Mittwoch, 12. Januar 2011

vegane Vorbilder verführen ^^

Schließen sich Tierliebe und Fleisch essen aus? "Ja", lautete die Antwort für Karen Duve seit vergangenem Jahr. Die Schriftstellerin – zuvor bekennende Fleischesserin - kam auch deshalb dazu, weil sie einige Veganer so beeindruckt haben. "Die waren kultiviert, klug und warmherzig. Das sind wirklich Leute, mit denen man gerne befreundet sein möchte", sagt sie. Duve suchte schließlich nach einer ethischen Ernährungsform und lebte zunächst von Bioprodukten, dann vegetarisch und vegan. Welche Konsequenzen sie aus dem Versuch gezogen hat, erzählt sie im Tischgespräch mit WDR 5-Redakteur Ulrich Horstmann.

Quelle: wdr.de

Ich bin zwar "von allein" vegan geworden, aber die Veganer die ich kennengelernt habe, haben großen Anteil daran, dass ich dabei geblieben bin und nicht irgendwann genervt dem "ich hab keinen Bock mehr ständig überall nachzufragen und mich zu rechtfertigen!" nachgegeben habe.
Ich finde es wichtig, "Vorbild" zu sein - heißt nicht dass man einen auf Mutter Theresa sein soll; aber es ist schon eine enorme Motivation wenn man Leute kennt, die cool, flippig, fit, locker und beliebt sind - und vegan. Viele denken immer noch, Veganer wären jesuslatschentragende Spinner mit Achselbehaarung und ich glaube wenn sie dann Leute wie Attila Hildmann, Alexander Dargatz oder Moby sehen ist das dann vielleicht ein Anstoß, sich mit dieser komischen Lebensweise mal näher zu fassen - könnte ja ganz interessant sein und gut zu gehen scheints den Veganern dabei ja auch.
Ich habe selbst mal einen Fleischi "veganisiert" - ohne Missionieren (jedenfalls nicht bewusst), ohne Zetern und Zwang, einfach indem ich es vorgelebt habe, und wenn man sich mag interessiert man sich ja auch für die Lebensweise des anderen. Ich habe es auch bei anderen erlebt, die "locker" drauf waren, dass sie Verhaltensänderungen (vielleicht auch nur kleine, wie z.B. statt Fischstäbchen Gemüsesticks kaufen) herbeiführen konnten.
Vielleicht funktioniert es auch, ständig "aktiv" zu sein, überall Vorträge über Veganismus zu halten und sich mit "Pelz ist Mord"-Buttons zu behängen; ich finde sowas aber eher unsympathisch; bei mir hätte das nicht gewirkt; es hätte im Gegenteil eher Abneigung bei mir hervorgerufen.
So ähnlich beschreibt es auch der Vebu in seinem "Leitfaden für Diskussionen":

Trotz ihres Verstandes treffen viele Menschen Entscheidung nicht auf rationaler, sondern auf emotionaler Basis. Dies gilt insbesondere für so "eingefleischte" Gewohnheiten wie die tägliche Ernährung. Sie können Ihren Mitmenschen die besten Argumente und Antworten präsentieren und dennoch keine Einstellungsänderung bewirken, wenn diese sich nicht respektiert und verstanden fühlen. Wenn Sie jemanden in Grund und Boden reden, um die Diskussion mit schlagkräftigen Argumenten für sich zu entscheiden, werden Sie bei Ihren Gesprächspartnern höchstwahrscheinlich dennoch auf Ablehnung stoßen. Wer sich angegriffen fühlt, wehrt ab. Es ist wichtiger, das Herz Ihres Gegenübers für sich zu gewinnen als die Diskussion. Wenn Sie auch noch nach dem Gespräch für einen sympathischen Menschen gehalten werden, werden die Leute durchaus in Erwägung ziehen, Ihren Argumenten zu folgen. Außerdem tun Sie auch sich selbst etwas Gutes, wenn Sie stets freundlich und positiv bleiben.

Braucht wahrscheinlich wie überall den "goldenen Mittelweg" :-)

Kommentare:

  1. Auf meine Kappe gehen tatsächlich schon 3 ex-vegetarische Veganer und ein 2 Neuvegetarier im Freundeskreis (innerhalb des letzten halben Jahres).
    Und das alles vollkommen ohne Diskussionen, Earthling-Verteilen und Gezetere, sondern nur mit Geduld und Leute auf einen zukommen lassen, Fragen beantworten, mal zum essen einladen oder auch einfach mal ungefragt was mitbringen.
    Ich bin da jetzt nicht unbedingt stolz drauf, denn das ist ja nicht meine Entscheidungm für jemanden gewesen; Veganismus überzeugt aus sich heraus weil es die einzig logische Konsequenz ist. Das einzige was ich als Veganer tun muss ist die Angst vor dem Veganismus zu nehmen, deutlich machen, dass es gar nicht so schwer ist wie man es sich vorstellt und vielleicht Hilfestellungen für den Einstieg geben; das kann man aber niemandem aufzwingen.

    Die ersten Veganer die ich getroffen habe, haben mich übrigens auch tatsächlich wirklich beeindruckt; die entsprachen etwa dem Bild das Duve entwirft und haben mich wirklich nachhaltig geprägt ohne dass sie das jemals mitbekommen haben, denn bis zu dem Zeitpunkt zu dem ich den Entschluss für mich gefasst habe waren es dann doch nochmal anderthalb Jahre.

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  2. Bekehrt habe ich noch niemanden, wobei mein Partner sich dank mir auch vorwiegend vegan ernährt, sofern ich gerade dabei bin. Das finde ich sehr schön, zumal es vor allem Männern (- und ich möchte hier wirklich keine veralteten Stereotypen auspacken) anscheinend tatsächlich wichtig ist Fleisch zu essen. Es heißt ja auch, dass in Deutschland 97% der Vegetarier Frauen sind... Ich bin noch nicht sonderlich lange vegan und kannte auch nie irgendwelche Veganer persönlich. Aber seit ich das mache, habe ich viele neue Leute kennengelernt, mit denen ich mich austauschen kann und dass das so leicht sein würde, hätte ich mir nicht träumen lassen.
    Traurig ist dennoch, dass Veganern immer noch dieses seltsame Bild des weltfremden Hippies anhängt. Ich lese auch aus Frau Duves Kommentar eine gewissen Verwunderung darüber heraus, dass Veganer eigentlich ganz normal sind. Aber vielleicht lese ich das nur deswegen heraus, weil ich die Frau echt nicht mag. :D

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