Mittwoch, 13. April 2011

das Lederproblem

an Innenseite von Schuh und/oder Karton
Angestoßen durch mein letztes Schuh-Posting möchte ich das Thema Leder mal näher betrachten; gelegentlich fällt ja der Kommetar "Kunstleder ist umweltschädlich" oder "für deine Schuhe müssen Kinder arbeiten!"
So ganz einfach ist das mit der Leder-Problematik nicht, im taz-blogbeitrag "O Sohle mio!" hat der Autor keine zufriedenstellende Lösung gefunden, und auch die Kommentatoren waren sich nicht einig was denn nun ethisch korrekt ist.

Argumente gegen Leder:


1.) Leder ist die Haut toter Tiere, und das Töten von Tieren ist abzulehnen. Es stimmt auch nicht, dass die Tiere so oder so getötet werden - Denn die Nachfrage nach Leder finanziert die Fleischindustrie mit. Geht diese Nachfrage zurück, werden auch weniger Tiere getötet. Die „Nebenprodukte“ der Fleisch verarbeitenden Industrie, wozu Leder gehört, machen ca.50% aus.Die Tierzucht lohnt sich also erst, wenn nicht nur das Fleisch, sondern auch das Leder verkauft werden.
Es gibt auch kein "Bio"-Leder, dem Produkt sieht man die Massentierhaltung auch nicht an. Allein schon aufgrund der großen Menge kann man davon ausgehen dass die Rinder/Schweine aus der Massentierhaltung stammen; d.h. lange Tiertransporte, Kastration ohne Betäubung, Medikamentenfütterung, dunkle Ställe, Spaltböden usw. Eigentlich muss Leder überhaupt nicht gekennzeichnet werden, wenn es nicht explizit als "Kalbsleder", "Nappaleder" o.ä. bezeichnet wird, d.h. es kann gut sein, dass man auch mal Katzen- oder Hundelder aus Asien bekommt. 

http://www.peta.de/web/leder_ganz_und.1699.html
http://www.peta.de/web/warum_kein_l.825.html

2.) Leder ist umweltschädlich. Allein schon die Aufzucht der Tiere, deren Häute schlussendlich zu Leder verarbeitet werden, verursacht Abfälle und Verschmutzung und verbraucht enorme Mengen an fossilen Brennstoffen. Außerdem werden Bäume zur Weidelandgewinnung abgeholzt, große Wassermengen  verbraucht und Kohlendioxid ausgestoßen.
Dazu kommt die Umweltverschmutzung durch die Lederverarbeitung: Die Gerbereien haben ihre Produktion größtenteils in Entwicklungsländer verlegt, da Arbeit dort billig und Umweltstandards niedrig sind. Bei der Produktion und Verarbeitung werden nicht nur Ressourcen verbraucht, sondern auch viele umweltschädliche Chemikalien verwendet, die über Abwässer bzw. Abfälle in die Umwelt gelangen, z.B. Formaldehyd, Aluminium, Auszüge von Steinkohlenteer, Cyanid und verschiedene Öle, Farben und Polituren. Neben den bereits erwähnten toxischen Substanzen enthalten Gerbereiabwässer auch enorme Mengen anderer Schadstoffe wie Protein, Haare, Salze, Kalkschlamm, Sulfide und Säuren. Eine Chromgerberei verschwendet über 55.000 Liter Wasser und produziert bis zu 1.100 Kilogramm Feststoffabfall (z.B. Haare, Fleisch und Randabfälle) pro bearbeiteter Tonne Tierhaut.Höchst problematisch sind aber v.a. Chromverbindungen, die zur Gerbung des Leders gebraucht werden.

3.) Leder ist menschenunfreundlich. Auch die Menschen, die in Gerbereien arbeiten oder in ihrer Nähe leben, leiden. Viele von ihnen sterben an Krebs, ausgelöst durch giftige Chemikalien, die verwendet werden, um das Leder zu bearbeiten und zu färben. Die Zentren zur Kontrolle und Verhinderung von Krankheiten in den Vereinigten Staaten fanden heraus, dass Leukämie unter den Anwohnern einer Gegend nahe einer Gerberei in Kentucky fünf Mal so häufig vorkam, wie im nationalen Durchschnitt. Arsen, eine häufig in Gerbereien verwendete Chemikalie, wird schon lange mit Lungenkrebs unter den Arbeitern, die ihm regelmäßig ausgesetzt sind, in Verbindung gebracht.  
Dazu kommt die Kinderarbeitsproblematik: Bei der Verarbeitung der Produkte in Billigländern kommt oft Kinderarbeit zum Einsatz. Das ist aber bei Kunstleder und anderen Textilien genauso, da dies keine Frage des Materials ist, sondern der Verarbeitung.

4.) Leder ist gesundheitsschädlich. Die Schadstoffe verbleiben zu einem Großteil im Leder und geben diese nach und nach an die Umwelt und auch an den Menschen ab. V.a. bei Produkten, die direkt auf der Haut getragen werden, wie z.b. Sandalen, Armbänder oder Ketten ist das problematisch. So wurden z.B. gerade erst Lederarmbänder der Firma Rico-Design wegen Gesundheitsgefahr zurückgerufen:

Produkt: Lederarmband
Marke: RICO Design
Beschreibung: Zwei Lederarmbänder aus dunkelbraunem Glattleder mit silberfarbenden Metallschnallen. Ohne Verpackung.
Herkunftsland: China
Von den Produkten geht ein chemisches Risiko aus, weil der Lederanteil der Armbänder Chrom VI in einer Konzentration von 11,9 mg/kg bzw. 10,5 mg/kg enthält. Wenn die Armbänder wie beabsichtigt getragen werden, sind sie länger als nur kurzfristig in direktem Kontakt mit dem menschlichen Körper.

2005 hatte das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Lederhandschuhe untersucht, mit erschreckenden Ergebnissen:

Von den insgesamt 25 untersuchten Lederhandschuhen entsprachen elf Proben nicht in vollem Umfang den gesetzlichen Anforderungen. Dies ergibt eine Beanstandungsquote von 44%.
Besonders die Verwendung von verbotenen Azofarbstoffen in drei Fällen ist aus Sicht des LGL eine Häufung, die in Zukunft weitere Untersuchungsmaßnahmen im Bereich der Ledererzeugnisse begründet.


Und Kunstleder?
Dafür müssen zumindest keine Tiere getötet werden. Was den Rest angeht, kann man keine pauschale Aussage treffen, da es nicht DAS Kunstleder gibt, sondern verschiedene Materialmixe, die ähnlich aussehen wie Leder und ähnliche Eigenschaften haben. Ich finde, für Kunstleder spricht außerdem, dass es meist günstiger ist, wenn es gut verarbeitet ist, lange hält und angenehm zu tragen ist. Dass man in Kunstleder übermäßig schwitzt, kann ich nicht bestätigen, da kommt es auf Art und Verarbeitung des Schuhs drauf an.
sind leider ausverkauft
Ich hatte jahrelang 20Loch-"Springerstiefel" aus Echtleder, und fand die superbequem. Ein paar Jahre später hat derselbe Hersteller dann eine Kunstledervariante auf den Markt gebracht, die haargenauso aussah. Nach 3jährigem Tragen sowohl der Leder- als auch der Kunstlederstiefel kann ich das also ganz gut vergleichen. Fazit: Null Unterschied, nach den 3 Jahren war die Sohle durchgelaufen, aber ansonsten waren beide Paare noch gut in Schuss :-)
Ein Negativ-Aspekt von Kunstleder ist, dass es aus Erdöl hergestellt wird. Allerdings muss man sich mal überlegen wie viele Plastikprodukte man täglich konsumiert und ob man da ausgerechnet bei den Schuhen dann zuerst mit dem Erdöl-Verzicht anfangen muss. Um die Zahlen mal zu relativieren:

Wir nehmen die Zahnbürste in die Hand, die aus Kunststoff ist. Zur Herstellung von Kunststoff braucht man aber Erdöl – etwa 0,1 bis 0,2 Liter pro Zahnbürste. Weiter geht es mit dem Plastikzahnputzbecher, auch in ihm sind 0,1 bis 0,2 Liter Erdöl enthalten. In der Zahnpastatube, die meistens auch aus Kunststoff ist: ebenfalls Erdöl.
Die durchschnittliche Couch in Deutschland hat etwa 60 Liter Erdöl in sich. Wir setzen uns auf das Motorrad, der dazu gehörige Helm enthält 1,3 Liter Erdöl. Wir nehmen das Handy in die Hand: 0,1 Liter Erdöl. In der Zahnprothese, die zum Teil aus Polymethylmethacrylat besteht, sind 0,1 Liter Erdöl enthalten. Die Brille besteht aus Polycarbonat, das ebenfalls ein Erdölprodukt ist, aus dem auch CDs gemacht werden.
In jeder Ein-Liter-Flasche aus PET steckt etwa 0,2 bis 0,3 Liter Erdöl. In unsern Schuhsohlen aus Kunstleder, das aus Polyurethan hergestellt wird, sind etwa 0,3 Liter Erdöl-Derivate enthalten. In einem Buch, das 300 Seiten hat, steckt etwa 0,15 Liter Erdöl-Derivat. In einem Taschenrechner, in einem Faxgerät, in einem Joghurtbecher, selbst in einer Napalmbombe steckt Erdöl. Das gilt auch für jede Dachrinne, den Regenmantel, eine Espressomaschine, einen Tankdeckel, sogar für synthetisch hergestellte Wurstpelle; sie enthält etwa 0,15 Liter Erdöl.
 Quelle: der Paläontologe Martin Langer über Erdöl



Meine Meinung: 
Das 100% ethisch korrekte Produkt gibt es nicht, egal ob das jetzt Schuhe, Kaugummis oder Hosenträger sind. Am besten ist es, man konsumiert gar nichts, denn immer werden bei der Produktion Ressourcen  verbraucht, es fällt Müll an und es wird CO2 ausgestoßen. Aber da man nun mal Schuhe braucht, greift man am besten auf hochwertige Produkte zurück, die lange halten. Wenn man die Vor- und Nachteile von Leder gegen Kunstleder abwägt, schneidet meiner Meinung nach das Kunstleder besser ab; weil die Lederproduktion und -verarbeitung doch um einiges umweltschädlicher zu sein scheint, und deswegen Tiere sterben müssen. Selbst wenn man den Tierleidaspekt ausklammert, wären Kunstlederprodukte immer noch besser.
Übrigens finde ich es auch nicht schlimm, wenn man alte Lederprodukte die man nicht verschenken/verkaufen kann, noch abträgt, besagtes Paar Lederstiefel trage ich selbst noch. Nicht gerade auf ner Tierrechtsdemo, aber ich sehe keinen Sinn darin, etwas wegzuschmeißen, nur weil es nicht vegan ist; dadurch dass ich die Schuhe noch nutze bis sie auseinanderfallen, wird kein Tier lebendig.
Es gibt mittlerweile auch einige "fair trade" bzw. "öko"-vegane Schuhhersteller, die auch auf Arbeitsbedingungen bzw. die Produktionsmethoden achten, z.B. Terraplana, aber sowas ist mir einfach zu teuer, daher kenne ich mich da nicht so aus.
Und so ein bischen Spaß im Leben möchte ich halt auch habe, und Shopping macht sehr viel Spaß ;-)


Online-Shops mit veganen Schuhen:
Cosmo Viva: www.cosmo-viva.de
Lylium: www.lylium.de
NOAH - Italian Vegan Shoes: www.noah-shop.com
Radix Naturkost & Versand: www.radixversand.de
Vegane Zeiten in Köln: www.vegane-zeiten.de
Vegan-Versand: www.veganshop.de

17 Kommentare:

  1. Vielen Dank für diesen Post. Tatsächlich war die Lederfrage eines meiner größten Probleme als ich mich mit Veganismus beschäftigt habe. Ich konnte einfach nicht sagen, was ich umwelttechnisch besser oder schlechter finden soll, aber du fasst das schon ganz gut zusammen, selbst ohne das Tierleidargument schneidet Leder immer noch schlechter, oder zumindest genauso schlecht ab.

    Ich persönlich reduziere ja gerade meinen Plastikkonsum und kaufe vermehrt fair gehandelte Kleidung,Nahrungsmittel usw., aber Schuhe, die allen meinen Ansprüchen genügen und dann auch noch bezahlbar sind, habe ich einfach noch nicht gefunden. Deswegen werde ich wohl erst mal auch noch Schuhe nachkaufen, mit deren Herstellungsmethoden ich eigentlich nicht einverstanden bin. Aber man kann nunmal nicht alles richtig machen.

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  2. Das ist alles neue Info für mich, also danke für diesen hilfreichen Post! Ich werde meine Lederschuhe auch "auftragen" =) Und mal sehen, vielleicht lasse ich sie auch neu besohlen, wenn die Sohlen nicht mehr in Ordnung sind. Solange sie oberflächlich noch ok sind, macht das sicher Sinn =) Alles Liebe! Miri

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  3. Danke für den ausführlichen Post. Ich habe auch noch Lederschuhe und einen Mantel, die ich abtragen möchte. Schließlich waren sie sehr teuer und wie du schon sagst, wird das Tier jetzt nicht wieder lebendig, nur weil ich die Schuhe wegschmeiße.
    Alternativen zu finden ist eigentlich einfach, wenn man die von dir beschriebenen schlechten Arbeitsumstände in Billiglohnländern wegdenkt. Bei Deichmann und Co. gibt es ja eine breite Auswahl an Schuhen aus synthetischen Materialien. Obwohl ich sagen muss, dass mir die Schuhe von dem Shop, den du gelinkt hast fast alle gefallen. Aber 80-120€ für Ballarinas, die ich in einem Sommer durchlaufe...öhm ja. Sicher irgendwann, wenn ich regelmäßig Gehalt bekomme kann ich auch auf sowas achten. Ich finde das auch nicht verwerflich, denn ich tue bereits alles, was in meinem Rahmen möglich ist.

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  4. irgendwie isses schon seltsam, mir fällt gerade auf, dass ich außer Vegetariern/Veganern niemanden kenne, der sich überhaupt Gedanken über Müllvermeidung, Plastik, usw bei konsumgütern macht bzw. danach kaufentscheidungen trifft.

    @saskia:
    is bei mir genauso, "ethisch korrekt" ist leider auch sehr teuer, aber das wird sich schon noch bessern. sojamilch hat früher im reformhaus das dreifache gekostet, und jetzt gibts die fürn euro im aldi :-)
    deichmann ist für mich ne ganz gute adresse, und was kinderarbeit angeht sind die auch nicht schlechter als andere, eigentlich sogar besser:
    http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/firmen/firmenliste/deichmann

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  5. Danke für den informativen Beitrag! Echt schwierig, wenn es eine 100% korrekte Lösung nicht gibt. (Stimmt da was mit der Welt nicht oder stimmt da was mit der Welt nicht?!)
    Vielleicht ist Second Hand kaufen auch noch eine Möglichkeit...

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  6. Mh ja Second Hand ist eine Möglichkeit, aber da habe ich bei gebrauchten Schuhen, genau wie bei Unter-und Nachtwäsche, Badebekleidung und Kopfbedeckungen Hemmungen. Das sind alles Kleidungsstücke, die vom Vorgänger gewissen Beanspruchungen ausgesetzt sind. Wenn ihr versteht, was ich meine?!

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  7. DAnke, diese Info`s und Argumente kann ich grade sehr gzt brauchen.

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  8. Ich empfehle holländische Holzschuhe:

    http://holz-schuh.de/


    Ethisch garanTIERt (:-) korrekt, da sie nicht aus Erdöl gemacht werden, und erst recht nicht aus toten Tierääähn. (Ich finde, daß musste mal gesagt werden. nech).

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  9. Ich gucke immer auf die Label und wenn ich drei Rauten sehe, dann sind die Schuhe okay. Die Schuhe mit einem Lederzeichen werden sofort wieder zurück gelegt. :)

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  10. kunstlederschuhe im sommer...hmmm

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  11. @Anonym
    Und? Ich für meinen teil renne nicht den ganzen Sommer in FlipFlops rum...

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  12. Alles systeminherentes Rumgelaber. So ein Schwachsinn. Eure Sorgen hätten die mongolischen Nomaden echt gerne. In 1000 Jahren wird sich am kapitalistischen Wahnsinn durch "veganes" Verhalten etc. nichts ändern. Es gibt keinen richtigen Konsum im falschen System! Steckt eure Energie lieber in die anstehende Revolution als in so einen Mumpitz! Ob ihr Schuhe aus Leder oder Plastik oder Kryptonit haben werdet wird den Schlägertrupps des Kapitals SCHEISSEGAL sein!

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  13. @Anonym
    also können wir machen was wir wollen, weil wir sind ja eh im falschen system?
    supi, dann geh ich jetzt erstmal den nachbarhund verkloppen, und besorg mir ne waffe für den amoklauf am morgen...

    ps: ich habe nichts gegen kapitalismus. und bisher hat mich auch noch kein schuhverkäufer zusammengeschlagen.

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  14. @ Mausflaus: Dein Vergleich hinkt, das wirste wohl selber merken. Ich drück mich jetzt noch deutlicher aus: Massentierhaltung, Verwertungslogik bis zum letzten Knochen und vollkommen gleichgültige Ausbeutung aller Ressourcen, alles für den maximalen Profit, all das hat seine Gründe im kapitalistischen System und wird sich NICHT ändern wenn du und was weiß ich wie viele Menschen vegan leben. Solange sich das System nicht ändert und die Menschheit nicht den nächsten Schritt macht wird es dieses Leid und all die Greuel weiterhin geben. Neoliberal propagiertes "individuelles" Verhalten wird daran nichts ändern. Du kannst deinen Joghurt-Becher auswaschen damit die Arbeitskraft in der Mülltrennungsanlage nicht so viel Gestank abbekommt, aber dadurch wird sich daran, dass diese Person dort (höchstwahrscheinlich zu einem unwürdigen Lohn) diese Arbeit tägich macht, nichts ändern. Kapitalismus überwinden und bessere gesellschaftliche Verhältnise schaffen!

    Und mit den Schlägertrupps meinte ich übrigens die Polizei, die einen vermöbelt sobald man wirklich mal gegen die Substanz dieses System protestiert (s. Stuttgart21). Und keine Schuhverkäufer.

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  15. Ich frage mich, wie anonym den Kapitalismus überwinden will und dadurch bessere gesellschaftliche Verhältnisse schaffen möchte. Wenn das nur ein paar Personen machen, ist es doch dasselbe wie mit dem Veganismus: Das ändert die Welt auch nicht.

    Ich für meinen Teil glaube einfach fest an die Macht des Portemonnaies =) Und wenn das immer mehr Leute verstehen und in ihrem Interesse (und dem für die Umwelt und den Tieren) umsetzen, dann kann es nur besser werden, denn niemand produziert weiterhin tierische Produkte, wenn sie niemand mehr kauft bzw. muss die Menge zwangsläufig reduziert werden, wenn die Nachfrage sinkt =)

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  16. @ Mausflaus: Danke fuer den interessanten Artikel, da steckt fuer mich einiges neues drin. Und danke fuer die Quellenangaben - das machen wenige, wodurch man oft nicht nachvollziehen kann wo die Info herkommt.
    Ich werd definitiv noch einiges ueber das Thema zu denken haben.
    @ Saskia: vielleicht liegt der Ansatz auch darin, dass man gar keine Produkte kaufen sollte die nach einem Sommer einfach "auf" sind, weder aus Leder noch aus Plastik -> das dann ja auch auf dem Muell landet, oder? Da wuerd ich ehr in etwas investieren dass laenger haelt, oder eben reparabel ist (Stichtwort: neu besohlen!)
    @ Anonym: die "anstehende Revolution" - ich weiss nicht welche, aber es sind definitiv einige notwendig - faengt aber auch nicht als Blogkommentar an hoffe ich ... denn da bringt die Abstimmung mit der Geldboerse doch mehr, denke ich. Klar ist es wichtig mehr zu tun, und sich nicht auf seinem gruenen "ich hab heut vegan gegessen" Gewissen aus zu ruhen. Aber umgekehrt: wissentlich weiter falsch konsumieren, aber das System stuerzen wollen dass durch diesen Konsum zT finanziert wird .. das kann auch nicht klappen. Es ist uebrigens rein motivationspsychologisch schon hilfreicher, anderen konkrete Handlungsoptionen an zu bieten, wenn man moechte dass sie etwas aendern. Und "lebt vegan" ist da um einiges konkreter als "bereitet euch auf die Revolution vor". Welche, Wo, und Wie? Vielleicht bin ich dann ja dabei. ;)
    @ insgesamt bin ich immer noch nicht gluecklich mit der Kunstleder-Variante. Ich kann nicht mal erklaeren warum, ich finds unangenehm, irgendwie. Na, noch hab ich gute Lederstiefel, aber insgesamt werd ich da einiges ab zu waegen haben. Mal sehen.
    Lieben Gruss

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  17. Hanf ist der Perfekte Stoff und ein guter ersatz für Kleidung ;-) und Plastik kann man auch draus machen für Kunstleder ;-)

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