Montag, 4. Juli 2011

Welche Getränkeverpackung ist ökologischer?

Ich bin auf eine Studie des Umweltbundesamtes über die Ökologie von Getränkepackungen gestoßen. Ich hab mich gefragt, was denn nun wirklich besser ist; Glas kann zwar wiederverwendet werden, ist aber schwerer und muss gespült werden. PET wird aus Kunststoff hergestellt und eingestampft; Tetrapaks bestehen hauptsächlich aus Papier, müssen aber aufwendig getrennt werden.

Zusammengefasst ist das Ergebnis der Studie:
  • Mehrweg-PET ist besser als Mehrweg-Glasflasche
  • ob Mehrweg-Glasflasche oder Tetra-Pak ist egal
  • Einweg-Glas und Dosen sind am schlechtesten

Eine etwas ausführlichere Darstellung gibts im Kurzbericht:

Die Ergebnisse der Auswertung lassen zusammengefasst folgendes Bild erkennen:
  • Die bestehenden PET-Mehrwegsysteme sind gegenüber den bestehenden Glas-Mehrwegsystemen in den Getränkesegmenten Mineralwasser und CO2-haltige Erfrischungsgetränke aus Umweltsicht vorzuziehen.
  • Zwischen den bestehenden Glas-Mehrwegsystemen und Getränkekartonverpackungs-Systemen lässt sich in den Getränkesegmenten Mineralwasser, CO2-freie Getränke und Wein mit der hier durchgeführten Bewertungsmethode kein umfassender ökologischer Vor- oder Nachteil erkennen.
  • Glas-Einwegsysteme sowie Getränkedosensysteme aus Weißblech und Aluminium zeigen bei den kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken gegenüber vergleichbaren Mehrwegsystemen deutliche ökologische Nachteile.
  • Diese Umweltbelastungen liegen in Größenordnungen, die denen von einigen 10.000 bis einigen 100.000 Bundesbürgern verursachten entsprechen oder im Bereich um 0,1% der Gesamtbelastung in Deutschland.

Die Untersuchungen lassen aus Sicht des Umweltbundesamtes folgende Empfehlungen zu:
  • Die Getränkedistribution (Transportprozesse) trägt zu einem erheblichen Maße zu den Ergebnissen der Ökobilanz bei. Dies wird bei Mehrweg-Verpackungssystemen bereits aus den vorliegenden Ergebnissen deutlich. Bei einer Einbeziehung des Füllgutes wird sich diese Relevanz der Distribution voraussichtlich auch bei Einwegverpackungen erweisen. Bei weiteren umweltpolitischen Aktivitäten im Getränkeverpackungsbereich sollte der Bereich der Distribution stärker in den Vordergrund gerückt werden.
  •  Die zur Beantwortung noch offener Fragen notwendige zusätzliche Berücksichtigung des Füllguts in der Ökobilanz sollte in die in der 2. Phase zu bearbeitenden Szenarien einbezogen werden.

Aber die beste Verpackung ist immer noch keine Verpackung; also Wasser aus der Leitung.

Kommentare:

  1. Dosen so schlecht? Hätte ich gar nicht gedacht.
    Naja, bei mir kommt das Wasser eh aus der Leitung, kostet kaum was und ist von gleicher Qualität^^.

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  2. Dumme Frage: Ist Mehrweg-PET das, was man in den Supermärkten in die Automaten wirft? Oder sind das Einweg-PET-Flaschen? Ich dachte immer letzteres und jetzt frage ich mich, was Mehrweg-PET-Flaschen sind...

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  3. @Isa
    nein, das ist einweg! die ganzen dünnen plastik-flaschen sind einweg und werden eingestampft, mehrweg sind nur die stabileren, zb. die cola-flaschen die man aus dem süßigkeitenautomaten zieht, oder einige wasserflaschensorten.

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  4. Über das Thema hatte ich ja auch schon vor einiger Zeit gebloggt, allerdings mit dem Hintergedanken an eventuelle Schadstoffe, welche vom Plastik an die Flüssigkeit abgegeben werden. Erst kürzlich habe ich wieder einen Bericht darüber gefunden. Und irgendwie sitze ich jetzt zwischen den Stühlen ^^

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  5. @Jacy
    dann wär die perfekte lösung, wo du nicht in gewissenskonflikt gerätst, doch wirklich leitungswasser und unterwegs halt in ner sigg-flasche o.ä. abfüllen. und ich glaub tetrapaks geben nix an schadstoffen ab, oder? somit wäre auch das ne lösung wenn man unterwegs doch mal verdurstet.

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  6. @Jacy: Genau zwischen diesen Stühlen sitze ich auch. Plastik-Schadstoffe oder Glasflaschen mit schlechterer Öko-Bilanz, was ich übrigens bis zu diesem Blogeintrag heute gar nicht so gedacht hätte :-( Leitungswasser schmeckt mir einfach nicht und da fehlen auch wieder die Mineralstoffe, die man bei veganer Ernährung mit Mineralwasser zusätzlich zuführen kann (z.B. Kalzium).

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  7. @Homeveganer
    wenns nur der geschmack ist, kannst du dir doch tee machen, entweder warm oder als eistee. und oft isses auch nur ne gewöhnungssache, so wie mit der sojamilch ;-) wenn man die 3mal getrunken hat, weiß man eh net mehr wie s früher geschmeckt hat.
    und die gesundheit ist mit sicherheit kein argument für leitungswasser:

    "Eine Untersuchung zur ernährungsphysiologischen Bedeutung von Trinkwasser in Deutschland kam im Jahr 2009 zu dem Schluss, dass Trink- und Mineralwässer zur Mineralstoffbedarfsdeckung eines Menschen beitragen können, der Bedarf an Mineralstoffen aber überwiegend durch feste Nahrung gedeckt wird.[2] Bei einem gesunden Menschen und bei normaler Ernährung macht es deshalb keinen Unterschied, ob man seinen Flüssigkeitsbedarf durch Mineralwasser oder Leitungswasser deckt.[3]

    In kalkhaltigen Regionen ist der Calcium-Gehalt des Trinkwassers signifikant höher als der eines durchschnittlichen Mineralwassers; so enthält Berliner Trinkwasser bis zu 150 mg Calcium pro Liter, manche Mineralwässer nur ein Zehntel davon[4"

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mineralwasser#Gesundheitliche_Aspekte

    hier gibts noch ne ausführliche studie zu leitungs/mineralwasser und den einzelnen mineralstoffen:
    http://www.aquaspender.de/physiologie.htm

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  8. Wassersprudelgeräte sind eine Alternative. Ich mag kein stilles Wasser, ich finde, es erfrischt auch nicht so gut, aber mit Kohlensäure trinke ich Leitungswasser genauso gerne wie Mineralwasser.

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  9. @Isegrim: Mit viel Kohlensäure kann ich auch das billigste Wasser trinken und schmecke keinen Unterschied. Richtig erfrischend ist für mich nur stilles Wasser, weil ich davon viel mehr trinken kann ohne der Kohlensäure.

    @Mausflaus: Sojamilch hat mir von Anfang an geschmeckt und Tee trinke ich auch reichlich. Zum Sport mische ich auch mal Leitungswasser mit Apfelsaft. Aber wenn ich mich gemütlich hinsetze und Wasser aus dem Glas trinke, muss es einfach schmecken. Mich stört auch die Schlepperei, der Preis und nun auch noch die Öko-Bilanz, grrrrr. Warum musste ich das auch bei dir lesen :) Und bei deinem Wikipedia-Zitat hast du einen Satz überlesen: "Allerdings kann das Trinken eines calciumreichen Mineralwassers sinnvoll sein, wenn eine Milchzuckerunverträglichkeit vorliegt und deshalb die Calciumquellen Milch und Milchprodukte nicht verzehrt werden." ;-)

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  10. Ich frage mich, ob die in ihre Studie auch die ganze Umweltverschmutzung durch Plastikflaschen die nicht richtig entsorgt werden sowie die dadurch in die Umwelt kommenden Weichmacher etc. mit in die Studie einbezogen haben. Sind zwar eher langfristige Folgen, aber immerhin da und nicht ganz ohne. Und man kann einfach nicht davon ausgehen dass die Menschen soviel Hirn haben auf ihren Müll acht zu geben.
    Ich mein, hat jemand schonmal am Strand geschaut wie viel sichtbares Plastik da angespült wird? Oder wieviel Plastikflaschen(teile) überall in der Gegend verteilt herumliegen? Glas ist umwelttechnisch in dieser hinsicht viel weniger problematisch - solange keiner in die Scherben tritt ;-).
    Klar ist der Energieaufwand sehr viel höher, aber je nach Energiequelle schneidet Glas am Ende sicherlich besser ab. Intessant auch, dass Glas zu 100 % recycelt werden kann, und hier der Energieaufwand sehr viel geringer ist wie bei "neuem" Glas.

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  11. @Homeveganer
    den hab ich gelesen und bewusst unterschlagen, weil ich dachte dass wir uns beide darüber im klaren sind wie blödsinnig der ist ;-)

    @FryK
    nee, das haben die natürlich nicht einbezogen, die gehen in allen fällen davon aus, dass der konsument korrekt entsorgt, die empfehlung richtet sich ja auch an leute, die wissen wollen was die beste variante ist, also sich mühe geben.
    und wenn nicht, dann würde es auch keinen unterschied machen, denn wenn man glas in den restmüll schmeißt, dann kann es ja auch nicht recyclet werden.
    und herumliegendes glas ist ökologisch glaube ich ähnlich problematisch - siehe glasscherben bzw. treiben im meer.

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  12. Ich bin gerade zufällig über diesen Artikel zur Wasserqualität vom Trinkwasser gestolpert. Also ich bin kein Experte, aber was die da so alles als Rostschutzmittel reinmischen begeistert mich jetzt nicht so. Klingt das nun schlimmer als es in wirklichkeit ist?

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  13. @Homeveganer
    also aktivkohle, chlor, natronlauge usw. ist doch nix schlimmes; natronlauge ist zb auf laugengebäck, aktivkohle wird bei vergiftungen genommen.... außerdem sind das so miniminininimengen, das fällt nun wirklich nicht ins gewicht. da ist die luft die wir atmen giftiger...

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