Samstag, 2. Oktober 2010

christliche Rücksichtnahme für Andersessene

In der Rubrik "Gewissensfrage" der Süddeutschen geht es um die christliche Rücksichtnahme in Bezug auf Andersesende.
Folgendes Szenario: 

In einem evangelischen Kindergarten sind auch muslimische Kinder, die kein Schweinefleisch essen düfen. Nun hat die Kindergartenleitung beschlossen, dass es der Einfachheit halber generell kein Schweinefleisch mehr geben wird. Einen Christen scheint das zu stören und fragt ob er das wirklich mitmachen muss. 

Beantwortet wird die Frage zunächst mit einem Bibelzitat:

Beim Apostel Paulus gehe es an zwei Stellen um die Frage, ob man Opferfleisch essen darf oder sich an das Verbot von unreinen Tieren – als solche gelten Schweine in Judentum und Islam – halten soll. Paulus lehnte entsprechende Verbote ab, meinte aber, für Christen sei aus Nächstenliebe die Rücksicht das Wichtigste: »Darum, so die Speise meinen Bruder ärgert, wollt ich nimmermehr Fleisch essen, auf dass ich meinen Bruder nicht ärgere« (I Korinther 8,13). Sowie: »So aber dein Bruder um deiner Speise willen betrübt wird, so wandelst du schon nicht nach der Liebe« (Römer 14,15).

Der Autor führt explizit aus, dass die Sache auch nicht anders beurteilt würde, wenn es sich um Kinder handeln würde, die aus religiösen Gründen vegetarisch leben - Dann würde der Kindergarten eben nur noch vegetarische Mahlzeiten anbieten, das sei sowieso ethischer und gesünder. Außerdem ginge es nur um eine der Mahlzeiten am Tag.


In logischer Konsequenz müsste die christliche Rücksichtnahme dann ja auch für Veganismus gelten, denn die Gewissensfreiheit ist genauso wichtig wie die Religionsfreiheit, wahrscheinlich würde da dann aber das Argument angeführt, das ginge dann doch zu weit, da aufwändiger und ungesund.
Aber das Bibelzitat kann man sich ja trotzdem mal merken, für den Fall dass man mal Christen um sich hat ;-)

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