Dienstag, 1. Juni 2010

Fleischessen mit gutem Gewissen?

Fleischessen mit gutem Gewissen – geht das überhaupt? Wie lassen sich Ökologie und Klimaschutz, Moral und Verantwortung mit Genuss vereinbaren?


fragt die Zeit in einem sehr lesenswerten Artikel. Und kommt zu folgendem Fazit:

Für die Umwelt, die Tiere und das Klima wäre ein totaler Verzicht das Beste. Um aber auch den Bedürfnissen des Menschen gerecht zu werden, rät zum Beispiel Foodwatch zu Fleisch und Milch aus ökologischer Landwirtschaft – davon aber wenig. Eine Empfehlung, der sich die meisten Experten anschließen können. Der geringeren Produktivität bei der Herstellung müsse man eben mit niedrigerem Konsum entsprechen.

Konkret hieße das: Statt derzeit durchschnittlich 60 Kilogramm Fleisch sollte jeder Bundesbürger nur noch 20 Kilo pro Jahr essen. Auf ein Drittel der Milchprodukte und auf jedes zweite Ei sollte er verzichten. Das wäre wohl auch gesünder, entspräche es doch in etwa den Mengen, welche die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt.

Kommentare:

  1. früher gab es doch auch nur den "sonntagsbraten" und unter der woche kaum bis gar kein fleisch.
    wieso müssen jetzt einige jeden tag ihr schnitzel haben, um glücklich zu sein?

    und selbst aus logischen, und nicht ethischen gründen, müsste man das sehen :
    ich meine... wenn fleisch von tieren günstiger ist, als pflanzliche produkte, dann MUSS doch etwas falsch laufen in unserer gesellschaft. O.o
    fleisch war einmal luxusware.

    ich finde das ganze irgendwie...pervers.

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  2. ja, und wenn es nur das Schnitzel einmal am Tag wäre - aber das reicht ja nicht mal! Morgens zum Frühstück muss schon die Wurst aufs Brot, mittags gibt es Schnitzel, zwischendurch in der Stadt isst man mal schnell eine Bratwurst, und abends gibt's dann wieder Brotzeit mit ordentlich Wurst und Käse.... ach, es ist zum Heulen. =(

    Danke für den Link zu dem tollen Artikel, die Zeit schreibt öfters mal sehr lesenswerte Artikel zu diesem Thema.

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  3. P.S. Ich werde den tollen Artikel auch in unseren Blog stellen, wenn du nichts dagegen hast ;-) - je mehr Menschen ihn lesen, umso besser.

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  4. *lach* ich hab den doch gebloggt um ihn zu verbreiten, wenn du ihn weiterverbreitest ist das nur in meinem Interesse. Und selbst wenn nicht, ich hab keine Rechte daran, also ne Erlaubnis brauchst du gar nicht ;-)

    häufig ist Fleisch, gerade das hochwertige, schon teurer. vegetarischer Döner kostet z.B. hier meistens 50cent weniger, und im Supermarkt liegt der Preis von Steak mit 1€ /100g ungefähr bei dem von Tofu.

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  5. "Hochwertiges Fleisch"? OK...

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  6. mit "hochwertig" mein ich, dass es nicht faserig und voller Knorpel ist. zeug, wo reste verwendet werden können, zb Wurst oder Formschinken sind dagegen billiger.

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  7. dankeschön :-)
    sehr interessanter artikel. mir wäre es aber lieber, alle menschen würden sich vegetarisch ernähren. aber das geht wohl an der lebenswirklichkeit vorbei???

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  8. Hi,
    hier nochmal "Anonym 1" sozusagen. Ich sollte wenigstens mit einem Nickschreiben sonst wird es verwirrend.
    Es war mir in etwa klar, was du mit "hochwertig" meinst, ich wollte nur andeuten, dass das meiner Meinung nach halt keine Kategorie ist, in der man Fleisch einordnen kann, wenn man ethisch motivierter Veganer ist.
    So wie ich auch Menschenfleisch nie als hochwertig oder minderwertig bezeichnen würde, wenn es das gäbe.
    Es ist einfach kein Produkt mit einem Marktwert oder einer verbrauchsbezogenen Qualität, selbst wenn das natürlich andere anders sehen und dafür solche Kriterien haben.
    Hoffe das hab ich jetzt nicht zu schwurblig ausgedrückt ; )

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  9. produkte kann man immer in hoch- und minderwertig unterteilen. ob das ethisch korrekt ist, ist ne andere frage; und Fleisch würde ich als Produkt einordnen.
    ich finds ziemlich anstrengend, alles moralisch aufzuladen und ständig nach neuen begriffen zu suchen. ob man totes tier jetzt als produkt bezeichnet oder nicht ändert meiner meinung nach nichts an der tatsache dass es ethisch verwerflich ist.

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  10. Du bist die einzige Vertreterin Eurer Sekte, die ich einigermassen ernst nehme.

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  11. Man muss ja nicht krampfhaft neue Begriffe suchen, zur Not funktionieren auch Anführungszeichen prima.
    Bewerten tust du doch so oder so, auch wenn du die als normal geltenden Begriffe wählst (sprich: moralisch ENTlädtst). Andere zu wählen ändert tatsächlich nichts an der ethischen Qualität der Handlung, die hinter dem Bezeichneten steht, aber vielleicht an Denkmustern.

    Wenn ich den Eigentums- und Sachstatus von Tieren und ihren Körpern sprachlich beibehalte, sagt fressack vielleicht, er würde mich auch ernstnehmen, aber ich fürchte, das ist für mich nicht erstrebenswert. Gute Nacht allen Sektenopfern :o)

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  12. ich will nicht bei jedem 2. Wort "Gänsefüßchen" (Tiere für den Zweck der Sprachausübung zu instrumentalisieren ist ebenfalls Tierausbeutung, und um mich von diesem Begriff zu distanzieren sind die dann wohl vonnöten).
    Genaugenommen dürfte ich gar nicht "Fleisch" schreiben, sondern "Tierleiche". und "Tier" stimmt eigentlich auch nicht, die korrekte Bezeichnung lautet "nicht-menschliches Tier".

    @Fressack: das ist die schönste Liebeserklärung, die ich je bekommen habe! *wässrige Augen krieg* (dass Veganismus keine Sekte ist erklär ich dann mal bei Gelegenheit)

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  13. Bei jedem 2. Wort? Ach komm... Aber OK, wollen/nicht wollen, wenn man das ohne weitere Begründung so für sich entscheidet oder es als Geschmacksfrage betrachtet, dann lässt sich kaum drüber streiten.

    Natürlich *darfst* du schreiben was du willst... Und wenn du "Fleisch" oder "hochwertig" in Anführungszeichen setzt ist das ein kleines aber klares Signal. Man muss sich ja nicht verrenken vor lauter Antispeziesismus-Diktion. Das kann auch hinderlich sein, je nach Text und Situation, schon klar. Aber deswegen ganz drauf verzichten... Naja schätze wir werden uns da nicht einigen.

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