Samstag, 15. Oktober 2011

du hast zu viele Freunde? Stell die Fleischfrage!


Weltweit wächst der Appetit auf Fleisch. Von 1970 bis 2009 hat sich die weltweite Fleischproduktion mehr als verdreifacht: Von knapp über 100 Mio. Tonnen auf fast 300 Mio. Tonnen pro Jahr. Jeder Deutsche isst pro Jahr im Schnitt rund 60 kg Fleisch. Gesund wäre weniger als die Hälfte. Privatsache? Gute Frage.

Für Weiden und Futtermittelanbau roden Viehhalter und Landwirte in Lateinamerika enorme Waldflächen. Die weltweite Viehwirtschaft verursacht ein Fünftel der globalen Treibhausgas-Emissionen. Weiden und Futtermittel belegen oft Flächen, die für die Ernährung der Weltbevölkerung fehlen. Daher wollen wir eine breite Diskussion zum Thema Fleisch anregen. Hilf uns dabei und stell Deinen Freunden die Fleischfrage!

Mehr Infos unter fleischfrage.wwf.de



Ich find's ja schön, wenn sich der WWF der Fleischproblematik annimmt; aber ob das so ne wirklich sinnvolle Strategie ist? Ich mag weder facebook noch twitter, ich könnte die Fleischfrage natürlich hier im Blog stellen: "Würdest du für ein Steak einen Baum fällen?"
Lasst mich raten, die Antworst ist "" ? ^^
Mal im Ernst, das ist doch ätzendes Missionieren, wie man es nie machen sollte...


Der WWF hat übrigens noch einen Pressebericht "Fleisch frisst Land" veröffentlicht. Zum einen wird kein einziges Mal der Tierschutz erwähnt, es geht nur um Wald und Klima; und der WWF schafft es auch nicht, mal ein ordentliches Statement abzugeben, sondern gibt nur eine Wischiwaschi-Wohlfühl-Empfehlung:

Um die negativen, ökologischen Auswirkungen des Fleischkonsums zu mindern, rät der WWF, nicht nur weniger, sondern auch besseres Fleisch zu essen. Empfehlenswert seien Produkte, die nach den Kriterien des EU-Biosiegels, der Bio-Anbauverbände und dem Produktionsverband Neuland hergestellt wurden. Auch „Weidefleisch“ stelle eine Alternative dar.

PS: Wen erinnert das Design der Seite noch an die VGD? Rosa, hellgrün, flash-Animationen, bunt, kindisch... nur die Kleinschreibung fehlt

Kommentare:

  1. „Weidefleisch“ ?! Ah ja...^^
    Also den Anfang von dem Video finde ich ganz okay, aber dann ist das alles etwas kurz geraten...nichts, das irgendwen überzeugen könnte, weniger Fleisch zu essen...

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  2. Also nachdem sich der WWF soviel negative Presse mit "Pack mit dem Panda" geholt hat wundert es mich das er jetzt das Maul mit der Fleischfrage so weit aufreißt... Schließlich unterstützt laut Reportage der liebe WWF ja die Bauern die den bösen Gen-Soja für das "Viehfutter" ....

    Ps. Das Design ist klassisch "Pink ist das neue Grün"... die serifen-Schrift find ich fürchterlich :D

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  3. Ich finde nicht, dass das ätzendes Missionieren ist. Richtig Ätzend wäre es, dem ahnungslosen Verbraucher die ganze Wahrheit auf einmal um die Ohren zu hauen. Es wäre richtig, aber da blocken viele ab. Die meisten kennen ja die "Fleischfrage" und beantworten die sich täglich auf's neue ... Rollbraten, Huhn oder doch lieber Rinderfilet :-(

    Mit solchen Wischiwaschi-Aktionen, auch solchen wie dem Halbzeitvegetarier, schafft man es vielleicht mal, dass die Lemminge länger als 1 Minute über die Fleischfrage nachdenken, ohne gleich zu sehr "verschreckt" zu werden. Steter Tropfen höhlt den Stein ;-)

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  4. der WWF ist, wie er selbst sagt, eine Umwelt- und keine Tierschutzorganisation. Daher erklärt sich vielleicht auch der Verzicht auf den Tierschutz, das einzige tierschützerische was der WWF macht ist ja Artenschutz.

    Ansonsten bin ich voll bei dir, Mausflaus, was die Kampagne angeht. Totaler Quatsch, würde mich als Fleischesser auch nur nerven. Aber vielleicht versucht man sich nach dem Panda-Drama an die Veggie-Szene anzubiedern? Die wächst ja immerhin und irgendwo wollen die ihre Spendengelder ja herkriegen.

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  5. Ich breche angesichts dieser Fleischfrage ganz und gar nicht in Jubelstürme aus. "Besseres Fleisch" ist z.B. so ein Ausdruck, der mich gruselt. Ich bin mit Tierärzten befreundet, die mir mehr als einmal von schauerlichen Zuständen auf Biohöfen berichtet haben, unter anderem von verweigerter, obwohl dringend indizierter medizinischer Behandlung der Tiere. Aber Bio hat ja strengere Auflagen, was die Verwendung des "Produkts" nach einer Medikation angeht, daher lässt man die dann eben.
    Der Verweis auf Neuland Fleisch: das war doch der Konzern, bei dem der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes im Vorstand sitzt? (Wem das jetzt schizophren vorkommt: join the club.)

    Aber ha! Der Vergleich mit der VGD-Seite hat also nicht nur mich angesprungen... ;) (Übrigens eine der grottigsten Seiten ever, mal so rein vom Design her betrachtet.)

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  6. Ich stimme Homeveganer zu.
    Man kann doch nicht ernstahft glauben, dass Fleischesser mehr als Hohn übrig hätten, wenn in einer Minute und 30 Sekunden die ganze Wahrheit verpackt werden würde ... und man praktisch alle 10 Sekunden irgendein Vorwurf und irgendeine unheilverkündende Nachricht entgegengeschleudert bekäme.

    Außerdem ist nicht jeder, der sich vegan ernährt, gleichzeitig auch Tierschützer. Die Tiere sind der größte Teil, aber es gibt eben auch den Hunger in der Welt, die Umwelt und das Thema Gesundheit.
    Und ich finde, mit den Letzteren kann man eher Menschen ohne den direkten moralischen Zeigefinger ansprechen und so vielleicht auch überzeugen.

    Von mir auf jeden Fall Daumen hoch für diese Aktion.

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  7. @windimhaar
    aber mal so ganz kurz am rande erwähnen, dass fleischessen tiere tötet? und dass massentierhaltung nicht nur unökologisch ist, sondern auch grausam? das wäre doch machbar und sehr sinnvoll.

    @Homeveganer
    ungefragt auf Leute zugehen mit "ich möchte gerne mit dir über fleisch reden" ist doch missionieren. das erinnert mich immer an die zeugen jehovas die von tür zu tür gehen. nur heute macht man das halt auf facebook

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  8. Beim WWF steht dann aber auch noch, dass Fleisch "wichtiger Teil einer ausgewogenen menschlichen Ernährung" ist. Das stimmt ja wohl überhaupt nicht... selbst die DGE, wenn ich mich recht erinnere, gibt das mittlerweile zu...

    "Du hast zu viele Freunde? Stell die Fleischfrage!" - Als erstes hab ich deine Überschrift glatt überlesen, mich dann kurz gewundert... schließlich laut gelacht! XD

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  9. Ehrlich gesagt find ich den Film reht gut. Am Anfang wird mir zwar etwas schlecht^^ aber als Fleischesser wäre mir da das Wasser im Mund zusammengelaufen. Also werden genau die Leute bei der Stange gehalten die man haben will. Die Fleischesser. Dann kommen ein paar fakten über die mal nachgedacht werden kann. Finde den Film auch nicht so anklagend wie zb einige PETA filme. Wie oben schon gesagt wurde. Vorsichtig rangehen und steter Tropfen höhlt den Stein. ;)

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  10. @Mausflaus
    Eine Webseite kann nie missionieren, die "Zeugen Jehovas" wäre man in 2 Sekunden mit einem Mausklick los :-) "Ungefragt auf Leute zugehen"? So eine Webseite muss man immer noch aktiv und bewusst ansteuern, sie kommt ja nicht ungefragt zum Surfer und trägt sich da automatisch als Startseite ein. Deshalb ist es auch relativ schwierig, eine gute Seite zu diesem Thema zu machen.

    Stellt euch mal vor da würde ethisch korrekt stehen: Fleischfrage? Am besten keins mehr und auch keinen Honig und bis Weihnachten müssen auch alle Ledergürtel aus euren Schränken raus. Was würde wohl passieren?

    Na klar steht da auch Mist auf den Seiten, aber für mich überwiegt erstmal der positive Ansatz. Da wird immerhin etwas in Frage gestellt, was leider für 95% der Bevölkerung seit ihrer Geburt als völlig normal gilt.

    Schön ist auch, dass man mit 2 Mausklicks mal so eine provokante Frage auf Facebook teilen kann. Und das wird von vielen jüngeren auch gerne gemacht. Da wird sonst jeder Sch... gepostet und nun kommt mal sowas und schon ist die Diskussion da und damit fängt jede Veränderung an ;-)

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  11. @Homeveganer
    Ich finde, es macht keinen großen unterschied, ob man jmd auf facebook oder im RL ungefragt mit der frage konfrontiert "wusstest du eigentlich, dass fleisch total doof ist?"
    nach deiner argumentation wäre das verhalten der zeugen jehovas auch kein missionieren; weil man könnte ja auch einfach die tür wieder vor der nase zuknallen wenn sie mit der bibel davorstehen (würde dem wegklicken entsprechen).

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  12. Die Facebook-Frage ist dann natürlich "missionieren", klar, da hast du Recht :-) Nur dann wäre auch jeder andere Link im Facebook-Stream "missionieren", wozu auch immer, der beste Urlaubsort, das iPhone, Veranstaltungen usw.. Das kommt ja dann von dem, der sich eventuell dafür interessiert und sich auf der wwf Seite informiert hat und die Fragen lauteten ja zum Glück auch nicht ... eh, quälst du gerne Tiere oder warum isst du noch Fleisch? Es ist doch alles recht "harmlos" verpackt, was ja die Meisten wieder stört. Aber so ist das halt, man kann es keinem recht machen.

    Übrigens haben schon 111 Leute durch diese Aktion bei Twitter oder Facebook "missioniert". Wenn jeder von denen 20 oder mehr "Freunde"/Follower hat, haben vielleicht über 2000 Leute in den letzten Tagen diese komischen Fragen gelesen. So viele Ahnungslose erreiche ich im ganzen Monat nicht mit meinem Blog :)

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  13. Vielen Dank für die Erwähnung und die differenzierte Diskussion. Wir haben den Post und die Kommentarfolge hier auf unserer Seite verlinkt: http://fleischfrage.wwf.de/nc/mitdiskutieren/das-thema-fleisch-im-social-web/

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  14. Ich habe auch eine "Fleischfrage":
    Warum ist das Fleisch so billig im Vergleich zu Gemüse?

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  15. @WWF:
    Wow, so viel Kritikfähigkeit und Offenheit habe ich nicht erwartet; ich bin ehrlich sehr positiv überrascht.
    vielen Dank für die Verlinkung, ich hoffe weiterhin auf gute Diskussionen.

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  16. Auch von mir Daumen Hoch an den WWF für so starke Tolleranzfähigkeit! Das unterstützt meine gute Meinung über euch :) Ich muss sagen, ich finde die Kampagne sehr gut. Es geht nunmal leider nicht anders, aufzuklären, ohne in irgendeiner Form die Wahrheit auszusprechen. Dass Fleischesser sich dadurch stetig nur angegriffen fühlen, ist ein Zeichen für Ignoranz auf deren Seite und zeugt nicht davon, dass man mit NOCH mehr Fingerspitzengefühl daran gehen sollte. Ich finde, dass "die Fleischfrage", wie der Name schon sagt, nichts weiter tut als zu fragen. Ich finde das ist eine sehr elegante Lösung, da eine Frage kein Vorwurf sein kann. Das Interesse, sich zu informieren, sollte vorhanden sein, ansonsten ist es eh nicht möglich irgendjemanden zu erreichen.

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  17. @Karina
    Als Missionieren bezeichne ich jedes verbreiten einer auffassung mit dem ziel, bei anderen eine verhaltensänderung herbeizuführen. du hast zwar recht, es ist eine "frage", aber eigentlich ist es doch recht eindeutig, dass da der fleischkonsum des gegenübers kritisiert wird.
    und ich persönlich möchte nicht ungefragt ständig unter die nase gerieben bekommen, was ich angeblich alles falsch mache: Kaffee kaufen (kinderarbeit), auto fahren (umwelt), heizen (co2), duschen (wasser),
    von daher bin ich auch zurückhaltend damit, anderen ihre fehler anzuprangern.
    selbst wenn das gegenüber die fleischfrage nicht als kritik empfindet, wird es wohl doch als nervig empfunden. ich zumindest würde das, wenn mich jmd fragt "hast du dir eigentlich mal überlegt wie viel co2 bei ner fahrt in den urlaub ausgestoßen würden" oder "wieso muss es zuhause eigentlich warm sein?"

    wie du schon sagst, Das Interesse, sich zu informieren, sollte vorhanden sein, ansonsten ist es eh nicht möglich irgendjemanden zu erreichen.
    und deswegen bin ich dagegen, leute ungefragt mit irgendwas zu belästigen. wenn es zur situation passt bzw. man den eindruck hat, derjenige ist interessiert; gerne! aber nicht so.... ich glaube damit kriegt man nicht viele "like"-buttons

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  18. Ich finde es super, dass der WWF sich in dieser Frage einschaltet und auch die Studie finanziert hat. Ich verstehe die zu kritischen Stimmen hier nicht unbedingt.
    Durch die Aktion wird Fleischkonsum mal von einer anderen Seite durchleuchtet als "nur" von der humanitären Seite und das ist sicherlich nicht negativ.

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  19. Ich find's gut und richtig, dass der WWF das Thema Fleischkonsum aufgreift. Aber die Art und Weise tut weh! "Sollten wir Vegetarier werden, um Afrika vor dem Hunger zu retten" -und dazu noch ein Bild von schwarzen Kulleraugen-Kindern. Das ist eine Simplifizierung, die an Verblödung grenzt. So einfach ist es nun mal leider nicht, die Welt zu retten.

    Schade, dass der WWF hier abermals scheinbare Zusammenhänge konstruiert, die sich werblich gut verkaufen lassen, mit der Wirklichkeit aber wenig bis nichts zu tun haben. Das steht ganz in der Tradition der Fundraising-Kampagnen des WWF, in denen ja auch stets mit dem super-einfachen, aber leider nicht zutreffenden Zusammenhang gearbeitet wird: "5 EUR retten seine Welt" - nein, eben nicht! Weder kann ich mit 5 EUR einen Tiger noch mit einem nicht gegessenen Steak einen Baum retten - oder gar ein Kind in Afrika vor dem Verhungern bewahren.

    Wenn wir wirklich etwas ändern wollen, müssen wir schon bereit sein, uns etwas tiefer mit den Dingen zu beschäftigen.

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  20. @RegenwaldHelfer
    Ich finde es ja auch gut, wenn der klimaschutzaspekt deutlich genannt wird, aber das ganze drumherum finde ich eben nicht optimal. Aber vielleicht seh ich das ja auch falsch; und die aktion hat eine gute resonanz; aber das scheint mir nicht so zu sein.

    @Tobias
    Es ist immerhin ein anfang... man muss dem wwf wirklich zugute halten, dass er sich überhaupt der thematik annimmt, und es sogar schafft, mal was anderes als "spenden sie uns!" als aufruf zu machen.
    kampagnen dürfen auch nicht zu komplex sein, sonst zeigen sie keine wirkung; gerade in der heutigen zeit ist niemand gewillt, mehr als knackige slogans aufzunehmen. gerade auf fb hat man ja nur ein paar zeilen, mehr als 10 wörter liest da niemand.

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  21. Schon gesehen? Heute von 19 bis 21 Uhr (und an drei weiteren Terminen) findet unsere Facebook-Expertendiskussion zum Thema Fleisch und Umwelt (und weiteren Themen) statt, und zwar genau hier: http://on.fb.me/Expertendiskussion_Fleisch_Umwelt_19_Uhr – Seid Ihr dabei?

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