Sonntag, 19. Juni 2011

das "gute" konventionelle Tierfutter

Viele sind entsetzt, wenn VeganerInnen ihre Tiere vegan ernähren - "Das arme Tier", "Das ist doch unnatürlich!" "Katzen vegan zu ernähren ist Tierquälerei!" sind da einige der Reaktionen die mir schon begegnet sind.
Hunde sind omnivore wie wir, da war ich schon lange der Überzeugung, dass man die prima vegan ernähren kann. Bei Katzen bin ich nach wie vor etwas skeptisch, da diese carnivore, d.h. Beutetierfresser sind. Will man sie vegan ernähren, muss man Taurin supplementieren, was nicht ganz unproblematisch ist.
Nachdem ich allerdings den Artikel "der letzte Fraß" in der welt gelesen habe, bin ich mir aber nicht mehr so ganz sicher ob nicht die Dosenöffner die schlimmeren Tierquäler sind. Was da berichtet wird, was für ein Dreck im Dosenfutter ist... Da ist es vielleicht immer noch besser, für Tiere selbst zu kochen/backen, als diesen "Gourmet Thunfisch-Pâté" mit Geschmacksverstärker, Konservierungs-, Farb-, und Zusatzstoffen zu servieren.


Die Futterkonzerne überbieten sich mit Kreationen für jedes Tier, für junge und alte Hunde, für Dicke und Diabetiker, für Kurzfell-, Langfell-, Blaufell-Katzen. "Die Futterindustrie füttert die Tiere mit vermenschlichten Menüs", schreibt der Ernährungskritiker Hans-Ulrich Grimm, Autor des Buches "Katzen würden Mäuse kaufen". Bekömmlich und gesund scheine das nicht zu sein. "Immer mehr Vierbeiner leiden an menschlichen Krankheiten: Diabetes, Allergien, Krebs."
Dass mit den Umsatzzahlen der Futterindustrie die Krebsrate bei Haustieren massiv angestiegen ist, behaupten inzwischen viele Tierärzte. In den oft liebevoll designten Futterschalen werden vor allem Abfälle aus der Lebensmittelproduktion verwertet, "Schlachtabfälle der Kategorie 3, was an sich nicht schlecht sein muss", sagt die Veterinärin und Ernährungskritikerin Jutta Ziegler. Sie beobachtet vor allem die Diät- und Trockenfutter der großen Hersteller mit Misstrauen: "Macht man sich die Mühe, den Inhalt zu entschlüsseln, sieht man, dass oft kein Fleisch drin ist." Trotzdem werde es als hochwertiges Diätfutter verkauft. "Steht Fleischmehl drauf, sind wenigstens Fleischabfälle drin. Steht Geflügelmehl drauf, sind gemahlene Krallen, Borsten, Schnäbel und Federn drin." Um den Geschmack zu überdecken, würden dem Futter vor allem künstliche Geschmacksstoffe zugesetzt. "Die Tiere sind nicht dumm. Ohne Geschmackskorrekturen würden sie diesen Müll niemals anrühren."


 Link zum ganzen Artikel "der letzte Fraß" auf welt.de

Kommentare:

  1. Unmöglich was den Tieren damit zugemutet wird.
    Tiere vegan zu ernähren hört sich am Anfang vielleicht etwas seltsam an, scheint aber besser zu sein, als das.

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  2. ich habe mir vor ein paar Jahren das Buch "Katzen würden Mäuse kaufen - Schwarzbuch Tierfutter" von Hans-Ulrich Grimm gekauft, welches auch in dem Welt-Artikel benannt wird. Mir wurde tlw. richtig schlecht beim Lesen des Buches.

    Meine 2 Katzen leben "leider" schon bei mir, bevor ich vegan wurde und sind mit Industriefutter groß geworden. Ich habe vor 2 Jahren probiert, sie auf veganes Futter (Ami Cat und yarrah) umzustellen, was mir allerdings nicht gelang. (wer Katzen hat, weiss ja, wie wählerisch sie sind....)

    Sie bekommen jetzt defu (Trocken- und Nassfutter), das mögen sie echt gerne.
    Defu kommt von den demeter-Höfen (http://www.defu.de/Katze.131.0.html)
    und ist für mich mehr oder weniger ein Kompromiss.

    LG Biggy

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  3. Ich habe auch nachgelesen, weil meine Mieze schon 10 Jahre bei mir wohnt.
    Aber sie jetzt als Carnivoren vegan zu ernähren halte ich für problematisch.
    Bei Hunden sehe ich allerdings kaum Probleme. Meine Freundin hat ihren Boxer vegan ernährt, weil es ihm einfach besser bekommen ist.
    Meine Katze bekommt im Winter sehr häufig das normale Trocken und Nassfutter. Im Sommer ist sie die meiste Zeit draußen und jagt Mäuse, will also oft gar nichts fressen, nur etwas Wasser zum Trinken.
    Das im Futter Abfälle sind war mir allerdings klar, so wie das manchmal riecht. Ich kaufe ab und an Biokatzenfutter, aber auf Dauer ist das auch nicht zu machen, vor allem weil meine Miez leider nicht mit in die Studiwohnung kann und ich sie zu Hause in ihrem gewohnten, ländlichen Freigängerumfeld lassen will. Und da kümmern sich eben meine Eltern um die Fütterung..und denen ist das glaube ich piepegal..hauptsache das Futter wird von der Miez genommen und kostet nicht viel.

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  4. Das Problem ist, fürchte ich, dass Katzen einfach nicht dafür gemacht sind, in Stadtwohnungen etc. zu leben, wo sie keine Mäuse fangen können und deswegen zugefüttert werden müssen...
    Bzw. hab ich keine Ahnung, ob diese Rassen der "Haus"hunde und -Katzen (die es ohne menschliches Züchten gar nicht gäbe) alleine in freier Wildbahn überhaupt überlebensfähig wären.

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  5. Eben, und nach 6 Jahren Freigang wollte ich meine Miez nicht aus dem Umfeld holen und in eine Wohnung "sperren". Mal davon abgesehen, dass die das gar nicht mit sich machen lassen würde.
    Ich wollte eigentlich immer Katzen halten..auch wenn ich später wieder in einer Wohnung in der Stadt lebe..allerdings wollte ich dann keine vom Züchter kaufen, sondern zwei Miezen aus dem Tierheim ein Zu Hause geben.

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  6. das defu-futter kannte ich bisher nicht. was mich ziemlich irritiert: es ist knoblauch enthalten und der gilt als giftig für katzen. ich glaube nicht, daß ich das meinen miezen füttern möchte. überhaupt finde ich die rezeptur komisch, so mit lauch, rosmarin, thymian und petersilie. ist das zeug für katzen oder für ihre halterinnen? O.o
    wir füttern seit einigen jahren royal canin select gold. die tiere, die für das futter starben, stammen aus qualvoller massentierhaltung, das ist uns klar. wir haben uns dennoch pragmatisch für dieses futter entschieden, weil die katzen es fressen und vertragen.
    das futter von yarrah, auf das ich erst jetzt aufmerksam geworden bin, möchte ich zumindest gern mal für die miezen probieren. ob die kleinen diven es annehmen werden, steht auf einem anderen blatt. schaun mer mal.

    unsere miezen wurden auf ibiza aufgriffen, die eine in einer mülltonne (!), die andere verletzt auf einem futterplatz. unser kater stammt aus einer norwegerzucht, aber weil er den "rassemerkmalen" nicht entspricht, wollte ihn niemand. alles drei also notfellchen. da habe ich schon klar abgewogen: rette ich die drei katzen und füttere denen massentier-futter oder lasse ich es? ich hab meine entscheidung für die katzen getroffen.

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  7. Nach wie vor eine meiner größten Baustellen :-(

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  8. @amala: mi Knoblauch im Katzenfutter habe ich mich natürlich auch beschäftigt. Auch hier ist es eine Frage der Dosierung - in Maßen hält Knoblauch sogar Flöhe fern - in Massen ist es toxisch.
    Siehe u.a. hier: http://www.zooplus.de/pictures/product/Knoblauch.pdf
    und Rosmarin, Thymian etc im Katzenfutter sind mir immer noch lieber als Klärschlamm, was in vielen konventionellem Futter steckt.

    Ich erlebe es sowieso fast täglich, dass meine beiden bei mir im Kräutergarten verschiedene Kräuter anknabbern....scheint denen also zu schmecken ;-)

    LG Biggy

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  9. Also ich hatte mich ewig mit Katzen Fütterung beschäftigt weil unsere nach der Kastration so pummelig geworden ist. Fakt ist das in den meisten Sorten viel zu viel Getreide/Kohlenhydrate und seltsame Dinge sind die nicht ins Katzenfutter gehören. Seit dem bekommt sie hauptsächlich "Bestes Futter" Es ist "bio", es ist nur Trockenfutter da Nassfutter die Zahne kaputt machen kann. Sie trinkt mehr, ihr Fell ist schöner geworden, und ihr Gewicht ist zurück gegangen. Da man ca. 70 bis 100 g Trockenfutter am Tag verfüttern soll, hält so ein 13 kilo sack ewig.
    Ich würde meine Katze eiskalt vegan ernähren wenn ich wüsste dass sie Mäuse fangen könnte. Aber da sie eine in der 3 Generation Wohnugnskatze ist, bezweifel ich das sie damit klar kommen würde (auch wenn ich ihr ne Maus vor die Nase setzen würde).

    LG
    Jess

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  10. @ biggy: ok, wenn deine miezen damit klarkommen, why not? :)
    eine bekannte von mir füttert ihre katze mit rinderhack, dem sie frischgemahlenes vollkornmehl zusetzt. diese katze darf allerdings auch raus zum mausen. für mich wär das irgendwie keine alternative...

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  11. @smalljess
    nassfutter schädigt die zähne?!?! wo hast du das denn her? das hab ich noch nie gehört!
    vielmehr schädigt trockenfutter die nieren...
    du schreibst dass du dich intensiv mit katzenernährung beschäftigt hast, von daher hoffe ich, du kannst quellen benennen. würde mich wirklich interessieren, denn das ist genau das gegenteil von dem, was man sonst so hört (auch von tierärzten)

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  12. Hallo,

    in einer Woche zieht eine kleine Katze bei mir ein, von daher passt das gerade perfekt, dass ich den Post hier gefunden habe. :)

    Meine Katze vegan zu ernähren, fällt für mich von vornherein aus. Aber was mich am Beitrag und an einigen Kommentaren ein wenig wundert: Einerseits veganes, andererseits nicht veganes Futter. Ich finde das etwas sehr pauschalisiert.
    Es gibt ja auch durchaus herkömmliches Futter, das durchaus Qualität hat und gesund fürs Tier ist. Auch Bio ist nicht immer super. Wenn da alles mit Hefeextrakten vollgestopft ist, habe ich nichts gewonnen. :(

    Ich finde das Ganze sehr schwierig und noch sehr unentschlossen, womit ich meine Katze am besten füttere. Zum Glück ist sie noch klein und an kein spezielles Futter gewöhnt.
    Habt ihr vielleicht gute Quellen mit weiteren Informationen? Gibt es in dem Buch von Grimm denn Empfehlungen?
    Was mich auch sehr interessieren würde: Wie verlässlich sind bei der Futter-Qualität die Testergebnisse von Öko-Test und Warentest?

    Was ich auch so richtig pervers finde: Einige Hersteller von Tiernahrung testen an Tieren, zum Beispiel IAMS und Eukanuba. Als ich das mal gelesen habe, saß ich echt sprachlos da, weil es so unglaublich absurd ist.

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