Montag, 29. August 2011

Wiesenhof will Reportage verhindern

Am Mittwoch, den 31.8. soll ja auf der ARD die Reportage "das System Wiesenhof" laufen. Dass die Ausbeutung von Umwelt, Tieren und Menschen damit publik werden, passt Wiesenhof natürlich gar nicht, und versucht jetzt alles, die Ausstrahlung zu verhindern:


Der Geflügelproduzent "Wiesenhof" kämpft gegen eine kritische Reportage der ARD, die am Mittwoch um 21:45 Uhr gesendet werden soll. Der Titel des Beitrags lautet "Das System Wiesenhof. Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und die Umwelt ausbeutet". Das Unternehmen aus Visbek (Kreis Vechta) reichte Programmbeschwerde ein.
Ein Sprecher des federführenden Südwestrundfunks (SWR) bestätigte am Sonntag in Stuttgart einen entsprechenden Bericht des Magazins "Der Spiegel". Wiesenhof war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die angekündigten Inhalte verletzten Programmgrundsätze – wie gewissenhafte Recherche, Ausgewogenheit, Wahrheit und Sachlichkeit, moniert Wiesenhof. Man bitte daher um eine kurzfristige, außerordentliche Sitzung des Rundfunkrates. Die Redaktion lasse sich von radikalen Tierschützern instrumentalisieren, so Wiesenhof. Der Vorstandschef des Wiesenhof-Mutterkonzerns PHW, Peter Wesjohann, wehrt sich bereits seit Wochen gegen den Beitrag.


SWR weist Kritik am Beitrag zurück
Ein SWR-Sprecher sagte: "Die Vorwürfe sind haltlos. Es gibt keinen Grund, an dem Beitrag etwas zu ändern." Die Reportage sei journalistisch sauber recherchiert worden und werde wie geplant ausgestrahlt. Eine außerordentliche Sitzung des Rundfunkrates sei nicht vorgesehen. SWR-Intendant Peter Boudgoust werde in den kommenden Wochen einen so genannten "Erstbescheid" abgeben. Möglicherweise werde sich danach der Fernsehausschuss mit dem Fall befassen.
Rund 2.800 Menschen arbeiten für die PHW-Tochter "Wiesenhof". Zum Unternehmen gehören sechs Brütereien, 13 verarbeitende Betriebe – darunter neun Schlachtereien – sowie fünf Mischfutterwerke. Hinzu kommen rund 800 bäuerliche Partnerbetriebe. Jährlich werden rund 240 Millionen Hähnchen vermarktet. Der Umsatz lag 2009/2010 bei 2,1 Milliarden Euro.

Quelle: radiobremen

Eigentlich ist das Verhalten von Wiesenhof sogar zu begrüßen, ohne diese lächerlichen Maßnahmen würde die Reportage jetzt sicher nicht so stark in den Nachrichten thematisiert; sogar die BILD hat ne Schlagzeile drüber!

Hier nochmal das Video zu dem Bericht über die Hühnerquälerei bei Wiesenhof von Report Mainz:





Derweil gibt es übrigens eine Einbruchsserie bei Wiesenhof-Betrieben, es wurde der Verdacht geäußert, Tierrechtsorganisationen könnten etwas damit zu tun haben.

Kommentare:

  1. Das ist doch wirklich klasse :) In der BILD steht ja auch die Sendezeit, supi :)

    AntwortenLöschen
  2. ich werds anschauen und finde gut, dass alles ausgestrahlt wird. Natürlich ist auch der Trubel um die Sendung zu begrüßen, so schalten vlt noch mehr Menschen ein.

    AntwortenLöschen
  3. Ich werde es auf jeden Fall gucken und allen bescheid sagen, die mir über den Weg laufen!

    AntwortenLöschen
  4. ich hoffe das sprengt morgen alle quoten!!! hier noch ein toller link dazu: http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=5020&tx_ttnews[tt_news]=118983&tx_ttnews[backPid]=23&cHash=aa71e7c1b3257643c515859f06f18dad

    AntwortenLöschen
  5. Hab die Reportage gerade gesehen. Macht mich fast sprachlos. Ich schäme mich für diese Firma.

    AntwortenLöschen