Samstag, 27. August 2011

Vegetarier sind die netteren Menschen

Das hat eine psychologische Studie der Radboud Universität in Nimwegen und der Universität von Tilburg ergeben.
Schon der Gedanke an Fleisch macht Menschen demnach asozialer und ungehobelter. Testpersonen, die für die Studie ein Bild ansahen, das ein Stück Rindfleisch zeigte, verhielten sich während des Verteilspiels, das danach gespielt wurde, wesentlich egoistischer als die Personen aus einer Kontrollgruppe, die sich ein Bild von einem Baum angesehen hatten.

Sie waren außerdem weniger bereit dazu, jemandem zu helfen und gaben häufiger an, dass sie im Falle eines Brandes als erstes gerettet werden sollten.


Fleisch als Statussymbol

Unsichere Menschen neigen offenbar eher dazu, Fleisch zu bestellen, weil ihnen dies ein Gefühl der Überlegenheit gibt. Laut den vier Wissenschaftlern hat das Verzehren von Fleisch nämlich auch einen symbolischen Wert, berichtet die Nachrichtenagentur Novum.

"Es ist wie das Fahren in einem Hummer oder einem Fiat Panda. Man kommt mit beiden an, aber ein Hummer ist besser", erklärt der Hochschullehrer Roos Vonk. "Fleischesser denken auch eher über Dinge wie Dominanz und Hierarchie nach als Vegetarier."
 Quelle: dnews

Bei dem Wort "Studie" beschleicht mich immer so ein leichter Anflug von Skepsis - Was da so alles festgestellt wird... Aber das Ergebnis hört sich für mich eigentlich ganz plausibel an. Wer sensibel gegenüber Tieren ist, wird es auch gegenüber Menschen sein. Und die Assoziation Fleisch=stark+männlich herrscht allgegenwärtig vor, das sieht man sowohl an der Werbung, als auch bei Grillabenden. Und ne Portion Idealismus muss man auch haben wenn man vegan auf sich nimmt, zumindest wenn man ethischer Veganer ist.
Wobei ich auch zickige Veganer kenne, und auch welche die gerne mal draufhauen... Also so pauschal kann man das glaub ich doch nicht so festmachen.

Kommentare:

  1. Die Nijmegener Psychologen sind wirklich sehr seriös :)
    Das beruht schon auf korrekter Statistik, was die machen und muss auch nicht mit Skepsis betrachtet werden. Die haben genug Geld und Ahnung um ihre Studien ordentlich zu planen, durchzuführen und auszuwerten.
    Aber ich kann mir die Studie gerne mal selbst angucken und mir meine Meinung bilden bzw. ich würde gerne wenn der dnews Artikel eine Quellenangabe machen würde...

    Es geht ja nicht darum, dass 100% der Veganer super-sozial sind, sondern dass sie alle zusammen als Gruppe gesehen und gemittelt sozialer sind als alle Fleischesser als Gruppe gesehen und gemittelt. Da gibt es natürlich auch total unsoziale Veganer und total soziale Omnis bei.

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  2. Kürzlich gab es dazu einen Artikel in der Zeitschrift "Psychologie Heute": http://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/vegetarier_eine_spezies_fuer_sich/

    Falls wir uns mal wieder auf ne selbstgemachte Limo treffen, kann ich ihn dir das Heft gerne mal zeigen bzw. ausleihen. Inhaltlich zeichnet der Artikel ein positives Bild der Vegetarier und belegt dies auch mit Studien / Quellen.

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  3. http://www.forschung-erleben.uni-mannheim.de/index.php?q=node/524

    Hier übrigens die kostenlose Variante einer Aufarbeitung der Studie, die Mario da vermutlich verlinkt hat, oder?

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  4. Eine der sieben Quellen im dem Artikel ist: http://www.vegetarierstudie.uni-jena.de/

    Die Studie von veganefreude war nicht dabei. Die restlichen Quellen sind Bücher bzw. wissenschaftliche Veröffentlichungen.

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