Freitag, 13. August 2010

"manchmal fühlt es sich schrecklich an, Vegetarier zu sein"

titelt der Spiegel. Nein, die Aussage ist nicht, dass es schlimm ist, Tierausbeutungsprodukte wie Milch und Eier zu konsumieren, sondern dass es schwer ist, jmd vor den Kopf zu stoßen, indem man seine liebevoll gekochte Fleischmahlzeit nicht isst.
Hört sich jetzt erstmal nicht so super an; das Interview in dem dies geäußert wird, ist aber sehr lesenswert.
Es stammt von dem "Ess-Ethiker" Jonathan Safran Foer, dessen Buch "Eating Animals" jetzt auf Deutsch veröffentlicht wurde (da heißt es "Tiere essen"). Der Spiegel hat auch noch nen Artikel drüber geschrieben.

Seinen Rat
"Man sollte versuchen, sich so in der Welt zu bewegen, dass man Leiden reduziert. Ein gutes Leben bedeutet, sich im Spiegel anzusehen und sagen zu können: Das bin ich, und ich bin nicht perfekt, aber ich versuche, achtsam mit den Dingen umzugehen, die wirklich zählen." 
beherzigen aktuell leider noch nicht viele Leute, wie das Statistische Bundesamt zeigt:

Im ersten Halbjahr 2010 wurden in Deutschland gut 3,9 Millionen Tonnen Fleisch gewerblich produziert; das waren 4,1% oder 153 900 Tonnen mehr als im ersten Halbjahr 2009. 


das heißt im letzten halben Jahr waren das:
  • 28,5 Millionen Schweine
  • 1,8 Millionen Rinder
  • 438 100 Schafe
  • 11 700 Ziegen
  • 4000 Pferde
  • 679 800 Tonnen Geflügel (die waren s wohl nicht wert einzeln gezählt zu werden)

Kommentare:

  1. Wie wir wissen sind Hühner und Fische keine echten Tiere.

    Naja, ich muss sagen, ich entschuldige mich immer noch in gewissen Situationen für meine eigenartigen Essgewohnheiten. Und denke mir nachher, wie blöd das eigentlich ist.

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  2. @DvCordia
    Das kenn ich. Manchmal sag ich auch sowas wie "sorry für die Umstände", aber naja... eigentlich hätten die anderen dreimal mehr Grund sich zu entschuldigen. Und das ahnen die meisten ja auch, deshalb kommen ja auch oft so Verteidigungssprüche, nur leider taugen die alle nicht viel...

    Tja, die Zahlen - was soll man dazu sagen, außer: go vegan!

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  3. es kommt ja nicht auf das WARUM an, sondern DASS man Umstände macht, und da find ichs schon ok sich zu entschuldigen.
    wenn ich etwas nicht essen könnte weil ich eine allergie habe, dann würd ich mich auch entschuldigen, wenn jmd deswegen mühe mit mir hat, auch wenn ich da nun wirklich nicht "schuld" bin

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  4. Ja stimmt schon.
    Ich hab nur oft das Gefühl, daß die Leute es einem sozusagen mehr "anlasten" als wenn man eine Allergie hätte. Also daß sie es bei einem Allergiker weniger erwarten, daß der sich entschuldigt und dreimal bedankt, oder andersrum daß sie die eventuelle Extramühe da als selbstverständlicher betrachten. Als Allergiker hört man ja auch nie "kannst du nicht einfach ne kleine Ausnahme machen".
    Aber prinzipiell hast du schon recht.

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  5. doch, tut man, da kommt dann "na dann hast du halt mal bischen ausschlag ist doch nicht so schlimm" oder "dann nimm halt mal tabletten" ;-)
    kommt immer aufs gegenüber drauf an, manche nehmen einen ernst, egal ob wg allergie oder ethik, und manche haben halt einfach kein bock.

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  6. Wahnsinn diese Zahlen!!!
    Gruß Brucedala

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