Sonntag, 13. Februar 2011

WWF macht auf Schnittblumen-Problematik aufmerksam

Anlässlich des anstehenden Valentinstags am 14. Februar warnt die Umweltschutzorganisation WWF vor den ökologischen Auswirkungen des unkontrollierten Wachstums von Kenias Schnittblumen-Industrie. Jedes Jahr werden in der Region des Naivashasees über 60.000 Tonnen Schnittblumen, vornehmlich für den europäischen Markt, in bewässerten Systemen angebaut. Seit 1995 hat sich die Produktion damit mehr als verdreifacht. „Ein solch enormer Zuwachs ist aufgrund der dafür beanspruchten Wassermenge nicht ohne Risiken für das empfindliche Ökosystem“, warnt Martin Geiger, Leiter Fachbereich Süßwasser beim WWF Deutschland.

Kenia gilt als einer der weltweit größten Exporteure für Schnittblumen. Siebzig Prozent der kenianischen Produktion stammen aus der Region Naivasha. Sie stelle damit einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor und wichtigen Devisenbringer dar, so der WWF. Zugleich sei der Wasserspiegel des Naivashasees beträchtlichen Schwankungen unterworfen. Neben natürlichen Einflüssen werden dafür auch die großen Blumenfarmen verantwortlich gemacht. 

Mindestens die Hälfte aller am Valentinstag verkauften Rosen stammt aus südlichen Ländern, vornehmlich Ostafrika und Lateinamerika. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2009 über 940 Millionen Rosen im Wert von 201,9 Millionen Euro nach Deutschland importiert. Dabei stellen Holland (650 Millionen), Kenia (152 Millionen) und Sambia (46 Millionen) die Hauptimportländer dar. Hierbei ist anzumerken, dass Holland zwar eine große Menge an Rosen exportiert, diese aber größten Teils Ware aus anderen Ursprungsländern darstellen, die über die holländischen Blumenauktionen weiterverkauft werden. Rund 55 Prozent der in Holland gehandelten und weiterverkauften Rosen stammen aus Kenia. Dementsprechend könnte die Zahl der aus Kenia stammenden Rosen auf dem deutschen Markt bei bis zu 480 Millionen liegen. 

Pressemitteilung des WWF


Statt Schnittblumen also lieber Veganblumen verschenken :-)

den Veganblumenanhänger findet ihr in vielen Veganshops
oder so:

Kommentare:

  1. Valentinstag find ich eh nervig... Und über die Schnittblumensache habe ich auch schon öfter nachgedacht. Ich freue mich schon irgendwie, wenn mir jemand Blumen schenkt, aber ich würde mir niemals welche kaufen. Ich komme ja aus der Nähe von Holland und meine Mutter hat früher auf einer Blumenversteigerung gearbeitet, deswegen ist das bei uns auch öfter mal Thema gewesen.
    Besonders traurig daran ist einfach, dass die Gärtner und Händler bei uns sehr vermögend sind, während die Kenianer wenn überhaupt nur kurzfristigen Wohlstand erfahren und danach mit den Konsequenzen alleine gelassen werden.

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  2. Ich mochte Schnittblumen sowieso noch nie, hat für mich was morbides. Für Topfpflanzen (schreibt man das so?) habe ich auch kein Händchen, das macht mein Mann. :-)

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  3. Schnittblumen kaufe ich maximal für Beerdigungen, ansonsten kann ich da auch gerne drauf verzichten; ich habe ein paar nichtblühende Topfpflanzen und ein bisschen Katzengras hier rumstehen, das wars dann auch schon wieder.
    Schnittblumen stinken im Übrigen meistens ganz fürchterlich, wer will sowas schon freiwillig in der Wohnung haben?

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