Samstag, 21. Mai 2011

bio schlägt regional

In der Abendblattserie "Umweltbewusst essen" wird jede Woche ein Eco-Check für alle möglichen Waren vorgestellt. In Teil 1 geht es um den Kauf von Äpfeln. Der Grundsatz ist klar:

Am besten kauft man Äpfel aus regionaler Herstellung, mit Bio-Siegel, möglichst lose, ohne Verpackung, und vorzugsweise im Herbst.

Aber was macht man den Rest des Jahres? 

Silke Schwartau ist Ernährungsexpertin bei der Hamburger Verbraucherzentrale, sie kann helfen. Nach meinen Angaben erstellt sie ein Punkteschema, unterteilt nach vier Kategorien: Anbauweise. Transport. Verpackung. Lagerung. Da die Verpackung bei Äpfeln nicht so stark ins Gewicht fällt, gibt es hier nur maximal zwei Punkte, in den anderen drei Feldern jeweils bis zu vier.
Das Ergebnis ist zumindest in Teilen verblüffend. Der Bio-Apfel landet ganz vorn, obwohl er einmal quer durch die Republik gekarrt werden muss - dass er von der Streuobstwiese kommt, macht die räumliche Entfernung mehr als wett. Am meisten überrascht dagegen, wie deutlich das Obst aus Neuseeland vor dem aus Südtirol landet. Laut Schwartau tun sich die Farmer von der Südhalbkugel und aus Alto Adige (Südtirol) bei Anbaukriterien wenig, die Zahl eingesetzter Pestizide hält sich laut Experten etwa die Waage. Dafür liegt der Kiwi-Apfel bei Lagerung und Transport vorn. Allerdings nur in Frühjahr und Sommer. Im Herbst wird ein Südtirol-Apfel nicht gelagert, dann liegt er im Gesamtklassement vor dem Cox Orange. Anfang August hingegen, wenn ein angebotener Euro-Apfel ein knappes Jahr der Kühlung hinter sich hat, kommt ein Neuseeland-Apfel seiner Ökobilanz ziemlich nah. Im Einzelfall, so Silke Schwartau, könne es umweltschonender sein, "Made in New Zealand" gegenüber "Angebaut im Alten Land" zu bevorzugen. 


Also am besten bio von der Streuobstwiese, zweite Wahl wären neuseeländische Äpfel. Ich kaufe Äpfel meist bei Rewe und schaue darauf, dass es eine Sorte aus Deutschland ist. Das kann ich mir in Zukunft also sparen.
Leider so komme ich so selten zum Bio-Laden, sonst würde ich Äpfel da kaufen, wobei bio ja nicht automatisch heißt, dass es Streuobst ist, von daher ist der Ratschlag "bio statt regional" pauschal wohl doch nicht so ganz richtig. Aber allein schon wegen den Pestiziden dürfte bio da die erste Wahl sein; bei Sachen wo man die Schale mitisst macht das glaube ich trotz Waschens einen großen Unterschied.

Kommentare:

  1. ich sollte öfter mal das Hamburger Abendblatt lesen, hab gar nciht mitbekommen, dass es da so eine serie gibt. Klingt interessant, danke für den Tipp :)

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  2. Mh so viele Äpfel esse ich zwar nicht, aber ich habe bis jetzt auf Bio geachtet, eben weil ich die Schale mitesse. Aber ich dachte eigentlich immer, dass ein Bioapfel, der aus Chile und Co. eingekarrt werden muss eher schlecht für die Bilanz ist, und habe deswegen auch des Öfteren zu der Sorte gegriffen, wo das Herkunftsland am nähsten zu Deutschland ist.

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  3. Ich kaufe immer mal Bioäpfel bei Netto oder im Real. Zu einem richtigen Bioladen komme ich leider auch eher selten, aber hauptsache, es ist überhaupt Bio =) Alles Liebe und danke für die Info! Miri

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