Freitag, 13. August 2010

Klonfleisch kommt nach Deutschland

natürlich nicht offen, das würde der deutsche Fleischgenießer wahrscheinlich nicht so klasse finden, aber heimlich und leise machen sich die Klon-Produkte in Europa breit. So titelt die Welt
"Klonfleisch und Klonmilch sind längst im Handel"

Aber was ist das Problem am Klonen? Eine interessante Meinung dazu ist in einer Glosse in der zeit zu lesen:

Warum fordern dennoch 23 von 27 EU-Staaten, darunter Deutschland: Man müsse »Tierschutz, Tiergesundheit und Ethik« besser berücksichtigen?Tatsächlich hat bisher der Großteil der Klone Missbildungen. Das klingt schrecklich, aber taugt es auch als Argument gegen eine neue Technik der züchterischen Auswahl? Der Vorbehalt mag empfindsam scheinen, ist aber naiv. Denn auch ohne Klonen ist das Leiden seit Jahrzehnten ein ständiger Begleiter der Agroindustrie: Kühe sind längst zu Milch-Reaktoren, Schweine zu eingepferchten Muskelmasse-Maximierern optimiert worden. Das ist kein Geheimnis, sondern gesellschaftliche Realität. Mit jedem Fleischkauf beim Discounter wird sie legitimiert und gefördert. So zynisch es klingt, ein paar behinderte Kälbchen mehr oder weniger fallen da kaum ins Gewicht.
Natürlich kann jeder Verbraucher etwas für bessere Bedingungen tun. Und die Erfolgsgeschichte des sechseckigen EU-Biosiegels oder der Siegel von (deutlich strengeren) Erzeugergemeinschaften wie Bioland dokumentiert eine wachsende Bereitschaft dazu. Nur damit lässt sich eine Industrie reformieren, zu deren Logik neben vielen altbekannten Übeln künftig auch Zuchtklone zählen.
Und wer – aus welchen Gründen auch immer – partout das Klonen selbst ablehnt, soll darüber gleich an der Kasse abstimmen können. Um so viel kritischen Konsum zu ermöglichen, müsste die EU nicht mehr tun, als rasch eine Kennzeichnung vorschreiben. Wenn schon nicht als Siegel, dann wenigstens im Kleingedruckten. 

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