Dienstag, 4. Oktober 2011

veganer Pirat

Eigentlich bin ich ja eher grün, aber je mehr ich von der Piratenpartei erfahre, desto mehr mag ich sie. Einer von den Piraten, der nach dem grandiosen Wahlsieg in Berlin ins Abgeordnetenhaus ziehen wird, ist Veganer! 

Ich bin Dipl.-Ing. (BA) der Informationstechnik, Betreiber des bio-veganen Coworking-Space Yorck52 in Schöneberg, freiberuflicher Hardwareentwickler und IT-Administrator.

Ich bin Veganer, besitze kein Kfz und beziehe Ökostrom, schade also unserem Planeten so wenig wie möglich. Als Radikalfeminist ist es mein Ziel, Sexismen im Alltag aufzuzeigen und abzubauen. Ich unterstütze Orte, an denen Menschen abseits der gängigen kapitalistischen Ordnung selbstverwaltet leben
Quelle: piratenpartei

Wie cool ist das denn? Ok, ich geb zu, dass ich ihn allein schon wegen der Optik toll finde. Dann habe ich noch ein tolles Video gefunden, wo er gleich mal Björn Moschinski anhaut, damit der der Politiker-Kantine mal zeigt, wie veganes Essen geht ^^

Kommentare:

  1. Das ist so lustig: ich war mit meiner Schwester Anfang Sept. in einem veganen Café hier in Berlin, wo eben dieser Simon uns 'bediente' (blödes Wort) - sehr hippieverstrahlt, mit Pumphosen u. beseeltem Lächeln u. sanfter Stimme, aber supernett. Und dann, 2 Wochen später, sehe ich ihn im Fernsehen als einen von den gewählten Piraten wieder - leider hat das Café jetzt direkt zugemacht :( Ich bin auch bisher grün u. sympathisiere in vielen Punkten mit den Piraten (u. hab sie auch fast gewählt) - aber ihre internen Diskussionen zu Gender u. Transparenz haben mich zumindest diesmal noch zögern lassen. Angeblich ham sie noch nen zweiten Veganer, weiß aber leider nicht, wen u. ob es überhaupt stimmt.

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  2. Cool!
    Erinnert mich ein bißchen an die Zeit, als die Grünen noch im Bundestag gestrickt haben.
    Ich hoffe mal, sie bleiben sich selbst treu bis ich wieder mit wählen dran bin und darüber hinaus!

    Lieben Gruß
    Kris

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  3. @LaMadame
    genauso wirkt der auf mich! bei dem muss ich immer unwillkürlich lächeln und hab das bedürfnis ihn zu knuddeln ^^

    was meinst du mit diskus zu gender und transparenz? sie sind absolut gegen jede geschlechtsdiskriminierung und in sachen transparenz sind sie vorbildlich; alle sitzungen werden mitgefilmt und sind im internet abrufbar. und auch sonst kann man im internet so ziemlich alles einsehen, was sie machen und beschließen. sie erscheinen mir weitaus ehrlicher als die allermeisten anderen.

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  4. In den letzten Wochen wurde ja viel über das Verhältnis von Piraten u. Genderdiskurs geschrieben, sowohl auf Blogs als auch in den Feuilletons. Mein Punkt ist in etwa dieser hier:
    http://maedchenblog.blogsport.de/2011/09/23/was-du-nicht-sehen-willst-ist-trotzdem-da-oder-warum-postgender-im-falle-der-piratenpartei-antifeministisch-ist/
    Es geht v.a. darum, dass Diskriminierung nicht verschwindet, nur weil man Geschlecht dekonstruiert, so wie Rassismus nicht verschwindet, wenn man behauptet, es gäbe keine soziale (!) Konstruktion von Rasse - nur dass man dann Frauen, die sich eben doch (auch innerhalb der Partei) benachteiligt fühlen, die Sprache u. die Argumente nimmt, dieser Diskriminierung zu begegnen. (Klingt das jetzt wirr?)
    Zur Transparenz: direkt nach den Wahlen, als ca. die Hälfte der 15 gewählten Piraten sich darum stritten, wer den Fraktionsvorsitz übernimmt (nachdem Christoph Lauer, ohne das mit anderen abzustimmen, den anderen per Mail mitgeteilt hatte, dass er 'das dann mal machen würde', ob da jemand was dagegen hätte - und es hatten welche was dagegen, aber hallo - am Ende wurde er es dann nicht, sondern A. Baum, sein Hauptrivale) - ja, als diese ganze interne Auseinandersetzung hier in den Berliner Medien breitgetreten wurde, gab es eine Debatte bei den Piraten, ob man an manchen Stellen die Transparenz wieder abschaffen sollte, da die mehr schadet (die Frage gab es auch schon kurz vor den Wahlen bzgl. der Meinungsfreiheit, nachdem ein Pirat öffentlich rechtes Gedankengut verbreitet hatte - was die Mehrheit zwar nicht gut fand, aber man nicht wusste, ob man das nun akzeptieren sollte oder nicht).

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  5. Ich denke, die Coolness und die Natürlichkeit nehmen mit der Zeit proportional mit dem Erfolg und der Macht ab. Ist ja irgendwie immer so.
    Nicht, dass ich Guido Westerwelle je mochte, aber der hat sich damals auch noch volksnah gegeben und einen auf Jugendversteher gemacht. Nichts war ihm zu doof - Stichwort Guidomobil.

    Und heute? Ist er in seiner Arroganz und seinem "bla bla" nicht von all den anderen Schlipsträgern zu unterscheiden.

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  6. Schade dass es das Yorck52 nicht mehr gibt... Aber das macht die Piraten-Partei direkt sympathischer :)

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  7. @LaMadame
    bisher kamen die piraten mir alles andere als frauendiskriminierend vor, gerade der Kowalewski ist irgendwie so knuddelig, dass ich denke, dass der nie irgendwelche vorurteile ggü frauen haben könnte, geschweige denn sie irgendwie benachteiligen würde.
    und ne frauenquote finde ich unangebracht; die ist erst dann notwendig, wenn es hinweise gibt, dass frauen am hochkommen/mitwirken behindert werden; und das sehe ich eben absolut nicht. das ding ist halt, dass die piraten-themen eher männertypisch sind; so wie s bei veganern halt mehr frauen gibt.
    übrigens merkt man beim veganismus die frauendiskriminierung viel stärker; 3/4 aller veganer sind frauen, die "spitzenpositionen", also vorsitz von vgd, vebu usw. sind durchweg mit männern besetzt, bekannte köche sind männlich (moschinski, hildmann...). die einzig wirklich angesehenen sind kim wonderland und vielleicht noch ingrid newkirk von peta.

    aber ich will mich da auch nicht so sehr aus dem fenster lehnen; weil ich mich mit den piraten zu wenig beschäftigt habe. ich bin nur erstmal vorsichtig, was kritik angeht; gerade der mädchenblog ist doch arg ich sag jetzt mal "emanzenmäßig".

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  8. Ach, "emanzenmäßig" finde ich eigentlich nicht schlimm :) Ich habe mich jahrelang an den Feministinnen bei den Grünen abgearbeitet, weil ich nicht sehen konnte, wo die Genderfrage intern noch eine Rolle spielt u. der Meinung war, dass die Herren dort sich doch echt bemühen u. die Feministinnen sich echt anstellen. Aber je mehr ich da drinsteckte u. sah, wie es dann läuft, wenn es hart auf hart kommt (Postenvergabe etc.), desto klarer wurde mir, wie Mechanismen, die in unserer Gesellschaft eben als selbstverständlich gelten, auch dort griffen - zum Nachteil von Frauen. Dies vielleicht nicht bewusst u. auch nicht gewollt, aber dennoch mit realen Auswirkungen.
    Beim Veganismus, ja, da bemerke ich momentan auch was in die Richtung. Ich hatte ja bisher den Eindruck, dass mehr Männer als Frauen vegan sind (also wenn ich hier in Berlin in die entspr. Restaurants z.B. gehe, sitzen da meist deutlich mehr Männer), vielleicht weil es so stark aus der Punk-Szene kommt - für mich war immer Männer = vegan, Frauen = vegetarisch. Hier bei den Blogs ist das komplett anders verteilt, u. langsam frage ich mich auch, ob meine bisherige Wahrnehmung stimmt - denn wenn tatsächlich mehr Frauen vegan sind, dann ist die 'vegan high society' wirklich unbotmäßig männerdominiert. Zum Teil (!) sehr nette Typen zwar, aber dennoch nicht repräsentativ. Und da frage ich mich eben doch, woran das liegt (ohne jetzt eine konkrete Antwort zu haben).

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  9. haha witzig, letztes jahr in berlin war ich im yorck zum brunchen, da war er auch da :D

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