Mittwoch, 2. März 2011

das ist die Lebensmittelindustrie von heute

Ich habe auf Zeit-online einen langen, aber sehr lesenswerten Artikel über die Lebensmittelindustrie gefunden:  



Der Artikel beschreibt die Tricksereien und Mechanismen der Lebensmittelindustrie, welche Trends es gibt, und was sich die Unternehmen alles ausdenken, um ihre Produkte an den Mensch zu bringen.
Es wird mit allen Mitteln gearbeitet, und der Konsument macht mit, Hauptsache das Essen ist billig. Dass dabei die Qualität auf der Strecke bleibt, merkt er gar nicht.

Wer seinen Absatz, Umsatz und Gewinn steigern will, hat zwei Möglichkeiten: Entweder bringt er seine Kunden dazu, immer mehr in sich hineinzustopfen – oder wenigstens mehr dafür zu bezahlen.

Eine Strategie ist es, immer neue bzw. scheinbar neue Produkte auf den Markt zu werfen; sei es probiotischer Joghurt, cholesterinsenkende Margarine oder aromatisiertes Wasser.
Die Cholesterinsenkende Margarine ist auch ein Beispiel für eine weitere Strategie: Nahrungsmittel mit vermeintlichem Gesundheitsnutzen, sogenanntes "Functional Food".
Strategie Nummer 3: Die Werbung.

Die Werbung lügt, wenn sie glückliche Kühe suggeriert, die von bärtigen Latzhosenträgern gehütet werden. Keine Kuh wird mehr von Hand gemolken. Kein Almbauer rollt am Morgen den Käse ins Tal, und auch der Maître Chocolatier von Lindt bindet den Schokoladenhasen nicht persönlich die Glockenschleife um. Der Koch ist das Fließband.

Es bleibt aber nicht bloß bei Werbung, die Industrie hat da noch ganz andere Tricks auf Lager:

Wenn in manchen Eierkartons kleine Hühnerfedern liegen, ist das kein Zufall. Es ist das Konzept, Millionen von Kunden mit industriell produzierten Eiern zu beliefern, ihnen aber das glatte Gegenteil vorzugaukeln.

Ähnlich läuft es bei Obst und Gemüse, das massenweise in den Kühllagern großer Umschlagplätze wie der Duisburger Fruchtunion verteilt wird. Bis zu 180000 Kisten werden dort jeden Tag umgepackt, meist für die Supermärkte des Metro-Konzerns. Mit dabei waren auch schon mal Paletten voller Champignons in kleinen Holzkörbchen. Und damit es aussieht, als sei Großmutter damit gerade erst aus dem Wald gekommen, hat vorher irgendwer in jeden Korb ein Eichenblatt gelegt.
Dabei wachsen die Champignons für den Supermarkt am besten in großen, dunklen Hallen. Auf Pferdemist und Stroh.

Wie krass ist das denn bitte? Ich sehs oft bei Bio-Kartoffeln, dass die erdiger sind als die konventionellen, obwohl es dafür keinen Grund gibt; waschen kann man die genauso gut, aber das sieht dann ja so sauber und "unöko" aus.
Ich hatte mal ein Steinchen in einem Bohnenglas, zum Glück haben meine Zähne keinen Schaden genommen. Ich glaub aber, dass hat da niemand extra reingeworfen ^^

zugegeben das ist ein Fake :-)

Kommentare:

  1. "Eine Strategie ist es, immer neue bzw. scheinbar neue Produkte auf den Markt zu werfen..."

    Z.B. vegane Fleischersatzprodukte, vegane Fertiggerichte und vegane Lifestylprodukte.

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  2. gegen Produktentwicklung ist ja auch erstmal nix zu sagen, es wäre etwas kontraproduktiv gewesen, wenn die damals gesagt hätten "was sollen wir mit Glühlampen, sowas produzieren wir net, wir haben doch schon Kerzen".
    Zu bemängeln ist vielmehr, wenn Produkte als "neu" verkauft werden, auch wenn sie nix wirklich neues enthalten, z.B. Spongebob-Nudeln, die ganz normale Nudel mit ner etwas neueren Form und toller Verpackung sind.

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