Sonntag, 23. Oktober 2011

Haustier-Kritik in der Süddeutschen

Bauern, Hirten, Polizisten, Landbewohner können Hunde gut gebrauchen, der gemeine Städter aber neigt in seiner Vereinzelung dazu, das Tier als Menschenersatz zu begreifen oder gleich wie einen Menschen zu behandeln. Dann steht der Halter am Isarufer und sagt zu seinem triefnassen, verfilzten Bobtail: Ich habe dir schon tausendmal gesagt, du sollst nicht einfach ins Wasser springen. Sie streiten mit anderen Hundebesitzern, welches Tier denn die Rauferei angefangen habe (meines war es nicht!), kaufen dem eigenen beim ersten Schneefall den Hundewintermantel "Ischgl" oder schicken ihn zur ganzheitlichen Ertüchtigung ins Yoga für Hunde. 

Zu Katzen ist generell zu sagen, dass sie es auch nicht leicht haben. Zu ihren typischen Besitzern gehört die neurotische Städterin, die das Tier zur "Hauskatze" erklärt, einsperrt, als eine Art Philosoph des Tierreichs verklärt - und danach entmannen lässt. Mit Zuckerstückchen wird es gefüttert, bis der Tierarzt akute Verfettung feststellt. Frauen reizt, wie herzlose Männer nur zu gut wissen, das Unnahbare; deshalb lieben sie die Katze, sie wollen das Herz des Tiers gewinnen. Die Katze aber liebt das Streunen. Sie will nicht, was wir von ihr wollen.

Ich bin zwar generell kein Freund von Verboten; aber Tierzucht ist so ne Sache wo ich ein Verbot notwendig finde. anders kann man diese tierproduktion, die zu millionenfachem tierleid führt, nicht eindämmen. da kann man noch so oft an die vernunft appelieren; flauschige welpen sind halt einfach soooo süß.
Ich kann mich der Süddeutschen nur voll und ganz anschließen: 

Tier und Mensch sind nicht für einander geschaffen. Jedenfalls nicht für die häusliche Kuschelgemeinschaft. Tiere brauchen Freiheit, aber kein Dasein in engen Wohnungen und Wellnessanlagen. 



PS: Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich bin natürlich dafür, Tiere aus dem Tierheim zu "retten", da ist ne Stadtwohnung meistens immer noch besser als der Tierheimkäfig.

Kommentare:

  1. Meine Katze hat eine Gartensiedlung, in der sie sich austoben kann und am Tag kann sie ins Haus, um zu schlafen.
    Ich denke ähnlich wie Du und die Autorin des Artikels und würde daher niemals ein Tier in einer Wohnung einsperren, außer vlt. wenn es aus dem Tierheim kommt...
    Das gilt für mich vor allem auch für Kaninchen,Meerschweinchen u.a. Tiere, die nur ab und zu mal in der Wohnung umherlaufen können.
    Diese Tiere gehören in ein großräumiges Außengehege, wenn sie schon gehalten werden und nicht in einen Käfig im Wohnzimmer.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Tiere gehören in die Freiheit und sonst nirgendwo hin.

      Löschen
    2. ein haustier, das sein leben lang eingesperrt war, kann man nicht einfach freilassen. eine wohnungskatze würde schlichtweg verhungern wenn man ihr die tür öffnet. die findet noch nicht mal zurück.
      irgendwas muss man mit dem ist-bestand an haustieren machen; und da bleibt nix anderes, als sich irgendwie um sie zu kümmern. bei einigen ist vllt "auswildern" möglich, für die anderen bleibt nur, ihnen möglichst günstige bedingungen, also viel auslauf, spielmöglichkeiten, artgenossen usw. zu bieten.

      Löschen
  2. Ganz meine Meinung Achimer. Meine Katze lebt bei meinen Eltern auf dem Dorf, hat immer Freigang und kommt nur zum Fressen und Schlafen. Ich finde man sollte sich vorher überlegen, welches Umfeld man einem Tier bieten kann. Und ein Schäferhund gehört nicht in eine 20 Quadratmeter Stadtwohnung, wo er den ganzen Tag allein gelassen wird und sein Geschäft im Innenhof erledigen darf.

    AntwortenLöschen
  3. @Achimer& Saskia
    auch wenn einem Tier gute Bedingungen bieten kann, sollte man niemals ein Tier vom Züchter bzw. in der Zoohandlung oder von privat kaufen! damit fördert man die Produktion von Tieren, und der Alptraum geht immer so weiter...

    AntwortenLöschen
  4. Also ich bin dagegen, ungesunde Rassen zu züchten. Man sollte auch strengere Gesetzt erlassen, damit die Tiere es wirklich gut haben, aber ein Leben ohne meinen Fritzi kann ich mir garnicht mehr vorstellen! Ich glaube, er hat es doch ziemlich gut bei uns- immer genug Futter, Auslauf, Spielzeug, Kuschelstunden, Versteckplätze... Ich denke, man kann nicht so pauschal sagen "Alle Haustiere müssen leiden" !

    AntwortenLöschen
  5. http://www.catfacts.org/munchkin-cat-facts-2.jpg


    das einzige Statement, das man zum Thema "was Menschen tun, wenn sie einfach mal so draufloszüchten können" abgeben muss

    (nein, das ist kein Fake, das nennt sich "Munchkin")

    AntwortenLöschen
  6. @Lisa
    aber Tiere produzieren, nur um den Menschen Vergnügen zu bereiten? außerdem gibt es in den Tierheimen noch genug "Restbestände".
    Ist "Fritzi" ein Meerli/Kaninchen? dann finde ich "Einzelhaft" nicht gerade gut...

    @Cara
    aber sind diese Munchkins wirklich eine qualzüchtung? auf den ersten blick seh ich da jetzt nicht, dass die tiere etwas haben unter dem sie leiden.

    AntwortenLöschen
  7. @Mausflaus
    Munchkin-Katzen haben durch eine Mutation stark verkürzte Beinen, weshalb sie nicht richtig springen, klettern und demnach zb jagen können. Das bedeutet sie wären ohne den Menschen nicht überlebensfähig. Ihre Wirbelsäule wird stark beansprucht und weist viel eher Alterserscheinungen auf, d.h. sie leiden oftmals an Rückenschmerzen und Co.
    Das fiel mir jetzt auf Anhieb zur Munchkin ein. Kann sein, dass da noch mehr Negatives zu berichten gäbe.

    Ich bin ebenfalls gegen die Zucht. Durch meine Arbeit im Tierschutz habe ich viel zu viel gesehen, als dass ich soetwas noch für gut befinden könnte. Von Zoohandlungen, Vermehrern, Baumärkten und Co mal abgesehen...

    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  8. Da wir ganz unten wohnen, kann meine Katze immer über den Balkon raus oder rein wie sie mag. Man sollte Katzen nie gegen ihren Willen einsperren.

    AntwortenLöschen