Montag, 31. Mai 2010

schonungsloser Spiegel-Artikel über Essstörungen

der Spiegel-Artikel "Schicksal einer Fettleibigen" erklärt anhand einer Lebensgeschichte, dass hinter Dicksein oftmals andere Dinge stecken als Faulheit oder Unsportlichkeit. Dass die Seele krank ist wenn sich Mensch buchstäblich zu Tode essen. Hier einige Auszüge:


Warum werden manche Menschen richtig dick?

Es gibt viele Gründe, warum ein Mensch dick wird: Die falsche Ernährung, zu wenig Bewegung, manchmal liegt es an den Genen, eine Veranlagung. Aber meist verbirgt sich hinter den Speckmassen ein Schicksal, das aus dem Esser einen Stopfer macht.

Sandra Weber wog über 220 Kilo - mehr als vier Säcke Zement. Sie schämte sich, wollte abnehmen, doch sie aß immer weiter. Bis sie fast erstickt wäre.
Sandra spürte die Löcher in ihrem Leben. Sie füllte sie mit Essen in ihrem Bauch. "Das war mein Hobby, das machte Spaß und tötete die Langeweile."

Niemand schaute in Sandras Seele, erkannte ihre Not. Zu Hause hatte die Mutter wenig Zeit. Sie putzte nachts und war am Tag müde.

Wenn es Streit gab, tat Sandra das, was sie gelernt hatte: nicht reden, essen. Die Nadel an der Waage schlug wieder weiter aus. Sandra kämpfte mit Diäten. Nahm ab, legte wieder zu. Nahm wieder ab, legte noch mehr zu. Ihr Körper spielte Jo-Jo, verbrannte kein Fett, sondern wichtige Eiweiße aus den Muskeln. Und hortete nach jeder Hungerkur noch mehr Vorräte für schlechte Tage. Bei 90 Kilo das Desaster: Der Freund schlug sie. Sandra lag am Boden. Gab auf - endgültig.

Kommentare:

  1. mein gott! was für eine traurige geschichte. leide ist das kein einzelfall...

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  2. Eben! In der Regel wird sich keiner aussuchen, dick zu werden. Gerade weil jeder weiß, wie mit Dicken in unserer Gesellschaft umgegangen wird.

    Leider gibt es z.Z. einen Gegentrend: junge Menschen, die aus Angst dick zu werden, weil eben die gesellschaftliche Ächtung droht, in die Magersucht rutschen.

    Und daran ist die Dickenhetze nicht ganz unschuldig. Leider ist sie aber in unserer Gesellschaft akzeptierte Diskriminierung.

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