Sonntag, 11. April 2010

strange: vegetarischer Metzger

bin grad bei rp-online auf folgenden Bericht über einen vegetarischen Metzger gestoßen:

Diese Frage hat Axel Schäfer wohl schon oft gehört: "Ein vegetarischer Metzger? Wie geht das denn?" Für den schlanken und äußerst fit wirkenden 50-Jährigen ist das kein Widerspruch. Was vor allem daran liegt, dass er keineswegs Fanatiker ist, also Filet, Flöns und Frikadellen nicht etwa verteufelt. Im Gegenteil. Immerhin ist er Metzgermeister im Familienbetrieb, den der Großvater 1928 in Pempelfort an der Kaiserswerther Straße gründete. Dort arbeitet Axel Schäfer heute mit seiner Frau Dagmar (47). Ursprünglich war der Betrieb eine ganz normale Metzgerei mit Wurst- und Fleischtheke, inklusive wuchtigem Messing-Kuhkopf als Türklinke. Damit öffnet man den Laden noch immer – aber Rindfleisch ist eine Rarität geworden, und aus der Fleischerei wurde ein kleiner, gemütlicher Imbiss mit Stehtisch und Sitzgruppen. Und einer überwiegend fleischfreien Speisenkarte.

find ich ja schon etwas seltsam, die meisten Vegetarier/Veganer, die ich kenne, finden Fleisch eklig und halten sich schon die Nase zu wenn sie überhaupt an ner Metzgerei vorbeikommen.
Ich kanns aber natürlich verstehen, dass jmd lieber hinter der Metzgertheke steht, als arbeitslos zu sein oder gar den eigenen Betrieb aufzugeben. Und wenn man s schon sein ganzes Leben gewöhnt ist... Zudem ist der Düsseldorfer anscheinend kein ethischer Vegetarier, die Tiere sind ihm also mehr oder weniger egal, es geht hauptsächlich um die Gesundheit:

Metzgermeister Schäfer entdeckte für sich die Vorteile des fleischlosen Essens und ist bis heute, fünf Jahre später und 20 Kilo leichter, dabei geblieben.
Kein Widerspruch oder gar Gewissenskonflikt also zwischen Geschäft, Beruf und eigenen Vorlieben? Nein, da ist sich das Ehepaar einig, man habe halt nur für sich selbst entschieden, vegetarisch zu essen. Das müssten andere keinesfalls ebenfalls so sehen oder sich dadurch besser fühlen.

Der Imbiss ist aber hauptsächlich vegetarisch:

Der Schwerpunkt im kleinen Imbiss "Schäfer bewusst leben und ernähren" (so der offizielle Firmenname) liegt ganz klar bei allem, was ohne Fleisch ist und sein Fett weg hat. Von fünf Menüs pro Tag sind stets vier vegetarisch. Grünkohl, buntes Fenchelgemüse, Rahmporree, Stielmus, Milchreis, Spinatauflauf, kleines Vegi-Frühstück, Brotzeit mit Gürkchen und Zwiebelchen – eintönig klingt das nicht, was da auf der Speisenkarte steht.

Wer will, kann aber auch Fleisch essen: Sauerbraten, Schweinegeschnetzeltes, Rinderrouladenragout kommen ebenfalls auf den Teller.


Also wenn 4 von 5 Gerichten sowieso bereits vegetarisch sind, dann könnt man sich das 1 Fleischgericht doch auch sparen? Ich glaube nicht dass die Bude dann ohne Kundschaft dastünde. Zumal viele Vegetarier ja auch lieber Lokalitäten aufsuchen, wo kein Fleischgeruch in der Luft liegt und neben einem einer an Hähnchenknochen nagt. Und seit dem Bericht in der Zeitung dürfte der Herr Schäfer sich wohl eh keine Sorgen mehr über den Umsatz machen müssen.
Ein gutes Zeichen ist es mit Sicherheit, wenn sogar Metzger, die mit dem Spruch "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft" groß geworden sind, den Sprung zum Vegetarismus schaffen :-)

Kommentare:

  1. Das ist mal ne Geschichte. ^^

    Aber ganz ehrlich:
    Ich find es nicht ekelig, wenn es irgendwo nach Fleisch riecht. Ich lebe einfach in einer Umgebung, die Fleisch isst und das respektiere ich. Genauso, wie sie mich respektieren.
    Nur anfassen will ich Fleisch nicht unbedingt.


    Wenn ich das nächste Mal in Düsseldorf bin, schau ich mal vorbei. ^^

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  2. das ist eben ein mensch, der es geschafft hat, in dieser beziehung einen lebensstil außerhalb von ideologien zu gestalten.

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  3. Du hast gesagt: "...find ich ja schon etwas seltsam, die meisten Vegetarier/Veganer, die ich kenne, finden Fleisch eklig und halten sich schon die Nase zu wenn sie überhaupt an ner Metzgerei vorbeikommen..."
    mittlerweile find ich das auch komisch, wenn neben mir jemand sitzt, der eine Currywurst ißt. Dabei lebe ich erst seit August letzten Jahres fleischlos. Ich kann das "komische" Gefühl auch nicht wirklich einordnen - so als ob ich beleidigt wäre. Da bemühe ich mich dann, mir vor Augen zu halten, dass vor kurzem ich selber ... und jeder so, wie er es will etc. etc. - Das stellt sich vielleicht auch ganz automatisch ein? Mh...

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  4. Das ist ja echt mal interessant.... erst neulich habe ich mich nämlich gefragt (ich weiss nicht mehr, in welchem Zusammenhang, der Gedanke kam mir irgendwie einfach so....), ob es wohl auch vegetarische Metzger geben kann?
    Und jetzt lese ich das hier! ;o)

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  5. Seltsam, seltsam, verstehen kann ich's nicht... Ich gehöre zu den Leuten, die Fleisch nicht mal mehr riechen mögen und denen bei Fleisch richtig schlecht wird, da könnte ich niemals seelenruhig Fleisch verkaufen. Aber jedem das Seine.

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