Dienstag, 7. Juni 2011

Sprossen unschuldig

Die Sprossen waren's wohl doch nicht. Puh. Trotzdem ist erstmal die ganze Bio-Branche in Verruf geraten, die Zeit titelt "Die Ehec-Epidemie zeigt, dass Bio gefährlich sein kann". Währenddessen rennen die Leute an die Fleischtheke und Gemüse wird nach wie vor links liegen gelassen (außer von mir!), laut hr-online mit dramatischen Folgen:

"Unsere Bauern sind völlig unverschuldet in eine wirtschaftliche Notlage geraten und aufgrund der dramatischen Umsatzeinbrüche von bis zu 80 Prozent über alle Produktgruppen hinweg in ihrer Existenz gefährdet". 

Dabei ist Fleisch auch nicht sicher:

WHO-Experte Donato Greco sagte der italienischen Zeitung «La Repubblica» (Samstag): «Der Erreger ist üblicherweise im Darm von Rindern zu finden und damit auch in rohem Fleisch wie Tartar oder schlecht gekochten Hamburgern.» Er habe noch nie derart gefährliche Darmkeime auf Obst und Gemüse festgestellt.
Wäre Rindfleisch die Quelle für den gefährlichen Keim, könnte das auch mit der massiv Beigabe von Antibiotika in Tierfutter zu tun haben, sagte er. Dadurch seien die Bakterien zusätzlich resistent geworden.

Quelle: stern


Alles sehr unerfreulich...  Wieso hat eigentlich noch niemand einen terroristischen Angriff in Erwägung gezogen? Rache für die Freude von Angela Merkel über den Tod von Bin Laden oder so...

Kommentare:

  1. Bei mir hat die Berichterstattung erreicht, dass ich gestern ganz bewusst Bio-Salat gekauft habe, der eigentlich weit über meinem Budget lag. Einerseits habe ich von dem ganzen Salat-'Verbot' noch größere Lust auf Rohkost bekommen. Und ich finde es furchtbar, was für Einbrüche die Biobauern jetzt haben, und dass nun noch ein Vielfaches an Essen weggeworfen wird, als es ohnehin schon Tag für Tag passiert.

    Ehrlich gesagt habe ich schon seit ein paar Tagen in Richtung Bioterrorismus gedacht - angeblich ist der Keim dazu aber zu kompliziert zu züchten.

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  2. Nun ja, mit E.coli wird viel experimentiert, wir nennens immer unser "Haustier der Biotechnologie"...Aber die große Anzahl der Infizierten spricht auch gegen einen Anschlag.

    Zu den Rindern kann man zudem sagen, dass die heutigen Futtermischungen ein Problem sind:
    ,,[...]wird im Magen der Tiere nur unvollständig abgebaut und anschließend unverdaut in den Darm der Tiere geleitet. Dort beginnt die Nahrung zu gären und die enthaltenen EHEC-Erreger können sich langsam an das saure Milieu gewöhnen[...]"
    http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/ehec-bio-branche-unter-generalverdacht-236173.php
    Und wenn die Leute jetzt mehr Fleisch essen, es deshalb mehr Rinder gibt und damit mehr Gülle, die auch Gemüse verunreinigen kann
    ( obwohl bisher immer Fleisch/Milch Infektionsquelle waren, z. Bsp. Burger in den USA), dann entsetzt mich die Beeinflussbarkeit dieser Menschen durch die Medien.
    Diese ganze Panikmache macht einen echt krank! Zum Glück hat die EU Gelder für die Bauern versprochen...

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  3. Das mit dem Terroranschlag habe ich aber schon irgendwo gelesen. Also auf die Idee kamen schon Menschen.

    Ich habe von Anfang an nicht geglaubt das Gemüse Schuld ist, denn EHEC trat bisher ausschließlich durch tierische Produkte auf, siehe USA.
    Weiß nicht was die deutsche Regierung da gerade verzapft.

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  4. ich denke, die frage, die sich stellt, lautet: wem nutzt das?
    ich kriege das hier vor ort mit, daß die landwirte auf ihrem gemüse hocken bleiben und daß vieles weggeworfen wird. es ist echt so eine schande!

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  5. Der Bericht von zeitonline ist ja mal sooo schlecht! Ich habe mich fast erschrocken als ich das gelesen habe! Von vorne bis hinten, jedes Argument so leicht zu entkräften, purer Blödsinn.

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  6. @Mneme
    *beipflicht* wobei man dazusagen muss, dass das "nur" ein Kommentar ist, kein redaktioneller Artikel. die sind bei der zeit zum glück etwas hochwertiger

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  7. ja das stimmt, dann wäre ich aber auch vom Stuhl gefallen. Naja, trotzdem von denen veröffentlicht^^

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