Freitag, 1. April 2011

Soll man Kindern zeigen wo das Fleisch herkommt?

Diese interessante Frage wird im heutigen taz-blog "Tischgespräch" (der Blog ist einsame spitze!") erörtert, Aufhänger ist ein Schulprojekt, wo ein Kaninchen vor den Augen der Schüler geschlachtet wurde, woraufhin einige in Tränen ausbrachen (Quelle: yahoo).
Das Thema ist in zwei Beiträge gesplittet, einmal die Pro-Argumentation und daneben die Contra-Argumente.
Besonders treffend finde ich den Vergleich den der Vertreter der Pro-Fraktion zieht; er beobachtet bei der Fleisch-Aufklärung ähnliche Verhaltensweisen wie bei der Sexualaufklärung:

Die Ablehnung mancher Eltern gegenüber dem Sexualkundeunterricht zeigt eine wunderbare Analogie zum jetzigen Fall: Wenn die Kinder keine Fragen stellen, woher das Fleisch auf dem Teller stammt, bedarf es auch keiner Erklärung. So einfach scheint es zu sein: Mit Essen spielt man nicht, über Essen redet man nicht. Gar nicht verwunderlich, dass derselbe Landwirt vor drei Jahren an einer anderen Schule Hühner geschlachtet hatte – und niemand sich aufregte. Weil Hühner eben Nutztiere und keine Haustiere sind, aber darüber haben wir ja schon gesprochen.

Aber auch die Contra-Fraktion hat ein gutes Argument: Kinder verkraften die Realität nicht.
Stimmt schon, aber wenn es etwas gibt was Kinder nicht verkraften, dann sollte man sie nicht zwingend, diese Ungeheuerlichkeit tagtäglich zu konsumieren bzw. muss sie darüber aufklären! Wenn Kinder kein Fleisch essen, dann kann man sie mit den Bildern auch verschonen, insofern ist "lasst die Kaninchen leben" auch ne ganz gute Lösung. Allerdings eher realitätsfern.

Hier die Links: 

Kommentare:

  1. ich wäre nicht mit 8 vegetarierin geworden, hätte meine mama mir nicht klipp und klar erklärt, dass ich TIERE ESSE! von einem auf den anderen tag war schluss! nur musste ich halt nachfragen (aufgrund zeitungsartikel in der schule über schweineverarbeitung). ich fänd es noch besser, wenn kindern einfach schon früh erklärt wird, was eine wiener, was ein schnitzel und was ein hamburger ist. aber zuerst müssen wir mal am geist der eltern arbeiten... DAS ist dann der zweite schritt ;)
    das was in diesem "schulprojekt" passiert ist, geht meiner meinung nach ÜBERHAUPT NICHT!

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  2. Kindern sollte man auf jeden Fall sagen wo das Fleisch herkommt, aber man sollte sie definitiv nicht zwingen sich eine Schlachtung anzuschauen. Das eine geht auch ohne das andere.

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  3. ich habe gestern noch zu meiner besten freundin gesagt, dass ich die aktion, das kaninchen vor den kinderaugen zu schlachten, angebracht finde. schliesslich sind die kinder zwischen 10 und 11 jahren alt und müssten so langsam der realität ins auge blicken, aber ich würde dann heute, nach ein bisschen nachdenken auch eher claudi und Mneme zustimmen. eine schlachtung ist vielleicht ein bisschen heftig. ich denke, eine unterrichtseinheit über tierhaltung und konsum hätte gereicht. allerdings wird dieses thema oft viel zu beschönigend dargestellt, leider.

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  4. hm, ich bin jetzt auch etwas ins nachdenken gekommen. eine echte schlachtung ist für kinder vielleicht wirklich zu krass, ein film mit dem inhalt wäre meiner meinung nach aber angemessen. ich hab nur was gegen dieses kollektive aufschreien "sowas kann man kindern doch nicht zeigen" - ach, aber die produkte dieses prozesses kann man ihnen täglich vor die nase setzen.
    außerdem schauen sich die kids von heute sachen an, die ich mir noch nicht mal heute antun könnte; FSK18-Horrorfilme, Unfallvideos auf rotten.com, und nicht zu vergessen die ganzen ballerspiele. sowas ist natürlich auch nicht richtig, aber ich meine die sind schon ziemlich abgehärtet.

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  5. @Mnme: gezwungen wurden sie aber nicht; das Projekt war freiwillig, und auch während der Schlachtung bzw. als diese angekündigt wurde, hätten sie jederzeit rausgehen können

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  6. Aber es hat doch Proteste dagegen gegeben, die abgewehrt worden oder? Ich habe das nur am Rande mitbekommen, und der Kommentar war auch nicht direkt auf dieses Beispiel bezogen, ich meinte das eher allgemein.
    Ich finde diese Inszenierung insgesamt nicht in Ordnung, aber man könnte ja mal ne Führung durch sone Anlage machen, wo die Rinder zersägt werden (ab nem bestimmten Alter), weil sie da tatsächlich die Realität sehen. Und den Ansatz finde ich völlig richtig.

    Ich verstehe auch was du mit diesem Aufschrei meinst. Wenn es denn so schrecklich ist, dass man das Kindern nicht zumuten kann, wieso ist es dann in unserer Gesellschaft ein fester Bestandteil?

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  7. soweit ich weiß nicht... nur vorher hat ein junge unterschriften sammeln wollen "damit der der hase nicht geschlachtet wird".

    sogar peta findet die aktion zu krass: http://www.peta.de/web/tierschuetzer.4352.html

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  8. Des Veganers liebste Beschäftigung :

    Die Banalität des Todes dramatisieren.

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  9. wieso "des Veganers liebste Beschäftigung"? es sind doch die Eltern bzw. die Kinder, die ein großes Brimborio veranstalten weil das Flaschi gekillt wurde.

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  10. Im Tod liegt vielleicht sogar tatsächlich etwas banales. Im Töten jedoch nicht.

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