klebt euch selbst ein Label auf die Stirn? Ihr verzichtet auf ein Lebensmittel, weil ihr sonst die Grenzen einer Begrifflichkeit überschreitet?
    Mal ehrlich, man muss es ja a) keinem erzählen und b) eben einfach nicht diskutieren oder sich rechtfertigen. Warum hat man als Veganer immer den Drang, lauter Argumente für das zu finden, was man tut?

    Ich esse Honig auch gern - besonders als Honigreiswaffeln. Und er ist im übrigen viel, viel gesünder als Zucker. Zwar schlägt er kalorientechnisch genauso zu Buche, nährt den Körper aber, und liefert ihm wertvolle Mineralstoffe.

    Dass er in Erbsen enthalten ist, finde ich aber auch komisch. Ich kaufe nur die tiefgefrorenen, weil mir aufgefallen ist, dass die auch in 5 Minuten fertig sind. Also gar nicht so viel Mehraufwand.

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  10. "Verstehe ich euch richtig? Ihr klebt euch selbst ein Label auf die Stirn?"

    Merkst du das auch schon ? Das Label besteht aus einem großen "V".

    "Ihr verzichtet auf ein Lebensmittel, weil ihr sonst die Grenzen einer Begrifflichkeit überschreitet?"

    Das nennt man Veganismus.

    "Mal ehrlich, man muss es ja a) keinem erzählen ..."

    Hahaha...ja,ja...aber sich dann weiterhin Veganer nennen ist okay, nicht wahr ? Hauptsache man kann weiter versuchen, Omnis den Appetit zu verderben und sich der neuen Herrenrasse zugehörig fühlen, s.o. unter "Label".

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  11. @windimhaar
    nö, ich bin eigentlich eher "versteckt vegan". aber ich bin gerne ehrlich, und wenn mich jmd bezügl veganismus interessiert ausfragt, dann find ichs halt doof wenn man 200 ausnahmen aufzählt.
    wenn mir honig irgendwie wichtig wäre, dann würde es vllt anders aussehen, aber es bedeutet für mich halt keinen großen verzicht, von daher mach ich halt nen kleinen abstrich, bin dafür aber umso veganer ^^
    ich sehe halt die gefahr, dass das gegenüber das nicht versteht, und dann kommt irgendwann, "ach ich dachte das wäre auch okay" und "aber dann kannst du doch auch biotierprodukte essen" und man kommt in erklärungsnot.
    vegan heißt nunmal "ohne tierprodukte", und ich finde, man sollte diesen begriff auch nicht aufweichen.

    @Anonym
    kommt drauf an, welchen "vegan-begriff" man anwendet, wenn man vegan=ohne tierprodukte versteht, dann ist man mit honig kein veganer mehr. wenn man vegan= ohne tierausbeutung definiert, dann geht honig vielleicht noch; wie gesagt halte ich das für keine schlimme tierausbeutung, genauso wie das aufsammeln von pferdemist und düngen der felder damit, oder pullis stricken von den (aus dem tierheim geholten) katzenhaaren die man auskämmt.

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  12. ", genauso wie das aufsammeln von pferdemist und düngen der felder damit, oder pullis stricken von den (aus dem tierheim geholten) katzenhaaren die man auskämmt."

    Oder in der Nase bohren mit einem Stück Tierknochen das man zufällig auf der Strasse gefunden hat ?

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  13. @Anonym
    blöde Beispiele ausdenken ist ein tolles Hobby, gelle?

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  14. "Mal ehrlich, man muss es ja a) keinem erzählen"

    Dann entstehen solche Sachen wie die heimlich Fleisch-essenden Vegetarier und die heimlich x und y essenden Veganer, die dann von Mischköstlern herangezogen werden, wenn es zu entsprechenden Diskussionen kommt.
    Ich will weder dem "nur Salat und Körner" Klischee entsprechen noch dem "Pseudoveganer".

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  15. @mausflaus :

    Blödere "Beispiele" für "keine schlimme Tierausbeutung" als das Aufsammeln von Pferdemist (!) und das Stricken von Pullovern aus von aus dem Tierheim geholten Katzenhaaren (!!) konntest du dir wohl auf die Schnelle nicht ausdenken, was ? :-)

    Oder darf ich mal fragen, wieviele Pullover du auf diese Art und Weise schon gestrickt, und wieviele Felder du mit (aufgesammelten!) Pferdeäpfeln schon gedüngt hast ?

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  16. @Anonym
    doch, ich hatte an Pflanzen konsumieren, für die arme Bienen von Blüte zu blüte hecheln mussten, um sie zu bestäuben und an Regenwürmer die alte Kartoffelschalen mühsam in Kompost umwandeln, gedacht, aber pferdemist und katzenhaare fand ich ich hübscher

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  17. Ach, lass dir doch in deine Meinung nicht von anderen reinreden. Die "Fleischesser" sind dir doch auch egal, also die oftmals dummen Kommentare, oder?
    Wenn dann andere meinen Honig essen ist unkonsequent, können die das ja so machen^^

    Ich esse zwar auch keinen, weil ich denke, dass die Bienen schon irgendwie ausgebeutet werden (also bin eher auf der anderen Seite), aber jeder muss das halt für sich wissen :)

    Mir gefällt dein Blog übrigens totaaaaal!!! ;)

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  18. @Salina
    Dankeschön!
    Der Unterschied ist: DIe Fleischesser sind doof, und haben sich selten mit dem thema wirklich mal befasst. die veganer müssen aber jeden tag mit vorurteilen, doofen nachfragen, dünnem veganen angebot und den ganzen schwierigkeiten leben, und sollten eigentlich wissen, dass vegan nicht so einfach ist; da tut es schon weh, wenn man quasi "aus den eigenen reihen" niedergemacht wird.
    natürlich mach ich trotzdem das was ich für richtig halte, aber kritik von veganern trifft mich eben härter als die von fleischessern.

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