Freitag, 7. Oktober 2011

Kakao?!

Habt ihr die Doku über Kakao auf Arte gestern gesehen? Schon krass...
Ich esse kaum Schokolade (und auch kaum Schokoprodukte), wenn ich mal Trinkschokolade oder Schokopudding will, rühre ich mir mit dem Kakao von Naturata selbst was an

gekauft im Alnatura
eine heiße Tasse Kakao am Abend

Naturata ist bio, außerdem ist zu lesen:

Herkunft
NATURATA Kakao stammt aus verschiedenen
Projekten in Südamerika. Für
NATURATA Edelkakao verwenden wir
ausschließlich Kakao aus dem YACAOProjekt
in der Dominikanischen Republik.
IDetails zum YACAO-Projekt finden Sie
unter www.naturata.de.

Auf der Homepage sind dann einige Infos über das YACAO-Projekt zu finden. Sonst aber nichts; und da nur der Edelkakao aus diesem Projekt ist, hilft mir das nicht viel weiter, denn der normale Kakao kommt ja aus "verschiedenen Projekten in Südamerika". Würde mich schon interessieren, was das für "Projekte" sind; klar ist es bio, aber es können trotzdem riesige Plantagen sein, auf denen Kinder arbeiten.
Und der Edel-Kakao ist 1€ teurer und glaube ich auch bitterer, dabei hat er anscheinend noch nicht mal ein Fair-Trade-Siegel; trotz Behauptung "aus fairem Handel".

Ich glaube, ich werde bei meinem Kakao bleiben, es ist immerhin Bio, und damit besser als die ganzen Produkte der Großkonzerne. Ich fühl mich gerade ein bisschen wie ein Fleischesser, der sein geliebtes Bio-Schnitzel verteidigt; nur als Veganer ist man eh schon eingeschränkt, wenn man dann noch auf fair trade, regional, Verpackung, usw. achten will, um möglichst ethisch zu konsumieren, dann bleibt außer Luft&Liebe irgendwie nix mehr übrig.
Ich bin mir bewusst, dass ich hier Bequemlichkeit, Genuss, Preis und Qualität über ethische Erwägungen stelle, entscheide mich aber dennoch dafür. Weil ich ein Mensch bin und ein bisschen Spaß im Leben haben möchte, ohne ständig ein schlechtes Gewissen zu haben.

Kommentare:

  1. Im Kaufland gibt es von Gepa Fair Trade Kakao aus Afrika. Den nehme ich immer zum Backen, da ich sonst keinen Kakao trinke. Schokolade kaufe ich von denen auch. Aber wenn man sich mal genau überlegt wo Kakao alles drin ist und wo der herkommt..ich esse z.Z. gerne Mal eine Schale Kellogs Chocos. Ich denke das geht i.O. solange es nur wenig ist.
    Ich kenne das Gefühl aber, es gibt immer neue Abgründe und neue Dinge, auf die man achten müsste...z.B. auch Palmöl..noch dummer, denn das ist nahezu überall. Es ist wie im Hamsterrad..es gibt immer noch mehr, worauf man achten müsste.

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  2. Den hier finde ich ganz gut,
    http://eu.gebanashop.ch/kakaopulver-el-ceibo.html

    Ich habe da früher manchmal Datteln bestellt und daher habe ich unseren noch. Nur für Kakao lohnt das wohl nicht.

    Aber man kann dann auch gleich hier mithelfen
    http://www.chega.org/de/chega/ein-dorf-wehrt-sich/

    Muss ja nicht durch Naschen sein, dass Unterschreiben wäre ja auch schon was.
    Obwohl, wenn man eh bestellt...die Solibohnen sind überm Salat bestimmt spannend.

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  3. In diesem PDF siehst du, dass Yacao anscheinend FT-zertifiziert ist: http://www.pronatec.ch/documents/partner/yacao_d.pdf

    Und auf deren Seite steht auch, welche FT-Prinzipien sie umsetzen, z. B. keine Kinderarbeit zu tolerieren: http://www.yacao.com/d/fai.htm

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  4. Hi,
    ja, ich habe mir das gestern auch angesehen. Es ist ja oft so, dass man etwas vage vermutet/weiß, aber wenn man es so deutlich vor Augen geführt bekommt, dann ist es doppelt erschreckend.
    Da ich sowieso dabei bin, mir die Süßigkeiten abzugewöhnen, werde ich beim Kakao in Zukunft schon darauf achten, dass irgendwas von "fair trade" darauf steht. Schwieriger wird das beim Rest der Familie, die Kids bekommen ja auch öfter was geschenkt.

    Liebe Grüße,
    Shushan

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  5. Muss die Doku noch schauen, hab sie aufgezeichnet. Denke du hast Recht mit dem Hamsterrad, was ich allerdings nicht glaube, ist, dass nichts übrig bleibt.

    Vielmehr denke ich, dass man im Laufe seines bzw. ihres Lebens immer wieder ausloten muss, was momentan individuell machbar und umsetzbar ist. Mein Ziel, im Laufe meines Lebens mehr und mehr auf verarbeitete Produkte verzichten zu wollen, bedeutet im Jetzt weiterhin, dass ich zuviel davon kaufe und konsumiere. Würds eher positiv sehen: "Da geht noch was!"...

    Denn die ökologischste und tierfreundlichste Weise der Existenz ist die Nichtexistenz, aber die ist nunmal weder machbar noch wünschenswert.

    Ich finds allerdings wichtig, sich eben solche Fragen immer wieder zu stellen, und immer wieder auch zu sagen: "Nein, diesen Scheiß unterstütze ich nicht mehr!"...

    In diesem Sinne, alles Gute,

    Andi Aprikose

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  6. @Mario
    Wer lesen kann ist klar im Vorteil - die infos über yacao habe ich auch gefunden. aber wie ich oben geschrieben habe, kommt nur der EDELKAKAO von naturata aus diesem projekt. über die restlichen kakaoprodukte hüllen sie sich in schweigen

    @aprikose
    nenne mir ein produkt, und ich verspreche dir, ich finde was, was daran schlecht ist... wenn mans genau nimmt bleibt wirklich nix übrig. aber du hast natürlich recht, es gibt immer abstufungen, und man sollte halt schauen, es im rahmen seiner möglichkeiten so gut wie möglich zu machen.
    "alles scheiße" ist keine ausrede, es gibt IMMER alternativen!

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  7. "mausflaus" hat gesagt :

    "nenne mir ein produkt, und ich verspreche dir, ich finde was, was daran schlecht ist..."

    Typisch für dauernörgelnde Berufsveganerinnen, nech...

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  8. Ach so, ich vergaß noch was : Dauernörgelnde UNTERFICKTE Berufsveganerinnen :-)

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  9. @Anonym
    Ich habe ja eigentlich die Regel, dass ich Beleidigungen lösche, aber "Dauernörgelnde UNTERFICKTE Berufsveganerin" ist so niedlich, das muss einfach stehenbleiben!

    ja nee, was bin ich aber auch ne zicke; wie kann man sich denn über kinderarbeit, umweltverschmutzung und Tierquälerei beschweren.
    da geh ich jetzt doch gleich mal zu aldi und kauf die billigsten bananen, kakao und kaffee ein, die ich finden kann!

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  10. @Anonym 17:05 und 17:18
    Ich empfehle Dir das Forum www.vegan.de oder noch besser, schau mal was Mausflaus hier nicht verlinkt haben möchte, so ähnlich wie Maggi, steht rechts in der Leiste. Da kannst ein paar richtig professionelle Berfusveganer- und Berufsveganpolizisten oder besser Veganstasimitarbeiter erleben. Dann weißt Du, von was Du demnächst, von was Du sprichst.

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  11. Kommentarregeln
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  12. Da habe ich wohl gepennt beim Lesen. Sorry.

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  13. Ich finde den Spruch gut "Don't hate the player, hate the game". Kann man so für's ganze Leben umsetzen. Korrektes Verhalten im falschen System ist halt schwierig, allerdings sollte man alle Möglichkeiten, die sich einem bieten, auch versuchen zu nutzen (genauso wie man auch soweit wie es eben in dieser Gesellschaft möglich ist,auf Tierisches verzichten soll; 100 % vegan geht ja auch nicht).
    Aber gerade fair trade Produkte findet man mittlerweile schon häufig nicht nur in speziellen Weltläden:
    REWE bietet in der Bioeigenmarke fair trade Kaffee, Kaffeepads (übrigens günstiger als die Original Senseos und dazu vieeeeel leckerer!!), Rohrohrzucker,(vegane) Schokolade. Die meisten REWES haben auch GEPA Produkte, neben Kakao meistens Kakaogetränke. Im Alnatura, BAsic oder jedem anderen Biomarkt gibts sowieso GEPA Produkte, und der Trinkkakao besteht auch nur aus Kakao und Zucker, ohne Aromen etc. (und schmeckt wirklich gut, besser als billiger Kakao). Wenn du sowieso nur ab und zu Kakao trinkst, kann man sich das schonmal gönnen ;) Reines Kakaopulver gibs meist nur in Weltläden, aber eigentlich gibts so einen in jeder Stadt und so eine Packung hält sich ja lange wenn man damit nicht gerade bäckt.

    Hab die Doku schon vor ein paar Wochen auf youtube gesehen und seitdem meinen Kaffee- Zucker- und Kakaokonsum umgestellt.

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  14. Ich bin auch sehr dankbar, dass es schon in normalen Supermärkten Fairtradeprodukte gibt. Das nutze ich auch gerne. Gerade bei Produkten aus dritte Welt Ländern, sprich Kaffee, Tee, Kakao, Reis, Schoki. Im Kaufland gibts sogar oft Fair Trade Bananen, die genau das gleiche oder nicht wesentlich mehr kosten, als die Normalen. Aber ich bin nicht so der Bananenfan ;-)

    Wo wir wieder beim Hamsterrad wären; gestern lief bei 3sat die Doku "Schick aber Schädlich" über schädliche und krebserregende Chemikalien in der Textil und Bekleidungsindustrie. Demnach sollten wir alle nackt rumlaufen, denn selbst die Bio Teile werden mit Chemie gefärbt und oftmals mit den konventionellen Teilen in der Produktion verwechselt. :-(

    http://www.youtube.com/watch?v=DqMxaF-qQiY

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  15. @Faena
    danke, der spruch ist gut!

    während bio bei den meisten produkten einigermaßen erschwinglich ist, ist fair trade leider meistens sauteuer. bei schokolade ist es ja nicht so das problem, den doppelten preis zu zahlen, das sind statt 1€ halt 2€; den einen euro mehr kann man locker verschmerzen. aber für den kaffee statt 5€ 20 zu zahlen finde ich schon hart.

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  16. Ok, dass der Preisunterschied bei Kaffee so groß ist, hätte ich nicht gedacht. Ich kenne mich mit Kaffeepreisen nicht aus, da ich fast keinen trinke außer manchmal Pad-Kaffee (weil wir 'ne Senseo haben). Zumindest die REWE Bio-fairtade Kaffeepads (und die fair trade Pads im Bioladen) sind günstiger als die Konkurrenzmarkenprodukte und schmecken besser...Aber wenn man keine Padmaschine hat bringt das natürlicht nichts^^

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  17. Das 'Problem', das ich momentan noh mit Fair Trade habe, ist eher die Produktauswahl. So gibt es zwar einige [mittlerweile ja sogar recht viele] unverarbeitete Sachen, allerdings ist es nahezu unmoeglich, verarbeitete Sachen zu finden, die fair gehandelt wurden [und dann am besten auch noch bio sind].

    So findet man zwar bspw. leicht vegane Reismilch- oder Zartbitterschokoladetafeln und Kakaopulver, aber z.B. keinerlei Fruehstuecksflocken [egal ob bio oder nicht; zumal bio ja sehr aheufig noch mit Honig ist] und, wenn ueberhaupt, auch nur ganz wenige Sorten Brotaufstrich [und wenn, ist der dann mit Palmoel]. Zucker gibt es auch nur Vollror-, ich benutz aber meistens Rohrohr- oder Puderzucker.

    Schokocreme fuer's Brot kann man sich ja noch selbst mischen [auch wenn die bei mir in den meisten Faellen eher nur semi-gut schmeckt], aber Cerealien? Und leckere Schoko-Nougat-Eier kann ich auch nicht wirklich herstellen.

    Damit will ich niht sagen, dass es vollkommen unmoeglich sit oder ich nicht mehr tun koennte - aber das sind momentan so die Sachen, mit denen ich noch Schwierigkeiten habe.

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  18. Was den Zucker angeht muss ich dir Recht geben. Da frage ich mich auch, warum es Gepa nicht mögich sein sollte, raffinierten oder zumindest feineren Zucker unter fair trade Bedingungen herzustellen; gerade zum Backen braucht man mal feineren Zucker. Von Südzucker gibts übrigens normalen Rohrrohzucker, ist aber auch nur in gut sortierten Rewes erhältlich.
    Aber Brotaufstriche in fair trade? Es gibt doch viele auf Sonnenblumenkern- und Gemüsebasis, da muss doch nichts fair trade sein?
    Ach ja, beim Einkaufen heute habe ich Preise beim Kaffee verglichen, und die 500 g Packung Gepa Kaffee kostet 7,50 (bei Kaufland, Rewe ist sicher ähnlich), die normalen Marken 5 Euro, die 250 g Packs 5 Euro..Also die Preise gehen eigentlich in Ordnung ;)

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  19. @Faena
    Ich glaube, der grund, dass nur brauner zucker angeboten wird, ist, dass fair-trade-käufer gleichzeitig ökos und naturfreaks sind, und glauben, dass brauner zucker gesünder ist. normalen weißen zucker findet man im bioladen ja irgendwie auch nicht, an puderzucker kann ich mich auch nicht erinnern.

    @Yuri
    der punkt bei aufstrichen, müsli o.ä. ist, dass es "zusammengesetzte" produkte sind, also nicht durchweg aus dritteweltländern kommen. und wenn die apfelstücke im fruchtmüsli aus deutschland kommen, sind sie logischerweise nicht fair trade.
    um fair trade draufzuschreiben muss aber ein gewisser prozentsatz fair trade sein glaube ich. das geht dann halt nur bei schokolade die nur aus zucker, kakao usw. besteht, was alles in dritteweltländern angebaut wird, und bei 1-komponenten-produkten

    ich frag mich grade, was man bei nem brotaufstrich fair trade reinpacken will, außer dem palmöl kommt doch nix aus übersee. und das palmöl könnten die von mir aus gerne durch rapsöl, sonnenblumenöl o.ä. ersetzen

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  20. Der normale weiße Zucker ist eigentlich üblicher Weise Rübenzucker, der wird in Deutschland/Europa angebaut und hergestellt, insofern wird der auch nicht fair gehandelt (laut wiki deckt die EU ihren Zuckerbedarf zu 90% selbst). Der braune Zucker ist dann aus Zuckerrohr oder so, das wiederum wächst hier nicht (wobei es auch Palmzucker etc.pp. im fairtrade-Handel gibt, der ist meistens auch braun).

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