Freitag, 15. Oktober 2010

today is blog action day




Es geht um Wasser. Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele Blogger bei dem Thema allerlei Tipps zum Wassersparen bringen werden, wie etwa "Beim Zähneputzen den Wasserhahn ausmachen" (wer ist eigentlich so blöd und macht sowas noch??). Wie viel Wasser wir verbrauchen, hängt nicht aber nur zu einem Teil davon ab, wie viel wir trinken oder für Kochen, Waschen und Körperpflege benötigen. Der größte Faktor in Sachen Wasserverbrauch ist die Ernährung; die Erzeugung von Nahrungsmitteln verursacht nämlich im Durchschnitt einen bis zu 10-mal höheren Wasserverbrauch als der sonstige Bedarf an Wasser: Der Durchschnitts Industrielands-bewohner verbraucht pro Tag ca. 2 bis 5 Liter Wasser zum Trinken sowie 100 bis 500 Liter für die restlichen Tätigkeiten im Haushalt (Duschen, Waschen etc.). Dem stehen 2.000 bis 5.000 Liter Wasser gegenüber, die für die Herstellung der Nahrungsmittel einer Durchschnittsfamilie pro Tag benötigt werden.

Tierische Produkte sind dabei deutlich ressourcenintensiver als die Erzeugung von pflanzlicher Nahrung; grob über den Daumen gepeilt kostet jede pflanzliche Kalorie in der Herstellung einen Liter Wasser, jede Kalorie aus tierischen Produkten das Zehnfache! Genaueres kann man dieser Grafik entnehmen:



Würde man auf ein Kilo Rindfleisch verzichten, könnte eine Person mit dem eingesparten Wasser (15.000 Liter!) ein ganzes Jahr lang täglich für mehrere Minuten duschen!


Die anderen Tierprodukte sind auch nicht ohne:

  • 16.000 l Wasser für 1 kg Rindfleisch (1 kg Tofu verbraucht stattdessen nur 924 l Wasser)
  • 1.000 l Wasser für 1 l Kuhmilch (1 l Sojadrink verbraucht stattdessen nur 109 l Wasser)
  • 5.000 l Wasser für 1 kg Käse
  • 200 l Wasser für 1 Ei
  • 240 l Wasser für 1 Hamburger 
  • 16.600 l Wasser für 1 kg Leder 


Durch eine konsequent fleischfreie Ernährung würde sich der momentane Pro-Kopf-Wasserverbrauch sogar halbieren. Man sollte sich aber nur weil man schon "fleischfrei" ist, nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, Einsparpotenzial gibts noch an vielen anderen Stellen; eine Tasse Kaffee schlägt beispielsweise mit 140 Liter virtuellem Wasser zu Buche. Auch Baumwolle, Reis und Zucker sind sehr "durstig". Ich gebe zu, dass ich in der Hinsicht meinen H2O-Abdruck noch deutlich verbessern könnte. Immerhin trinke ich den Kaffee ohne Milch, sonst wär die Tasse sicher bei 200 Liter.


mehr Infos unter http://www.virtuelles-wasser.de/
http://www.waterfootprint.org/

Kommentare:

  1. hatte auch erst überlegt, ob ich die grafik poste XD ach ja die welt ist klein ^^ schöner eintrag!

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  2. Das mit dem Kaffee ist ja so gemein. Ich trinke locker eine Kanne pro Tag. Dafür fahre ich kein Auto und bin noch nie in Urlaub geflogen. Ich hoffe, dass gleicht meinen Kaffeekonsum ein wenig aus.;)

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  3. Woher hast du die Information mit dem Wasserverbrauch für 1kg Tofu?
    1kg Sojabohnen verbrauchen ja schon 1800l, wobei man nicht weiß, was ich jetzt nicht genau weiß was davon so alles noch weggeworfen wird.

    Außerdem ist es sinnvoller, den Tofu dem Kuhmilch(?)-Käse gegenüberzustellen.
    Und ggf. noch zu recherchieren, wieviel Wasser denn Kunstleder verbrauchen würde. Das würde mich z.B. auch mal interessieren.
    Leider sind deine verlinkten Seiten ziemlich unübersichtlich.

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  4. das mit dem tofu hab ich hierher:
    http://vebu-schulprojekt.de/wp-content/uploads/2009/05/Berechnungen_zum_Wasser_Fu%C3%9Fabdruck.pdf
    auf der seite wird das auch super erklärt.

    ich denke tofuz ist doch eher fleisch- als käseersatz, von daher find ichs schon sinnvoll sojaschnitzel dem wiener schnitzel gegenüberzustellen.
    leder vs. kunstleder wäre auch interessant, hab ich aber leider nix zu gefunden. aber ökologischer dürfte kunstleder sein, wenn man bedenkt, dass leder mit giftigen chemikalien gegerbt wird, die dann in china usw. ungefiltert in die natur gelangen

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