Donnerstag, 28. April 2011

yet another vegan-experiment

Man müsste sich eigentlich mal die ganzen "x Tage vegan"-Experimente die diverse Blogger, Redakteure, Schreiberlinge so gemacht haben, zusammensuchen und vergleichen. Obwohl die mir alle ziemlich gleich vorkommen (siehe meinen Blogbeitrag über "bleib mal tierfrei").
Der aktuellste Bericht ist "Sieben Tage ohne Milch und Käse"aus der "x-ray-Fastenserie" vom Remscheider General-Anzeiger. Die Autorin ist sogar Vegetarierin, trotzdem reiht sich der Bericht nahtlos in das übliche vegan-ist-schwierig-blabla ein: Anita deckt sich mit Sojaprodukten ein (die nach allgemeiner Meinung anscheinend zwingend für vegane Ernährung erforderlich sind), um festzustellen, dass Sojamilch im Kaffee flockt und nicht schmeckt und Müsli mit Sojaghurt auch nicht ihr Ding ist. In der Kantine gibt es nur noch Salat mit abwechselnd Kroketten oder Pommes. Sie überlegt sich zwar was von zu hause mitzunehmen, ist aber doch zu faul. Im Supermarkt wird hauptsächlich Tofu und Gemüse eingekauft, das Highlight ist die Entdeckung, dass es eine vegane Zartbitterschokolade gibt (Liebe Anita, bei Rezeptefuchs sind sage und schreibe 83 vegane Sorten Tafelschokolade gelistet. Da hätte man sich vielleicht mal vorher schlau machen können).
Das Experiment endet mit einer Riesenportion Kartoffelpuffer mit Quark, Joghurtcreme und Parmesan und dem Fazit

Sich vegan zu ernähren, ist leichter als gedacht. Aber ein Leben ohne Milch und Käse ist für mich unvorstellbar.


 *Schnarch* *Gähn* Die Fastenzeit ist erstmal rum, also bleiben uns in Zukunft wohl solche Berichte erstmal erspart. Außer es kommt jemand auf die Idee "vegan" als die neue Sommerdiät zu promoten, so wie die Experimentierer sich ernähren nimmt man garantiert ab. 

Man müsste mal ein etwas anderes vegan-Experiment starten um den Leuten mal den Spiegel vorzuhalten: 
"Ein Veganer ernährt sich 7 Tage lang so wie Omnivore denken, dass ein Veganer lebt". Also morgens ein trockenes Brötchen mit Marmelade, mittags ein paar Salatblätter und abends Tofu mit Gemüse. Viel Spaß.

Kommentare:

  1. Das wärs doch, so ein Experiment mit 7 Tagen Salat und Körner essen. Yummie. ;-)
    Aber was mir auch aufgefallen ist; viele denken ich hätte meine Ernährung umgestellt, um abzunehmen. Wenn man auf diese Vorstellungen eingeht gehen die Leute ganz anders mit Veganismus um, als wenn man sagt es hätte moralische Gründe. ^^

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  2. Mir fällt immer wieder auf, dass die Leute überhaupt nicht darüber nachdenken, dass wir geschmacklich total konditioniert sind. Man tut sich Sojamilch ins Müsli, denkt, die schmeckt nach Kuhmilch, tut sie aber nicht, sondern sie ist bäh und dann ist schon wieder alles vorbei.
    Das ist so traurig und einfallslos!

    Die liebe Helena macht auch ein Experiment und bisher läuft es da besser, aber die hat sich ja auch wenigstens vorher informiert und erkundigt ;)
    http://abitoffarewell.blogspot.com/

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  3. autsch, das tut richtig weh wenn man das liest. "aber dazu bin ich irgendwie zu faul." da haben wirs. die epidemie unserer gesellschaft.

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  4. Super sind auch die, die Tofu roh und aus der Packung essen um dann zu sagen, dass es überhaupt nicht schmeckt.
    Weil rohes Fleisch so gut schmeckt.
    Bisschen Kreativität würd ja doch nicht schaden, wa?

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  5. Klingt echt lächerlich. Okay ich muss sagen, ich hätte jetzt auch keine Lust gehabt, einfach mal so, vegan zu werden. Aber ich hatte dann ja genug Gründe, als ich mehr über die Tierhaltung erfahren hab. Und die hat's ja freiwillig getan. Dumm, das sie dann Vegaenr so schlecht macht.

    Und ich hätte auch keinen Bock gehabt, mittags immer nur Salat zu essen. Da hat die aber nicht verzichtet, weil sie den Rest nicht mehr isst, sondern weil sie so faul ist. Wenn das sooo einseitig und so schlimm war, hätte sie sich halt was mitnehmen sollen. Ein paar Brote, etwas Obst und Gemüse, Nüsse, usw. ...

    Was mich voll verwirrt hat, war dieser Satz:
    "Für mich gibt's Curry mit Tofu statt mit Hähnchen und die Scampi in der Suppe fische ich einfach raus." Also jetzt mal abgesehen vom rausfischen: Ich dachte eigentlich, die wäre Vegetarierin...also Scampi sind nicht vegetarisch und Hühnchen schon gar nicht, aber das klingt so, als hätte die das sonst gegessen... Ach ich vergas: Geflügel und alles, was mal im Meer gelebt hat, ist ja gar kein Fleisch^^
    Liebe Grüße

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  6. @Mnme:
    danke für den Blog-Tipp, werd das mal weiterverfolgen und ggf. drüber berichten. hört sich jedenfalls sympathisch an

    @Schneeflocke:
    Hähnchen hat sie auch vorher nicht gegessen, ich glaube es ist so gemeint, dass sich die anderen hähnchen kochen und für sie gibts tofu.
    das mit den scampi ist allerdings gruselig, ich würde das ja nicht machen... aber gibt ja leute die sehen das lockerer mit "kontaminationen"

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  7. Ich versteh es einfach nicht... Wir sollten mal 7 Tage lang jedes bisschen Essen dokumentieren, was wir in unseren Mund stecken. Verschiedene vegane Blogger. Dann könnte man mal sehen, dass wir alle verschieden, alle abwechslungsreich und alle lecker essen. Und nix nur Tofu und Sojamilch und Salat.

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  8. Jemand, der als Vegetarier Garnelen aus der Suppe (und Schinkenwürfel aus den Bratkartoffeln?) fischt, den kümmert es dann vermutlich auch nicht, daß die Brühe für die Suppe vom Tier kommt (Gemüsebrühe ist meiner Meinung nicht so ergiebig).

    Salatblatt zum Mittagessen? Gern, wenn es in einen Wrap gepackt ist, der außerdem Avocado, geraspelte Möhre, Gurke, Kräuter und evtl. Tomaten und rote Bohnen enthält.

    Ich muß die Sue mal motivieren, mehr übers Kochen zu posten. *laut denk*

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  9. Bei Berichten über solche 'mutigen Experimente' möchte ich immer Zeitung, Bildschirm oder Fernseher aus dem Fenster schmeißen.
    Seit wann sind Blödheit, Ignoranz und erbärmliche Vorbereitung Voraussetzung für diesen 'Erlebnis-Journalismus'?

    Puh! Hallo übrigens. Ich mag deinen Blog sehr gerne. :D

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  10. @Frau Springinsfeld
    oh, dankeschön!

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