Donnerstag, 19. August 2010

hammer Artikel in der Zeit!

Ob die letzten fleischskandale, das ausklingende Sommerloch und das Erscheinen des Vegetarismus-positiven Buchs von Jonathan Safran; was gerade in den Medien diskutiert und hochgelobt wird, eine neue Vegetarismus/Veganismus-Welle auslösen werden? so viel positives wie man zur zeit über fleischfreie ernährung bzw. negatives über fleischkonsum liest lässt das auf ein echtes Umdenken in der Bevölkerung hoffen! es scheint mir fast so, wenn man den folgenden Artikel in der Zeit liest:

unter dem Titel "Vegetarismus: Tiere sind auch nur Menschen" (was allein die Überschrift schon für ein Statement im Sinne der Tierrechtsbewegung ist, ist schon unglaublich) werden auf 4 (!!!) Seiten der Umgang der Menschen mit Tieren, die ethischen/praktischen Begründungen diskutiert und neue Perspektiven aufgezeigt.
Dabei werden glasklar die üblichen vorgeschobenen Argumente der Fleischesser ("Tiere fressen eben Tiere", "der Mensch hat schon in der Steinzeit Fleisch gegessen" usw) nacheinander ausgehebelt und ein Plädoyer für die vegetarische/vegane Ernährung gefällt:

"Auch die Mär, dass der Mensch von Natur so eingerichtet sei, dass er sich nur mit Fleisch gesund erhalten kann – noch vor wenigen Jahren häufig in seriösen Publikationen nachzulesen –, ist, abgesehen von kleinen Problemen bei einer dauerhaft veganen Ernährung, reiner Unsinn. Die Ernährungswissenschaft hat inzwischen nichts mehr gegen eine völlig fleischfreie Kost einzuwenden."

es werden aber nicht nur mit der Gesundheit argumentiert; auch ethische Aspekte werden ausführlich diskutiert.

kleiner Auszug:

Die Entscheidung ist bereits gefallen. Der Mensch genießt das Recht auf leibliche Unversehrtheit. Das Recht des Tieres, das wir ihm einräumen, besteht demgegenüber darin, vor dem Zerstückelt- und Ausgenommenwerden durch einen Metallbolzen, der ihnen den Schädel spaltet, betäubt oder an einem Haken kopfüber aufgehängt durch ein elektrisches Wasserbad gezogen zu werden.
Das Ungleichgewicht der Rechte springt ins Auge, wird aber außer von einigen Tierethikern wie Peter Singer, Tom Regans, Helmut F. Kaplan, Ursula Wolf und den unermüdlich, teils auch radikal kämpfenden Tierrechtsorganisationen wie Peta kaum infrage gestellt. Es ist die Grundlage dessen, was wir als Normalität bezeichnen. Aber was, wenn wir uns einfach geirrt haben? Ist es möglich, dass, was seit Jahrtausenden als normal gilt, dennoch ein ungeheueres Unrecht ist?
Ja, es ist möglich. Die Gründe, die wir für das eklatante Ungleichgewicht der Rechte zwischen Mensch und Tier geltend machen, sind allesamt windig.


Ich hab mir den Artikel gleich ausgedruckt und bring ihn am Wochenende meinem Vater mit, der zwar Gesundheitsvegetarier ist, aber mir oft genug mit "aber dann sterben Schweine/Rinder/Hühner doch aus wenn sie niemand mehr züchtet" kommt :-)

Kommentare:

  1. Den Artikel habe ich auch gelesen und war erst sehr positiv überrascht. Gestört hat mich nur, dass nach dem Kontra-Fleisch-Artikel dann einer von einem Ex-2-Jahres-Vegetarier folgte, der mit den Worten "Ihr seid vielleicht die besseren Menschen, aber wir haben mehr Spaß" oder so ähnlich schloss.
    Damit auch ja jeder ins Grübeln gekommende Fleischfresser zum Schluss wieder seine Bestätigung bekommt.
    Wirklich ärgerlich.

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  2. Das Argument deines Vaters bringt meine Mutter übrigens auch sehr gerne. Und es ist auch irgendwie egal wenn ich dann darauf hinweise, das zwischen gar nicht erst geboren werden und getötet werden durchaus ein Unterschied ist und das auch die "glücklichen Kühe" qualvoll geschlachtet werden.
    Naja, Eltern, gell?

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  3. ich versteh nicht dass man unbedingt die ganzen Qualzüchtungen erhalten will - Galloways, Yaks, Wildschweine o.ä. können super auch ohne den Menschen in Freiheit überleben; die hochgezüchteten Rinder und überfette Schweine gibts dann halt nicht mehr! was ist daran grausam wenn man auf diese Tiere verzichtet? schon komisch...

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  4. Klasse Artikel!

    Allerdings steht die "Zeit" mit Publikationen zum Thema Vegetarismus nicht alleine. Auch Focus, Spiegel, Stern etc. haben diverse Publikationen rausgebracht.

    Eine Zusammenfassung gibt es auf meinem Blog ;)
    http://xlurl.de/2P5lD9

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  5. ich weiß, zur Zeit ist das echt so ne Welle; aber so deutlich wie in dem zeit-artikel habe ich tierrechtspositionen noch nie gelesen.

    hab deinen blog gleich mal abonniert; gefällt mir gut!

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  6. ich hab den artikel auch gelesen, ich war richtig überrascht. ich meine, die zeit ist nicht irgendeine wischiwaschi-zeitung.... hab sie beim lesen demonstrativ im zug ganz dick ausgebreitet xD damit auch meine sitznachbarn einen blick drauf werfen konnten...
    total toll :]

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