Mittwoch, 2. Februar 2011

na endlich: Arzt "erlaubt" vegane Ernährung auch bei Schwangeren

Der Standpunkt der DGE ist nach wie vor "Die vegane Ernährung...kann zu Mangelerscheinungen an bestimmten Nährstoffen führen. Betroffen sind vor allem Eiweiß, Vitamin B12, Calcium, Eisen und Jod." Sie rät daher Personen mit erhöhtem Nährstoffbedarf, wie Schwangeren, stillenden Frauen, Kindern  davon ab, sich vegan zu ernähren.
Jetzt hat Franz-Werner Olbertz, der Vorsitzende des Berufsverbands der Frauenärzte in Bayern geäußert, dass er vegane Ernährung in der Schwangerschaft grundsätzlich für vertretbar hält:

„In den USA gilt die vegane Ernährung in der Schwangerschaft überhaupt nicht als Problem.“ Dort gehe man davon aus, dass Veganerinnen ausreichend Protein durch Soja zu sich nehmen. Den für die neuronale Entwicklung des Fötus tatsächlich riskanten Mangel an Vitamin B12 können Nahrungsergänzungsmittel sichern. „Was Schwangere, und zwar unabhängig von ihrer Ernährung, am dringendsten brauchen ist ein Folsäure-Präparat im ersten Drittel der Schwangerschaft und ausreichend Jod. 200 Mikrogramm Jodid täglich ist bis zum Ende der Stillzeit zu empfehlen“, sagt der Frauenarzt. Ansonsten rät er allen jungen Vegetarierinnen dazu, auf den Eisenspiegel zu achten.

Quelle: Focus

Das ist doch mal ne verlässliche Info mit der man auch was anfangen kann und sie - in der passenden Situation - seinem Frauenarzt unter die Nase reiben kann.

Der Rest von dem 5-seitigen Artikel "vegetarisch leben" ist dagegen wie immer: Fleischlos kein Problem, am gesündesten Ovo-Lacto, Vegan ist extrem und Kindern ist davon sowieso abzuraten. Außerdem wird angeführt, dass andere "Ernährungsexperten" (wie ich dieses Wort liebe, heutzutage trifft man nur noch auf "Experten", weil das nämlich kein geschützter Begriff ist, und dahergelaufenen Halodris ohne vernünftige Ausbildung einen Anschein von Kompetenz verleiht) auch nichts von veganen Schwangeren halten.

Wäre ja auch viel zu fortschrittlich wenn man seine über lange Jahre aufgebauten Vorurteile so einfach über den Haufen werfen würde....

leider gibts die Seite kinder-brauchen-fleisch nicht mehr, war ne gute Satire

Kommentare:

  1. Ach, der DEG ist nur ein Verein von "Interessenvertretern", da kann ich wirklich niemanden mehr ernst nehmen. Das Statement des Arztes ist natürlich erfreulich! Besonders, weil Ärzte ja bei solchen Dingen immer viel zu sagen haben, obwohl die meisten von Ernährung gar nicht so viel wissen.

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  2. Ich hab auch mit solchen Vorurteilen gekämpft und habe nach meiner veganen Schwangerschaft, veganen Stillzeit jetzt einen 6 Monate alten Wonneproppen und uns gehts gut. Mehr Infos (bei Interesse) kann jeder gerne auf http://veganschwanger.wordpress.com/ bekommen.

    Jetzt kämpfe ich gerade mit dem Kinderarzt um etwas Aufgeschlossenheit-er würde gerne einen "Fleischbrei" einführen–oje. Also auf zum Ernährungsberater…

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