Montag, 6. Juni 2011

Wende bei EHEC: Sprossen von bioveganer Hofgemeinschaft

Okay, das hätte ich nun wirklich nicht erwartet; die Quelle des EHEC-Erregers scheint aller Wahrscheinlichkeit nach ein idyllischer, kleiner bioveganer Saatgutbetrieb zu sein. Ausgerechnet...!

Auf der Homepage des Gärtnerhofs Bienenbüttel ist zu lesen


Aus dem vegetarischen Gedanken, keine Nutztiere zu halten und zu töten, benutzen wir keine tierischen Düngemittel wie Gülle, Mist oder Horn, sondern setzen auf einen pflanzlichen Bodenaufbau. Die Grundlage unseres Anbaus ist die Dreifelderwirtschaft mit einem Brachejahr in jedem dritten Jahr.
Hier entwickeln wir durch vielseitige Gründüngung mit Leguminosen, blühenden und stark wurzelnden Pflanzen eine fruchtbare Bodengare. Auf diesem gesunden Boden wachsen unsere Feldfrüchte ohne chemischen „Kunstdünger“ und ohne Gentechnik.  Verschiedene Gemüsearten düngen wir  zusätzlich mit organischem Dünger pflanzlichen Ursprungs.
Gemäß unserer biologischen Überzeugung verwenden wir natürlich keine synthetischen Düngemittel oder Spritzmittel. Im Einsatz sind: Handhacke, Hackmaschinen, Grubber, Pflanzenextrakte und natürlich das Jäten auf den Feldern! Als biologischen Pflanzenschutz setzen wir Blühstreifen, Knicks und Gehölze ein. Hier entwickelt sich ein natürliches Gleichgewicht für unsere Felder.


Weitere Infos unter tierschutznews.ch


Update: Oder doch nicht? 

Die Quelle für den gefährlichen Ehec-Keim ist noch immer nicht gefunden: Die ersten 23 Proben aus dem verdächtigen Betrieb im Kreis Uelzen sind frei von Ehec, das gab das niedersächsische Verbraucherministerium bekannt. 

Quelle: spiegel.de

Kommentare:

  1. Naja bis jetzt haben sie keine Erreger in den sichergestellten Sprossen gefunden.
    Ich frage mich allerdings, wie Erreger tierischen Ursprungs auf so einen rein pflanzlichen Hof kommen.

    AntwortenLöschen
  2. Entwarnung...23 Proben waren bereits negativ..man geht nicht davon aus, dass noch Erreger gefunden werden.
    Aber erstmal den Hof schön öffentlich brandmarken und die Existenz der Betreiber riskieren. Sowas macht mich wütend. Ich habe so das Gefühl, dass prinzipiell alles andere außer Obst und Gemüse per se ausgeschlossen wird und dort auf Krampf ein Schuldiger gesucht wird.

    AntwortenLöschen
  3. @Saskia
    das habe ich mich auch schon gefragt, aber das kann ja theoretisch auch über den Menschen passiert sein.
    und einige der Mitarbeiter sind ja mit EHEC infiziert, also wirds wohl wirklich was von dem hof sein.
    die haben halt diese fragebögen ausgewertet, und die patienten hatten signifikant oft frisches zeug gegessen, deswegen sind sie ziemlich auf die gemüse-schiene fixiert.

    AntwortenLöschen
  4. Irgendwie glaub ich, schon morgen haben sie wieder einen anderen Verdacht. Inzwischen wird der Erreger sicherlich schon direkt von Mensch zu Mensch übertragen, da reicht ne Türklinke..
    Und wenn einer, der auf dem Hof arbeitet sich den Erreger irgendwo anders eingefangen hat und dann vielleicht für alle das Essen für die Mittagspause zubereitet hat, kein Wunder, dass dann alle krank sind.

    Ich weiß schon lange nicht mehr was ich überhaupt glauben soll. Ich fühle mich von den Medien überhaupt nicht ausreichend informiert. Und irgendwie habe ich auch das Gefühl die Forschung geht da ins Leere.

    AntwortenLöschen
  5. Selbst *wenn* tatsächlich Erreger über Mitarbeiter auf die Sprossen gelangt sein sollten (ich hab da so meine Zweifel), wäre der Hof immer noch nicht die Quelle des mutierten Keims, sondern maximal ein Verteiler.

    Btw, ich weiss nur von einem einzigen erkrankten Mitarbeiter, waren da wirklich mehrere betroffen?

    AntwortenLöschen
  6. Nur eine einzige Mitarbeiterin ist nachweislich daran erkrankt, eine Weitere klagte über Durchfallbeschwerden.
    Mich regt es nur auf, dass absolut NICHT vor Fleischwaren und Milchprodukten gewarnt wird. Zum Bsp. vor Hack oder Rohmilch; höchstens im Kleingedruckten. Die Schlagzeilen prägen weiterhin Gemüsewahrnungen.
    In den USA gab es 2004 eine ähnliche EHEC Welle mit 10.000 Erkrankten. Damals war Hackfleisch die Quelle und ist auch direkt als solche benannt worden.
    Ich komme mir mehr und mehr verarscht vor. Es ist doch eine regelrechte Gemüsepanik ausgebrochen. Nach anderen Quellen in anderen Nahrungsgruppen wird ja allem Anschein nach nicht gesucht. Geschweige denn, dass Massentierhaltung als Ur-Ur-Ursache benannt wird.

    AntwortenLöschen
  7. Gestern erst abgedreht und dazu noch zum Thema passend http://www.youtube.com/watch?v=ncv2JiY7B9I

    Mich regt das auch nur noch auf. Man weiß inzwischen wie man sich auf die Nachrichten verlassen/nicht verlassen kann. Da jeder nur noch der schnellste sein will, brabbelt jeder nur noch scheiße daher *grml*
    Grüße Henrik

    AntwortenLöschen
  8. Mir geht es auf den Keks, dass nur die Verbreitung, nicht aber die Entstehung thematisiert wird. Und wenn Gemüse, Salat oder Sprossen kontaminiert sind, wo bleibt der Aufschrei, der Ekel über Kuhscheiße im Essen. Ok, diese Frage gilt eigentlich auch für Fleisch als potenzielle Quelle, das ist ja klar.

    Ich glaube mittlerweile, dass die Quelle(n) nicht mehr zu finden ist/sind. Wie Birdie schon sagt, es wird ja so schnell von Mensch zu Mensch übertragen, dass es sich zum Selbstläufer entwickelt.

    AntwortenLöschen
  9. Ich hab mich kürzlich auf FB über die Quelle Massentierhaltung aufgeregt und bekam prompt gesagt, dass aber nicht Fleisch, sondern Gurken, Tomaten und Gemüse böse seien. Wenn man dann fragt, wo zum Geier da ein Darmkeim herkommen soll, wird sofort ausgewichen. Halt genau so, wie von den verantwortlichen Politikern vorgelebt.

    Nachrichten mag ich gar nicht mehr schauen. Satire pur.

    Gibt es eigentlich irgendwo Zahlen, wie viele (oder ob überhaupt) Veganer oder Vegetarierer betroffen sind? DAS ist etwas, was mich brennend interessieren würde...

    AntwortenLöschen
  10. @dusty
    ich glaub nicht dass veganer betroffen sind, das wär ja schon rein statistisch unwahrscheinlich. es gab ja insgesamt "nur" 1000 erkrankte, es gibt aber nur 0,0001% veganer in deutschland (glaube ich).
    angeblich hatten die erkrankten signifikant häufig gemüse verzehrt, von daher können auch ein paar vegetarier dabei gewesen sein. finde ich ehrlich gesagt aber auch nicht wichtig.

    naja, jetzt waren s wohl doch nicht die sprossen... bin mal gespannt wie s weitergeht. jetzt ist erstmal die bio-branche in verruf geraten *seufz*

    AntwortenLöschen
  11. @Mausflaus
    "ich glaube nicht dass veganer betroffen sind..."

    Bereits im Anfangsstadium hatten die Behörden tierische Produkte als Quelle ausgeschlossen, weil eine Veganerin betroffen war, die keinen Kontakt zu diesen hatte, daher kam ja erst die Vermutung, es müsse sich um pflanzliche Produkte handeln, die kontaminiert sind.

    @dusty:
    Nicht das der Mensch auch ein Tier wäre, mit einem Darm...

    AntwortenLöschen