Donnerstag, 14. Oktober 2010

Peta stellt sich Kritik

Peta hat eine sehr gute FAQ-Seite, wo folgende Dinge, die Peta ständig vorgeworfen werden, beantwortet werden:

  • „PETA ist radikal, extrem und umstritten“
  • „PETA tötet Tiere"
  • „PETA geht es gar nicht um die Belange der Tiere"
  • „PETA ist gegen Haustiere"
  • „PETA will Blinden ihre Hunde verbieten"
  • „PETA unterstützt illegale Gewalttätige"
  • „PETAs Promis essen aber Fleisch, tragen Leder,…“
  • „PETAs 'Holocaust auf dem Teller' -Kampagne ist antisemitisch"
  • „PETA betreibt bei Kindern Gehirnwäsche"
  • „PETA ist gegen Tierversuche und nimmt das Sterben von Menschen in Kauf"
  • „PETAs verdeckte Ermittler helfen den Tieren gar nicht“
  • „PETA setzt sich nicht für alle Tiere ein"
  • „Spenden an PETA helfen Tieren nicht wirklich"


ich selbe stehe PETA auch eher kritisch gegenüber. Sie leisten zwar einen großen Beitrag für Tierschutz und Tierrechte; mich stört aber folgendes:

  • der Holocaust-Vergleich. Auch wenn nicht antisemitisch gemeint, finde ich ihn dennoch daneben
  • die "sex sells"-Strategie: keine PETA-Kampagne ohne (halb-)nackte Models
  • die Kampagnen kosten einen Haufen Geld, der in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig, aber man braucht keine Fernsehspots und Weltstars um für Tierrechte zu werben
  • Peta legt einen zu großen Fokus auf Randthemen wie Pelz, Hummer, Kaninchen und vernachlässigt dabei den Veganismus. 

Andererseits erreicht PETA mit seiner Strategie aber vielleicht auch mehr Leute? Da bin ich mir nicht so sicher. Insgesamt glaube ich dass PETA eher nützt als schadet; aber unterstützen würde ich sie nicht.

Kommentare:

  1. Das mit dem Holocaust-Vergleich kann ich auch nicht leiden, da zuckts in mir immer zusammen wenn ich das lese. Ich denke auch, dass das eher kontraproduktiv ist, wenn man Leuten sowas vorwirft, da man damit sicherlich eher Gegenreaktionen provoziert.
    Einen größeren Schwerpunkt auf dem Thema Veganismus würde ich mir auch wünschen.

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  2. "aber man braucht keine Fernsehspots und Weltstars um für Tierrechte zu werben"
    Da bin ich definitiv anderer Meinung. Gerade junge Leute brauchen Vorbilder. Informier dich doch mal darüber, wie viele Samsas Traum Fans Veganer sind ... mehr als bei vielen anderen Bands ;) Warum? Weil Alexander Kaschte Veganer ist (und auch mit PETA eine Kampagne gemacht hat).
    Und zu der "Sex sells" Sache: viele Leute haben den Eindruck, dass Tierschützer irgendwelche vollnerds mit Birkenstocks und Häkelpullis sind. Daher finde ich es gut, dass viele Promis eben zeigen, dass es definitiv nicht so ist, und dass auch "normale" Menschen Tierschützer sind/sein wollen.
    Außerdem zieht nackte Haut einfach viel mehr Aufmerksamkeit auf sich.

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  3. Pamela Anderson, Queensberry, Dita van Teese sollen Vorbilder sein? und braucht man wirklich Vorbilder? sollte man nicht an Idealen festhalten anstatt an Promis?
    ich glaube nicht dass so viele samsas traum-fans veganer sind; soweit geht die fanliebe bei den meisten nicht.
    und zu sex sells: der zweck heiligt nicht immer die mittel. und ich möchte eigentlich auch nicht dass die leute denken tierschützer sind vollbusige silikonweiber mit nem IQ auf Zimmertemperatur.

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  4. Besser solche Vorbilder als garkeine. Mir ist es im Endeffekt egal, ob Leute vegan leben wegen ihren Idealen oder sonstwas. Und meistens ist das Nachahmen ja nur der Anfang...
    Und du täuschst dich: vergleichsweise viele Samsas Traum Fans sind Veganer (oder Vegetarier). Und obgleich viele sagen, das hätte nichts mit Herrn Kaschte zu tun, sind es einfach auffällig viele.
    Dita van Teese hat einen IQ auf Zimmertemperatur? Hm, ist mir neu. Für mich ist sie eine attraktive Frau mit mehr Stil als alle anderen Promis zusammen, die zwar intelligent wirkt, jedoch nicht ständig ihre Meinung kund tun muss.
    Mal ganz abgesehen davon gibt es ja noch mehr, die die Kampagne betreiben. Und ich finde es ehrlich gesagt ein bisschen oberflächlich zu sagen, dass nur weil jemand gut aussieht/große Brüste hat/in der Öffentlichkeit steht/whatever dumm ist ;)
    Aber gut, da gehn die Meinungen auseinander und das lässt sich wohl auch nicht so einfach vegdiskutieren.

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  5. Es gibt eine Peta-Kampagne mit Dita von Teese?
    Das überrascht mich jetzt, schließlich kleidet sie sich (oder kleidete sich?) nach der Mode einer Zeit, in der Pelze zum normalen Straßenbild gehörten.

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  6. Peta macht mehr als alle zusammen hier.
    Und wegen dem Holocaust vergleich... Für Tiere sind eben alle Menschen Nazis.
    Wer nicht schockt der nicht gewinnt.
    Peta geht es auch verdammt viel um Veganismus, ich weis garnicht wie du drauf kommst das sie sich nicht darum kümmern.
    Dein Blog ist geil, aber mit dem unreflektierten Post gegen Peta ...
    Welche organisation kümmert sich noch so gut um Tierrechte oder unterstützt Tierbefreier ? Die Mörder vom VeBu ?

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  7. Ich bin auch definitiv pro PETA. denn erst durch die Homepage von PETA, mit den unzähligen Infos,Bildern und Videos bin ich Veganer geworden :-)

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    1. verzichtest Du auch auf Medikamente? Das würde mich jetzt ml brennend interessieren. Da manche sich hier schnell als
      moralapostel aufstellen!!!!

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    2. veganer behaupten ja nicht, perfekt zu sein. man versucht halt im rahmen seiner möglichkeiten, tierleid zu vermeiden.

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  8. Hi, du schreibst in Bezug auf PETAs Promi-Kampagnen: "Die Kampagnen kosten einen Haufen Geld". Richtig ist: Sowohl die Promis als auch die Fotografen unterstützen PETA ehrenamtlich und bekommen dafür kein Gehalt.

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  9. PETA polarisiert anscheinend, und ich sage ja auch nicht, dass die Kampagnen durchweg schlecht sind - alles hat vor und nachteile.
    und toll dass Peta offiziell hier schreibt, da fühl ich mich ja richtig wichtig *g*

    @PETA: das ist mir klar, ich meinte auch weniger die Produktion der kampagnen, sondern eher die Plakatwände, tvspots usw. die nunmal teuer sind. klar sind diese auch von nutzen, ich meine nur eben trotzdem dass die hohen kosten dazu unverhältnismäßig hoch sind.

    @vcgp: die anderen orgas kennt man halt nicht so, weil sie nicht so medienwirksam werben. es geht sehr viele kleine tierrechtsvereine, die tierrechtsarbeit leisten. die organisieren halt eher demos wie die stuttgart/köln/frankfut-pelzfrei; während Peta halt hauptsächlich Promi-Aktionen macht.

    und peta macht relativ wenig für veganismus; oder kannst du dich an eine einzige pro-vegan-kampagne erinnern? die meisten kampagnen sind doch eher anti-pelz, gegen wiesenhof, straßenhunde, zirkusse usw. das ist natürlich auch wichtig, aber eher tierschutz als tierrecht, und hat weniger was mit vegan zu tun.

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  10. Die Bilderserie.. Ich bin .. und Leb vegan ...

    Alle websites führen auf Veganeseiten...

    Und ja kleinere Gruppen gibt es... Die kennen wir .. Aber onkel otto und max mustermann niemals .... Und können so nie zum Veganismusinfomiert werden... Oder ist Peta nurein Großkonzern für dich?

    Es tut mir leid, ich Liebe dein Blog ... Aber wasdu hier diesmal verzapft hast ist sehr fehlgegriffen :(

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  11. @vcgp: ich habe ja auch nicht behauptet, peta kümmere sich gar nicht um veganismus - nessi wird vegan bzw. die vegane kochshow sind mir ein begriff; allerdings gehen diese aktionen bei den anderen go veggie/antipelz/pro steri-kampagnen etwas unter.
    und wieso gibt es nur einen "sexiest vegetarian" und keinen "sexiest vegan"-contest? veganer, auch vegane promis gibt es genug. und wieso gibt es kein veganes starterkit, nur ein vegetarisches?

    auch den standpunkt von ingrid newkirk finde ich kritisierenswert, und da stehe ich nicht alleine mit da:
    http://abolitionismusabschaffungdertiers.blogspot.com/2010/09/ingrid-newkirk-zum-prinzipientreuen.html

    nein, peta ist nicht "nur ein großkonzern" für mich (sind großkonzerne denn per se was schlechtes), sondern die größte tierrechts/tierschutzorga, die wichtige arbeit leistet, deren methoden mir aber nicht immer gefallen.
    und damit onkel otto und max mustermann auch andere, kleinere orgas kennenlernen, gilt es diese durch aktivismus und spenden zu unterstützen. jeder hat mal klein angefangen!

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  12. http://www.peta2.de/gesundvegan

    Man kann nie etwas für 100% gut halten, doch wegen ein paar kleinigkeiten das so groß hinzustellen nur um mal wieder "anderst" oder "dagegen" sein wollen ? Ich verstehe dein Problem nicht.
    Jeder Veganer hat erst mit Vegetarimus angefangen ... dann geht es weiter , Peta bietet die erste Stufe groß an.

    Sind den die Pelzfrei aktionen schlecht, weil es nicht genug vegan aktionen gibt ? Ich kann deine Kritik einfach nich akzeptieren , entchuldige.
    Dann geh zu Peta und mach mehr Vegan aktionen.

    Zu go Veggi, gibts auch aktion go Vegan ...

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  13. für mich sind es nicht nur "ein paar kleinigkeiten". und ich stelle peta insgesamt auch nicht negativ dar, ich habe explizit erwähnt, dass ich trotz der kritikpunkte ein befürworter von peta bin.
    trotzdem finde ich es richtig, wenn man die problemfelder aufzeigt, und sachliche kritik sollte immer möglich sein.
    komisch, den vebu lehnst du ab, bei peta hingegen erwähnst du positiv, dass sie zur "1. stufe", dem vegetarismus verhelfen. grundsätzlich finde ich das auch sehr gut, ich meine nur, dass man auch irgendwann weitergehen sollte, und die leute auf den nächsten schritt, den veganismus, hinweisen sollte.
    die anti-pelz-aktionen sind auch nicht schlecht; ich halte pelz allerdings eher für ein randproblem, und finde es daher nicht gut, sich auf dieses thema zu versteifen. 50millionen pelztiere jährlich versus 50millionen nutztiere täglich - da sieht man doch genau, wo es am meisten brennt.
    tja, ich würde ja bei peta aktionen machen; aber die suchen keine aktivisten, nur spender... oder hast du irgendwo schonmal ne mitmach-möglichkeit entdeckt?

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  14. Interessanter Beitrag!
    Mich stören bei Peta vor allem die Kooperationen mit der Industrie (so "wir haben 2cm mehr Platz für die Hühner erkämpft, danke McDonalds!") aber ich weiß nicht ob das nur bei Peta USA war.
    Andererseits hab ich in letzter Zeit oft gehört daß jemand durch Peta vegan geworden ist.
    @VCGP "Jeder Veganer hat erst mit Vegetarimus angefangen" Jeder nicht. Außerdem kann man ja trotzdem Veganismus fordern, die Leute können immer noch ihre eigenen Schritte machen.

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  15. http://www.peta.de/aktionswochevegan

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  16. siehste, deshalb ist Kritik wichtig: Peta hat die Kampagne bestimmt gemacht weil ich mir hier beschwert hab :-P

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  17. interessante Diskussion. Ich hatte vor Jahren auch meine eigenen Erfahrungen mit der "Ethik" von peta. Einerseits finde ich es gut und richtig, sich konsequent für Tierschutz und -rechte einzusetzen. Mit dem Urheberrecht nehmen es die peta's aber nicht so genau. Das geht ihnen regelrecht am veganen Arsch vorbei. Peta mailte mir vor Jahren ob sie eines meiner Fotos für eine ihrer Kampagnen gebrauchen dürften. Ich habe damals abgelehnt, da ich das selbe Foto zur gleichen Zeit kostenfrei an die italienische Vegetariervereinigung gegeben hatte für eine gleiche Kampagne. Mein "nein" hat peta nicht weiter gejuckt, sondern sie haben einfach einen Fotografen beauftragt, das Foto mit Kerstin Linnartz genauso aufzunehmen, dass es qua Inhalt, Komposition etc. identisch ist. Ich habe das Plagiat einfach mal schulterzuckend hingenommen, fand den "Ethik"begriff von peta jedoch seitdem sehr dünn. Der Zweck heiligt bei denen jedenfalls jedes Mittel, auch Ideenklau.

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    1. hallo herr seiwert,
      das ist in der tat ziemlich mies. eigentlich sollte man sowas rechtlich verfolgen, aber als privatperson denkt man sich natürlich, dass es den aufwand nicht wert ist.
      ein punkt mehr, der peta unsympathisch macht.

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  18. Vielleicht sollte man das Ganze einmal etwas besser reflektieren. Man kann nicht alles auf einmal und über Nacht ändern. PETA trägt einen sehr großen Teil dazu bei, das Menschen einen anderen Bezug zu Tieren und im Umgang mit diesen leben.
    Was ist schon ein geklautes Foto, eine Kampagne mit einem B-Promi oder eine Aktion für Hummer statt für Rinder. Man muss das ganze sein. Tiere haben einfach keine Stimme. Und jeder der seine Stimme für die Tiere erhebt und etwas tut, tut etwas gutes.

    Wir verfluchen McDonalds, was aber wenn ein Veganer es in die Führungsriege schafft und sagt. Anstatt 200.000 werden wir dieses Jahr nur 150.000 Burger in der Filiale XY anbieten.
    Würdet ihr das auch verteufeln?
    Man muss kämpfen wo es geht und wie es geht. Jedes gerettete Tier ist ein Erfolg. Und da müssen wir, als Kollektive Tierliebhaber, dahinter stehen und nicht die Arbeiten von Gruppen schlecht reden.

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    1. wie gesagt, ich sehe peta nicht als grundsätzlich schlecht an. kritik äußern ist aber kein schlechtreden. es geht darum, sich möglichst gut und effektiv für tiere einzusetzen, und wenn man verbesserungen möglich machen kann, sollte man das auch tun.
      es ist immer ein spagat, sich einerseits nicht zu verbiegen, andererseits aber auch eine möglichst große menge von menschen zu erreichen. ich finde, der zweck heiligt nicht immer die mittel. massentaugliche kampagnen sind schön und gut, aber wenn sie so verwaschen werden, dass sie kaum verbesserungen darstellen, ist es bloß augenwischerei und selbstbeweihräucherung.

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  19. PETA setzt sich für Tierrechte ein, was ich ihnen auf jeden Fall zugute halten muss.
    Was mich aber nervt sind die sexistischen Aktionen und die schon wirklich lächerlichen "Richtlinien" für Demos. Da heißt es auf der offiziellen Website bspw.: "Sorgen Sie dafür, dass die Aktivisten aufrecht stehen...", "Auch das Rauchen und Tragen von Sonnenbrillen sind absolutes Tabus. Diese vermitteln der Aktion nämlich ein unprofessionelles Aussehen", "Weisen Sie die Aktivisten schon vor der Demo an, bei Erscheinen der Medien nicht zu rufen „die Presse ist da!", wenn Kameras und Reporter in Sicht kommen."
    Mit solchen Spießern geht doch kein normaler Veganer auf irgendne Demo, zumal das für Demoerfahrene Menschen eher nach Kindergartenausflug aussieht...
    Hier noch der Link, für Leute die's nicht glauben wollen: http://www.peta.de/web/checkliste_fuer.709.html

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  20. Den Vergleich mit Konzentrationslagern finde ich auch extrem, aber richtig. Wenn ich diese ganzen (auch "harmloseren") Videos sehe, kommt mir das immer wieder in den Sinn. Doch dachte ich auch, dass dieser Vergleich eher von einem Juden selbst kommen müsste.

    Und das ist er - schon 1973 von dem jüdischen Nobelpreisträger Isaac Bashevis Singer in mehreren seiner Bücher, vor allem in "Feinde, die Geschichte einer Liebe".

    Aber wenn man Angst vor solchen Vergleichen hat, verharmlost man leider auch, was in unserer heutigen "aufgeklärten" Zeit passiert. Als ich noch Fleisch(fr)esser war, hätte ich NIE gedacht, wie grausam es wirklich zugeht - vor allem auch hier in Deutschland.

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    1. Jo geil, finde ich auch so, recht hast du vollkommen!!!

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