Dienstag, 26. Juli 2011

das Kunstfleisch rückt näher...

Schon öfter wurde über In-vitro-Fleisch berichtet, länger wird schon danach geforscht. Eigentlich ist die Entwicklung weitestgehend marktfertig. es fehlt lediglich ein Investor. Aber mit Kunstfleisch will niemand was zu tun haben, es ist unheimlich und eklig. Grundlos, denn:

Rein wissenschaftlich mache es keinen Unterschied, ob ein Stück Fleisch im Stall oder im Brutschrank gewachsen ist: Unter dem Mikroskop sind Kunstfleisch und echtes Fleisch nicht auseinanderzuhalten. Man müsse es eben nur gut vermarkten, damit Leute im Supermarkt nicht das Gefühl haben, irgendeine Monstermasse zu kaufen.

"Monstermasse" würde wohl eher auf echtes Fleisch passen... Wer Tiere quält und tötet ist ja wohl eher ein Monster, als einer, der im Labor mit der Pipette Moleküle zusammenfügt.

Jonathan Safran Foer findet Kunstfleisch gut:

»Wir haben doch längst den Bezug zur Herkunft unseres Essens verloren. Wenn Sie den Gedanken an In-vitro-Fleisch unangenehm finden, dann denken Sie mal über herkömmliches Hackfleisch nach.«

Ein Tier töten, häuten, ausnehmen, zerkleinern, durch riesige Maschinen pressen, verpacken – auch nicht gerade appetitlich. »Das Erfolgsrezept der Massentierhaltung ist die völlige Abstraktion. Abgepacktes Fleisch im Supermarkt hat nichts mehr mit einem Tier zu tun«, sagt Foer, »und genau diese Bereitschaft zur Abstraktion könnte auch Kunstfleisch zu einem Erfolg werden lassen.« Aber was ist, wenn der Mensch doch ein Monster erschafft? Das Frankenstein-Argument? Foer überlegt, doch dann widerspricht er entschieden: »In-vitro-Fleisch ist eine Perversion, ja. Aber ist es schlimmer, als Truthähne zu züchten, die in der freien Natur gar nicht überleben würden, weil sie sich vor lauter Brustfilet kaum bewegen können?«

Der Artikel "Es geht um die Wurst" im Magazin der Süddeutschen ist sehr lesenswert!

Kommentare:

  1. Davon habe ich mal in einer TV Sendung gehört. Mein Vater meinte damals gleich "Oh Gott wie abartig ist DAS denn?!"..naja was soll man da noch sagen, gegen die "Das haben wir schon immer so gemacht!" Argumente für Schlachten und Massentierhaltung. Oder gegen "Tiere sind nunmal zum Essen da!"..manchmal bin ich echt nur noch frustriert und sage und mache gar nichts mehr und "vegane" still vor mich hin.

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  2. ich würds wohl nicht essen, aber es wäre schön, wenn Fleischesser das tun würden

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